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Interview Polarstern: Energie sparen mit Smart Home – geht das?

by 7. August 2015
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Wenn man nach den Gründen, sich ein Smart Home anzuschaffen fragt, sind die häufigsten Antworten mehr Sicherheit, direkt nach Energie sparen und Komfort.
Warum ich es eher als „Good for Mind“ bezeichnen will und was Polarstern als Energieversorger dazu sagt, ließt du hier

Sonnige Aussichten zum Stromsparen mit Smart Home

Smart Home-Lösungen sollen helfen Energie zu sparen, ohne dass man sich dafür selbst anstrengen muss. Das klingt verlockend. Die Mehrheit der Nutzer träumt genau davon, wenn sie an Smart Home denken.

Beim Thema „Heizen“ sind theoretisch Einsparpotentiale bis zu 30% möglich, aber geht das auch beim Stromsparen?

Mit einer automatischen Lichtsteuerung (dazu gibt’s übrigens bald ein paar Tutorials hier auf siio ;-) ) können laut Initiative ELEKTRO+ etwa rund ein Viertel der Lichtkosten gespart werden. Dabei helfen vor allem Bewegungs- und Präsenzmelder, welche das Licht nur dann einschalten, wenn wir uns im Raum befinden und es auch wieder automatisch ausschalten wenn niemand mehr im Raum ist. Allerdings denke ich das:

  1. Jeder von uns gelernt hat das Licht beim verlassen des Raumes auszuschalten – und sich daher diese „Ersparnis“ relativiert.
  2. Wir heutzutage dank LED Leuchtmittel bereits sehr effizient sind im Bereich der Beleuchtung.
  3. Am Ende bringt so eine automatische Lichtsteuerung bei einem Dreipersonenhaushalt rund 20 Euro im Jahr bringt.

Rechnen wir jetzt die Kosten der Smart Home Komponenten dagegen, so sieht man schnell – eine echte Ersparnis ist hier nicht möglich. Dennoch fühlen wir uns gut damit, das dass Smart Home das Licht automatisch ausgeschalten hat und wir somit etwas für die Umwelt getan haben. „Good for Mind“ eben.
Warum also nicht dieses Gefühl stärker ausbauen und auch „grünen“ Strom verwenden – welchen vielleicht mein Interview Partner für diesen Artikel, Polarstern liefert?

Photo by Polarstern

Gründerteam von Polarstern
Photo by Polarstern

Gegründet im Sommer 2011 ist der Antrieb von Polarstern: „Mit Energie die Welt verändern“.

„Wir haben Polarstern gegründet, weil wir jedem Verbrauchern und jedem Unternehmen die Möglichkeit geben wollen, die weltweite Energiewende glaubwürdig zu unterstützen“

Polarstern liefert neben Strom auch Gas als Ökoenergieprodukt. Aber kann ich mit Ökostrom sparen, denn dieser ist doch meist teurer als mein Stromtarif beim Grundversorger, habe ich Polarstern gefragt.

Ökoprodukte sind längst nicht mehr per se teurer. Teilweise ist er sogar günstiger als der Strom der Grundversorger – wie zum Beispiel unser Ökostrom auch 100% deutscher Wasserkraft.

… und hier will sich Polarstern auch von anderen Energieversorgern abheben.

Wir verstehen uns als Social Business und haben das Ziel die weltweite Energiewende voranzutreiben.
Das beginnt zum Beispiel damit, das Polarstern ausschließlich Ökostrom und Ökogas aus rein erneuerbaren Energien anbietet. Leider wird hier von anderen Anbietern noch viel Unfug getrieben.

Kaum ein Öko- oder Biogasprodukt in Deutschland basiert beispielsweise auf rein erneuerbaren Energien so wie es bei uns der Fall ist, … das ist nicht fair gegenüber dem Verbraucher, der eigentlich mit seiner Entscheidung für Ökoenergie die Energiewende wirklich fördern will.

Eigenstromerzeugung ist der Joker

Was denkt ihr über das Thema „Energie sparen“ durch Smart Home? Ist das heute oder vielleicht zukünftig möglich?

Wer mit Smart Home wirklich seine Stromkosten senken will, der kommt an eigener Stromerzeugung daheim nicht vorbei. Erst die Kombination von eigener Stromerzeugung und vernetzen Haushaltsgeräten bringt eine echte Einsparung auf der Stromrechnung. So startet das voreingestellte Waschprogramm der Waschmaschine, oder die Spülmaschine erst dann, wenn die Sonne ausreichend Energie liefert.

