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Projekt Mini-PV: Endlich Strom selber ernten

YESLY Smart Home
by crissxcross31. Mai 2019

Nach (unverschuldeten) Startschwierigkeiten sind sie nun endlich da: Meine Plug-In-PV Module.
Von der Lieferung, der ersten Inbetriebnahme und wie es nun weiter geht, davon liest du in diesem Blog-Beitrag.

Jipi! Es ist soweit. Sie ist da. Und mit „sie“ meine ich meine Mini-PV Anlage. Die Vorfreude und die Spannung – es ist wie an Weihnachten. Nur das Draußen die Sonne scheint und es 24°C sind. Perfekt für mein neues Spielzeug! Daher konnte ich es kaum erwarten, bis der große LKW vor fährt, und die Palette abladen würde.

Letzte Woche war es dann endlich soweit, genau 6 Tage nach meiner Bestellung bei solar-pac.de.
Wer meinen letzten Blogpost verfolgt hat, wird sich nun vielleicht fragen, was mit der Lieferung von greenakku.de ist?
Nun, wie ich finde eine traurige Leistung von dem Shop. Seit der Bestellung am 28.April gab es außer standardisierten Verzögerungs-Emails keine Reaktion und auch keine Lieferung der PV-Module. Meine Zahlung über 800 Euro erhielt ich Ende Mai dank PayPal Disput (Käuferschutz) zurückerstattet.
Aber nun gut, es gibt ja noch seriöse Shops, wie solar-pac.de bewies.
Der DB-Schenker LKW stellte pünktlich um 11 Uhr Vormittags die kleine Palette vor meine Haustür.

Lieferung Bordsteinkante, grinste der Fahrer … 😝

Mini PV Anlage – Lieferung Bordsteinkante

Kein Problem, ich packe es sowieso sofort aus. Die Mittagssonne will ich noch einfangen :-)
Im Paket waren:

  • die 2 PV Module in „black“ Optik (wirklich schick!)
  • der Envertech Micro-Wechselrichter
  • Wieland Anschlussdose
  • 4 Montageschienen
  • Stockschrauben (die ich für mein Alu-Wellblechdach benötige)
  • und ganz viele Schrauben

Mini PV Anlage – Lieferung per Palette

Als Kind habe ich immer jene Geschenke gehasst, mit denen man nicht sofort losspielen konnte, weil man zuerst Akkus aufladen, oder irgendetwas zusammenbauen musste. Heute ist das nicht wirklich anders wenn ich mir Technik bestelle.
Daher wollte ich die beiden Module möglichst sofort testen. Bis zur finalen Montage konnte und wollte ich nicht warten!
Schließlich war schon alles vorbereitet und ich wollte wissen, wieviel Strom ich damit nun produzieren werde.
Die Aeotec Amperezange, zum messen der Produktion saß schon auf jener Phase, auf welcher gleich die Mini-PV Anlage einspeißen soll.
Jetzt mussten nur noch die beiden PV-Module mit dem Wechselrichter verbunden – und dieser in die Steckdose gesteckt werden.

Micro Wechselrichter – Envertech

„Denkst du“ – da war er, mein erster Rückschlag. Denn der Envertech Microwechselrichter hat einen Wieland-Stecker und kann daher nicht einfach an eine Schuko-Steckdose geklemmt werden. Die beiliegende Wieland-Dose muss erst einmal verkabelt werden.
Mit „verkabelt“ ist vorgesehen, dass diese fest in einer Abzweigdose oder besser in einem Verteilerschrank eingeklemmt wird.
Also musste ich ein Installationskabel ziehen, dieses im Verteilerkasten im Schuppen einklemmen und auf der anderen Seite die Wieland-Dose anschließen. Was jedoch erstaunlich einfach ging, da die Kabel (ähnlich wie in einer Wagoklemme) nur hineingesteckt werden.

