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innogy bringt virtuellen Solar Stromspeicher

by crissxcross12. Juni 2018

Nachdem sich bereits sämtliche digitalen Daten in der Cloud speichern lassen, soll nun auch Strom in der „Wolke“ landen und von dort aus jederzeit verfügbar sein.

Das Angebot dazu kommt von innogy und der Gedanke dahinter klingt absolut einleuchtend. Während sich mit stationären Batteriespeichern der Stromverbrauch in Häusern mit eigener Photovoltaik-Anlage nur innerhalb eines begrenzten Zeitraumes flexibel verschieben lässt, soll nun ein virtueller Stromspeicher dafür sorgen, sommerlichen Sonnenstrom im Winter zu nutzen.

Weil die Sonne häufig dann am stärksten scheint, wenn der Stromverbrauch im Haus eher gering ist, ergänzt inzwischen schon fast jeder zweite Hausbesitzer seine PV-Anlage mit einem Batteriespeicher. Damit lässt sich der in der Mittagssonne erzeugte Strom auch am Abend nutzen, wenn die Sonne untergeht und sich gleichzeitig der Energiebedarf im Haus erhöht. Gerade in Zeiten fallender Einspeisevergütungen lässt sich so die Eigenverbrauchsmenge und damit die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage deutlich steigern.

Der virtuelle Cloud-Speicher von innogy erweitert den bereits vorhandenen physischen Speicher oder ermöglicht überhaupt erst eine Speichermöglichkeit für Anlagen, die noch keinen eigenen stationären Speicher haben. Verfügbar ist die SolarCloud in 5 Größen zwischen 1.000 und 3.000 Kilowattstunden. Nicht genutzter Solarstrom wird automatisch durch den intelligenten Energiemanager in der Cloud gespeichert und ist bei geringer oder gar nicht vorhandener Sonneneinstrahlung jederzeit wieder abrufbar. So kann die überschüssige sommerliche Sonnenenergie das ganze Jahr über genutzt werden.

Natürlich ist der Strom, der im Winter abgerufen wird, nicht derselbe wie der, der an einem sonnigen Sommertag erzeugt wurde, aber der Nutzer darf sich trotzdem über Einsparungen und die gute Tat für die Umwelt freuen. Dafür verspricht innogy, dass aus der SolarCloud abgerufener Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt.

Über die Kosten für die Nutzung der SolarCloud ist bisher nichts bekannt, aber das verrät innogy sicher auf der demnächst stattfindenden Intersolar (20.-22.06.) in München (Stand B2.120). Konkurrent Eon bietet übrigens bereits seit Januar eine Solarcloud-Lösung an und verlangt dafür immerhin 30,99 EUR im Monat, was einem PV-Anagen-Betreiber gleich wieder die Freude nehmen dürfte.

Generell sollte man aber bei innogy noch etwas vorsichtig sein, denn bekanntlich will Eon den Vertrieb und die Marke übernehmen – und diese dann möglicherweise sterben lassen.  Der Bereich erneuerbare Energien soll wieder an RWE übergehen, von wo er erst 2016 an innogy ausgegliedert wurde. Außerdem erhält RWE, wenn der Deal vollständig zustande kommt, gleich noch das Erneuerbare Energien Geschäft von Eon mit dazu. Und dann wird es vermutlich ganz schnell eine gemeinsame Solarstrom-Cloud geben

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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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