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Review

Energieautarker Z-Wave Windsensor Z-Weather im Test am RaZberry

by 8. Juni 2015
Postiv

+ Energie autoark, arbeitet ohne Batterie oder Stromkabel
+ Viele verschiedene Messwerte
+ Z-Wave Funkstandard
+ steuert Jalousien / Markisen direkt via Assoziation
+ Schwellwerte via Parameter definierbar

Negativ

+ an dunklen Wintertagen sehr lange Wakeuptime
+ Qualität an einigen Stellen etwas "mau" (z.B. Halterung)

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Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung
Fazit

Den Windsensor Z-Weather wird es vorrausichtlich in 4 Wochen unter der Marke Popp für etwa 169 Euro zzgl. MwSt. (UVP) bei Amazon & Co. zu kaufen geben. Für jeden Z-Waver mit Rollo / Jalousiesteuerung eigentlich ein Must-have, sowie für alle Hobby Meteorologen.

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Energieautarke Smart Home Komponenten waren bisher ein großer Vorteil von EnOcean. Dank Solarpanel und Energiemanagement bietet diesen Vorteil nun auch der Windsensor Z-Weather auf Z-Wave Funkbasis.

Im März, auf der Cebit 2015 war der Z-Weather das erste mal zu sehen. Das weltweit erste energieautarke Z-Wave Gerät. (wir haben berichtet: Z-Weather – Z-Wave stellt energie autarken Windmesser vor)

Bis du ihn auf Amazon & Co. kaufen kannst, musst du dich wohl noch 4 Wochen gedulden. (Update 3.7.2015: jetzt auf Amazon verfügbar) Wir durften aber schonmal ein Testgerät näher unter die Lupe nehmen. Hier unser erster Eindruck:

Unboxing

Im unscheinbaren weißen Karton findest du den Z-Weather Windsensor, allerdings sind die Rotorblätter nicht montiert. Das stellt aber kein Problem dar, dafür liegen die 8 Schrauben + Muttern bei. Ist halt etwas frickel Arbeit. Montiert hat der Windsensor die Abmessungen von geradeeinmal 33cm x 30cm x 11cm und ist damit etwa so hoch wie eine Bierflasche.

Ausserdem findest du Schrauben und Dübel um es später an der Hauswand oder wo auch immer zu montieren. Da du weder Netzteil noch andere Kabel benötigst, bist du hier allein von der Z-Wave Funkreichweite begrenzt.

Wenn du direkt nach dem Zusammenbauen loslegen möchtest, muss ich dich hier enttäuschen. Der Windsensor ist nach dem auspacken tiefenentladen und muss nun erstmal Sonne tanken, denn Spannung erhält der Z-Weather über das seitliche kleine Solarpanel, welches den internen Kondensator mit Strom versorgt. Für die erste Ladung benötigt dieser ca. 4-6 Stunden in der direkten Sonne. An schattigen Tagen bis zu 12 Stunden. Um zu prüfen, ob der Windsensor genügend Strom hat, damit du loslegen kannst, drücke 1x kurz die Taste an der Unterseite des Z-Weather. Sobald die LED einmal aufblinkt, kann es losgehen.

Um den Windsensor mit dem Z-Wave Gateway zu verbinden, versetze diese in den Inkludmodus und drücke danach 3x kurz hintereinander (innerhalb von 1,5 Sekunden) die Taste am Windsensor um auch diesen in den Anlernmodus zu bringen.

Zentrale und Windsensor sollten sich nun finden. In unserem Beispiel haben wir den RaZberry verwendet.

Z-Weather in der Smart Home UI des RaZberry

Z-Weather in der Smart Home UI des RaZberry

Die Implementation in das Fibaro HCL und HC2 System soll zeitnah folgen, laut Fibaro Group. In der Devolo Home Control Zentrale funktioniert der Windsensor übrigens schon.

