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CapFloor – der intelligente Fußboden kann Leben retten

YESLY Smart Home
by crissxcross13. August 2014

CapFloor – der intelligente Fußboden erkennt wenn jemand stürzt und liegen bleibt. Eine Entwicklung des Fraunhofer-Institut

Bei dem trendigen Thema SmartHome denken wir wohl zuerst an digitalen Lifestyle, neuste Technik und eine moderne Art des Wohnen. Die Kernzielgruppe dürfte da bei Mitte 30 bis Anfang 40 liegen.

Aber was ist mit dem Bereich Health Care? Ich denke gerade die Altersgruppe ab 70 aufwärts ist es, welche vom Thema SmartHome den größten Nutzen haben könnte. Viele Automatisierungen sind gerade für körperlich Schwächere, behinderte und ältere Menschen eine enorme Erleichterung.

Der intelligente Fußboden der Leben rettet

Das Frauenhofer Institut hat einen Fußboden entwickelt, welcher registriert ob jemand auf ihm läuft oder ob eine Person gestürzt ist und liegen bleibt. Der CapFloor, ist ein berührungsempfindlicher Fußboden, welcher aus einem Drahtgitter besteht, das unter dem Parkett oder Teppich verlegt werden kann. Die Drähte durchfließt eine sehr geringe Spannung von etwa 1,5 Volt. Im Vergleich ein Touchpad eines Notebooks arbeitet mit bis zu 20 Volt. Durch die Spannung auf dem Drahtgitter entsteht ein sehr schwaches elektrisches Feld. Läuft ein Mensch über den Fußboden, ändert sich in diesem Bereich das elektrische Feld.

Capfloor erkennt nicht nur Schritte, sondern weiß auch, wenn jemand auf dem Boden liegt.

Wahnsinnig viel neue Anwendungsgebiete

„Zunächst wollten wir erkennen, ob ein Mensch gestürzt ist“,

sagt Dr. Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt.

„Doch uns wurde schnell klar, dass ein solches System mehr kann“.

In Verbindung mit weiteren SmartHome Komponenten wie der Licht- oder Heizungssteuerung, ergeben sich unzählige neue Szenarien, in welche der intelligente Fußboden Capfloor Verwendung finden könnte.

  • Wurde längere Zeit keine Bewegung im Zimmer registriert, aber kritische Geräte wie der Herd sind noch an, könne ein Alarm ausgelöst werden.
  • CapFloor könnte im Falle eines Einbruchs einen Alarm absetzen, sobald er Bewegung trotz verschlossener Haustür registriert
  • Betritt eine Person das Zimmer, könnte das Licht automatisch eingeschalten werden
  • Wurde in einem Zimmer länger keine Bewegung registriert, so könnte die Heizung in diesem Raum herunter reguliert werden
  • CapFloor könnte eine Warn-SMS oder Pushmitteilung versenden, wenn Kleinkinder Nachts das Bett verlassen

„Mitte kommenden Jahres wollen wir ihn in Kooperation mit einem Industrieunternehmen als Produkt auf den Markt bringen“,

sagt Dr. Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt.

Einfache und günstige Technologie

Die im Boden verbaute Technik reduziert sich bei CapFloor auf ein Minimum. Lediglich dünne Drähte werden unter dem Boden verlegt, die Sensoren verschwinden am Zimmerrand des Raums, in einer Fuge oder unter der Fußleiste. Mit einem Klinkestecker kann das Drahtgeflecht dann mit einer kleinen Box verbunden werden. Diese wertet zum Beispiel Stürze aus und kann Hilfe rufen. Grundlage ist jedoch, das CapFloor mit der Haustechnik, also dem SmartHome verknüpft wird.

„Erst dadurch werden all die Funktionalitäten denkbar“,

so Wichert.

Pilotprojekt gestartet

In einem Pilotprojekt werden aktuell über 30 Appartements und Wohngemeinschaften für Demenzkranke mit der Technologie ausgestattet. Dort kann das System erkennen ob eine Person den Raum oder das Appartment verlässt. Stehen die Bewohner nachts auf um zur Toilette zu gehen, erleichtert das System ihnen den Weg und schaltet das Licht ein. Zu dem Pilotprojekt gehört auch ein mehrstufiges Notfallsystem. Stürzt eine Person und bleibt vielleicht sogar bewusstlos liegen, beginnt das Licht im Zimmer zu blinken. Reagiert die Person darauf nicht uns stellt den Alarm ab, werden nacheinander Angehörige, Nachbarn und letztendlich der Rettungsdienst per Telefon oder SMS gerufen.

Tolle Entwicklung, ich hoffe das diese Technik bald auf den Markt kommt und so günstig wird, das Sie überall verbaut werden kann. Ich bin mir sicher, das CapFloor viele Menshen leben retten könnte, indem einfach viel schneller Hilfe gerufen werden kann. Denkt nur mal an einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt. Jede Sekunde zählt!

siio via Pressemitteilung Frauenhofer Institut

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crissxcross
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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
  • 15. August 2014 at 9:16

    Hi,
    schöner Artikel! Die Idee den Boden als Sensor einzusetzen finde ich auch spannend. Beim Lesen dachte ich zuerst „Kann doch auch ein Präsenzmelder kombiniert mit einem Bewegungsmelder erledigen.“ Diese erkennen nur nicht ob jemand auf dem Boden liegt, oder im Sessel eingeschlafen ist.
    Den Vorteil gegenüber dem Präsenzmelder habe ich erst wenn ich genau weiß wo die Person im Raum ist und ob sie auf dem Boden steht oder nicht. Zum Beispiel ob die Person, wie jeden Morgen aus dem Bett aufgestanden ist.
    Das ganze macht auch erst Sinn, wenn der Sensor in der ganzen Wohnung verlegt ist, also auch im Bad. Besonders da wo man leicht ausrutschen kann wird die Nachrüstung allerdings teuer, denn da sind meist Fliesen verlegt.
    Wäre da nicht eine lokale Lösung am Körper, zum Beispiel in Form einer Uhr, besser?

    Grüße,
    Damian

    • crissxcross
      15. August 2014 at 10:36

      Hey Damian,

      stimmt wäre auch eine Idee. Habe auch erst vor kurzem etwas gelesen, wie der Schlaf und die Bewegung bei Babys über ein Wearable überwacht wird. Das wäre fast soetwas wie du angesprochzen hast. Schau mal hier.

  • rudda
    16. August 2014 at 20:53

    toller artikel. die idee finde ich auch toll. :)

  • Andreas
    28. September 2014 at 9:58

    Mich würde mal interessieren was so was in etwa kostet? Würde es für ein SmartHome nutzen wollen…

    • crissxcross
      28. September 2014 at 23:43

      Hey
      über die Kosten wird man erst reden können, wenn das Frauenhofer Institut einen Industriepartner gefunden hat, welcher das System in Serie produziert.

  • Andreas Kollbach
    12. Januar 2015 at 22:13

    Hallo,
    ich interessiere mich auch schon seit längerem für so einen intelligenten Fußboden.
    Leider ist das jedoch finanziell nicht wirklich günstig. Wenn ich mich nicht irre muss man von mehr als 1000€/qm ausgehe. Dass man bei so was neu fließen müsste wäre also das kleinste Problem…

    Hat da jemand schon etwas vergleichbares entdeckt? Würde gerne ohne tragbare Komponenten wir Uhren usw. Personen im Raum Orten können um dann verschiedene Aktionen auszulösen…

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