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Amarey A900: Saugroboter mit Navigationssensor und Mapping im Test

crissxcross
Geschrieben von crissxcross
siio-App
BLUBB
  • INSTALLATION
  • FUNKTIONSUMFANG
  • BEDIENUNG
3.5

Summary

Für 350 Euro Streetpreis bleiben hier wenig Wünsche offen. Größtes Plus: virtuelle Karten, Orientierung im Raum und Alexa Steuerung.

Roboter als Haushaltshelfer gehören inzwischen zu unserem Alltag und so wächst auch die Anzahl an Herstellern und Modellen von Staubsaugerrobotern, die um die Gunst des Einzugs in unsere vier Wände buhlen.
Ich habe mir ein besonders schlaues Kerlchen angesehen, das es versteht, sich im Raum zu orientieren, in Bahnen zu reinigen, sich via WLAN verbindet und so vieles mehr kann. Und das Ganze bei einem Preis, deutlich unter 400 Euro.

Als bei mir im Jahr 2006 die Entscheidung fiel, einen Saugroboter zu kaufen, anstatt eines neuen, konventionellen Staubsaugers, gehörte ich definitiv in die Nerd-Ecke.
Das damalige Modell von iRobot wusste sich nicht im Raum zu orientieren, wuselte nur per Knopfdruck los und war auch sonst wenig smart.
Ganz anders mein neuer Mitbewohner, der A900 von Amarey.

Amarey A900 Saugroboter mit Orientierung im Raum

#Unboxing

Schauen wir mal was in der Kiste drinnen ist. Beim öffnen der Box dachte ich doch kurzzeitig glatt, dass ich den Eufy RoboVac auspacke, welchen ich vor kurzem hier im siio-Blog vorgestellt hatte. Denn die beiden Modelle, der Eufy RoboVac 30C und der Amarey A900 sehen sich zum verwechseln ähnlich.
Rundes Gehäuse, auf der Unterseite zwei Seitenbürsten, welche den Dreck aus Kanten und Ecken wie eine Kehrmaschine vor den Roboter kehren und ein Hauptschalter, den es nach fertiger Montage gilt einzuschalten, um den Amarey A900 zum Leben zu erwecken.
Montage ist etwas übertrieben, denn es sind lediglich die Seitenbürsten aufzustecken und die Transportsicherungen zu entfernen.

Lieferumfang des Amarey A900 Saugroboter

Beim Blick auf den Staubfilter, welcher sich sowohl beim Eufy, als auch beim Amarey nach hinten rausziehen lässt, zeigen sich die ersten feinen Unterschiede. Zum Entleeren kann der Filter des Eufy in der Mitte komplett aufgeklappt werden, was das Entleeren sehr einfach macht. Beim Amarey muss eine Klappe an der Front geöffnet werden. Die Öffnung zum Entleeren des Staubbehälters ist dadurch wesentlich kleiner. Der Punkt geht dadurch an den Eufy.

Links: Amarey Staubbehälter; Rechts: Eufy Staubbehälter

In Punkto Lieferumfang sind beide Modelle nahezu identisch.
So findet sich eine Fernbedienung, für die konventionelle Bedienung, mit der auch ein „Spot“ und „Kanten reinigen“ gestartet werden kann, sowie ein 2 Meter Magnetband um „no-go-Areas“ abzugrenzen.
Ersatzbürsten und Ersatzfilter runden den Lieferumfang ab und natürlich ist auch die Ladestation enthalten.

Aufdruck auf der Transportsicherung weist auf den Hauptschalter hin

Jene soll möglichst an einer Wand stehen, denn sonst würde der Roboter diese, zumindest bei Hartböden durch die Gegend schieben. Ausserdem sollte laut Hersteller rechts und links Platz sein, damit der Roboter die Station problemlos finden und befahren kann. Ungeachtet dieses Hinweises, habe ich die Dockingstation in meinem Büro direkt neben der Tür und einem Regal platziert und der Amarey hat die Station jedesmal auf Anhieb gefunden. Chapeau!

Hauptschalter an der Unterseite des Saugroboter

#Einrichtung

Nachdem der Roboter eingeschaltet wurde, quatscht er über den eingebauten Lautsprecher munter drauf los und stellt sich kurz vor.
Im späteren Betrieb ist der Lautsprecher ganz hilfreich, damit der Saugroboter sich bemerkbar machen kann, wenn er wiedermal unter der Toilette feststeckt, oder sich bei einer Stufe verschätzt hat und festhängt.

Wie auch immer – der Amarey will erstmal in das heimische WLAN Netzwerk geholt und mit der App eingerichtet werden.
App herunterladen, Account anlegen und der Roboter wird automatisch gefunden. Dann noch das eigene WLAN auswählen und dessen Passwort eingeben. Das war es schon fast.