Wer keine Festinstallation möchte, oder sich die Verkabelung nicht zutraut, der kann ein fertiges „Wielandbuchse auf Schuko-Stecker“ Kabel kaufen. Allerdings sei man hier vorgewarnt: „Bei den Preisen nehmen sie es von den Lebenden.“

Mini PV schnell zusammengesteckt und getestet

Nun, nachdem der Wechselrichter am Strom hing, kann es ja losgehen – dachte ich.
Doch nichts passierte. Zumindest zeigte der homee auf der „Produktion“ noch nichts an. Habe ich vielleicht die Aeotec Zange auf die falsche Phase geklemmt? Oder habe ich die Module falsch angeschlossen? – Nein, dass kann nicht sein, denn die Stecker der PV-Module können aufgrund ihrer unterschiedlichen Bauform nicht verpolt werden.

Keine Produktion – war war falsch?

Und auf einmal …. – Juhu! Ich ernte meinen eigenen Strom :-)

Was war los? Der Envertech Micro Wechselrichter benötigt ein paar Minuten um „online“ zu gehen, da er sich mit den 50Hz aus dem öffentlichen Stromnetz synchronisieren muss.
Nach 2-3 Minuten zeigte mein „homee“ nun an, das ich endlich eigenen Strom produziere.

Der erste eigene Strom wird produziert

Aber die erste Ernüchterung kam. Trotz Wolkenfreiem Himmel und Mittagssonne, produzierte die Mini-PV nur 109 Watt?
Und das bei zwei Modulen, die jeweils 310 Watt Peak haben sollten?
Klar, die Module sind noch nicht auf dem Dach montiert, sondern nur fix ausgepackt und an die Schuppenwand in Richtung Westen aufgestellt. Aber soll das schon alles sein?

Da geht noch mehr!

Nachdem ich einige Zeit die Produktion und meinen Stromverbrauch in der Visualisierung vom homee beobachtet hatte und den einen oder anderen Kaffee auf der Terrasse mit Blick auf das neue Spielzeug schlürfte, dachte ich mir:

Nein – das kann doch noch längst nicht alles sein!

Da es an diesem Tag auch völlig Windstill war, beschloss ich die PV-Module zu Testzwecken auf das Schuppendach zu legen.
Also in jene Position, in welcher die Module später montiert werden.

Mini-PV auf dem Schuppendach

Und BÄÄM!

Das war des Rätsels Lösung! Aus 109 Watt Leistung, wurden 431 Watt. Und das nur aufgrund der Veränderung des Winkels.
Ohne viel vorzugreifen: Die 431-456 Watt sind tatsächlich auch die Spitzenleistung bisher. Womit ich mit meiner Annahme (geschrieben im letzten Blogpost), das man  zur Kalkulation der Leistung ca. 2/3 des ausgewiesenen „Watt peack“ annehmen kann. Lies: Beide Module zusammen haben 605 Watt peack – die reale max peack liegt bei ca. 456 Watt.

Mini PV- Die Ausrichtung ist entscheidend!

Wie geht es weiter?

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie einfach oder kompliziert die Montage der PV-Module verlief.
Ausserdem mag ich dir meine Homeegramme (Szenen) aufzeigen, mit denen ich meinen Eigenverbrauch optimiere. Denn bei Mini-PV Anlagen gibt es keine Vergütung eingespeisten Strom. Das Ziel muss es also sein, möglichst 100% des produzierten Stroms selbst zu verbrauchen.
Ob das klappt, liest du demnächst. So jetzt aber Stecker raus, denn angemeldet will die Anlage ja auch noch werden.
Bleib dran, bei meinem Smart-Home-Umzugtabegebuch :-)

Verbrauch und Produktion in einer Verlaufsgrafik

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crissxcross
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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
13 Comments
  • Torben
    2. Juni 2019 at 21:35

    Hi Chris,

    schöner Artikel.
    In deinem vorherigen Beitrag hast du ja schon ein paar Anbieter/Hersteller vorgestellt.
    Besteht bei deiner jetzigen Konfiguration eigentlich die Möglichkeit später mal einen Speicher (Akku) anzuschließen?
    Also kann man die Anlage modular erweitern?
    Oder welchen Anbieter würdest du für so etwas empfehlen?

    Viele Grüße,

    Torben

  • Torben
    3. Juni 2019 at 15:50

    Hallo Chris,

    schöner Artikel.

