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Review

NAS Netzwerkspeicher Thecus N2520 & Multimediapaket im Test

by 26. Dezember 2013
Postiv

+ per Apps / Addons erweiterbar für neue Funktionen
+ Anschluss externer Geräte und Speicher möglich
+ HDMI-Port für Anschluss an TV-Geräte
+ XBMC integriert

Negativ

- Plastik-Gehäuse
- Weboberfläche schlecht ins Deutsche übersetzt

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Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung
Fazit

Für den Preis wünscht man sich doch mehr als nur ein Plastik-Gehäuse. In den Funktionen konnte das Gerät allerdings punkten.

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In den Jahren fällt so einiges an Daten an. Angefangen von der Film- und Musikbibiliothek bis hin zu den Bildern von Digicam oder Spiegelreflex-Kamera. Ein NAS (Netzwerkspeicher) kann hier die optimale Lösung sein, um Daten sicher zu lagern. Neben der Datensicherheit sollte aber auch die Oberfläche einfach zu benutzen sein und wenn schon Multimedia-Daten darauf liegen, wäre es doch nicht schlecht wenn man diese direkt am TV-Gerät abspielen könnte.

Wir haben uns das Thecus N2520 etwas genauer angesehen. Durch den HDMI-Anschuss verspricht es viel Multimedia-Kompetenz.

Unboxing

Beim Auspacken des Thecus N2520 findet sich das Netzteil mit Powercable (EU-Stecker), ein Netzwerkkabel, vier Laufwerkschienen sowie Installations-CD und Kurzanleitung in der Packung. Das Thecus N2520 wirkt durch die weiße Hochglanz-Oberfläche sehr schick, leider ist dies nur der erste Eindruck. Das Gehäuse ist aus Platisk, welches vor allem durch das Gewicht sehr billig wirkt.

An der Front findet sich ein blau beleuchteter Ein-/Ausschalter, eine Resettaste, ein USB-3.0-Port sowie zwei weiße LEDs, welche die Aktivität der Festplatten anzeigen. An der Seite ist ein großer Schriftzug mit “Thecus”, welcher im Betrieb weiß leuchtet. Wer dies nicht mag, kann es später im Betriebssystem abschalten. Auf der Rückseite stehen neben dem Netzteilanschluss, dem Gigabit-Netzwerkport und zwei USB-Anschlüssen auch ein HDMI- und ein optischer SPDIF-Ausgang zur Verfügung.

©crissxcross

Thecus N2520 NAS Unboxing ©crissxcross

Technische Daten

CPU-Taktfrequenz1,2 GHz  Intel® Atom™ SoC CE5315
Arbeitsspeicher1 GB DDR3
Laufwerkseinschübe2x SATA (hotswapfähig)
Schnittstellen1x USB 3.0 (Front)
2x USB 2.0 (Rückseite)
1x HDMI (Rückseite)
1x SPDIF (Rückseite)
Gigabit LAN1x
StromverbrauchStromversorgung über 40W Netzteil
Input: AC 100 ~ 240 Volt, 50/60 Hz
Ausgangsleistung: DC 12V/5A
DateisystemEXT4
NetzwerkprotokolleTCP/IP/AppleTalkSMB/CIFS, HTTP/HTTPS, FTP, AFP
RAID LevelRAID 0, 1 and JBOD
DruckerunterstützungUnterstützt USB-Drucker
Unterstützt eine Reihe von IPP-Druckern
Client kann Druckaufträge über die Web-Benutzerschnittstelle verwalten (auflisten/löschen)
Abmessungen166 x 114 x 210 mm (H x B x T)
©crissxcross

Rückseite mit den Anschlüssen ©crissxcross

Inbetriebnahme

Der Test wird mit folgendem Testaufbau durchgeführt:

  • Festplatten: 2x 1TB WD red
  • Router: Fritz!Box7390 – Anschluss des Thecus N2520 erfolgte direkt an FritzBox (Gigabit-Port)
  • Notebook: MacBookPro (Core i5, 8GB RAM) verbunden per WLAN-n mit FritzBox-Router

Die Festplatteninstallation gestaltet sich schraubenlos und ist daher sehr einfach. Die Einbauschienen, mit right und left beschriftet, werden einfach in die 3,5-Zoll-Festplatten geclipst.