Photo by Fotolia.com

Solaranlage auf einem Hausdach zur Stromgewinnung
Photo by Fotolia.com

Die Stromspareffekte beim Wäsche Waschen liegen über das Jahr gerechnet, mit einer intelligenten Smart Home Steuerung und der Kopplung mit einer für typische Einfamilienhäuser geplanten PV-Anlage bei bis zu 30 Prozent!

Ich persönlich denke, dass angesichts weiter sinkender Kosten für Stromspeicher die mögliche Stromersparnis in Zukunft pro Gerät sich sogar verdoppeln könnte.

Wir als Energieversorgern sehen unsere Aufgabe darin, dem Kunden Orientierung in punkto Energiesparen zu geben.

Aber warum engagiert Ihr euch als Energieversorger beim Thema Energie sparen? Schließlich ist doch Strom verkaufen euer Business.

Weil es uns darum geht, möglichst viele zufriedene Kunden zu haben und nicht nur möglichst viele Kilowattstunden zu verkaufen.Wir wollen zeigen, wie gute Energie und guter Verbrauch zu unserem Lifestyle passen.

Wollt ihr eine eigene Smart Home Lösungen auf den Markt bringen?

Eigene Energiegeräte anzubieten, das ist nicht unser Plan. Da gibt es IT-Experten, die hier mehr drauf haben. Wir haben nicht den Anspruch, in jedem Bereich besser zu sein – außer in wirklich glaubwürdigem Ökostrom und Ökogas natürlich

Vielen Dank Polarstern.

Ich halte es für eine spannende Sache. Im Smart Home machen wir viel für das „Good for Mind“ Thema. Angefangen damit, das wir jederzeit prüfen können, ob zuhause alles in Ordnung ist, bis dahin, dass wir uns einfach gut fühlen wenn Geräte automatisch abgeschaltet werden. Warum also nicht bei der Stromversorgung beginnen und ein gutes Gefühl haben auch da was für die Umwelt getan zu haben. Weil es an dieser Stelle so schön passt, nutze ich direkt mal die Überleitung. Zu Beginn dieses Interview hatte ich bereits die Aussicht auf ein Tutorial zumThema Lichtsteuerung in Aussicht gestellt. Ich habe mir nämlich eine neue Smart Home Spielwiese gesucht: Wir ziehen um, und zwar in ein historisches Gebäude. Ehemals eine Mühle mit einem per Wasserrad angetriebenen Mühlenrad. Heute nach der Restaurierung erzeugt es sauberen Strom. Die Eigenstromerzeugung hätte ich also schon einmal :-) – und das Smart Home kommt natürlich auch rein! Über alle Projekte, von Licht, Sicherheit bis hin zur Heizung berichte ich natürlich in einzelnen Tutorials hier auf siio.

Ich habe bald eigenen Ökostrom – was ist mit dir ;-)

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crissxcross
crissxcross
Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
  • derHelle
    10. August 2015 at 16:24

    Wenn man(n) Kinder hat, die überall das Licht brennen lassen, gibt es da eine Menge Einsparpotential :-D

  • 12. August 2015 at 17:35

    habe 500,- Energiekosten rückerstattet bekommen, weil ich eine intelligente Steuerung der Jalousien realisiert habe. Lamellensteuerung fassadenweise nach Sonnenwinkel, Außen-/Innentemperatur im Winter sonnesammelnd – im Sommer beschattend.
    Daher JA. Kann man.
    (Aber Energie zu sparen ist der langweiligste Teil der Heimautomatisierung ;) )

    Hier ist übrigens meine openHAB-Community:
    https://plus.google.com/communities/104057398315501111932

    Und hier für alle rund um Stuttgart:
    https://plus.google.com/communities/110557426745404224447

  • 17. November 2015 at 10:07

    Interessantes Interview, besonders was das Einsparpotential bei Strom betrifft. Dass sich Steuerungsgeräte erst in Verbindung mit autarker Stromversorgung rentieren, ist auf jeden Fall eine wichtige Info. Ich dachte bis vor kurzem noch, dass mögliche Einsparungen durch die Steuerung in Smart Homes sehr viel höher sind und dies hat mich bisher am meisten an Smart Homes überzeugt. Ich hatte in einem anderen Artikel schon über die Notwendigkeit von Smart Grids gelesen, was mir auch noch nicht bewusst war.

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