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Review

homey: Das stylische Smart Home-Gateway für fast alle Fälle

by 7. Januar 2018
Postiv

+ unterstützt viele Smart Home Funksysteme
+ Szenen nach dem einfachen "WENN - DANN" Prnzip
+ Szenen lassen sich via Drag & Drop erstellen
+ Benachrichtigung via Push, LED Ring, Sprachausgabe
+ Unterstützt Geofencing (Anwesenheitsfunktion)

Negativ

- Soundqualität Sprachausgabe schlecht
- Oberfläche nur in englisch
- Menüführung nach Etagen/ Räumen - > Schnellzugriff fehlt
- Volle Geräteunterstützung nur wenn "App" zur Verfügung steht
- erzwungene Registrierung (auch bei lokaler Verwendung)

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Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung
Fazit

Tausendsassa des Smart Home: Vereint viele Funksysteme und lässt sich einfach erweitern. Ideal für Einsteiger - sofern diese der Englischen Sprache mächtig sind.

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Was häufig mit smarten Leuchten beginnt, entwickelt sich oft rasant und ehe man sich versieht, wohnt man in einem Smart Home. Das Problem: wie bringt man die verschiedenen Geräte und Übertragungswege unter einen Hut? Das Smart Home-Gateway homey entstammt nicht umsonst einer äußerst erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und verspricht, die Steuerung des smarten Zuhause so einfach wie möglich zu gestalten. Aber stimmt das wirklich? Ich habe mir das mal genauer angeschaut!

Hinter dem homey Smart Home-Gateway steckt ein fünfköpfiges Team aus den Niederlanden. Nachdem sie es schafften, im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne mehr als 200.000 Euro einzusammeln, konnte ihr Gerät in die Produktion gehen. Derzeit kostet der homey 299 Euro.

Unboxing und erste Technik-Details

Hat man den Home aus seiner Verpackung befreit, offenbart die weiße Kugel mit LED-Ring in der Mitte vom ersten Augenblick ein gewisses stylisches Flair. Die weiße Oberfläche besteht aus Kunststoff, fühlt sich aber durchaus wertig an. Für festen Stand sorgen drei Füsse an der Unterseite. An der Rückseite befindet sich der Anschlüsse für die USB-Stromversorgung sowie ein Klinkenanschluss. Mehr nicht. Die gesamte Oberfläche wirkt sehr harmonisch und durchdacht.

Unter der Haube zeigt sich der homey äußerst kontaktfreudig. Neben WLAN (2,4GHz) bieten sich Z-Wave, ZigBee (Philips Hue und IKEA Tradfri), Bluetooth sowie Infrarot, 433 bzw. 868MHz und sogar NFC. Damit wären fast alle der am Markt gebotenen Standards im homey versammelt – von EnOcean einmal abgesehen. Der 512MB große Speicher soll dafür sorgen, dass auch langfristig alle Geräte stets schnell und ohne Verzögerung angesprochen werden können (siehe Apps, doch dazu gleich mehr).

Die Installation des homey

Die Installation des Geräts erfolgt via http://setup.athom.com – eine separate Anleitung in Papierform existiert hingegen nicht. Auch eine deutsche Übersetzung des Installationsprozesses sucht man vergeblich. Einmal angeschlossen, wechselt der LED-Ring von Orange auf gelb. Wechselt er hingegen auf lila, muss man den Stecker ziehen und es nochmal probieren. Zumindest ist das meine Vermutung. Nach einer kurzen Weile hat der homey ein eigenes WLAN aufgebaut, ist der Rechner mit diesem verbunden und schon kann es losgehen. Eine britisch angehauchte Männerstimme bestätigt jeden Installationsschritt. Leider lässt sich diese weder deaktivieren noch leiser stellen.

Aber: im Zuge der Installation ist die Registrierung bei Athom zwingend erforderlich. Über diesen Account wird unter anderem die Steuerung von unterwegs realisiert. Prinzipiell werden zwar alle Daten im homey lokal gespeichert. Dennoch braucht man später auch für den lokalen Zugriff die Autorisierung via Athom-Webseite.

Es folgt der Download der homey-Stimme (ca. 140MB) sowie einer Desktop-App (Windows / Mac) über die alles weitere geregelt wird. Eine Installation im Browser – Fehlanzeige leider, obgleich es sich hier um eine Google Chrome-App handelt.

Die Steuerung hingegen läuft via https://my.athom.com ganz gut.