Installation & Platzierung

Das Montagematerial liegt dem Lieferumfang bei, also kann es direkt losgehen. Das einzige was dich hier bei der Platzfindung begrenzt, ist die Reichweite deines Z-Wave Netzwerks. Da Z-Wave aber ein Mesh Netzwerk ist, also jede aktive Netzwerkkomponente wie Zwischenstecker, Unterputz Relai, ect. als eine Art Repeater fungiert, solltest du auch hier ein stabiles Z-Wave Singal an den gewünschten Aufstellungsort bringen.

Der Windsensor kann mehr als nur die Windgeschwindigkeit messen. Er ist ein Multisensor und misst unter anderem auch die Lufttemperatur. Der Sensor dafür sitzt in dem schwarzen, beweglichen, runden Teil in der Mitte. Eine Platzierung in direkter Sonneneinstrahlung wird daher nicht empfohlen, da sich das Gehäuse zu stark aufheizen und die Messwerte verfälschen würde. Der Windsensor kann laut Handbuch auch an einem schattigen Ort platziert werden, da er auch dort mit ausreichend Energie über das Solarpanel versorgt wird.

Multisensor

Wie eben angesprochen ist Z-Weather ein Multisensor und erfasst 8 verschiedene Werte, welche per Z-Wave Funk an die Zentrale übermittelt werden. Dabei werden folgende Werte gemessen:

  • die Lufttemperatur
  • die Helligkeit (wird ebenfalls über die Solarzelle gemessen)
  • die relative Luftfeuchtigkeit
  • natürlich die Windgeschwindigkeit
  • der Luftdruck
  • der Taupunkt: (das ist die Temperatur, welche bei unverändertem Luftdruck unterschritten werden muss, damit sich Wasserdampf als Tau bzw. Nebel aus feuchter Luft abscheidet.) Wikipedia

Zudem wird der Solar Ertrag errechnet. Da die Solarzelle auf dem Windsensor sehr klein ist, ist die Messung normiert auf eine Solarzelle von 1 Quadratmeter und wird in kWh angegeben. Dies ermöglicht einfacher den Vergleich der Solar Ausbeute pro Tag oder pro Monat in entsprechenden Reporting-Anwendungen.
Ausserdem kann die Windausbeute berechnet werden. Dabei wird jede achte Umdrehung des Windrades gezählt und als „Pulse Count“ ausgegeben.

Anwendungen & Szenen

Diese verschiedenen Sensorwerte ermöglichen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten in Assoziationen und Szenen.

Zum einen bietet der Windsensor 3 (+1 für die Lifeline) Assoziationen Gruppen, in welchen jeweils bis zu 5 Geräte direkt gesteuert werden können, unabhängig von der Zentrale.

  • Gruppe 2 könnte Geräte bei zu hoher Windgeschwindigkeit steuern. Standardwert ist hier 6m/s, also 22km/h
  • Gruppe 3 meldet sobald die Morgendämmerung vorbei ist, es also hell wird. Standardwert ist hier 37%
  • Gruppe 4 meldet den Einbruch der Dunkelheit. Auch hier ist der Standardwert 37%

Alle Werte können natürlich variiert werden.

RaZberry Expert UI - Assoziationsgruppen Z-Weather

RaZberry Expert UI – Assoziationsgruppen Z-Weather

Damit ist es möglich, Jalousien und Rollos bei Helligkeit oder hoher Lufttemperatur herunterzufahren, Fenster bei böhigen Wind zu schließen, bzw. Rollos zu öffnen. Über die Helligkeitswerte lässt sich so die Außenbeleuchtung einschalten und bei Mörgendämmerung wieder ausschalten.

Werde dein eigener Wetterfrosch

Natürlich lassen sich die Werte auch aufzeichen, falls du dein eigener Meteorologe werden möchtest, oder falls du die Anschaffung eines Windrades, bzw. Solarpanels in Betracht ziehst. Hier kann es durchaus sinnvoll sein einen Durchschnittswert des Wind- oder Solarertrages zu ermitteln.

In unserem Test haben wir dafür auf dem RaZberry in der Smart Home UI die App „Sensorwert Protokollierung“ aktiviert. Gehe dazu oben rechts einfach auf Anwendungen, dann auf Lokal und wähle „Sensorwert Protokollierung“. Klicke auf „+Neue App“ und wähle den Sensor aus, dessen Werte du aufzeichnen möchtest. (Du kannst von der App auch mehrere Instanzen starten, um mehrere Sensorwerte aufzuzeichnen.) Wähle als Protokolldatei JSONFile aus.

