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Review

360 S6 im Test: Was taugt der neue China-Saugroboter?

by 22. November 2018
Postiv

intelligente Navigation und Multiroom
viele Funktionen
virtuelle Karte
tolle App
günstig

Negativ

leider nicht Deutsch lokalisiert
Saugleistung auf Teppich nicht perfekt

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Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung
Fazit

Der S6 von 360 hat in meinem Test einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Bis auf wenige Schwächen kann er überzeugen und ist trotz geringem Preis sehr gut ausgestattet!

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Kurz vor dem morgigen Black Friday gibt es heute bei GearBest den noch recht neuen Saugroboter 360 S6 noch günstiger als sonst im Angebot. Da passt es doch wie die Faust aufs Auge, dass ich das Gerät seit einiger Zeit hier bei mir im Praxistest habe. Höchste Zeit also, um euch die Vorzüge und Nachteile des neuen China-Saugrobos auf dem Silbertablett zu servieren – in unserem Testbericht!

Kurz vorgestellt

Bevor ich mit dem eigentlichen Testbericht und der Bewertung des 360 S6 anfange, möchte ich euch diesen zunächst kurz vorstellen. Wie bereits erwähnt ist dieser Saugroboter noch recht neu auf dem Markt, kommt ebenfalls wie der hierzulande sehr beliebte Xiaomi Roborock S50 aus China. Auch optisch ähnelt er dem Roborock, kommt ebenfalls im weißen Plastik daher und kann auch sonst die Ähnlichkeiten nicht verbergen.

Preislich liegt er mit unter 400 Euro UVP sogar noch etwas unter dem Roborock. Dafür bietet er aber ebenfalls eine Vielzahl der Features, z. B. Laserscan und Kartierung der Umgebung, diverse Sensoren zum Verhindern von Kollisionen und Abstürzen, eine 1800 Pa starke Saugleistung, einen HEPA Filter und vieles mehr. Für die Reinigung sind zwei Seitenbürsten links und rechts sowie die Saugöffnung unter dem Gerät zuständig. Wischen kann er auch.

So schaut der S6 von unten aus.


Bleibt die Frage, wie er sich im Vergleich zum Roborock S50 in der Praxis schlägt. Offen gestanden kann ich dies final nicht zu 100 Prozent beurteilen. Ich habe zwar schon viel über den China-Konkurrenten von Xiaomi gelesen und ihn einige Male bei Bekannten im Einsatz gesehen. Selbst hier bei mir zuhause hatte ich ihn aber noch nicht bei der Arbeit. Was ich aber hingegen kann ist zu beurteilen, wie gut sich der 360 S6 in der Praxis geschlagen hat. Und genau das erfahrt ihr in meinem Testbericht.

Der gewohnte Start

Bevor der Saugroboter für Sauberkeit auf dem Boden sorgen kann, muss er natürlich zunächst ausgepackt werden. Das ist eine gute Gelegenheit, um ein paar Worte zum Lieferumfang zu verlieren. Neben dem Gerät selbst sind eine Ladestation samt Netzteil und diversen Ländersteckern, ein sehr kompakter Wassertank mit einem Tuch für die Montage unter dem Saugroboter zum Wischen von Fliesen und Co und eine Reinigungsbürste sowie eine englischsprachige Anleitung dabei.

Der Lieferumfang des 360 S6.


Der integrierte Akku ist 3200m Ah groß und reicht je nach Reinigungsmodus (drei Stück stehen zur Wahl) bis zu 120 Minuten. Beim ersten Aufstellen auf die Ladestation und dem damit verbundenen automatischen Einschalten begrüßt euch zunächst ein Elektro-Jingle und danach eine ziemlich blechern klingende Stimme, die euch in englischer Sprache über den Status informiert. Nun muss er erst einmal eingerichtet werden, dem nächsten Schritt auf dem Weg zum (hoffentlich) sauberen Boden.

Einrichtung per App

Der Download der erforderlichen App 360Smart, die es für iOS und Android gibt, ist dann auch ein kleines Abenteuer. Denn im App Store ist diese nur auf Chinesisch zu finden. Entwarnung gibt es dann zum Glück nach dem ersten Öffnen, da die App zumindest auf Englisch verfügbar ist.

