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Jimmy PW11 Pro Max im Test: Zwei Hunde, ein Glas Wein und ziemlich saubere Böden

Bei uns kümmert sich normalerweise ein Wischroboter um die Bodenpflege. Er saugt fast täglich und wischt zweimal pro Woche. Beste Voraussetzungen also, um sich einzureden, dass der Fußboden sauber ist. Dann kam der Jimmy PW11 Pro Max. Und mit ihm ein Schmutzwassertank, dessen Inhalt meine Vorstellung von „sauber“ etwas korrigierte.

Der Jimmy verbindet einen Akkustaubsauger mit einem Wischsauger und lässt sich außerdem als kompakter Handsauger nutzen. Ob diese Vielseitigkeit im Alltag hilft oder hauptsächlich den Zubehörschrank füllt, habe ich zwischen Treppenstufen, Heizkörpern, Sofaritzen und einem ungeplanten Weinunfall ausprobiert.

#Unboxing

Mein erster Gedanke beim Auspacken: Wow, ist da viel Zeug drin. Mein zweiter: Hoffentlich muss ich hinterher nicht jedes Mal die Anleitung konsultieren, um herauszufinden, was davon zusammengehört.

Schon beim Öffnen des Kartons wird klar: Hier steckt mehr als ein Bodensauger drin.

Der umfangreiche Lieferumfang erklärt sich durch das Konzept. Der Jimmy nutzt eine gemeinsame Motoreinheit für verschiedene Aufgaben. Mit Saugrohr und Bodendüse wird daraus ein klassischer Akkustaubsauger, mit kleinen Aufsätzen ein Handsauger. Für die Nassreinigung gibt es eine eigene Einheit mit zwei Walzen und getrennten Wassertanks.

Zum System gehören unter anderem:

Die gute Nachricht: Nach dem Zusammenstecken sieht das Ganze deutlich weniger überwältigend aus. Das Zubehör lässt sich an der Station unterbringen und bleibt dadurch griffbereit.

Besonders angenehm finde ich, dass die Station frei steht. Keine Wandhalterung, kein Bohren, keine Diskussion darüber, ob hinter der ausgewählten Stelle vielleicht eine Leitung verläuft. Mit meinen zwei linken Händen ist schon das ein überzeugendes Ausstattungsmerkmal. Jimmy zieht ein, und die Wand bleibt heil.

#Installation

Der Zusammenbau funktioniert über Steckverbindungen. Die Teile werden aufgesetzt und rasten ein. Auch der spätere Umbau geht schnell: Entriegelung drücken, Aufsatz abziehen, andere Einheit anstecken.

Schon beim Öffnen des Kartons wird klar: Hier steckt mehr als ein Bodensauger drin.

Das klingt unspektakulär, ist für ein solches Kombigerät aber entscheidend. Wenn ich erst eine kleine Werkstatt eröffnen müsste, um vom Staubsauger zum Wischer zu wechseln, würde ich vermutlich doch wieder zum Küchenpapier greifen.

Für den Nassbetrieb wird der flache Frischwassertank oberhalb der Walzeneinheit abgenommen. Das funktioniert gut; anschließend lässt er sich direkt unter dem Wasserhahn befüllen und wieder einsetzen.

Die technischen Eckdaten ordnen den Jimmy ein:

Die einzelnen Einheiten werden über Steckverbindungen zusammengesetzt.
MerkmalHerstellerangabe
Motorleistung460 Watt
Saugleistung110 Airwatt
Akku21,6 Volt, 4.600 mAh, herausnehmbar
Laufzeit am Bodenbis zu 40 Minuten, abhängig vom Modus
Laufzeit im Teppichbetriebbis zu 20 Minuten
Laufzeit als Handsaugerbis zu 80 Minuten, abhängig von Modus und Aufsatz
Ladezeit4-5 Stunden
Frischwassertank600 Milliliter
Schmutzwassertank450 Milliliter
Staubbehälter300 Milliliter
FilterHEPA
BetriebsmodiAuto, Floor und Carpet

Die Laufzeiten sind Herstellerwerte und keine von mir gemessenen Dauerläufe. Auch sollte man die 460 Watt Motorleistung nicht mit der Saugleistung gleichsetzen: Dafür nennt Jimmy separat 110 Airwatt. Wie gut die Reinigung tatsächlich funktioniert, entscheidet sich ohnehin auf dem Boden.

Der abnehmbare Frischwassertank lässt sich direkt unter dem Wasserhahn befüllen.

#ImAlltag

Ein Display, das meine Frage beantwortet

Das Display zeigt die verbleibende Laufzeit in Minuten. Das gefällt mir deutlich besser als eine reine Prozentanzeige. Mit „noch zwölf Minuten“ kann ich im Alltag mehr anfangen als mit einem Akkustand, dessen praktische Bedeutung ich erst erraten muss.

Das Display zeigt die verbleibende Laufzeit in Minuten an.

Die Bedienelemente am Griff sind gut erreichbar. Dort lassen sich das Gerät einschalten, der Modus wechseln und beim Wischen zusätzlich Wasser auf den Boden sprühen.

