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Funksysteme für das Smart Home im Vergleich

von am24. September 2014
 

Es gibt in der Hausautomatisierung verschiedene Funktechnologien um Geräte miteinander zu vernetzen. Jede dieser Funktechnologien und Protokolle haben ihre Vor- aber auch Nachteile. Hier ein Vergleich der aktuell am Markt existierenden Funksysteme für das Smart Home.

Warum ich denke das viele herstellerspezifische (proprietären) Funksysteme im Smart Home keine Chance auf den Massenmarkt haben und warum nur interoperable Funkprotokolle im Smart Home eine Rolle spielen werden, möchte ich in diesem Blog kurz zeigen.

Es gibt viele Hersteller welche denken, ihre ganz eigene Strategie im Smart Home gefunden zu haben. Leider sieht diese meist so aus, das man auf eigene proprietäre Funksysteme setzt. Glücklicherweise gibt es bereits einige Funkprotokolle sowie Verbände und Allianzen, um einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ausserdem es gibt Funksysteme aus anderen Bereichen, welche sich durchgesetzt haben und teilweise schon im Smart Home zum Einsatz kommen.

Anforderungen an ein Smart Home Funksystem

Was muss ein Smart Home Funksystem eigentlich leisten und welche Anforderungen muss es erfüllen?

Zuverlässigkeit

Wenn wir von Smart Home sprechen, so denken wir an Automatisierungen von Heizung, Licht und auch Türschlössern. Hierbei sollte vor allem die Zuverlässigkeit und Sicherheit im Vordergrund stehen. Um dies zu gewährleisten, muss sicher gestellt werden, das die gesendeten Signale auch bei dem Empfänger ankommen. Viele Systeme setzen hier leider auf das Prinzip „Hoffnung“, denn sie verfügen nicht über einen „Rückkanal“. Dieser ist dafür da, das der Empfänger den korrekten Empfang des Signals an den Sender quittiert. Bei fehlender Rückmeldung können Signale erneut gesendet, oder zumindest der Nutzer darüber informiert werden, das etwas fehlgeschlagen ist.

Sicherheit

Gerade bei der Steuerung von Türschlössern und der Kommunikation zwischen Gateway und Sicherheitsrelevanten Sensoren wie Tür- & Fensterkontakten ist es wichtig, das nicht versehentlich oder vorsätzlich unauthorisierte Dritte die Kommunikation stören. Die Sicherheit im Funksystem kann durch Verschlüsselung, Authorisierung- oder Authentifizierungsverfahren (Authentifizierungs = Wer bist du?, Authorisierung = Darfst du dies tun was du machen willst? ) gewährleistet werden.

Niedriger Energieverbrauch & niedrige Funkabstrahlung

Nachrüstlösungen im Smart Home sind meist batteriebetrieben. Sehr lästig ist da vor allem das Batteriewechseln. Hier ist es wichtig, das die Batterien in den Sensoren oder Aktoren eine maximale Laufzeit aufweisen. Ausserdem sollten aus gesundheits- und sicherheitsrelevanten Aspekten die Funksystem im Smart Home eine möglichst niedrige Funkabstrahlung aufweisen.

Nun noch ein kurzer Kommentar für alle Kritiker, welche behaupten das Smart Home Funktechnologien gesundheitsschädlich sind. Ok Langzeitstudien gibt es (meines Wissens) noch nicht, dennoch kann ich dich vielleicht beruhigen. Telefonierst du zuhause schnurlos? Die Antwort wird bei dir, wie auch bei ca 98% aller siio Leser „ja“ sein. Ok, dann sei beruhigt denn wenn du eine Minute telefonierst, hast du 1000x mehr Strahlung abbekommen als du sie den ganzen Tag im Smart Home von allen Komponenten abbekommen wirst. Die Zeit pro Stunde in der eine Smart Home Komponente funken darf, ist pro Frequenzband definiert und liegt bei wenigen Sekunden. Zudem hast du dein funkendes schnurlos Telefon direkt am Kopf, ich glaube nicht das du mit deinen Heizkörperthermostaten oder Fensterkontakten jemals so innig kuscheln wirst :-) .