Zunächst steht dann erst einmal die obligatorische Registrierung an, ein bei nahezu allen smarten Geräten notwendiges Übel. Danach kann es dann mit der Einrichtung des Staubsauger-Roboters weitergehen und ihr könnt den S6 als Gerät in der App hinzufügen. Folgt danach einfach der Anleitung in der App, die euch in Englisch Schritt für Schritt durch ein Installationsvorgang lotst.

Die LED-Anzeige auf der Oberseite des Gerätes gibt euch bei der Erstinstallation, aber auch bei der späteren Nutzung einen Überblick über den jeweiligen Status. Aber zurück zur Einrichtung: Erforderlich ist natürlich auch hier die Einrichtung der Verbindung zu eurem WLAN-Netzwerk, wofür ihr erst das Passwort eingeben und euch dann mit dem eigenen Netzwerk des Robos verbinden müsst.

Die ständigen blechernen Kommentare nerven dabei etwas, da sie für mein Empfinden auch recht laut waren. Leider können diese auch nicht über die App deaktiviert werden. In der späteren Nutzung sind sie dann aber nicht mehr ganz so häufig und störend. Dann noch einen Namen vergeben und schon kann es losgehen. Die Einrichtung hat bei mir ohne Probleme geklappt. Ich habe dies nicht extra in Bildern festgehalten, da es wirklich einfach ud selbsterklärend ist. Einzig etwas Englischkenntnisse sind erforderlich.

Hat viel zu bieten

Nach der Einrichtung habt ihr in der App einen Eintrag für den 360 S6. Tappt ihr diesen an, bekommt ihr einen Einblick in die Möglichkeiten der App. Dort gibt es eine ganze Reihe von Menüpunkten wie „Select Map“, „Reset Map“, „Schedule“, „History“, „RC Mode“, „Update“, „Do not disturb“, „Settings“ und einiges mehr. Zunächst hat mein Gerät ein Firmware-Update gemacht, was nur bei geladener Batterie möglich ist.


Um euch einmal einen kleinen Überblick über die Funktionen des 360 S6 zu geben, zähle ich noch ein paar der Funktionen auf. Über die App kann er ferngesteuert werden (praktisch für eine gezielte und punktuelle Reinigung), zeitlich programmiert werden sowie manuell an die Arbeit geschickt werden. Zudem bietet die App das Einrichten von No-Go-Areas, Statistiken über die aktuelle Reinigung sowie einen Überblick über die Vergangenheit sowie die Verwaltung mehrerer Karten. Insgesamt hat mich die App überzeugt, da sie bis auf eine fehlende Lokalisierung in deutscher Sprache alles bietet, was man braucht.

Entscheidend ist auf dem Fußboden

Dann konnte es endlich mit der Praxis auf dem Fußboden in meinem Wohnzimmer und dem angrenzenden Flur losgehen. Bei der ersten Runde legt er dann auch gleich eine virtuelle Karte an. Natürlich reinigt er hierbei auch schon. In der App könnt ihr in Echtzeit verfolgen, wie er die Karte von euren Räumen anlegt und wo er sich gerade befindet.

An dieser Stelle muss ich dem S6 von 360 ein Kompliment machen. Es ist der Saugroboter von den bisher von mir getesteten Modellen, der am schonendsten mit seiner Umgebung und damit meinen Möbeln umgeht. Es kommt kaum zu Kollisionen. Und wenn, dann sind diese sehr „sanft“. Selbst der deutlich teurere Neato D7 Connected hat dies in meinem Praxistest nicht besser gemacht.

Der S6 ist insgesamt 10 cm hoch.


Positiv ist auch, dass er trotz des „Buckels“ mit den Sensoren auf der Oberseite (die Höhe beträgt ca. 10 cm) zum Teil unter meine Couch passte und dort saugen konnte. Da ist nur der Alfawise X5 noch weiter gekommen. Der braucht den „Ausguck“ für die Lasersensoren aber auch nicht, da er nach dem Chaos-Prinzip reinigs. Von daher hinkt dieser Vergleich zugegebenermaßen etwas. Positiv: Der S6 hat sich nie irgendwo festgefahren, was der X5 hingegen mehrmals geschafft hatte.

Mit diesem „Buckel“ orientiert sich der S6 im Raum.


Was der 360 S6 hingegen nicht so gut gemacht hat ist das Reinigen von Ecken. Er ist nicht ganz so zielgerichtet in die hintersten Ecken gefahren, wie es der bereits erwähnte D7 getan hat. Auch im Stuhlbein-Dschungel unter meinem Esstisch hat er sich nicht ganz so zielstrebig hindurchmanövriert wie der aber eben auch rund doppelt so teure D7 von Neato. Damit hat er dort den verteilten „Testdreck“ nicht vollends beseitigen können.

