Apple HomePod: Der Siri Smart Speaker wird real – aber nicht in diesem Jahr!

Geschrieben von tobias
ssmaart-Haus

Um es gleich vorwegzunehmen: Es ist offiziell! Mit dem HomePod betritt Apple endgültig den Markt der Smart Speaker. Dies hat Phil Schiller während der WWDC17-Keynote nun bestätigt. Das Gerät soll zudem auch von unterwegs als neue HomeKit-Zentrale dienen. Hier ist unser Überblick über alle Smart Home-relevanten Fakten der Keynote, die kürzlich zu Ende ging.

tvOS 11 und iOS 11: Kaum Neuigkeiten in Sachen Home-App

Neben macOS High Sierra, watchOS 4 wurde natürlich auch ein neues tvOS 11 präsentiert. Die bange Frage, ob es dann endlich auch auf dem Apple TV 4 eine Home-App geben würde, fand nun eine konsequente Antwort: Nein! Warum man aber ein Betriebssystem mit HomeKit ausstattet und dann auf dem designierten Hub keine Steuerungsapp integriert? Stattdessen soll es ab Mitte bzw. Ende des Jahres Amazon Prime Video auf Apples Streamingbox verfügbar sein.
Ganz leer ging HomeKit dann allerdings doch nicht aus. In der Home-App gibt ab iOS 11 eine neue Gerätekategorie, die in dieser Form bisher noch gar nicht existierte: Lautsprecher. Voraussetzung ist die Unterstützung von Apples ebenfalls neuer Airplay 2-Funktion. Mit dieser wird HomeKit übrigens gleichzeitig auch multiroomfähig. Hersteller, die Airplay 2 unterstützen werden, sind unter anderem Beats, Bang & Olufsen, Denon, Bose, Libratone, Marantz und einige mehr.

Apple HomePod: Technische Details des Smart Speakers

Und wie heißt es so schön: Das Beste kommt zum Schluss. Der Siri Speaker ist real! Als hochwertige Konkurrenz zu Amazon Echo oder auch Google Home konzipiert, verlässt sich der HomePod getaufte Smart Speaker vor allem auf den Bereich Klangqualität und Style. Wie die Gerüchte schon treffend mutmaßten, erinnert das Design am ehesten an einen Mac Pro. Ungefähr sieben Zentimeter hoch, rund, an den Kanten abgerundet und von einem feinen Mesh-Stoff umgeben.

Sieben Hochtonlautsprecher sowie ein Tieftöner im Inneren sorgen für die richtige Akustik. Darüber hinaus berechnet ein A8-Chip, wie wir ihn auch schon aus dem iPhone kennen, die Lage im Raum, um so für ein ausgewogenes Klangerlebnis zu sorgen. Der Chip ist darüber hinaus auch für eine Vielzahl weitere Features wie Multi-Echo Cancellation oder auch Ambient Audio zuständig. Übrigens: Zwei HomePods agieren automatisch als Multiroom-Lösung.

Apple HomePod und Sprachassistent Siri

Sechs Mikrofone sollen zudem sicherstellen, dass selbst bei laufender Musik kein „Hey Siri“ überhört wird. Ein runder LED-Ring zeigt an, wenn Siri aktiv ist und auf Befehle wartet. Erst dann wird eine Verbindung zu den Apple-Servern hergestellt. DAs bedeutet, die Erkennung des Aktivierungsworts erfolgt lokal auf dem Gerät.

Mögliche Siri-Sprachbefehle, wie sie Phil Schiller während der Präsentation vorstellte, sind unter anderem „Play more songs like this“, „When was this recorded?“ oder auch „Who was the top song on may 5th, 2016?“ Das der Apple HomePod in Sachen Musik gänzlich auf Apple Music zu setzen scheint, ist natürlich selbstverständlich.

Der Lautsprecher als HomeKit-Zentrale

Neben Musik kann Sprachassistent Siri natürlich auch News, Wetterdaten, Timer wie auch Kalendereinträge, Erinnerungen, aber auch HomeKit-Elemente steuern. Besonders letzteres lässt uns aufhorchen. Während Apple TV 4 keine dezidierte Home-App zu bekommen scheint, soll künftig der HomePod zur HomeKit-Zentrale aufgewertet werden, denn: Während der Präsentation hieß es, dass die Verbindung zum HomeKit-Smart Home von unterwegs dank integrierter HomeKit-Base via Smart Speaker realisiert werden soll – und nicht etwa via Apple TV oder iPad.

Übrigens: Entgegen vollmundiger Aussagen, die Phil Schiller kürzlich erst gemacht hat, wird der HomePod ein Smart Speaker ohne Touch-Display sein. Kann ein Lautsprecher ohne Display aber wirklich als Hub für das Smart Home dienen? Langfristig wohl kaum.

Preis und Verfügbarkeit des HomePod

Der Apple HomePod wird ab Dezember diesen Jahres in den Farben schwarz und weiß verfügbar sein. Deutsche Kunden werden sich aber noch ein wenig gedulden müssen, denn der Smart Speaker wird erst einmal nur in den USA, Großbritannien sowie Australien verfügbar sein. Kostenpunkt: 349 Dollar. Damit liegt er deutlich über dem, was Amazon für Echo und Alexa verlangt und auch dem, was für ein Google Home zu Buche schlägt. Bleibt abzuwarten, ob sich Hauptkonkurrent Amazon künftig warm anziehen muss und ob das verbesserte Klangerlebnis einen derart hohen Preis tatsächlich auch rechtfertigt.

One last thing: Den Begriff HomePod gab es schon einmal im Zusammenhang mit Apple. Damals sollte es eine Art iPod für zu Hause sein, allerdings von einem Drittanbieter. Doch schon damals, im Jahr 2004 gab es Gerüchte, Apple selbst könnte bereits an einem Gerät arbeiten, welches über Bluetooth Video- und Audiodaten empfangen und wiedergeben kann – von einem iPod. Mit Apple TV und HomePod scheint dieses zehn Jahre alte Gerücht denn also auch vorzeitig ein Ende gefunden zu haben…

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

tobias

Tobias schreibt die News auf siio.de, ist Buchautor in Sachen Smart Home und fährt privat einen ziemlich wilden Gerätemix - Hallo aus Berlin.

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