Um die aufgezeichneten Daten grafisch in einem Diagramm darzustellen, haben wir in unserem Test noch das kleine Tool „RaZberry Charts“ installiert. Dieses wird einfach enpackt und in den /htdocs Ordner des RaZberry kopiert. Es findet automatisch die Datei(en) der App „Sensorwer Protokollierung“

Das Tool findest du hier: [Visualization] Charts for SensorValuesLogging Module

RaZberry Charts stellt Sensorwerte in grafisch dar

RaZberry Charts stellt Sensorwerte in grafisch dar

Das Energiemanagement verstehen

Das in der Firmware integrierte Energiemanagement stellt sicher, das sich der interne Kondensator niemals entlädt und Z-Weather immer ausreichend Energie hat, um im Notfall Wind und Dämmerung zu senden. Bei normalen batteriebetriebenen Z-Wave Geräten liegt der Wake_up Intervall, also die Zeitspanne wann das Gerät aufwacht und sich bei der Zentrale meldet bei 15 Minuten (Standardwert). Das Energiemanagement des Z-Weather variiert auch diesen Wake up Intervall, in welchem der Windsensor Werte an die Zentrale sendet. Dieser liegt dabei zwischen 5 Minuten (meist um die Mittagszeit) und variiert bis zu 1 oder 2 Stunden. Das kann am Tagesbeginn sein oder auch an trüben Wintertagen. War der vorherige Tag bereits trüb und bwölkt, kann der Aufwachintervall durchaus auch mal bei 5 Stunden liegen.
Der Taster, mit welchem du den Windsensor manuell wecken kannst, wird deaktiviert sobald die Energie unter 30% fällt.

Fazit

Den Windsensor Z-Weather wird es vorrausichtlich in 4 Wochen unter der Marke Popp für etwa 169 Euro zzgl. MwSt. (UVP) bei Amazon & Co. zu kaufen geben. Für jeden Z-Waver mit Rollo / Jalousiesteuerung eigentlich ein Must-have, sowie für alle Hobby Meteorologen.

Hinweis für unsere Smartphone App User: Unser Video zum Z-Weather findest du im Tab „YouTube“ oder hier.

About The Author
crissxcross
crissxcross
Hi, ich bin crissxcross, gelernter IT-Systemelektroniker. Beruflich arbeite ich als Produktmarketing-Manager im Bereich Smart Home. Auch privat interessiere ich mich für Smart Home und bin selbst Hausautomatisierer :-) Falls ich nicht vor dem Monitor sitze fotografiere ich gern und bin ein großer Apple Fan.
13 Comments
  • Hoggle
    Hoggle
    9. Juni 2015 at 7:38

    Danke schön für die Info!
    Warum wird denn die Helligkeit in Prozent gemessen/ausgewertet und nicht in Lux?
    Hat das Vorteile? Ich hätte hier einen Bug vermutet…..

    • Dennis
      9. Juni 2015 at 10:09

      Vermutlich, weil eine Solarzelle nicht in Lux messen kann & man nur schätzungsweise umrechnen könnte – wäre niemals so genau wie ein Lichtsensor..

  • Bernd
    9. Juni 2015 at 15:46

    Etwas OT aber weil ich es gerade hier lese und überrascht bin das der Windmesser ins Devolo System einbindbar ist, weiß jemand welchen anderen Aktoren fremder Hersteller in Devolo koppelbar sind?