Nur das Ausschalten hat mich anfangs kurz aus dem Konzept gebracht. Nach dem Tastendruck läuft der Motor noch einmal hörbar nach, bevor der Jimmy stoppt. Ich habe in meiner Ungeduld natürlich weitere Tasten gedrückt. Vielleicht hatte er mich ja nicht verstanden.

Laut Anleitung ist ein kurzer Motornachlauf vorgesehen. Mein hektisches Tastenkonzert wäre also nicht nötig gewesen. Geduld war allerdings auch nicht im Zubehörkarton enthalten :-D .

Schmutz auf Fliesen: Der Jimmy im Einsatz als klassischer Akkustaubsauger.

Saugen: zuverlässig, mit einer Ausnahme im Badezimmer

Beim normalen Saugen nimmt der Jimmy den Schmutz zuverlässig auf. Sehr große Stücke passen erwartungsgemäß nicht immer direkt unter die Bodendüse. Kurz anheben, darüberführen, weiter geht es.

Die motorisierte Bodendüse beim Saugen einer Treppenstufe.

Weniger harmonisch verlief die Begegnung mit unserem Badläufer. Dort brach der Jimmy das Saugen ab und schaltete die rotierende Bürstenwalze aus. Ob die Walze durch den Läufer zu stark gebremst wurde oder sich die Düse festsaugte, konnte ich nicht eindeutig feststellen. Das Ergebnis bleibt: Mit diesem Läufer verträgt er sich nicht besonders gut.

Als Handsauger gefällt mir die Handhabung dafür ausgesprochen gut. Das geringe, angenehm zu führende Gewicht macht sich bemerkbar, wenn ich oben auf Türrahmen sauge oder Spinnweben aus den Zimmerecken entferne.

Auch auf der gefliesten Treppe kommt die Wischeinheit zum Einsatz.

Die schmale Fugendüse beziehungsweise Fugenbürste erreicht außerdem die Zwischenräume der Heizkörperlamellen. Und auf der Couch kommt sie tief in die Ritzen. Dabei tauchte neben dem üblichen Schmutz auch einiges an Kinderspielzeug wieder auf. Man kauft einen Staubsauger und bekommt nebenbei eine kleine archäologische Ausgrabungsstation.

Mit dem schmalen Aufsatz lassen sich die Zwischenräume am Heizkörper erreichen.

Treppen kann der Roboter bislang nur anschauen

Eine besonders sinnvolle Ergänzung zu unserem Wischroboter ist der Jimmy auf der Treppe. Die Stufen lassen sich damit gut saugen und wischen. Ich empfinde das Gerät dabei als angenehm handhabbar.

Der Roboter übernimmt bei uns weiterhin die regelmäßigen Bodenrunden. Für Treppen, Polster, Heizkörper und die vielen kleinen Stellen dazwischen ist der Jimmy deutlich flexibler. Gerade diese Aufgaben machen das Zubehör im Alltag wertvoll.

Der Akkustaubsauger im Einsatz auf einem Teppich im Kinderzimmer.

Unter Möbeln lässt sich der Sauger sehr flach führen. Ganz ohne Bücken geht es dadurch allerdings nicht. Hier musste ich an meinen früher getesteten Redkey F10 denken: Dessen Knickgelenk erlaubte es, aufrecht stehen zu bleiben und trotzdem unter Couch oder Bett zu saugen. Diese Lösung war komfortabler. Der Jimmy erreicht die Stellen, mein Rücken muss sich aber stärker beteiligen.

Wischen: Der Schmutzwassertank ist unangenehm ehrlich

Die Nassreinigung gehört für mich zu den Stärken des Jimmy. Zwei rotierende, mit Frischwasser benetzte Walzen bearbeiten den Boden; das anfallende Schmutzwasser wird wieder aufgenommen.

Das Reinigungsergebnis überzeugt. Besonders aufschlussreich war der Blick in den Auffangbehälter: Obwohl unser Roboter zweimal pro Woche wischt, kam eine deutlich dunkel gefärbte Brühe zusammen.

Der Sauger lässt sich flach ablegen; ein Knickgelenk im Rohr fehlt.

Das ist kein standardisierter Vergleichstest zwischen beiden Geräten. Es zeigt aber sehr anschaulich, dass der Jimmy bei uns noch einiges aufgenommen hat. Mein Fußboden hatte offenbar ein paar Dinge verschwiegen.

Auch die Reinigung entlang der Sockelleisten gefällt mir. In meinem Alltagstest kam ich auf beiden Seiten sehr nah heran. Einen Restabstand habe ich nicht ausgemessen; einen störend breiten, ungewischten Streifen habe ich dabei nicht wahrgenommen.

Auf Fliesen war außerdem die zusätzliche Sprühfunktion praktisch. Die Walzen werden ohnehin befeuchtet. Per Taste lässt sich darüber hinaus Wasser vor die Düse sprühen, um schmutzige Stellen gezielt stärker anzufeuchten und einzuweichen.

Die Nassreinigung im Alltag auf einem Fliesenboden.