Der Netzwerkport wird per Netzwerkkabel mit dem Router direkt oder mit einem Hub verbunden. Der HDMI-Port kann optional per HDMI-Kabel (welches dem Lieferumfang leider nicht beiliegt) mit einem TV-Gerät oder Monitor verbunden werden.

Nach dem Einschalten benötigt das NAS ca. 30 Sekunden zum Booten. Den abgeschlossenen Bootvorgang quittiert es mit einem Piepton. Die Installation der Thecus-Software kann entweder von der beiliegenden CD erfolgen oder über die Online-Installation auf http://install.thecus.com. Der Thecus Wizard sucht per Broadcast nach dem Gerät. Vorteil bei dieser Variante ist, das hierbei auch Geräte gefunden werden, die sich in einem anderen Subnetz befinden. In der Regel verwendet man im Heimnetz die dynamische Adressvergabe per DHCP, wodurch das NAS im gleichen Adressbereich wie der Router zu finden sein sollte.

Im Wizard können grundlegende Einstellungen getätigt werden, wie die Netzwerkeinstellungen und auch das Erstellen des RAID-Systems. Das Thecus unterstützt das RAID-1-System, das heißt die Festplatten werden gespiegelt. Von den 2 x 1 TB Festplatten sind also 1 TB netto nutzbar.

Tipp: Im Spiegelsatz empfiehlt sich die Verwendung von unterschiedlichen Festplattentypen. Sollten identische Festplatten wie in unserem Testaufbau verwendet werden, so haben diese eine ähnliche “Lebensdauer”. Die Gefahr eines fast gleichzeitigen “Ausstiegs” der Festplatten ist höher. Bei Verwendung verschiedener Hersteller wird dieses Risiko minimiert.

Mit Abschließen des Installations-Wizards ist die Adminoberfläche per Webbrowser erreichbar. Die Anmeldung erfolgt per Benutzer “admin” und Passwort “admin”. Leider ist dies nicht in der Kurzanleitung vermerkt.

Der Lüfter an der Rückseite erzeugt ein leises, konstantes Rauschen, welches ich persönlich nicht als störend empfinde (20db laut TomsHardware). Nachts würde ich das Gerät allerdings herunterfahren, dies kann unproblematisch über die automatische Ein-/Ausschaltfunktion eingestellt werden.

Intuitive Benutzeroberfläche

Die Weboberfläche erinnert stark an einen Linux-Desktop. Sie ist sehr übersichtlich gehalten – so findet sich in der Kopfzeile der Button zur Systemsteuerung. In der Fußzeile lassen sich per Icon schnell die Statusseite für das Raidmanagement, Festplatten- und Netzwerkstatus öffnen. Der “Desktop” lässt sich auf die Userbedürfnisse anpassen. Über einen Rechtsklick in der Systemsteuerung auf das gewünschte Icon –> “Verknüpfung hinzufügen” lässt sich der Desktop nach belieben zusammenstellen.

Mit wenigen Klicks in der Kopfzeile lässt sich die Sprache umstellen. Neben Deutsch, Englisch und Französisch stehen 10 weitere Sprachen zur Verfügung. Die Übersetzung ins Deutsche ist verständlich, aber bei weitem nicht perfekt. Insgesamt wirkt die Thecus-Weboberfläche gut aufgeräumt und logisch strukturiert. Die Funktionen sind dort, wo man sie erwartet und wenn doch mal etwas unklar ist, kann man auf die integrierten Hilfetexte zurückgreifen.