Einfache Bedienung

Ich habe mal einen wirklich tollen Satz zum Thema Smart Home gehört:

Wir wollen doch im Haus leben und es nicht bedienen

Dem kann ich nur zustimmen. Smart Home soll dein Leben einfacher machen und nicht komplizierter. Daher müssen die Smart Home Systeme auch einfach und intuitiv bedienbar sein.

Preis

Damit das Smart Home (hoffentlich bald) den Massenmarkt erreicht, muss der Preis möglichst günstig sein um eine weitreichende Akzeptanz bei den Kunden zu erlangen.

Ausserdem möchte ich in den kommenden Jahren gern mein Smart Home erweitern, was uns direkt zum nächsten Punkt bringt:

Investitionsschutz.

Was wenn es den Hersteller oder sein Funksystem in ein paar Jahren nicht mehr gibt? Hausautomatisierung erfolgt meist im Haus-(Neu)-Bau oder während der Renovierung. Die Komponenten bleiben deutlich länger im Einsatz als beispielsweise Komponenten in PC oder Notebooksystemen. So ist es wichtig, das auch noch nach Jahren defekte Komponenten durch identische oder baugleiche, welche auch zu den restlichen installierten Geräten, kompatible Komponenten ersetzt werden können.

Interoperabilität

Schuster bleib bei denen Leisten…, heißt ein Sprichwort und das trifft auch auf das Smart Home zu. Automatisierungen im Smart Home erfolgen in vielen Gewerken wie Licht, Heizung, Sicherheit oder Fenstersteuerung. Diese Bereiche werden durch unterschiedliche Komponenten von verschiedenen Herstellern abgedeckt, wobei jeder Experte auf seinem Gebiet ist.

Das nimmt dir doch keiner ab, wenn du Jahrelang eine Marke im Bereich der Beleuchtung bist und auf einmal baust du eine Heizungssteuerung, nur damit die Komponenten im Smart Home Funksystem zusammen arbeiten.

Jede verwendete Funktechnologie muss daher unabhängig vom jeweiligen Hersteller einsetzbar sein. Für die Interoperabilität sind daher Technologiestandards und Produktzertifizierungen notwendig.

Funksysteme im Smart Home

Lass uns unter den eben geschilderten Anforderungen an ein Smart Home Funksystem, die gängigsten Smart Home Funksysteme einmal näher betrachten.

Analoger Funk 433MHz Frequenzband

Eine unzählige Anzahl von No-Name Funksteckdosen findet man in den Baumärkten und Online Elektro Versandhäusern – meist zu beachtenswert niedrigen Dumping Preisen. Dies geht einher mit niedriger Qualität und fehlender Sicherheit, einen Rückkanal gibt es nicht. Diese Systeme funken auf der gleichen Frequenz wie auch beispielsweise Babyphone – Überlagerungen sind daher sehr wahrscheinlich. Als seriöses Smart Home System sind sie daher nicht zu gebrauchen. Wer sich ein richtig günstiges SmartHome System basteln möchste, sollte sich mal die Beiträge von Daniel ansehen. Er stellt in seiner Do it Yourself Smart Home Reihe auf siio vor, wie sich Komponenten auf dem 433MHz Frequenzband mit einem Raspberry Pi als Low Budget Smart Home Zentrale steuern lassen.

  • Zuverlässigkeit: nein
  • Sicherheit: nein
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: ja
  • Investitionsschutz: nein
  • Interoperabilität: nein

Proprietäre Protokolle

Wie bereits Anfangs beschrieben, haben viele Hersteller eigene proprietäre, digitale Smart Home Systeme entwickelt. Teilweise decken diese bereits mit vielen Sensoren und Aktoren verschiedene Gewerke in der Automatisierung ab. Einige der Systeme haben die zuverlässige Zwei-Wege-Kommunikation bereits implementiert. Der größte Nachteil dieser Systeme jedoch ist die Beschränkung auf einen oder sehr wenige kompatible Hersteller.

Ob RWE SmartHome, Homematic oder MAX! – (um nur einige Beispiele zu nennen) alle drei Systeme kommen übrigens aus dem gleichen Hause von dem ostfriesischen Hersteller eQ-3, dennoch sind diese untereinander nicht kompatibel.