APP des Amarey: WLAN verbinden

Nun kann dem Roboter noch ein Raum oder Stockwerk zugewiesen werden. Danach lässt sich der Saugroboter schon per App starten. Hier stehen all jene Funktionen, also Spot Cleaning, Kanten reinigen, oder einfach „automatische Reinigung starten“ – zur Verfügung. Eben alle Funktionen die mit der vorhin angesprochenen Fernbedienung auch möglich sind. Per Smartphone App aber von überall aus – zum Beispiel auch wenn man auf Arbeit ist und beim Heim kehren eine gereinigte Wohnung vorfinden möchte.

Übrigens lässt sich der Amarey A900 Saugroboter auch via Sprachassistent von Google oder Amazon Alexa befähigen. So kann man ihn beispielsweise zur Ladedock zurückschicken, wenn er gerade stört.

App Steuerung des Amarey A900 Saugroboter

#Funktionen

Im Gegensatz zum Eufy Robovac weiß sich der Amarey im Raum dank der Visual Slam Technologie und einem Sichtfeld von 145° zu orientieren.
So fährt er bei seiner ersten Fahrt das gesamte Haus, bzw. die ganze Wohnung ab um von dieser eine virtuelle Karte zu erstellen.
Jene kann man live in der App nachverfolgen.

Amarey Saugroboter zeichnet eine virteulle Karte vom Raum

Auf der ersten Fahrt rollt der Saugroboter solange drauf los, bis er unweigerlich an ein Hindernis kommt. Danach fährt der diese Bahn etwas versetzt zurück um möglichst viel Fläche abzudecken.
Später, bei den nächsten Fahrten nutzt der Amarey A900 Roboter die gespeicherte Karte, um die bestmögliche Route durch die Wohnung zu finden.

Dank Orientierung im Raum fährt er Haustiere nicht um

Wäre der Roboter ein Mensch oder Tier würde ich ihn als „sensibel“ einstufen. Denn auch wenn er mal gegen eine Vase fährt, so kippt diese nicht um, da der Roboter zuvor deutlich abbremst. Dafür sorgt nicht allein der große Drucksensor auf der Vorderseite des Roboters, sondern vor allem die Kamera auf der Oberfläche des Roboters. Mithilfe dessen erfasst der Roboter sein Umfeld und kann Objekte erkennen, aber auch registrieren ob er sich unter einer Couch, Sessel, Tisch oder ähnlichen befindet.
Wenn ich hier an meinen ersten iRobot Saugroboter zurück denke: „Oh man, oh man“. Ein Kumpel sah damals dem Treiben des iRobot zu und meinte:

Wenn du nicht zuhause bist, dann räumt der alles von rechts nach links, saugt die eine Hälfte und schiebt dann alles rüber. Von Sensibel war da keine Spur.

Aber zurück zum Amarey A900  – was hat sich die Robotertechnologie verbessert! Mit Kabeln allerdings hat er trotzdem seine Probleme. Diese „schleift“ er regelmäßig hinter sich her, nachdem diese sich in den Seitenbürsten verfangen haben.

In der App lassen sich übrigens auch Zeiten planen, an denen der Roboter automatisch reinigen soll. Schade ist, das es zwar einen Menüpunkt in der App gibt der „smarte Routinen“ zulässt, man aber hier nicht einstellen kann, das der Roboter immer dann saugen soll, wenn man die Wohnung verlässt.
Daher muss man sich mit den Zeitplänen vergnügen. Da der Roboter mit 60 db in der Geräuschkulisse ganz okay ist, muss man auch nicht befürchten das der Wohnungs-Nachbar sich in seiner Mittagsruhe gestört fühlt.
Reduziert man die Saugleistung, so wird der Roboter nochmal etwas leiser.

Via App lässt sich der Saugmodus variieren

Ach ja, über die Saugleistung müssen wir noch sprechen. Diese liegt bei maximal 1400 Pa. Via App oder Fernbedienung lässt sich die Leistung auch dauerhaft auf maximal oder minimal einstellen. Ansonsten passt der Roboter im „Auto“ Modus die Saugleistung selbstständig an. Das richtet sich vor allem nach dem Untergrund. Denn auch Teppichböden kann der Roboter bis zu einer Kantenhöhe von 1,5cm erklimmen und reinigt diese.

Teppichböden erklimmt er problemlos

Der Roboter fährt automatisch zur Station zurück, bevor der 2600 mAh Akku sich dem Ende neigt und würde seine Fahrt an der zuletzt gereinigten Stelle fortsetzen, sobald der Akku wieder voll aufgeladen wurde. Das konnte ich jedoch nicht testen, da der Roboter stets das gesamte Obergeschoss (ca. 120m2) gereinigt hat und dann noch mit 45% Restakku zur Basis zurückkehrt.

Mit einer Akkuladung kommt der Amarey Saugroboter durch die gesamte Wohnung

#Preis

Der Amarey A900 hat zwar eine UVP von knapp 400 Euro, ist jedoch regelmäßig via Gutschein zu 350 Euro auf Amazon zu haben.
Somit ist er knapp 81 Euro teurer als der von mir zuletzt getestete Eufy Robovac C30, bietet dafür aber Orientierung im Raum, wofür der Mehrpreis meiner Meinung nach gerechtfertigt ist.

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crissxcross

crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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