Benutzer sowie Benutzergruppen lassen sich anlegen – eine Benutzerrechtevergabe auf Ordnerebene konnten wir im Test über die Weboberfläche leider nicht einstellen.

Unser Thecus Testgerät war bei der Auslieferung nicht mit der aktuellen Firmware versehen. Wenige Tage vor unserem Test veröffentlichte Thecus eine neue Version (OS6.build_205) des OS. Sobald Aktualisierungen verfügbar sind, blinkt ein “OS” Symbol oben rechts in der Weboberfläche. Mit zwei Klicks beginnt das System die neue Version zu downloaden. Anschließend wird die neue Firmware installiert und das System bootet neu. Alle bisher getätigten Einstellungen blieben erhalten. Alternativ findet man das Kontextmenü zur Aktualisierung unter: Systemsteuerung –-> NAS Applications

©crissxcross

Weboberfläche des Thecus N2520 NAS ©crissxcross

Mac OSX und Windows-Dateiexplorer

Im Finder unter MAC OSX wird das Thecus automatisch unter seinem Hostnamen gefunden. Zusätzlich wird das NAS mit dem Namen N2520 (TimeMaschine) erkannt. Über dieses Volume kann MAC OSX die Time-Capsule-Backups schreiben.

Im Windows Explorer kann das NAS als Laufwerk eingebunden werden. Hierzu einfach über den Menüpunkt “Netzlaufwerk verbinden” die Festplatte mit  ” IP-Adresse” auswählen, sie wird nach dem Fertigstellen im Explorer dargestellt.

Module & Cloud

Module sind bei Thecus kleine, optional installierbare Zusatzprogramme, welche das NAS um zusätzliche Funktionen erweitern. Neben einem Webserver oder einem Mailserver kann so auch ein Bittorrent-Client installiert werden. Alle installierbaren Module findet ihr auf der Thecus Homepage. Herstellereigene Apps/Module können über den Menüpunkt “NAS Applications” installiert werden. Drittanbieter-Module müssen zuerst lokal auf den PC geladen werden und dann über den Menüpunkt “App Installation” auf das NAS installiert werden. Weitere und sehr interessante Drittanbieter-Module finden sich im Forum.

Neben der altbekannten DropBox steht auf dem Thecus der Amazon-S3-Service sowie der ElephantDrive zur Verfügung, um Daten in “der Wolke” zu teilen und zu sichern. Nachdem die Daten in den entsprchenden Ordner kopiert wurden, kann von jedem beliebigen Smartphone, PC oder anderen mobilen Gerät auf diese zugegriffen werden.

 

HDMI Port – XBMC & Local Display

Das Thecus verfügt über einen HDMI-Port, über welchen das NAS direkt an ein TV-Gerät oder einen Monitor angeschlossen werden kann. Viele TV-Geräte unterstützen bereits das Streamen von Inhalten über das Netzwerk. Durch den direkten Anschluss der NAS an den Fernseher müssen Daten nicht unnütz über das Netz gestreamt werden und man ist vom Mediaplayer auf dem TV völlig unabhängig.

Mediacenter – XBMC

XBMC ist ein Mediacenter für diverse Geräte. Auf dem Thecus ist dieses Paket bereits enthalten und muss nur noch über die Systemsteuerung – “NAS Application” aktiviert werden. Nach einem Neustart des NAS steht diese Konsole über den HDMI-Port zur Verfügung.

Info: Der HDMI-Ausgang ist nur aktiv, wenn das NAS mit angestecktem HDMI-Kabel gebootet wird, ansonsten bleibt der Bildschirm schwarz.

Zur Steuerung bedarf es einer Maus und/oder einer Tastatur. Das XBMC-Menü beinhaltet Wetter, Bilder, Musik, Videos, Programme und Einstellungen. Bei der Wiedergabe lassen sich sowohl Dateien direkt vom NAS als auch z. B. aus dem lokalen Netzwerk anzeigen. Sogar die Wiedergabe von TV-Programmen wäre mithilfe eines DVBT-Sticks (angeschlossen per USB) möglich.