Foto©crissxcross

Homematic Leistungsmesser und CCU2 Foto©crissxcross

Dies stellt bei kleinen Automatisierungen kein Problem dar, doch mit zunehmenden Umfang des Smart Home kann die begrenzte Auswahl an Produkten zu einem werden. Nicht nur das, auch die Verfügbarkeit von Produkten nach einigen Jahren ist meist nicht gewährleistet. Auch ist es nicht unüblich, das ein Hersteller ein Funksystem einstellt oder das Protokoll ändert, so dass die Vorgängerprodukte nicht mehr nutzbar sind mit der neuen Serie. Auch das alte FS20 System entspringt aus dem Hause eQ-3, welches nun aber langsam aber sicher eingestellt wird. Die Nachfolge tritt die Homematic Serie an. Untereinander sind die Systeme nicht kompatibel.

  • Zuverlässigkeit: teilweise
  • Sicherheit: teilweise
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: meistens
  • Investitionsschutz: nein
  • Interoperabilität: nein

WLAN

Ob in Notebook, Tablet oder Smartphone. Wireless LAN ist die Funktechnologie am Markt, welche am meisten verbreitet ist. Da kommt natürlich die Frage auf, warum WLAN nicht zum Smart Home Standard wird, da es meist sowieso in allen Häusern und Wohnungen vorhanden ist.

Nun, WLAN ist dafür entwickelt worden, um große Datenmengen zu transportieren. Der Fokus auf Geschwindigkeit, hohe Sicherheit und hohe Übertragungsraten schlägt sich im Energieverbrauch nieder.

WLAN ist recht Energiehungrig und eignet sich daher höchstens für aktive Komponenten, also jene die stetig mit dem Stromnetz verbunden sind. Was man an Standby Energie von den angeschlossenen Geräten spart, indem man die (WLAN) Steckdose abschaltet, verbraucht dann quasi die (WLAN) Steckdose selbst. Damit bleibt der Energiespargedanke auf der Strecke.

Zudem kennt wohl jeder von uns die Problematik mit der WLAN Reichweite. Diese ist stark abhängig von den im Haus verbauten Materialien sowie anderen Funknetzen. Angefangen vom WLAN Netzwerk des Nachbarn, über kabellose Tastaturen, bis hin zur Mikrowelle. Das 2,4GHz Netz ist schlicht voll und ja – wenn es draußen regnet ist mein WLAN Empfang schlechter, denn auch die Eigenfrequenz von Wasser liegt bei 2,4GHz.

Als Faustregel gilt: desto geringer das Frequenzband, umso höher ist die Durchdringung von Materialien. Das gilt natürlich auch anders herum, daher hat WLAN im Gigahertz Frequenzband eine deutlich schlechtere Reichweite als zum Beispiel das 433Mhz oder das 800 MHz Frequenzband.

Bild @ crissxcross

myDlink Home auf der IFA2014

Auf WLAN basieren bereits einige Smart Home Systeme wie zum Beispiel WeMo von Belkin oder das D-Link SmartHome. WLAN spezifiziert allerdings nur die Funk- und Netzwerkschicht. Bislang gibt es noch keine allgemein gültige spezifizierte Anwendungsschicht für WLAN- basierte intelligente Häuser. Das sind nur einige Punkte, weshalb WLAN für die Kommunikation zwischen den Sensoren und Aktoren im Smart Home suboptimal ist.

  • Zuverlässigkeit: ja
  • Sicherheit: ja
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: nein
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: ja
  • Investitionsschutz: teilweise
  • Interoperabilität: nein da kein Standard auf Anwendungsebene

Zigbee (IEEE 802.15.4)

Dieses Funkprotokoll sollte vielen von den Philips Hue Lampen bekannt sein. Zigbee ist eine von vielen Kommunikationsstandards, welche die IEEE 802.15.4 als Funkschicht nutzen.

