ZOE: Protonet gibt sprachgesteuertes Smart Home (vorerst) auf

Geschrieben von tobias
ssmaart-Haus

Der umjubelte Startup Protonet aus Hamburg sammelte einst viel Geld für sein sprachgesteuertes Smart Home System ZOE ein. Jetzt wird das Projekt doch nicht realisiert und man will damit beginnen, den Anlegern das Geld zurückzugeben. Über die Gründe kann man nun spekulieren.

Firmen-Mitgründer Ali Jelveh teilte auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo mit, daß Protonet allen ZOE-Förderern zunächst das Geld rückerstatten werde. Das Smart Home Projekt mit lokaler Sprachverarbeitung sei allerdings noch nicht begraben, sondern lediglich verschoben – auf unbestimmte Zeit. Als Grund werden massive Probleme mit einem Zulieferer genannt.

“Die Suche nach einer alternativen Lösung ist derzeit auch keine Option. Deshalb haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, das Geld an die Beteiligten zurückzuerstatten.”

(Ali Jelveh)

Protonet-Gruender Ali Jelveh und Christopher Blum

Protonet-Gruender Ali Jelveh und Christopher Blum

Dies dürfte einige Zeit dauern, denn immerhin sammelte Protonet bis zum Ende der Kampagne mehr als 300.000 Dollar ein. Die Idee: Ein Smart Home System, dass sprachgesteuert alle im Haus befindlichen Komponenten zu steuern vermag. Besonderes Augenmerk lag hier auf einer lokalen Verarbeitung der Sprachbefehle – und nicht wie üblich in der Cloud (wir berichteten bereits: Protonet ZOE: Smart Home mit Sprachsteuerung und Datenkontrolle).

Protonet hatte auf Indiegogo über 318 000 Dollar eingesammelt, um die Entwicklung von «Zoe» zu finanzieren. Im Gegensatz zu Lösungen wie dem vernetzten Lautsprecher Amazon Echo sollten die Sprachbefehle zur Steuerung des smarten Heims nicht auf einem Server im Netz landen, sondern auf dem Gerät lokal verarbeitet werden.

Dass die Ankündigung, ZOE doch nicht zu realisieren genau in den Zeitraum fällt, in dem klar wurde, das mit Amazon Echo ein weiterer Konkurrent mit etlichen Kooperationspartnern die smarte Bühne betreten würde. Das mag Zufall sein, aber:

Apple spricht mit Siri, Google Now stagniert, ist aber natürlich immer noch ein Schwergewicht und mit der deutschlandweiten Einführung von Alexa und Amazon Echo hat man selbst im Smart Home Bereich mehr als bloß ein oder zwei gute Alternativen in Sachen Sprachsteuerung. Warum also noch auf eigene Lösungen setzen?

Protonet ZOE Wand grau

In Zukunft werden es wohl alle kleinen wie großen Start Ups schwer haben, eigene Sprachlösungen auf dem Markt zu etablieren – oder gar erst zu entwickeln. Werden die Fliehkräfte des Marktes dafür sorgen, dass wir unser Smart Home immer mehr in die Hände nur noch weniger Anbieter geben werden? Amazon, Google und Apple würde das gefallen.

Das offizielle Protonet-Statement könnt ihr hier noch einmal nachlesen:
Protonet auf Indiegogo!

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

tobias

Tobias schreibt die News auf siio.de, ist Buchautor in Sachen Smart Home und fährt privat einen ziemlich wilden Gerätemix - Hallo aus Berlin.

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