Bei der Reinigung von Teppich hat er noch etwas Luft nach oben.


Auf den freien Flächen, die er systematisch Bahn für Bahn abfährt, hat er hingegen zuverlässig den Schmutz beseitigt. Auf glattem Boden (Laminat) deutlich besser als auf Teppich. Erkennt er Teppichboden als Untergrund, dreht er die Saugleistung automatisch höher. Das reicht dann für eine solide, aber nicht überragend gute Reinigung. Insgesamt bin ich mit der Reinigungsleistung also nicht zu 100 Prozent, aber doch im Großen und Ganzen zufrieden. Manchmal hatte ich aber das Gefühl, dass er bei der Suche nach seiner Ladestation etwas planlos herumirrte. Gefunden hat er sie am Ende dann aber doch immer.

Was mir sonst noch aufgefallen ist

Der Staubbehälter, der übrigens mit 0,4 L etwas größer dimensioniert sein dürfte, wird bequem per Druck auf den „Open“-Knopf oben zentral auf dem Gerät entnommen. Das klappt auch soweit gut und einfach. Das Ausleeren des Sammelbehälters war nicht ganz so einfach wie bei anderen Saugrobotern, sondern etwas fummeliger. Das ist aber durchaus Meckern auf recht hohem Niveau.

Noch schwieriger war aber das Einsetzen hinterher. Das Teil soll eigentlich per leichtem Druck im Gerät arretieren. Bei mir tat er es aber nur bedingt, sprang oft an einer Seite wieder heraus und saß dann schief im Gerät. Nach mehrfachen Versuchen hielt es dann bisher aber doch irgendwann immer. Ein kleines Geduldsspiel, wobei ich leider nicht final beurteilen kann, ob dies explizit eine Macke meines Gerätes ist oder eher eine Schwäche aller 360 S6.

Positiv ist mir hingegen wiederum aufgefallen, dass das Gerät auch im stärksten Modus noch einigermaßen ruhig ist. Andere Raugroboter aus meiner Test-Vergangenheit haben da zum Teil mehr Krach gemacht. Der Hersteller gibt den Geräuschpegel mit weniger als 65 dB an, was ich nach meinem Gefühl bestätigen kann. Was hingegen schade ist: Die Oberfläche des Lasersensors, auf der auch der Markenname steht, war bereits nach wenigen Reinigungsdruchgängen verkratzt (siehe Bild). Das schadet zwar nicht der Funktionalität, sieht aber nicht mehr wirklich schön aus.

Est wenig gefahren und schon verkratzt – schade!

Mein Fazit zum 360 S6 Test

Kommen wir zu meiner finalen Beurteilung. Insgesamt hat der 360 S6 im Praxistest in meiner Wohnung einen guten Eindruck hinterlassen. Die Navigation war (weitestgehend) intelligent, die Reinigungsleistung zufriedenstellend. Sicherlich gibt es noch die eine oder andere Sache, die man etwas besser machen könnte, z. B. die Reinigungsleistung auf Teppichboden. Gut gefallen hat mir die Funktionalität und der Umfang der App, auch wenn diese leider keine deutsche Lokalisierung bietet. Im Großen und Ganzen konnte der 360 S6 aber mehr als überzeugen und ist nach meiner Einschätzung eine würdige Alternative zum Roborock S50.

Erhältlich ist der 360 S6 unter anderem bei GearBest. Der reguläre Preis liegt bei gut 400 US-Dollar. Am heutigen Tag ist er im Rahmen der Black-Friday-Aktion aber deutlich günstiger zu haben und kostet nur 299,99 US-Dollar – ein echtes Schnäppchen also, dieser gute Saugroboter! Bei Interesse solltet ihr daher schnell zuschlagen!

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Marcus
Der Neue im Team. Als begeisterter "Smart-Homer" habe ich große Freude daran, immer neue Technologien kennenzulernen und in mein tägliches Leben zu integrieren - aber nur da, wo es Sinn macht...
  • marco
    25. November 2018 at 22:46

    Jetzt wäre natürlich noch schön mit alexa zu verbinden. Hat einer schon vortschritte erzielen können.

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Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung