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Meine Meinung zum Smart Home Markt – und warum wibutler Erfolg haben wird

von am2. August 2015 (geändert am 4. August 2015)
 

Das sind die Probleme im aufstrebenden stagnierenden Smart Home Markt und warum ich denke das wibutler einen wirklich guten Ansatz verfolgt.

Home Sweet Home – das ist Sie nun, diese tolle neue Smart Home Welt. Von wegen Plug & Play und intuitiv. Mal davon abgesehen, dass irgendwie nichts miteinander funktioniert. Ja ich möchte in diesem Artikel über die neue Smart Home Zentrale wibutler berichten, allerdings etwas anders als du es von siio als Techblog sonst gewohnt bist. Ich will dich mal weitestgehend mit technischen Details zu dem neuen Gateway verschonen, denn viel Interessanter finde ich die Strategie dahinter, wie der wibutler Pro in den Markt kommen und vertrieben werden soll.

Ich schreibe nun knapp 2 Jahre den siio Blog, beschäftige mich über 3 Jahre hauptberuflich mit dem Thema und war auch schon davor pivat interessiert an dem Thema. Inzwischen nennt mich meine Freundin nur noch Freak. Ja, das muss man wohl sein wenn man heutzutage in einem Smart Home leben möchte, das man sich selbst eingerichtet hat. Denn welche Möglichkeiten gibt es denn ein Smart Homie – also der Bewohner eines Smart Home zu sein?

(1) Viel Geld beim Neubau auf den Tisch legen für eine kabelgebundene Lösung welche der Smart Home Mann gebaut und programmiert hat –  und nein ich nenne diesen Mann nicht Elektriker, warum dazu später mehr. Dahinter steht meist eine sündhaft teure Software die man sich nicht leisten will als privater – und selbst wenn man dann Emule, Kazaa oder andere Tauschbörsen erfolgreich befragt hat muss man Programmierer sein um diese zu beherrschen. Heißt, letztendlich brauch ich wieder diesen Smart Home Mann der mir bei Änderungswünschen den Schalter umprogrammiert.

(2) Diese vielen tollen „Do-it-yourself“ Smart Home Systeme. Das sind die, über welche wir hier auf siio.de rauf und runter berichten, die wir stetig testen und wo wir eigentlich immer zum Schluss kommen: „nett“. Nur das nett die kleine Schwester von … ist. Aber warum? Entweder sind die Komponenten wieder einmal nicht mit anderen kompatibel oder es ist mega komplex = kompliziert. Dann gibt es wieder genau das Gegenteil davon: Super einfach in der Installation – aber dadurch so wenig Möglichkeiten, dass man zum Schluss nicht mehr von einem Smart Home sprechen kann. Für mehr als eine: WENN Bewegung DANN Licht Szene reicht es da nicht.

Aufgrund des Blogs und meines Jobs rede ich viel mit Händlern, Herstellern und Distributoren von Smart Home Produkten – aber auch mit vielen Anwendern in unseren Faceboogruppen. Also eigentlich rede ich den ganze Tag vom – und über das Smart Home, … Freak eben. :-) Was ich in den Gesprächen immer wieder merke ist, dass alle dieses „Plug & Play“ Smart Home erwarten.

Meine Meinung dazu ist: Das es dieses Plug & Play Smart Home einfach nicht geben wird. Warum?

Jedes Haus, jede Wohnung ist unterschiedlich – ebenso die Anforderungen jedes einzelnen von uns. Wenn neue Technik in ein Auto Einzug hält – dauert es mindestens 5 Jahre. (Durchschnittlicher Abschreibungszyklus von Neufahrzeugen). Häuser werden für eine viel längere Zeit gebaut. Daher ist der größte Smart Home Markt aktuell der „Nachrüstmarkt“.