©crissxcross

Philips-Hue unboxing Zubehör und Lieferumfang

IEEE 802.15.4

Die IEEE 802.15.4 ist eine Kommunkationsverbindung mit niedrigem Energieverbrauch und einer niedrigen Datenrate. Sie dient als grundlegende Schicht für verschiedene Kommunikationslösungen – unter anderem auch für das Smart Home. Diese Spezifikation deckt aber nur die untere Protokollebene ab. Heißt damit können verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen Protokollen zwar eine gemeinsame Hardwarebasis nutzen, sind sind zueinander aber nicht interoperabel.

Das kann man etwa mit Bluetooth vergleichen. Zwar konnte man früher das Handy des Kumpels finden und sich mit diesem verbinden, aber ein Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Handytypen war teilweise nicht möglich. Auch hierbei wurde eine gemeinsame Hardwarebasis gefunden, aber verschiedene Protokolle verwendet.

Soviel zum IEEE 802.15.4, aber nun zurück zu Zigbee:

Ursrpünglich war Zigbee eine Spezifikation einer Netzwerkschicht auf Basis der IEEE 802.15.4 Funkschicht. Später wurden verschiedene Anwenderschichtspezifikationen hinzugefügt und andere Funkprotokolle in das Zigbee System integriert. Als Resultat gibt es heute eine Vielfalt an Zigbee Spezifikationen. Außer der Nutzung der gleichen Funkschicht haben diese aber wenig miteinander gemeinsam. Um dieser Situation Herr zu werden, wurden verschiedene Anwenderprofile definiert. Aber auch hier sind nicht alle Anwenderprofile untereinander kompatibel. Bekannte Profile sind das Smart Energy Profil sowie auch das Smart Home Profil. Von diesen wiederum gibt es mehrere Versionen, welche untereinander auch nicht 100% kompatibel sind. Eine Liste der aktuell verfügbaren Spezifikationen von Zigbee findest du in der Wikipedia.

  • Zuverlässigkeit: ja
  • Sicherheit: ja
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: nein
  • Investitionsschutz: teilweise
  • Interoperabilität: auf Funkebene ja, verschiedene Anwenderprofile verhindern Interoperabilität

Bluetooth

Bild @ crissxcross

Elgato eve wether auf der IFA2014

Auch Bluetooth ist inzwischen im Smart Home angekommen, und wird von einigen Herstellern wie dem Archos System oder dem Elgato Eve verwendet. Hier haben wir das gleiche Problem wie bei WLAN, es ist recht Energiehungrig. Daher findet man es häufig in aktiven Komponenten wie Lampen & Leuchten. Damit Bleutooth auch in batteriebetriebenen Sensoren eingesetzt werden kann, ohne das man alle 24h den Akku wechseln muss, setzt man inzwischen auf Bluetooth Low Energy. (Daniel hatte vor kurzem darüber geschrieben – Beacons & BluetoothLE – Wir stellen Zukunftstechnik vor) Allerdings kann erst Android ab Version 4.3 mit der stromsparenden Bluetooth LE Technik umgehen. Zudem hat Bluetooth die gleichen Nachteile wie auch Zigbee. Es gibt zwar eine gemeinsame Hardwarebasis, aber verschiedene Protokolle verhindern eine Interoperabilität

  • Zuverlässigkeit: ja
  • Sicherheit: ja
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: teilweise
  • Investitionsschutz: teilweise
  • Interoperabilität: auf Funkebene ja, verschiedene Protokolle verhindern Interoperabilität

EnOcean

EnOcean Aktoren und Sensoren funktionieren in der Regel ohne Batterie. Die Komponenten nutzen Energie Harvesting – also Methoden der alternativen Energiegewinnung. Sie gewinnen Ihre Energie aus Solarzellen, Windenergie oder der kinetischer Energie, welche zum Beispiel beim Drücken des Schalters entsteht und wandeln diese in elektrische Energie um.

Diese Technologie wird gern angenommen, erspart Sie doch das lästige Batteriewechseln und ist ein Stück weit Umweltbewusst. Doch die EnOcen Technologie ist nicht so zuverlässig wie andere Funktechnologien. Dies liegt daran, das die Energie aus alternativer Energiegewinnung, wie zum Beispiel der entstehenden Energie beim Drücken eines Schalters, nicht hoch genug ist um eine Zwei-Wege-Kommunikation zu realisieren.