Inbetriebnahme des homey Smart Home-Gateway

Im ersten Screen sind folgende Optionen vorhanden: Devices, Flows, Music, Insights sowie Settings. Ja, alles auf englisch. Als erstes schaue ich mir die Settings an. Hier lassen sich Nutzer anlegen, die Sprache sowie die Stimme des homey individuell einstellen. Hier stehen allerdings nur englische Sprachvariationen sowie indisch einstellen. Die Stimmen klingen allesamt, als würde man über eine schlechte Skype-Verbindung telefonieren. Wer Alexa oder Siri gewöhnt ist, wird sich hier erst an den Sound gewöhnen müssen.

Auch eine Netzwerkanalyse für Z-Wave bzw. ZigBee steht hier zur Verfügung. Auch die Speicherauslastung kann hier angezeigt werden, wobei ich gestehen muss, dass ich mir bei 512 MB Speicher durchaus Sorgen mache, ob das tatsächlich ausreichen wird. Abwarten.

Neue Geräte werden im homey per eigens von Athoms erstellten Apps inkludiert. Hierfür steht eine außerordentlich große Datenbank zur Verfügung, in der die größten Hersteller und beliebtesten Geräte recht schnell zu finden sind. Aber Obacht: wer über ein brandneues Gerät wie, sagen wir mal, den Fibaro Wall Plug HomeKit verfügt, der wird ein wenig warten müssen, bis es auch für dieses Gerät eine passende App gibt. Unter https://apps.athom.com/ sind alle Apps einsehbar.Aber natürlich ist die Anzahl der Apps begrenzt – Homey verfügt über 512MB RAM, die irgendwann aufgebraucht sind. Unter „System“ kann man sich die Auslastung anschauen, verwendet man zu viele Apps (bei uns waren es 16) erhält man eine Warnung über ein möglicherweise langsames System. Wir hatten keine Beeinträchtigung bemerkt.

Meine Apps für den homey

Übrigens: Anders als beim Amazon Echo beispielsweise, ist der LED-Ring des homey stets aktiviert. Wer also kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt hat, sollte den Ring einfach deaktivieren.

ZigBee und Z-Wave: erste Geräte inkludieren

Als erstes möchte ich meinen Z-Wave Zwischenstecker inkludieren, denn der liegt hier noch und wartet auf seinen Einsatz. Gleiches gilt für einige IKEA Tradfri-Leuchten. Wie schon erwähnt, inkludiert man die Geräte besser mit den passenden Apps. Zwar lässt sich im Prozess auch ganz generell erst einmal „Z-Wave“, „ZigBee“ oder „Infrarot“ auswählen. Dann werden die Geräte jedoch generisch behandelt und lassen sich teils nur eingeschränkt nutzen. In meinem Fall lade ich mir also die Devolo-App sowie die Tradfri-App von der homey-Webseite herunter. Einmal das betreffende Gerät ausgesucht, angelernt und schon steht es im Menü zur Verfügung. Alles so, wie man es sonst auch gewohnt ist.

Die Anordnung der Geräte erfolgt allerdings per Raum, nicht aber nach Bereich. Also Wohnzimmer, anstatt Fensterkontakt, Licht usw. Wer also schnell mal den Status seines Multisensors oder der Haustür überprüfen möchte, muss erst in die Etagenansicht und dann auf das Gerät klicken. Das ist etwas umständlich und fühlt sich nicht sonderlich smart an. Eine anpassbare Schnellansicht existiert meine Wissens nicht – oder ich finde sie einfach nicht. Nachdem ich die Raumstruktur händisch eingedeutscht habe, landet der Stecker in der Küche (für den Morgenkaffee) und die Leuchte im Schlafzimmer als Lichtwecker. Und damit sind wir schon mitten im nächsten Thema: flows!

homey: Flows statt Szenen

Szenen heißen beim homey schlichtweg „Flows“. Nach dem bekannten Drag&Drop-Verfahren kann man hier neben eigenen Logikregeln, Alarmsituationen auch ganz einfache Weckfunktionen wie auch „Gute Nacht“-, „Guten Morgen“- oder „Ich bin dann mal weg“-Szenen erstellen. Das einfache Wenn-Dann-Prinzip macht’s möglich (aber: keine verschachtelten Flows via Else-if oder Klammern möglich). Auch astronomische Funktionen wie Sonnenaufgang können genutzt werden, aber: statt „vor Sonnenaufgang“ muss man sich mit einem „After Sunset“ behelfen. Das ist zwar logisch, aber nicht sehr einleuchtend. Auch gibt es eine „daytime“-Funktion, aber keine passende „Nighttime“-Option.

