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Cecotec Conga Windroid W100 Station im Test – Fensterpflege statt Frühjahrsputz

Fensterputzen gehört vermutlich bei den wenigsten Menschen zu den Tätigkeiten, bei denen am Samstagmorgen echte Vorfreude aufkommt. Gerade große Glasflächen, Terrassentüren oder ein Wintergarten sehen zwar schick aus – bis die Sonne darauf scheint und gnadenlos jeden Fingerabdruck, Staub und die Hinterlassenschaften diverser Insekten sichtbar macht.

Saugroboter haben uns inzwischen zumindest einen Teil der Bodenpflege abgenommen. Warum also nicht auch einen Roboter an die Fensterscheibe hängen?

Genau das verspricht der Cecotec Conga Windroid W100 Station. Besonders interessant ist dabei die „Station“ im Namen: Der Fensterputzroboter muss während seiner Arbeit nicht permanent an einer Steckdose hängen. Seine Transportbox ist gleichzeitig eine mobile Akkustation und versorgt ihn für bis zu 120 Minuten mit Energie.

Cecotec Windroid Fensterputzroboter

Ich habe den Windroid deshalb nicht nur an normalen Fenstern ausprobiert, sondern vor allem an den großen Glasflächen unserer verglasten Terrasse – und weil Cecotec auch Fliesen als Einsatzgebiet nennt, durfte er sogar einen kleinen Ausflug ins Badezimmer unternehmen.

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Unboxing – da steckt mehr in der Kiste, als man zunächst denkt

Geliefert wird der Conga Windroid W100 Station in einem entsprechend großen Karton. Darin befindet sich eine stabile Box mit praktischem Tragegriff. Und diese Box ist weit mehr als nur Verpackung.

Sie dient gleichzeitig als Transportbox, Aufbewahrung und Akkustation für den Roboter. Der Windroid wird senkrecht darin verstaut und bleibt über ein stoffummanteltes Kabel mit der Station verbunden. Das macht einen erstaunlich aufgeräumten Eindruck und sorgt vor allem dafür, dass man Roboter, Kabel und Zubehör vernünftig von einem Fenster zum nächsten transportieren kann.

Auf der Oberseite befinden sich zwei haptische Tasten. Eine dient zum Ein- und Ausschalten, die zweite ist mit einem Spiralsymbol versehen und aktiviert die motorisierte Kabelaufwicklung.

Station des Fensterputzroboters: Praktisch verstaut

Und die ist tatsächlich eines dieser kleinen Details, die im Alltag mehr Freude machen, als man vorher erwartet hätte. Ein Knopfdruck und das Kabel verschwindet automatisch in der Station. Dabei wird sogar ein Widerstand erkannt und die Aufwicklung entsprechend gestoppt. Kein Kabelsalat, kein minutenlanges Aufwickeln von Hand – sehr schön gelöst.

Daneben zeigen vier kreisförmig angeordnete LEDs den Ladezustand der Station an.
Zum Lieferumfang gehören außerdem Bedienungsanleitung und Kurzanleitung, ein kleines Fläschchen zum Befüllen des Wassertanks, eine Fernbedienung sowie ein zweiter Satz Wischpads.

Der große zentrale Wischmopp lässt sich dabei unkompliziert per Klett befestigen und wechseln. Zusätzlich sitzen an den vier Ecken kleine runde Wischpads. Cecotec nennt diese EdgeSpin. Sie sollen insbesondere die Rand- und Eckbereiche bearbeiten.

Lieferumfang des Cecotec Windroid Fensterputzroboter

Das funktioniert beim Putzen erstaunlich ordentlich. Beim Wechsel kümmert sich Cecotec allerdings gleichzeitig noch um das Feinmotoriktraining des Besitzers. Die vier kleinen runden Klettpads wieder sauber zu positionieren ist deutlich fummeliger als der Wechsel des großen Mittelteils.

Übrigens lohnt es sich, die Verpackung wirklich komplett auszuräumen. Das kleine Einfüllfläschchen und auch die Fernbedienung sind so unauffällig verstaut, dass ich beides zunächst erfolgreich übersehen habe.

Fernbedienung im Alltag nützlicher als App

Installation und Einrichtung

Eine große Installation ist beim Windroid eigentlich nicht erforderlich. Die Station wird zunächst über das mitgelieferte Euro-Netzkabel geladen.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es bereits hier: Der Ladeanschluss zeigt nach oben und befindet sich hinter einer Art Jalousie auf der Rückseite der Station. Das Kabel muss dort hindurchgeführt und anschließend von oben eingesteckt werden.

Cecotec Windroid Fensterputzroboter

Das funktioniert, wirkt aber unnötig umständlich. Ein Ladeanschluss direkt auf der Rückseite oder zumindest ein abgewinkelter Stecker wären aus meiner Sicht die elegantere Lösung gewesen. So wird das Kabel beim Anschließen relativ stark gebogen.

Wichtig ist allerdings: Während des Fensterputzens braucht die Station keine Steckdose.

Genau darin liegt einer der größten Vorteile des W100 Station. Der integrierte Akku versorgt den Roboter für bis zu 120 Minuten. Damit schnappt man sich die Box am Griff und geht einfach zum nächsten Fenster – ohne Verlängerungskabel oder Steckdosensuche.

Zusätzlich verfügt das System über einen 30-Minuten-Sicherheitsakku. Dieser ist nicht als zusätzliche halbe Stunde Fensterputzen zu verstehen, sondern als Sicherheitsreserve bei einer Unterbrechung der Energieversorgung.
Dazu kommt ein Sicherungsseil mit Karabiner, das auf der Rückseite der Station verstaut ist. Gerade bei höher gelegenen oder von außen schwer erreichbaren Fenstern sollte man auf diese zusätzliche Sicherung natürlich nicht verzichten.

Vor dem ersten Einsatz muss lediglich Wasser eingefüllt werden. Und hier lautet die Empfehlung tatsächlich: Wasser. Nicht erst einmal den halben Putzmittelschrank ausprobieren.
Die Einfüllöffnung ist relativ klein und flach. Ohne das beiliegende Fläschchen entwickelte sich mein erster Befüllungsversuch deshalb eher in Richtung Klempnerarbeiten. Mit dem Fläschchen funktioniert es dagegen problemlos.
Also: Fläschchen nicht wegwerfen!

Wasser einfüllen in Fensterputzroboter

App, Fernbedienung und Reinigungsmodi

Der Windroid verfügt über WLAN und lässt sich in die Conga-App einbinden. Darüber kann der Roboter gesteuert werden und Cecotec bietet verschiedene Reinigungsfunktionen an.
Der Hersteller nennt insgesamt fünf Modi: Z-Modus, Tiefenreinigung, Kantenmodus, Punktreinigung und manuelle Steuerung.

Ganz intuitiv fand ich deren Zuordnung zunächst allerdings nicht. Erst später fiel mir auf, dass zum Lieferumfang zusätzlich eine Fernbedienung gehört.

Darauf befinden sich neben Start/Pause vier Richtungstasten, mit denen sich der Roboter manuell nach oben, unten, links und rechts bewegen lässt. Weitere Tasten starten unterschiedliche automatische Fahrmuster sowie Sprüh- und Reinigungsfunktionen.

Und tatsächlich halte ich die Fernbedienung im Alltag teilweise sogar für praktischer als die App. Sieht man nach dem automatischen Durchgang noch eine Stelle, kann man den Roboter direkt dorthin dirigieren, ohne erst das Smartphone aus der Tasche zu holen.

Die App ist trotzdem nicht nutzlos. Besonders praktisch sind die Push-Benachrichtigungen, sobald eine Reinigung abgeschlossen wurde. Bei einer großen Fensterfläche muss man also nicht danebenstehen und darauf warten, dass der Windroid fertig wird.

Im Alltag – ansetzen und festhalten? Eigentlich nur kurz

Zum Start wird der Windroid am Ledergriff genommen, eingeschaltet und an die Scheibe gehalten.
Anschließend erzeugt ein Lüfter den notwendigen Unterdruck.
Und Unterdruck kann er.

Unsere Terrasse besteht aus großen verschiebbaren Glaselementen. Der Windroid saugt sich so kräftig daran fest, dass er bei seinen Drehbewegungen teilweise sogar die komplette Schiebetür ein Stück bewegt.
Sagen wir es so: Angst davor, dass der Roboter plötzlich von der Scheibe fällt, hatte ich danach eher weniger. Eher davor, dass er irgendwann die Terrassentür mitnimmt.

Nach dem Start fährt der Windroid zunächst die Scheibe ab und erkennt deren Dimensionen. Anschließend arbeitet er die Fläche systematisch in Bahnen ab.

Dabei kommen die vier Sprühdüsen zum Einsatz. Das ist sinnvoll gelöst, weil der Roboter abhängig von seiner Fahrtrichtung die vor ihm liegende Fläche mit kleinen Wassermengen benetzen kann.

Und an dieser Stelle kommt eine wichtige Erkenntnis aus unserem Test:

Viel Wasser hilft überhaupt nicht viel

Mein erster Gedanke war nämlich: Wenn ein bisschen Wasser gut ist, ist Fensterreiniger auf der Scheibe bestimmt noch besser.
Nein.

Eine zuvor großzügig eingesprühte Scheibe ist für den Windroid keine gute Idee. Der Roboter erzeugt seinen Unterdruck über einen Lüfter und kann dabei die überschüssige Feuchtigkeit ansaugen.

Bei unserem Versuch blieb der Roboter zwar weiterhin sicher an der Scheibe hängen, meldete in der App allerdings zu wenig Unterdruck und verweigerte anschließend die Weiterfahrt.
Erst nachdem Scheibe und Roboter vollständig getrocknet waren und sich keine Feuchtigkeit mehr im Bereich der Luftöffnungen befand, ließ er sich wieder normal einsetzen.

Der Windroid ist also darauf ausgelegt, mit seinen eigenen kleinen Sprühstößen und den Wischpads zu arbeiten. Und dabei sollte man es auch belassen.
Auch der Intensivmodus zeigt: Mehr Wasser bedeutet nicht automatisch mehr Sauberkeit. Wird die Scheibe zu nass, beginnt der Roboter irgendwann Schlieren zu ziehen.

Wie sauber werden die Fenster?

Kommen wir zur entscheidenden Frage: Kann man seinen Fensterwischer jetzt endgültig entsorgen?
Nein.

Und an dieser Stelle muss ich die Marketingabteilung ein wenig einbremsen.
Cecotec spricht unter anderem von Tiefenreinigung und Fleckenentfernung. Das funktioniert bei normalen Verschmutzungen durchaus ordentlich. Staub, leichte Verschmutzungen und typische Spuren auf einer regelmäßig gereinigten Scheibe entfernt der Windroid zuverlässig.

Bei hartnäckigen Verschmutzungen sind seine Möglichkeiten aber begrenzt.
Bestes Beispiel sind bei uns kleine Fliegenflecken auf den Terrassenscheiben, die durch Sonneneinstrahlung regelrecht eingetrocknet sind. Die bekommt teilweise schon ein Mensch nur mit Lappen, Druck und mehrmaligem Reiben mühsam entfernt.

Der Windroid fährt darüber – aber Wunder geschehen keine.
Und damit sind wir bei einem wichtigen Punkt, den man vor dem Kauf verstehen sollte:
Der Conga Windroid W100 ist für mich weniger ein Fensterputzroboter als ein Fensterpfleger.

Wer einmal im Jahr zum Frühjahrsputz einen Roboter aus dem Schrank holen möchte und erwartet, dass dieser Vogelkot, eingebrannte Insektenreste und monatelang angesammelten Schmutz beseitigt, wird vermutlich enttäuscht.

Wer seine Scheiben dagegen einmal vernünftig grundreinigt und den Windroid anschließend regelmäßig fahren lässt, bekommt eine echte Arbeitserleichterung.
Genau hier spielt das Gerät seine Stärke aus.

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Große Scheiben? Ja bitte!

Besonders gut gefällt mir der Windroid an großen Glasflächen.

Unsere verglaste Terrasse ist dafür praktisch das ideale Einsatzgebiet. Roboter ansetzen, starten und arbeiten lassen. Er fährt die großen Flächen systematisch ab und kommt dank seiner EdgeSpin-Pads erstaunlich weit an die Ränder und in die Ecken.

Natürlich gibt es konstruktive Grenzen. Unsere Schiebeelemente überlappen sich beispielsweise an bestimmten Stellen. Dort kommt auch der Windroid nicht hin.
Vielleicht bekommt die nächste Generation ja noch einen ausfahrbaren Seitenarm. Cecotec darf die Idee gern übernehmen.

Bei kleineren Fenstern funktioniert der Roboter grundsätzlich ebenfalls. Je kleiner die einzelnen Scheiben jedoch werden, desto stärker relativiert sich der Komfortgewinn.
Ansetzen, warten, lautes Signal, abnehmen, nächste Scheibe, wieder ansetzen.

Bei Fenstern mit vielen Sprossen würde ich deshalb ganz traditionell zum Lappen greifen.

Piep! Piep! Piep!

Damit kommen wir zu meinem vielleicht größten Nervfaktor im Alltag: die Signaltöne.

Ich verstehe vollkommen, warum ein Fensterputzroboter akustisch auf sich aufmerksam machen muss. Schließlich soll man bemerken, wenn die Reinigung abgeschlossen ist oder etwas nicht stimmt.

Aber der Windroid kann sehr, sehr deutlich auf sich aufmerksam machen.
Beim Einschalten: Piep.
Beim Beenden: Piep.
Beim Umsetzen: wieder entsprechende Signale.
Bei einer großen Fensterfront stört das kaum. Bei vielen kleinen Scheiben wird daraus irgendwann eine akustische Geduldsprobe.

Zumal die App ohnehin eine Push-Benachrichtigung schicken kann, sobald die Reinigung beendet wurde. Hier würde ich mir zumindest die Möglichkeit wünschen, die Lautstärke oder bestimmte Signaltöne konfigurieren zu können.

Und was ist mit Fliesen?

Cecotec nennt neben Glasflächen und Spiegeln auch Fliesen als möglichen Einsatzbereich.
Also gut. Ab ins Badezimmer.
Technisch funktioniert das tatsächlich. Auf der großen freien Fliesenfläche hinter unserer Badewanne saugte sich der Windroid problemlos fest und zog dort seine Bahnen.

In der Dusche sah die Sache anders aus. Ablagen, Armaturen und die insgesamt kleinere freie Fläche lassen dem Roboter schlicht zu wenig Platz, um sinnvoll zu navigieren.

Damit lautet mein Ergebnis beim Thema Fliesen:

Ja, er kann es. Ob man es braucht, ist eine andere Frage.

Auf einer sehr großen, glatten und freien Fliesenwand kann das funktionieren. Für eine normale Dusche mit Armaturen und Ablagen würde ich den Windroid aber nicht extra aus seiner Box holen. Und auch beim eigentlichen Reinigungsergebnis sehe ich hier keinen so großen Vorteil wie bei großflächigen Fenstern.

Fazit – eine echte Arbeitserleichterung, wenn man weiß, was man bekommt

Der Cecotec Conga Windroid W100 Station hat mich vor allem an unseren großen Glasflächen überzeugt.

Die Kombination aus Fensterputzroboter und mobiler Akkustation ist clever gelöst. Bis zu 120 Minuten Laufzeit, die automatische Kabelaufwicklung, der praktische Tragegriff und die ordentliche Aufbewahrung machen aus dem Gerät tatsächlich eine mobile Lösung, die man unkompliziert von Fenster zu Fenster tragen kann.

Auch das Sicherheitskonzept mit starkem Unterdruck, Sicherungsseil und zusätzlichem 30-Minuten-Sicherheitsakku gefällt.
Die vier Sprühdüsen verteilen kleine Wassermengen, die EdgeSpin-Pads kümmern sich um die Randbereiche und insbesondere auf großen Scheiben arbeitet sich der Roboter erstaunlich selbstständig durch.

Perfekt ist er trotzdem nicht.
Die kleinen EdgeSpin-Pads sind beim Wechsel fummelig, der Ladeanschluss an der Station könnte besser positioniert sein und die Signaltöne sind mir auf Dauer deutlich zu penetrant. Auch die verschiedenen Reinigungsmodi könnten in App und Bedienkonzept etwas selbsterklärender präsentiert werden.

Vor allem sollte man aber mit den richtigen Erwartungen an die Sache herangehen.

Der Windroid ersetzt keine Grundreinigung. Hartnäckige, eingebrannte Verschmutzungen bekommt er nicht zuverlässig entfernt. Und eine bereits nasse, mit Fensterreiniger eingesprühte Scheibe tut ihm ebenfalls keinen Gefallen – hier kann sogar die Unterdrucküberwachung anschlagen.

Seine Stärke liegt woanders:

Einmal richtig sauber machen – und anschließend vom Windroid sauber halten lassen.

Wer viele große Fenster, bodentiefe Glasflächen, einen Wintergarten oder eine verglaste Terrasse besitzt, kann damit tatsächlich einiges an Arbeit sparen. Bei vielen kleinen Sprossenfenstern würde ich das Geld dagegen eher in einen guten Fensterwischer investieren.

Für mich ist der Conga Windroid W100 Station deshalb kein Roboter für den jährlichen Frühjahrsputz, sondern ein ziemlich komfortabler Helfer für die regelmäßige Fensterpflege.

Und genau dafür darf er bei uns auch weiterhin an die Scheibe.

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