  • Harald Fuckar
    16. September 2015 at 9:51

    Zur Aussage bzgl. z-weather „In der Devolo Home Control Zentrale funktioniert der Windsensor übrigens schon“ hätte ich als DevoloHomeControl-Newbie die Frage:
    Welche Funktionen von z-weather können mit dem DevoloHomeControl-System genutzt werden?
    Hoffentlich weiss es jemand – ich tät‘ mir gerne so ein „z-weather-Dings“ für meine DevoloHomeControl anschaffen ;-)
    Danke! Harald

  • Benedikt
    20. Oktober 2015 at 20:57

    Hallo,

    vielen Dank für Euer spitzen Video in dem der Windmesser vorgestellt wird! Ich hatte gestern extra bei Devolo angerufen, um zu erfragen, ob es eine Möglichkeit der Aufzeichnung von Winddaten in der Devolo Zentrale gibt, so dass ich beispielsweise nach einem Jahr feststellen kann, ob sich ein potentieller Standort für ein Windrad zur Stromerzeugung gefunden hat. Leider war die Auskunft der Devolo Hotline eindeutig – man sagte mir, es können nur aktuelle Werte gelesen werden – nicht jedoch aufgezeichnet noch graphisch dargestellt werden. Dies wäre für mich die Entscheidung gegen deine Devol Home Zentrale…
    Jetzt habe ich das Video von Euch so verstanden, dass es doch mit der Devolo Lösung möglich ist den Wind aufzuzeichnen und sogar graphisch auszuwerten. Ist das wirklich so?
    War die Devolo Hotline hier ggf. schlecht geschult?

    Würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    Viele Grüße,
    Benedikt

  • Georg Hermann
    9. November 2015 at 15:32

    Hallo,

    leider ist sich im aktuellen Release von devolo Home Control bei der Wetterstation der Fehlerteufel eingeschlichen. Der Effekt ist, dass die Wetterstation fälschlicherweise als „offline“ dargestellt wird und die Statistikwerte sind etwas „holprig“. So sieht die Statistik derzeit bei mir aus: http://www.hermann.ac/wetterstation.png
    Prinzipiell speichert devolo Home Control die Verbrauchs- und Statistikwerte in der Zentrale für 3 Tage.
    Zukünftig möchten wir auch einen Datenexport (CVS) und eine verlängerten Logzeitraum anbieten.

    Gruß
    Georg

  • Hoggle
    Hoggle
    1. Juni 2016 at 22:48

    Hi,

    wenn das Energiemanagement selbständig bei Z-Weather das Wake-up-Intervall variiert/anpasst, hat dann eigentlich das bei dem Modul individuell eingestellte Wake-up-Intervall irgendeine Auswirkung?
    Bzw. wenn man es nach der allgemeinen Regel, lieber höher als geringer ansetzt, wäre das hier nicht sachgerecht, da dann die Übermittlung der Windwerte „zu selten“ passiert?

    VG Hoggle

    • boomx
      2. Juni 2016 at 9:19

      Hi,

      das eingestellte WakeUp-Intervall regelt das Aufwachen während der Zeit, in der das Z-Weather den Akku laden kann. Geht die Sonne unter, dann nützt es ein längeres WakeUp-Intervall.

      Das Z-Weather übermittelt beim Aufwachen immer den stärksten gemessenen Wert seit dem letzten Aufwachen. Von daher ist es irrelevant, welche Zeit eingestellt ist.

      Gruß

      • Alfred Freudorfer
        19. Juni 2017 at 14:42

        … Frage: was nützt der übertragene höchste Wert in 5 Stunden wenn die Markiese schon zerfetzt wurde?

        • crissxcross
          19. Juni 2017 at 15:05

          Hallo, wie im Artikel beschrieben, verfügt der Z-Weather über ein Energiemanagement, welches sicherstellt, das der Z-Weather immer genügend Batteriereserve hat um im Alarmfall die Werte zu übertragen. Dabei werden auch die Geräte, welche in den Assoziationsgruppen verknüpft sind angesteuert. Der Grenzwert für die Windgeschwindigkeit kann in den Parametern definiert werden. Standardmäßig liegt dieser bei 6m/s.
          Dies Markise wird also bei überschreiben der 6m/s sofort eingefahren.

  • Michael
    9. Juli 2016 at 17:09

    Hallo !

    Ist es mittlerweile Möglich, das gute Stück in den Fibaro HomeCenter 2 einzubinden ?
    Hat bereits jemand Erfahrungen damit ?

    Grüße
    Michasel

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