Hat man die homey Smartphone-App heruntergeladen, lässt sich auch die Präsenz-Funktion (lies: Geofencing) nutzen. Übrigens: In den Flows findet man auch endlich den Grund für die Sprachausgabedateien, die wir am Anfang heruntergeladen haben. So kann der homey nicht nur Pushnachrichten versenden oder seinen bunten LED-Ring aufleuchten lassen. Auch sprachliche Feedbacks sind hier möglich. Hat man sich erst einmal für Trigger, Bedingungen und Aktion entschieden, lässt sie sich in Sachen Bedingungen und Aktionen noch einmal durchtesten, bevor die Szene, also der Flow endgültig live gehen kann.

Fazit

Nachdem ich den homey nun einige Zeit in Aktion sehe, kann ich sagen: ein Gateway für fast alle Fälle! Die Vielzahl verschiedener Kommunikationswege machen das Gerät zu einem echten Tausendsassa. In der Praxis leicht zu bedienen, kinderleicht um Geräte aus verschiedensten Klassen erweitert und in sich logisch aufgebaut – auch was die Szenenprogrammierung angeht. Gut geeignet für Einsteiger.

Was aber natürlich negativ auffällt, das ist die fehlende deutsche Lokalisation. Alle Menüs, alle Nachrichten und Sprachfeedbacks sind ausschließlich auf englisch realisiert. Auch die erzwungene Registrierung auf der Athom-Webseite stößt mir immer wieder dann auf, wenn ich mich lokal auf meinem homey einklinken will. Ebenfalls hätte ich mir gewünscht, dass man die Geräte nicht nur nach Räumen, sondern auch nach Bereichen (Fenster o.ä.) oder Messwerten (Temperatur, Helligkeit etc.) hätte sortieren können.

Halten wir also fest: ein interessantes Projekt, welches zurecht den Sprung vom Crowdfunding zur Produktion geschafft hat. Von außen stylisch, von innen vielseitig, lediglich einige Abzüge in Sachen UI.

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tobias
tobias
Tobias schreibt die News auf siio.de, ist Buchautor in Sachen Smart Home und fährt privat einen ziemlich wilden Gerätemix - Hallo aus Berlin.
  • Christoph Krieger
    9. Januar 2018 at 10:41
    Rating
    Installation
    Funktionsumfang
    Bedienung
    Nutzen
    Preis-Leistung

    – Durch die offenen API kann man sich nahezu alles dazuprogrammieren, dass einem fehlt. Aus meiner Sicht nicht nur ein Einsteiger Produkt.
    – Sehr transparente Weiterentwicklung und Kommunikation

    • Undertaker
      6. Februar 2018 at 14:28

      Ganz meine Meinung. Ein Einsteiger ist völlig überfordert mit den Möglichkeiten. Ich würde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen, dass Homey das im Moment professionellste System auf dem Markt ist.

  • Marco
    9. Januar 2018 at 12:17
    Postiv

    So many apps and use cases. Multi Protocol really wins

    Negativ

    ... Not really negative, but theres still massive development going on. So bugs are there

    Rating
    Installation
    Funktionsumfang
    Bedienung
    Nutzen
    Preis-Leistung

    Love my Homey.

  • Philipp
    9. Januar 2018 at 13:38

    seit heute (09.01.2018) gibt es einen deutschen Alexa-Skill, der wunderbar funktioniert. Nun kann man alle seine in Homey erstellten Geräte (auch virtuelle Geräte) mit Alexa steuern.

  • mic62
    12. Januar 2018 at 6:39

    Nr noch mal zum Verständnis: Ich benötige also Hue-Hub, Z-Wave-Hub, Zigbee-Hub, Harmony-Hub nicht mehr sondern nur noch Homey?
    Kann ich dann z.B. einen vorhanden Harmony-Hub parallel einbinden um z.B. mit einer zweiten FB einen TV in einem anderen Raum zu steuern?

    • Undertaker
      6. Februar 2018 at 14:23

      Du kannst den Harmony Hub in Homey einbinden, er wird weiter benötigt. Homey kann aber auch direkt Infrarot Signale an deine Unterhaltungselektronik senden. Er muss allerdings dass in Sichtweite der Geräte stehen. Ich steuere sogar eine Klimaanlage per Infrarot.
      Ja, der Harmony Hub funktioniert weiterhin autark mit deiner Harmony Fernbedienung. Gleichzeitig kannst du aber Homey über den Hub auch Befehle oder Aktionen senden lassen. Jedes in den Harmony Hub einbindbare Gerät ist somit auch in Homey vorhanden und kann damit gesteuert werden. Selbst unbekannte Geräte können durch Einlernen der Fernbedienungsbefehle hinzu gefügt werden.
      Richtig, Hue-Hub, Z-Wave-Hub, Zigbee-Hub sind überflüssig, das alles kann Homey.

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