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Nach öffentlicher Kritik: Garadget sperrt Kunden aus

by tobias5. April 2017

Viele Services des sogenannten Internet der Dinge setzen auf Cloud-Dienste – so auch das Startup Garadget. Nun aber kam es zu dem Fall, dass ein Kunde nach öffentlicher Kritik kurzerhand von dem Cloud-Dienst ausgeschlossen wurde. Resultat: Sein Garagentor blieb von an geschlossen.

Wer eine Dienstleistung oder ein Produkt auf den Markt bringt, wird hoffentlich schon im Vorfeld wissen, dass man trotz sorgfältiger Vorbereitung es nicht jedem Kunden wird recht machen können.

Der smarte Garagentoröffner Garadget ging nach erfolgreicher Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter tatsächlich in Serie und hat mittlerweile mit Amazon einen starken Vertriebspartner gefunden. Die Idee ist simpel: Das Garagentor per Smartphone-App steuern können – dank Cloud-Anbindung.

Eigentlich eine schöne Erfolgsgeschichte, die nun Risse bekommen hat, denn: Der Hersteller hat einen Kunden, der negativ im Supportforum aufgefallen ist sowie eine schlechte Amazon-Bewertung hinterlassen, kurzerhand den Zugang gesperrt.

Auf Amazon wirbt der Hersteller auch mit der Möglichkeit, das Garagentor mit der dazugehörigen App zu steuern. Für einen Kunden gilt dieses Versprechen allerdings nicht mehr. Dieser der hatte es gewagt, das Gerät mit einer negativen Bewertung auf Amazon zu versehen und gleichzeitig seinen Unmut über seine Probleme mit Garadget im Support-Forum des Anbieters kundzutun.


Wie im entsprechenden Beitrag nachzulesen, veranlasste Denis Grisak, seines Zeichens Entwickler von Garadget, daraufhin die serverseitige Sperrung des Geräts. Mit dem Ergebnis: Der Kunde kann sein Garagentor nicht wie vom Hersteller versprochen per Smartphone-App öffnen lassen. Es bleibt schlichtweg geschlossen. Man könnte auch sagen: Ein Scharmützel, wie man es tagtäglich in Foren zu Gesicht bekommt – wäre da nicht diese eine pikante Frage: Kann ein Anbieter von kostenfreien Cloud-Services einen Kunden einfach aussperren? Ja, kann er – zumindest in den USA!

Juristisch bleiben dem Kunden, auch aufgrund seines öffentlichen Verhaltens nur wenige Möglichkeiten, den beworbenen Funktionsumfang von Garagdet für sich einzufordern. Zumal der Cloud-Dienst kostenfrei angeboten wurde. In Deutschland wäre der Fall wahrscheinlich ähnlich aussichtslos.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr die Kehrseite des Internet der Dinge. Es befindet sich in den Händen der Hersteller und Marken, die dahinterstehen. In diesem Fall handelt sich um einen einzelnen Dienst, der einer Einzelperson verweigert wurde. Doch auch im großen Stile sind wir bereits Zeuge geworden, wie einfach ein Hersteller die eigene Macht gegen seine eigenen Kunden wenden kann. Man denke nur an das Smart Home System Revolv, welches seine teuer verkaufte Hardware aus finanziellen Erwägungen heraus bewusst unbrauchbar machte, wir berichteten: Revolv: Wenn das Smart Home dunkel bleibt!

Übrigens: Nachdem der Fall Garadget derart viel Aufhebens erzeugt hat, wurde die Entscheidung zurückgenommen. Der Kunde darf also auch weiterhin sein Garagentor per Smartphone-App öffnen lassen. Ob dieser übrigens überhaupt noch gewillt ist, die App zu nutzen, ist nicht überliefert.

Bildnachweis: Garadget.com

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tobias
Tobias ist News-Redakteur auf siio.de und privat mondäner Hausherr einer Z-Way-Installation mit HomeKit-Anbindung - Hallo aus Berlin.
  • Henne
    5. April 2017 at 22:54

    Danke für die Verbreitung. Der beste Weg, sich solchem Gebahren zu stellen ist, es so publik wie möglich zu machen – sachlich und ohne „face news“.

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