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Sprachsteuerung: Samsung kauft Siri-Nachfolger “Viv”

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Geschrieben von tobias
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Samsung übernimmt den intelligenten Sprachassistenten. “Viv” heißt die Sprachsteuerung, die aus der Feder der Siri-Erfinder stammt. Damit wäre Samsung nach Apple, Google und Amazon ein weiterer, ernstzunehmender Anbieter mit eigenem Sprachassistenten.


Erst vor wenigen Monaten stellte das Unternehmen Viv Labs seinen neuen Sprachassistenten “Viv” offiziell vor. Auf der “Disrupt” Startup-Konferenz in New York hieß es noch, daß es eine Open-Source-Plattform für das Vernetzen von Geräten sein soll – komplexer als dessen Vorgänger Siri. Auf der Bühne wurden damals einige, wenige komplexe Fragen vom Sprachassistenten verarbeitet – das war’s. Seitdem aber Dag Kittlaus und Adam Cheyer ihre Sprachassistentin Siri 2010 an Apple verkauften, ist die Spannung rund um die beiden und ihrer “Viv” förmlich mit den Händen zu greifen gewesen.

Nun hat das koreanische Unternehmen Samsung zugeschlagen. Die Viv Labs Gründer wie auch deren ungefähr 30 Mitarbeiter sollen aber erst einmal arbeiten wie zuvor. Interessantes Detail: Die Abwicklung des Kaufs läuft über Samsung Mobile. Wird es auf dem Smartphone-Markt also bald zu einem Geschwisterduell zwischen Viv und Siri kommen?

Die erste universelle Sprachsteuerung?

Viel spannender ist ein ganz anderer Aspekt des Deals, denn: Im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten auf dem Gebiet der Sprachsteuerung, siehe Amazon oder Apple hat Samsung das bei weitem vielfältigste Öko-System. Sprachgesteuerte Smartphones wären nur der Anfang. Lautsprecher, Fernseher, ja sogar Waschmaschinen. All das könnte über die gesamte Produktpalette von einer einheitlichen Sprachsteuerung bedient werden. Und dann wäre da ja auch noch Samsungs Smart Home Plattform SmartThings.

Eingedenk dieser weitreichenden Möglichkeiten wäre Viv der erste Sprachassistent, der den Zusatz “universell” redlich verdient hätte. Aber eins nach dem anderen. Noch ist nicht ganz klar, in welche Richtung Samsung sich in Zukunft bewegen wird. Das Viv Open Source bleibt, ist indes recht unwahrscheinlich. Nicht wenige vermuten zudem, daß man sich von Googles Android emanzipieren will. Seitdem Google mit dem Release des “madebygoogle” Pixel Smartphones zum direkten Konkurrenten aufgestiegen ist, eine plausible Erklärung. Es bleibt spannend.

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tobias

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Tobias schreibt die News auf siio.de, ist Buchautor in Sachen Smart Home und fährt privat einen ziemlich wilden Gerätemix - Hallo aus Berlin.

2 Kommentare

  • Apple muss sehen dass sie HomeKit Geräte nicht nur in den USA bekommen, sondern weltweit, vor allem auch in Europa und Asien. Irgendwie läuft das alles viel zu träge.

    Samsung steht damit jetzt am Anfang und von den Siri Gründern halte ich nicht besonders viel, sie werden sich bestimmt bald wieder zurückziehen und eine neue Firma gründen. Der Verkauf ging doch lediglich um Geld, nicht um ernsthaft daran weiter zu arbeiten, jedenfalls soweit es die Gründer betrifft. Soweit meine Meinung.

    • Die Frage ist was explizit im Übernahme Vertrag steht. In der Regel kauft man bei sowas die Manpower und nicht nur eine Technologie.
      Was Apple angeht – hier sehe ich noch wenig Strategie. Zwar kommen auch in Deutschland immer mehr HomeKit Geräte dazu, aber anscheinend zieht Amazon Echo lachend an HomeKit vorbei.

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