Local Display Modul

Das Local Display Modul ist nicht direkt auf dem Thecus N2520 enthalten und muss zunächst auf der Thecus Homepage heruntergeladen werden. Bevor das knapp 370 MB große Paket installiert werden kann, muss es entzippt werden. Danach kann die cdv-Datei wie weiter oben bereits beschrieben über die “App Installation” hochgeladen und installiert werden. Auch dieses Modul benötigt zur Steuerung eine über den USB-Port angeschlossene Maus und/oder Tastatur. Leider konnten wir dies nicht testen, da es scheinbar noch keine passende Version für die neue Firmwareversion (OS6.build_205) gibt.

©crissxcross

Thecus mit XBMC am TV per HDMI ©crissxcross

Externe Geräte

Neben Speichermedien (USB-Sticks, externe Festplatten ect.) und Druckern können an das Thecus N2520 auch optische Laufwerke wie DVD-/CD-Brenner oder DVD-Slimlaufwerke angeschlossen werden. Praktisch, denn in der Systemsteuerung findet sich die Application “Data Burn”.  Damit lassen sich Daten (sofern ein CD/DVD- oder Blu-ray-Brenner angeschlossen ist) recht einfach archivieren. Eine gute Alternative um Daten nochmals zu sichern, indem diese auf etwas “permanentes” geschrieben werden. Weiterhin unterstützen die USB-Ports DVBT-Sticks und Eingabegeräte wie Mäuse und Tastaturen.

Alle im Test angeschlossenen Festplatten (250 GB Verbatim NTFS; 1 TB Trekstore MAC OS Extended) sowie USB-Sticks (4 GB Verbatim Stick FAT32) wurden solide erkannt und im Share angezeigt. Leider konnte auf Festplatten und USB-Sticks welche unter MAC OSX formatiert wurden nicht zugegriffen werden – schade!

Dem angeschlossenen Speicher wird vom NAS eine Nummer über 20 zugeordnet. Über diese ist der Speicher dann auch im direkten Pfad aufrufbar (z.B.:ip-thecus-nasusbhddusb211). Leider merkt sich das NAS nicht, ob ein Gerät früher schon einmal angeschlossen war und vergibt die Nummern aufsteigend, je nachdem welches zuerst angesteckt wurde.

Fazit

Für ca. 269,- Euro ist das N2520 von Thecus nicht gerade günstig und für den Preis wünscht man sich doch mehr als nur ein Plastik-Gehäuse. In den Funktionen allerdings konnte das Gerät punkten. Das herstellereigene Betriebssystem ist durchaus brauchbar, teilweise jedoch schlecht ins Deutsche übersetzt. Die Erweiterung durch Apps ist eine tolle Sache – vor allem die Möglichkeit der Installation von Drittanbieter-Modulen.

Die Möglichkeit, neben USB-Speichermedien auch optische Laufwerke, DVBT-Sticks und Eingabegeräte an das NAS anzuschließen, gefällt.

Das Key-Feature dürfte hierbei jedoch der HDMI-Port sein, über welchen das NAS direkt mit dem TV-Gerät verbunden werden kann. Der integrierte XBMC rundet die Lösung ab.

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    Positiv:
  • per Apps / Addons erweiterbar für neue Funktionen
  • Anschluss externer Geräte und Speicher möglich
  • HDMI-Port für Anschluss an TV-Geräte
  • XBMC integriert

Negativ:

  • Plastik-Gehäuse
  • Weboberfläche schlecht ins Deutsche übersetzt

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crissxcross
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Hi, ich bin crissxcross, gelernter IT-Systemelektroniker. Beruflich arbeite ich als Produktmarketing-Manager im Bereich Smart Home. Auch privat interessiere ich mich für Smart Home und bin selbst Hausautomatisierer :-) Falls ich nicht vor dem Monitor sitze fotografiere ich gern und bin ein großer Apple Fan.

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