Bild © crissxcross

Homee Smart Home EnOcean Würfel

Inzwischen wurde das EnOcean Protokoll um einen Rückkanal erweitert, jedoch sind die Komponenten dann entweder netzgespeißt oder batteriebetrieben.

Zwar setzt der Hersteller Philips bei seinem Schalter „HueTab“ für die beliebten Leuchten „Hue“ auf EnOcean, dennoch ist der EnOcen Standard im Bereich privater Wohnungen, dort wo die Notwendigkeit besteht mit einer Funkverbindung das gesamte Haus abzudecken, bislang kaum verbreitet. Zudem sind die EnOcean Komponenten im Vergleich zu Zigbee oder Z-Wave bislang sehr teuer.

  • Zuverlässigkeit: nein
  • Sicherheit: nein
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: nein
  • Investitionsschutz: ja
  • Interoperabilität: ja

DECT ULE

DECT ist vor allem aus dem Bereich der schnurlos Telefonie bekannt. Der in dieser Form bekannte DECT Standard, ist jedoch zu energiehungrig als das er in batteriebetriebenen Smart Home Geräten zum Einsatz kommen könnte. 2011 wurde durch eine Vereinfachung im DECT Protokoll der vorher hohe Stromverbrauch deutlich reduziert. Aus dieser Abwandlung des ursrpünglichen DECT-Standards entstand der DECT ULE Standard (ULE = Ultra Low Energie)

DECT funkt auf einem eigenen Frequenzband auf 1800 MHZ und ist hier nicht durch Fremdanwendungen gestört. So ist es eigentlich auch kein Wunder, das der Marktführer im Bereich der heimischen DECT schnurlos Telefonie „Gigaset“, auch in seinem SmartHome Portfolio Gigaset Elements auf DECT ULE setzt.

Bild © Thomas Preuß - webninja.de

Gigaset Elements Base & Komponenten
Bild © Thomas Preuß – webninja.de

Bis auf Ausnahmen wie dem Gigsaet Elements System und abgesehen von fehlenden kompatiblen Geräten, ist noch kein breiter Markterfolg sichtbar.

  • Zuverlässigkeit: ja
  • Sicherheit: ja
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: teilweise
  • Investitionsschutz: nicht bekannt
  • Interoperabilität: aktuell noch nicht

Z-Wave

Z-Wave nutzt das für Industrie- und Medizinanwendungen reservierte 868MHz Frequenzband. Dieses ist nicht so überfüllt wie das 2,4GHz Band, auf welchem Zigbee oder WLAN funken. Durch ein Funk- vermaschtes Netz bietet Z-Wave eine sichere und zuverlässige Zwei-Wege-Kommunikation indem es Empfangsbestätigungen sendet.

Als Kernversprechen versichert Z-Wave eine 100% Kompatibilität. Alle Geräte welche mit dem Z-Wave Standard arbeiten, sind untereinander kompatibel. Dies wird vor allem durch Standards und Produktzertifizierungen erreicht. Dabei werden Z-Wave Komponenten in sogenannte „Geräteklassen“ unterteilt – diese wiederum in Basic Geräteklassen und in Generische Geräteklassen. Die Basic Geräteklasse unterscheidet ob es sich um einen Controller, Slave oder Routing- Slave handelt.

Die Generische Geräteklasse gibt an, ob es sich um einen allgemeinen Controller, statischen Controller, Binärschalter, Multilevel Schalter, Binärsensor, Multilevel Sensor, Zähler, Eingangscontroller, Thermostat oder Fensterjalousiecontroller handelt. Diese Klassifizierung definiert die Grundfunktionen der Komponente. So ist es möglich, das Komponenten unterschiedlichster Hersteller miteinander oder zu Gateways anderer Hersteller kompatibel sind, ohne das der Hersteller oder Programmierer diese je live gesehen und getestet hat. Dies ist vor allem wichtig um Automatisierungen Gewerke übergreifend zu realisieren. Wir erinnern uns an: „Schuster bleib bei denen Leisten … “

© crissxcross

Fibaro Home Center 2 vs. Home Center Lite

Z-Wave Komponenten bieten einen angemessenen Preis – sicher kommen Z-Wave Komponenten im Preis noch nicht ganz an die Preissegmente von proprietären Systemen heran. Dies liegt vor allem an den Kosten für die Z-Wave Produktzertifizierungen, welche Hersteller von proprietären Systemen nicht haben. Aber das Preisgefüge von Z-Wave Komponenten ist wesentlich günstiger als bei vergleichbaren Technologien wie EnOcean oder Zigbee.