Aber auch dieser Markt ist aktuell nur eine Nische denn:

  • Nutzer sind extrem zurückhaltend da es viel zu viele Standards Funksysteme gibt
  • Nutzer welche aktuell bereit sind Geld zu investieren müssen sich entweder:
    • das Smart Home im DIY aufbauen (Hallo Siio Leserschaft :-)  ) (DIY ca. 25%)
    • oder lassen es bauen (Do-it-4-me) (Di4M ca 75%)

Der Teil 1 (DIY), also du und alle anderen siio Leser sind eigentlich recht gut bedient, denn Komponenten kann man in jedem Onlineshop kaufen. Hier ist eher die Frage: Woher Infos beziehen und „Wer baut mir die Unterputz Module ein?“ Hier beginnt eigentlich schon das Dilemma. Der Elektriker kennt dank gutem Marketing von Gira, Jung, Busch und Jäger (falls es weitere Schalterhersteller gibt gehören Sie in diese Aufzählung) nur KNX wenn der Begriff Smart Home fällt und davon haben Sie noch nicht wirklich viele verbaut. Also ist deren Anreiz relativ gering bei eigentlich vollen Auftragsbüchern zu einer Schulung eines Smart Home Herstellers / bzw. einer Hersteller Allianz zu fahren  – weil:

  1. mind. 1 Tag frei nehmen
  2. Fahrkosten und Zeit in Kauf nehmen
  3. ggf. Teilnahmekosten sowie Übernachtungskosten tragen

… und dann weis man nicht ob sich dieses Funksystem, das Funkprotokoll oder das ganze Smart Home System sich je durchsetzen wird und der Elektriker überhaupt je einen Auftrag dafür bekommt. Kosten Nutzen Rechnung sagt also – „geh lieber auf die Baustelle zu den Aufträgen welche du schon hast„. Die IT-Welt tickt einfach zu schnell.

Okay jetzt kommt der eine oder andere und sagt: Ja da kommt doch aber bald der Apple und dann wird das alles so einfach. Mh – nö! Apple Homekit wird mit Sicherheit das Zusammenspiel der Komponenten vereinfachen. Einen Bluetooth Sensor wird der Großteil aller Nutzer auch noch mit dem Smartphone verbunden bekommen, aber spannend wird es doch erst, wenn ein Aktor etwas macht. Das beginnt beim Heizungsthermostat (welches 50% der Zielgruppe niemals ohne Kemptner wechseln würden, denn da könnte ja Wasser rauskommen :-D ) und das geht weiter beim Unterputz Modul. Wo wir wieder beim Elektriker wären.

Der Teil 2 (Di4M) – ich höre hier mal auf denn, wenn es schon beim Elektriker scheitert (deswegen habe Eingangs nicht behauptet das der Smart Home Mann zwingend der Elektriker ist) – woher soll der Mann kommen der das gesamte Smart Home plant, dir verständlich erklärt was alles möglich ist und in deinem Preisbudget rausfindet was du alles benötigst?

Puh: ich glaub ein so langes Vorgeplänkel hatte ich in noch keinem Beitrag …

Wibutler Pro - Smart Home Gateway

Wibutler Pro – Smart Home Gateway

Warum ich denke das wibutler den Smart Home Markt verstanden hat

Bevor ich über neue Smart Home Systeme schreibe, telefoniere ich kurz mit den Herstellern. Das Gespräch mit Wibutler dauerte etwas über 2 Stunden, da ich zugeben muss, dass Gefühl gehabt zu haben mit Menschen zu sprechen die nicht nur ein weiteres Gateway bauen wollen.

Was machen die Jungs (und Mädels) anders?:

Ähnlich wie Homee hat der wibutler Pro mehrere Funksysteme an Board. Im Inneren des Smart Home Gateway werkelt eine Systemplatine, sowie ein Funkplatine  auf welcher alle Funkchips sitzen wie:

  • WLAN
  • Bluetooth
  • Z-Wave
  • Zigbee
  • EnOcean
Wibutler Pro - Smart Home Gateway

Wibutler Pro – Smart Home Gateway

Warum die ganzen verschiedenen Standards?

Dem Kunden soll es egal sein ob die Komponente nun mit Z-Wave, Bluetooth, EnOcean oder Zigbee spricht. Wenn diese die Anforderungen des Kunden erfüllt, soll er diese einfach in seinem Smart Home verwenden können.

so Sascha Poggemann von iEnergy – dem Unternehmen hinter wibutler.

