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AAL: Ambient Assisted Living – damit ältere Menschen länger zu Hause wohnen können

by crissxcross4. Dezember 2014

Laut dem statistischen Bundesamt werden im Jahr 2030 rund 22 Millionen Menschen im Alter über 65 Jahren allein in einem Haushalt leben. Durch den demographischen Wandel und die höhere Lebenserwartung steht unsere Gesellschaft vor neuen Herausforderungen.

Gern möchte man solange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Dafür muss die Wohnung barrierefrei sein, jedoch sind das laut dem Bundesbauministeriums nur etwa 5 Prozent der elf Millionen Seniorendomizile.

Durch die aktuelle Technik könnte man jedoch Hilfen individuell anpassen. Dazu widmen sich Ingenieure, Informatiker und andere Wissenschaftler zunehmend Technologien, welche zumindest teilweise die Hände, Augen und Ohren von Pflegekräften ersetzen könnten.

Nun wurde in Berlin eine Musterwohnung eingerichtet die beweist, das ältere Menschen länger zu Hause leben können, wenn Fußböden und Wände intelligent werden. Auf 140m² ist neuste Assistenztechnik verbaut wie ein automatisch höhenverstellbares Bett, Lichtleisten welche den Weg von Bett bis zum Bad erleuchten und dem Bewohner so mehr Sicherheit bei dem nächtlichen gang auf die Toilette geben. Der Bettvorleger ist mit Sensoren ausgestattet, welche einen Sturz aus dem Bett registrieren können und einen Alarm absetzen.

Ausserdem verfügt die Wohnung über Rafinessen wie einen voll automatisch absenkbaren Küchen-Oberschrank und die Heizkörper regulieren das Zimmer natürlich voll automatisch auf Wohlfühltemperatur.

Das alles ist natürlich nicht günstig. So kostet allein die Lichtleiste für die Nachtbeleuchtung knapp 200 Euro und das höhenverstellbare Bett mehrere tausend, aber sollte man bedenken das auch ein Pflegedienst viel Geld kostet.

Noch ein weiteres Problem, das wir bereits aus dem Smart Home kennen, verhindert derzeit das es AAL (Ambient Assisted Living ) Systeme noch nicht als Komplettlösung zu kaufen gibt:

„Es fehlen bisher ein Standard, die einzelnen Geräte zusammenschließen zu können, und umfassende Praxiserfahrungen.“

so Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut, welches ebenfalls an Technologien forscht die ältere Menschen im Alltag unterstützt. (Wir berichteten hier auf siio vor kurzem über die zwei Projekte CapFloor und SonicSentinel des Fraunhofer Institutes. mehr lesen)

Studien haben gezeigt, das sich ältere Menschen auf helfende Technik einlassen, wenn diese ihnen mehr Selbstbestimmung verschafft. So werden in Zukunft mehr ältere Menschen lernen mit Technik umzugehen und schneller daran gewöhnt sein.

Ein Aspekt ist jedoch sehr interessant, den es zu beachten gilt. All diese Systeme müssen gewartet werden und es müssen Verknüpfungen in den Systemen erstellt werden, welche Daten die Sensoren erfassen sollen und bei welchen Grenzwerten diese alarmieren sollen. Dafür bedarf es zukünftig neues Fachpersonal.

Mehr dazu in der Berliner Zeitung

Foto: OTB GmbH & Co. KG

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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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