  • Zuverlässigkeit: ja
  • Sicherheit: ja
  • Niedriger Energieverbrauch / Funkabstrahlung: ja
  • Einfachheit: ja
  • Günstiger Preis: teilweise
  • Investitionsschutz: ja
  • Interoperabilität: ja

Z-Wave erfüllt fast alle Anforderungen an ein Smart Home Funksystem – dies könnte vor allem daran liegen, das Z-Wave einst vor allem als drahtlose Kommunikationstechnologie für Wohnhäuser entwickelt wurde. Aktuelle Smart Home Systeme welche auf Z-Wave setzen, erlangen einer immer größeren Beliebtheit – wie zum Beispiel das System des polnischen Herstellers Fibaro. Aber auch große Namen aus dem Bereich der Netzwerktechnik wie zum Beispiel Devolo setzen bei Ihrer Smart Home Strategie auf Z-Wave.

Ich denke das sich im Markt des Smart Home die properitären System nicht durchsetzen können, aber für kleine Automatisierungen in einzelnen Gewerken Ihre Daseinsberechtigung haben werden. Für seriöse und ernsthafte Hausautomatisierungen werden sich sichere, zuverlässige, interoperable Systeme wie Z-Wave durchsetzen, die in ihrer Bedienung einfach sind und zusätzlich durch günstige Preise den (Massen) Markt adressieren können.

Quellen: Z-Wave – Die Funktechnologie für das Smart Home (Dr. Christian Pätz)
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

 
  • Horst S
    25. September 2014 at 8:39

    Also das Z-Wave weiter verbreitet wäre als z.B. EnOcean halte ich für ein Gerücht wenn man sich z.B. Foren ansieht die sich mit Smarthome beschäftigen. z.B. im FHEM Forum gibt es wessentlich mehr Beiträge über EnOcean als über Z-Wave. http://forum.fhem.de
    100% Kompatibilität bei Z-Wave halte ich auch für eine Wunschvorstellung. Beispielsweise gibt es von den Danfoss Thermostat Ventilen unterschiedliche Varianten die unterschiedliche Protokolle verwenden. siehe: http://forum.fhem.de/index.php/topic,10495.msg59562.html#msg59562 Was in deinem Beitrag bei den Bewertungen leider wenig beachtet wird ist die Reichweite der Systeme. Zum Thema „proprietäre Protokolle“ und Homematic + RWE-SH + Max wäre es wünschenswert wenn dort erwähnt worden wäre das Homematic + Max Protokol durch Reverse Engineering offengelegt wurde und somit gleichzeitig auch mit anderen Systemen gleichzeitig verwendet werden kann. Somit wäre da „Investitionsschutz: teilweise“ die richtige Angabe. Ich hoffe das ich für Laien hier noch etwas Informationen beisteuern konnte.

    Antworten

  • crissxcross
    25. September 2014 at 12:10

    Hallo Horst S.
    vielen Dank für deinen Kommentar. In der Tat gibt es bislang noch keine GFK Zahlen für dieses Marktsegment um die Stellung der einzelnen Funksysteme zu beurteilen – dennoch halte ich es für eine sehr gewagte Wissenschaft, Marktanteile anhand Beiträgen in einem Forum zu prognostizieren.
    EnOcean mag bei den FHEM Usern sehr beliebt sein, aber spiegelt dies meiner Meinung nach nicht den Markt wieder.