Wir wollen das Thema mit dem Handwerker gehen

Wenn man sich auf der Webseite von wibutler umschaut, so fällt vor allem im Shop auf, dass es nicht nur eine Vielzahl an Komponenten mit unterschiedlichen Funkprotokollen gibt, sondern das diese nach „Do-it-yourself“ und „Professional“ gegliedert sind. Während man die DiY Komponenten einfach in den Warenkorb legen, und durch das Amazon Checkout gehen kann, gelangt man mit den Professional Produkten im Checkout auf eine Karte, in welcher Handwerker verzeichnet sind. Hier kannst du einen Elektriker, bzw. Klempner aus deinem Umkreis suchen. In der Karte sind aber nicht nur Smartwerker (so nennt wibutler seine geschulten & zertifizierten Handwerker) gelistet. So kannst du einen von dir gewünschten Handwerker aus deiner Nähe auswählen, über welchen du die Komponente beziehen möchtest und welcher dir diese einbaut. Ist der Handwerker noch kein „Smartwerker“, so wird Ihn wibutler mit deinem Auftrag kontaktieren. Für den Elektriker steht somit bereits ein direkter Auftrag dahinter, welcher seine Ambitionen, sich mit Smart Home zu beschäftigen deutlich erhöhen könnte.

Wir geben dem Handwerker Werkzeug an die Hand, welches deren Alltag leicht macht. …. Er muss keine Parameter mehr einstellen …

Der Handwerker kommt nun also zu dir, verbaut beispielsweise das Unterputz Modul und lernt es auch gleich am wibutler Pro an. Der Anlernprozess ist übrigens immer nach dem gleichen Schritt-für-Schritt Schema aufgebaut, egal welches Funkprotokoll die Komponente verwendet. Angelernt werden können alle Komponenten via Smartphone App, der Handwerker muss dazu nicht in das Kunden WLAN, denn per Druck auf den Service Knopf am Gateway, geht der wibutler in den Access Point Modus.

Wibutler bietet dem Handwerker und natürlich dem Endkunden allerlei Hilfeseiten, Videos und Beispiel für Szenen. Diese kann der Elektriker auch für dich einrichten, ebenfalls über die App. Die benötigten Komponenten und eine detaillierte Anleitung um die Szene zu erstellen, findet sich auf der wibutler Webseite – wie hier das Beispiel: Heizung schließen beim Lüften.

Nun stellt sich der Handwerker berechtigterweise die Frage nach der Gewährleistung. Was wenn der Kunde die erstellen Szenen bearbeitet, oder die angelernten Module versehentlich löscht? Auch hier wurde im Sinne des Handwerker gedacht, denn es gibt zwei Benutzerebenen. Zum einen den „Admin“ für den Handwerker, die andere Benutzerebene für den Kunden. Dieser kann die Szenen, welche der Handwerker erstellt hat nicht modifizieren, sondern lediglich deaktivieren, kopieren und dann in seiner neuen Version Änderungen vornehmen. Module, welche der Handwerker angelegt hat, können ebenfalls nicht versehentlich gelöscht werden.

Dennoch kann der Benutzer jederzeit eigene Szenen anlegen und neue Do-it-Yourself Komponenten anlernen, ohne das er für jede Veränderung den Elektriker beauftragen muss. „Professional“ Komponenten, was vorrangig Unterputzmodule sind, kann nur der Elektriker anlernen.

Wer sich dadurch zu sehr „beschnitten“ fühlt, der kann sich natürlich auch das Service Login des Handwerkers geben lassen – verliert damit aber die Gewährleistung.

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Der wibutler Pro benötigt nicht zwingend eine Internetverbindung, lediglich für Systemupdates. Alle Daten bleiben lokal auf dem wibutler – denn es gibt keine Cloud. Auch hier denke ich, hat man den Markt verstanden.

Den wibutler Pro gibt es übrigens nur über den Handwerker zu beziehen, eine günstigere „Lite“ Version, die über Retail und Onlinekanäle vertrieben wird, soll zukünftig folgen. Den Wibutler Pro gibt es seit gestern für 599 Euro.

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