    In deinem vorherigen Beitrag hast du ja bereits einige Anbieter/Hersteller beschrieben.
    Aber könntest du deine Anlage jetzt später irgendwann modular mit einer Speichereinheit (Akku) nachrüsten?
    Oder geht das jetzt nicht mehr?

    Welchen Anbieter würdest du denn für sowas bevorzugen?

    Viele Grüße,

    Torben

    • crissxcross
      12. Juni 2019 at 17:00

      Eine Erweiterung via Akku ist möglich. Google mal nach „Sun2Grid“.
      Allerdings ist das nicht der Sinn einer solchen Anlage. Die Mini PV Anlagen sollen vorrangig die Grundlast (lies: Standbyverbrauch) decken, da man für das Einspeisen kein Geld bekommt.
      Mit einem Akku verschiebt sich die ganze Rechnung der Armotisierung schon wieder nach hinten.

  • Brot123
    4. Juni 2019 at 8:53

    Sehr schöner Beitrag. Kann jemand eigentlich sagen wie das funktionieren würde wenn man sich jetzt für so eine Kleinanlage stecker fertig entscheidet und nachher irgendwann doch eine „richtige“ Anlage aufs Dach setzen würde, darf man sowas machen? Meine Vorstellung wäre so wie bei dir aufs Hüttendach und später vielleicht dann ne Anlage aufs Dach

    • crissxcross
      12. Juni 2019 at 17:01

      Klar, da spricht nichts dagegen. Warum auch.
      Jetzt meldest du die kleine Anlage unter 600 Watt an, später wenn du eine große anmeldest, dann machst du eine neue Registrierung beim Marktstammregister und bekommst Vergütung für die Einspeisung.

  • Jens
    4. Juni 2019 at 14:07

    womit erfasst du deine bezogene Leistung aus dem Stromnetz?

  • Tobias
    4. Juni 2019 at 21:42

    Hallo

    Wo kannst du das ganze anmelden?
    Hatte auch mal Solarmodule auf dem Dach und bin beim anmelden gescheitert.. Hast du eine insellösung oder hängt sie am Stecker? Musst du dann auch steuer vom Steuerberater machen lassen oder wie ist das bei der Mini Anlage geregelt?

    LG

    • crissxcross
      12. Juni 2019 at 17:04

      Die Anlage hängt am Netz, am dem Moment wo du den Stecker in die Steckdose steckst. Daher musst du es beim Netzbetreiber anmelden und auch im Marktstammregister registrieren.
      Steuererklärung ect. muss nicht gemacht werden, da man für die Einspeisung keine Vergütiung erhält.

  • Thorben
    8. Juni 2019 at 6:52

    Ich habe auch eine Smart-Home-anlage von homee in hätte gern gewusst wie dein PV-Set genau heisst und was es gekostet hat.
    Und was meinst du mit “ die Anlage muss noch angemeldet werden“?

    Liebe Grüße Thorben

    • crissxcross
      12. Juni 2019 at 17:07

      Hey, ich habe das „solar-pac 610“ von solar-pac.de , bestehend aus dem Envertech Wechselrichter (für diesen habe ich mit aufgrund der 25 Jahre Herstellergarantie bewusst entschieden) und 2x 305 Watt peak schwarze PV Module.
      Aktuell ist das Paket leider ausverkauft bei Solar-pac.de und wird voraussichtlich in 6 Wochen wieder lieferbar sein – so meine Infos als ich nachgefragt habe, denn ich will auch noch 2 weitere Module haben :-)

      Anmeldung siehe meine Kommentare oben.

  • Nico
    13. Juni 2019 at 9:51

    Ein schöner Bericht, das ist sehr interessant. SpeicherLiFePo hätte ich schon, das wäre dann eine machbare Kombination.
    Btw., Dein Forum ist seit einiger Zeit down ;-)

  • Commander
    10. Juli 2019 at 21:53

    Sehr cool. Was ist das für eine App und wie hast du die Messung realisiert? Wie mießt du den PV Strom und was ins Netz eingespeist wird?

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