    Die Danfoss Thermostate gibt es inzwischen in einer neuen Version – diese sind nun auch mit Z-Wave Plus ausgestattet. Z-Wave Plus ist eine Erweiterung des Z-Wave Standards um Spezifikationen und ist 100% kompatibel zum Z-Wave Standard. Z-Wave Plus bringt dem Endanwender einige Vereinfachungen wie zum Beispiel beim Inkludieren von Komponenten. Neben dem Danfoss gibt es übrigens bereits viele weitere Komponenten mit Z-Wave Plus.
    siehe auch: http://www.z-wavealliance.org/z-wave-plus-certifications

    Auch wenn proprietäre Protokolle wie Homematic, RWE oder MAX! inzwischen durch Reverse Engineering rekonstruierbar sind, bringt es dem Endanwender nichts, wenn er in 5 Jahren mit seinem System da steht und der Hersteller fertigt keine Komponenten mehr oder hat die Weiterentwicklung des Systems eingestellt. Bitte lass uns die Systeme auf Ihre Massenmarkttauglichkeit beuteilen und nicht nur von ambitionierten Bastlern sprechen, welche auf FHEM oder Raspberry PI ihre Systeme entwickeln.

    Antworten

  • 1. Februar 2015 at 13:57

    Das Marktsegment von EnOcean ist definitiv größer als das von Z-Wave. Das man den Eindruck bekommen kann es sei anders, liegt daran, das EnOcean überwiegend in Objekten und in der Industrie verwendet wird. Also keinesfalls Anwender die sich in Smart Home Blogs „herumtreiben“. In den USA ist die Verteilung ganz anders, dort ist der Marktanteil an Z-Wave dominierend.

    Schlaue Entwickler sind die, die Kompatibilitäten schaffen. So bringt zum Beispiel Somfy etwa gegen März 2015 sein All-New-System „TaHoma 2.0“ auf den Markt. Dieses von Grund auf erneuerte System (nur die bewährte Hardware bleibt die selbe) ermöglicht dann, neben den Standard-Protokollen wie z.B. RTS, io-homecontrol und EnOcean, auch die Integration von Z-Wave, ZigBee und RTD.

    Liebe Grüße von Smart Home Hannover Team

    Shimon Biermann, MSc MA
    CIO @ http://www.smarthome-hannover.de

    Antworten

  • michael
    17. Oktober 2015 at 17:47

    Hallo bin ein Anfänger und möchte auch gerne einiges umsetzen.
    Habe mich schon für z wave/ z wave plus entschieden.
    Was ich absolut nicht herausfinden konnte ( für mich ) welche Grundsystem das richtige ist.
    Damit meine ich die Box die alles steuert ( Homee, Zipata…. )
    Kann mir da jemand, der schon Erfahrungen hat, etwas empfehlen?

    Ich möchte auch via App und von außerhalb die Steuerungen ausführen können.

    Vielen Dank im voraus.

    Michael

    Antworten

  • koho
    koho
    10. November 2015 at 15:59

    Hallo crisscross, konntet Ihr schon die Tahoma Box von Somfy testen?
    Ich nehme mal an, daß die ähnlich dem Homepilot 2 von Rademacher sein könnte.

    Antworten

  • PeterC
    23. Dezember 2015 at 11:14

    Tippfehler:
    „EnOcen

    EnOcean“

    Antworten

  • 29. März 2016 at 15:41

    Hallo,
    woher habt diese Information denn?

    Nun noch ein kurzer Kommentar für alle Kritiker, welche behaupten das Smart Home Funktechnologien gesundheitsschädlich sind. Ok Langzeitstudien gibt es (meines Wissens) noch nicht, dennoch kann ich dich vielleicht beruhigen. Telefonierst du zuhause schnurlos? Die Antwort wird bei dir, wie auch bei ca 98% aller siio Leser „ja“ sein. Ok, dann sei beruhigt denn wenn du eine Minute telefonierst, hast du 1000x mehr Strahlung abbekommen als du sie den ganzen Tag im Smart Home von allen Komponenten abbekommen wirst. Die Zeit pro Stunde in der eine Smart Home Komponente funken darf, ist pro Frequenzband definiert und liegt bei wenigen Sekunden. Zudem hast du dein funkendes schnurlos Telefon direkt am Kopf, ich glaube nicht das du mit deinen Heizkörperthermostaten oder Fensterkontakten jemals so innig kuscheln wirst :-) .

    Danke

    Antworten

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