Im Automatikbetrieb verändert der Jimmy seine Leistung hörbar. Das fiel mir bei mehr Schmutz oder größeren Flüssigkeitsmengen auf. Dazu passt die Beschreibung in der Anleitung: Die Leistung wird anhand des erkannten Schmutzwassers beziehungsweise Staubs angepasst.

Zwei Hunde und ein Glas Wein

Der bislang überzeugendste Praxistest stand auf keinem Plan.

Nachbarn waren zu Besuch und hatten ihren Hund dabei. Unser Hund fand das großartig. Die beiden spielten miteinander, bis ein Glas Wein umgeschubst wurde. Glücklicherweise passierte das im Büro auf dem Laminat.

Jimmy aus der Station geholt, die betroffene Stelle gereinigt, fertig. Genau hier zeigt sich der Vorteil eines schnell verfügbaren Wischsaugers: Ich muss keinen Roboter per App an die Stelle schicken und keine Bereichsreinigung vorbereiten. Ich nehme das Gerät und lege los.

Der Wischaufsatz bei der Reinigung entlang der Sockelleiste.

Der Wischroboter bleibt für mich bequem für die regelmäßige Reinigung. Bei solchen spontanen Missgeschicken ist der Jimmy schneller zur Hand. Die Hunde lieferten das Testmaterial, ich durfte die Rechnung in Form von Bodenpflege begleichen.

Sprachansagen, die tatsächlich helfen

Der Jimmy meldet, wenn der Schmutzwassertank voll oder der Frischwassertank leer ist. Beim Abstellen auf der Station erinnert er außerdem daran, den Schmutzwasserbehälter zu entleeren, um Gerüche zu vermeiden.

Das finde ich praktisch. Tank herausnehmen, leeren oder auffüllen, wieder einsetzen und weitermachen. Die Hinweise nehmen einem das Rätselraten ab.

Auch die Walzentrocknung wird verständlich bestätigt: Beim Start über die obere Taste mit den Pfeilen ertönt „Mop-Trocknung beginnt“. Ein rotes Symbol zeigt zusätzlich den laufenden Vorgang an.

Erst habe ich die Walzen gewaschen. Dann durfte Jimmy selbst ran.

Anfangs habe ich die Walzen nach der Reinigung ausgeclipst und unter Wasser ausgespült. Das geht recht einfach. Auch der Schmutzwassertank lässt sich entnehmen, entleeren und zusammen mit seinem Siebeinsatz reinigen.

Dann habe ich mich genauer mit der Selbstreinigung beschäftigt. Und festgestellt, dass ich Jimmy bisher ziemlich großzügig Arbeit abgenommen hatte.

Selbstreinigung und Trocknung sind zwei unterschiedliche Schritte: Bei der Selbstreinigung werden die Walzen mit Frischwasser gespült. Das dabei entstehende Schmutzwasser wird in den Auffangbehälter gesaugt. Anschließend folgt die Trocknung mit warmer Luft. Jimmy weist deshalb darauf hin, den Schmutzwassertank auch nach der Selbstreinigung erneut zu reinigen.

Der Schmutzwassertank lässt sich zum Entleeren und Reinigen abnehmen.

Das konnte ich nachvollziehen: Den Tank hatte ich vorher geleert und sauber gemacht. Nach dem Stationsdurchlauf war er wieder ungefähr halb mit schmutzigem Wasser gefüllt.

Der Komfortgewinn ist deutlich. Für die normale Walzenpflege muss ich dadurch weniger selbst ausbauen und auswaschen. Den Schmutzwassertank leeren und ausspülen muss ich weiterhin; festhängende Haare oder Rückstände können ebenfalls Handarbeit verlangen.

Die Trocknung lässt sich starten und wird per Stimme sowie Symbol angezeigt. Eine genaue Dauer, Temperatur oder vollständige Resttrocknung habe ich dabei nicht gemessen.

#Fazit

Der Jimmy PW11 Pro Max hat sich bei uns als vielseitige Ergänzung zum Wischroboter bewährt. Er saugt zuverlässig, wischt gründlich und ist schnell zur Hand, wenn im Familienalltag etwas danebengeht. Treppen, Sofaritzen, Heizkörper und Türrahmen sorgen dafür, dass die vielen Aufsätze tatsächlich zum Einsatz kommen.

Besonders gefallen mir der schnelle Umbau, die freistehende Station, die Laufzeitanzeige in Minuten und die verständlichen Sprachhinweise. Die Selbstreinigung reduziert außerdem den Pflegeaufwand – sobald man dem Gerät erlaubt, diese Arbeit selbst zu erledigen.

Schwächen gibt es ebenfalls: Unser Badläufer bringt die Bürstenwalze zum Abschalten, und unter niedrigen Möbeln vermisse ich den Komfort eines Knickgelenks. Auch ein selbstreinigender Wischsauger verlangt weiterhin Aufmerksamkeit für Schmutzwassertank und Rückstände.

Für unseren Haushalt passt das Gesamtpaket trotzdem sehr gut. Der Roboter hält regelmäßig die Böden in Schuss, der Jimmy übernimmt Treppen, Details und spontane Zwischenfälle. Und falls beim nächsten Besuch wieder ein Glas kippt, weiß ich wenigstens schon, wo die passende Düse steckt.

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