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Review

Belkin WeMo LED Leuchten vs. Philips Hue im Test

by 19. November 2014
Postiv
  • einfache Installation
  • Form des WeMo Link als Steckernetzteil erspart lästige Kabel
  • intuitive App
  • einfache Automatisierungen per App möglich
  • Kombination mit weiterem WeMo Portfolio möglich
  • relativ günstiger Preis
  • Negativ
  • fehlende "Schnellstart" Funktion (Widget)
  • bislang nur E27 & B22 Fassung erhältlich
  • noch keine offene API
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    Ende November sollen die smarten Birnen von Belkin in Deutschland erhältlich sein. Wir konnten Sie jetzt schon testen und ziehen den Vergleich zu den beliebten Philips Hue.

    Als die bunten per App steuerbaren Leuchten von Philips Hue erschienen sind, ahnte niemand von dem Erfolg welchen die smarten Leuchten haben werden. Es gab viele Hersteller welche auf den Zug aufspringen wollten, doch bislang scheinen die Philips Hue noch keinen wirklichen Wettbewerber bekommen zu haben. Die neuen Belkin WeMo LED könnten allerdings durchaus eine spannende Alternative sein. Wir durften sie uns bereits vor dem Launch ansehen.

    Das WeMo Portfolio von Belkin umfasst alle Hausautomatisierungs- Komponenten. Darunter einen Bewegungsmelder, eine Schaltsteckdose, sowie den Insight Switch – also die Steckdose welche auch den Energieverbrauch des angeschlossen Gerätes ermitteln kann. Nun kommen per App steuerbare Leuchten hinzu. Im Starterkit, welches für 99 Euro erhältlich sein wird, ist neben den zwei LED Leuchten der WeMo Link. Dieser bildet die Schnittstelle zwischen WLAN und den Leuchtmitteln, welche per Zigbee funken. Er ist quasi das Pendant zur Philips Hue Bridge.

    Angenehm fällt auf, das der WeMo Link im Gegensatz zur Philips Hue Bridge, völlig ohne Kabel auskommt. In Form eines Steckernetzteils wird er einfach in die Steckdose gesteckt und mit dem heimischen WLAN verbunden. Die Vorgehensweise ist bekannt von vielen anderen WLAN Geräten. Der WeMo Link fungiert im Auslieferungszustand als Access Point und zeigt ein eigenes WLAN, mit welchem man sich per Smartphone verbindet. Mit der zuvor heruntergeladenen kostenfreien WeMo App kann die Konfiguration beginnen. Die App sucht nach neuen Geräten und findet schließlich den WeMo Link. Danach werden alle im Umkreis verfügbaren WLAN Netzwerke angezeigt. Hier kann der WeMo Link durch einen einfachen Klick und das passende Kennwort mit dem eigenen WLAN verbunden werden. Das wars schon – der WeMo Link befindet sich im eigenen Netzwerk und verbindet sich automatisch mit den eingeschalteten Leuchten.

    Wer sich vertippt hat, kein Problem, denn an der Unterseite des WeMo Link befindet sich eine Resettaste. Diese drücken, und während des einstecken in die Steckdose gedrückt halten für weitere 5sek. Danach ist der WeMo Link im Auslieferungszustand. Übrigens braucht der WeMo Link im Standby nur 1,4 Watt (Messung per Fibaro Wall Plug) – wahnsinnig wenig!

    Via WeMo App lassen sich die Leuchten in ihrem warm weiß (3000 Kelvin >800 Lumen) dimmen. Auch können Regeln in der App angelegt werden, welche die Leuchten zu bestimmten Events wie Sonnenauf- bzw. Untergang ein- oder ausschalten.

     

    Durch das bestehende Smart Home Portfolio der WeMo Familie lassen sich die Leuchten zum Beispiel mit dem WeMo Motion (Bewegungsmelder) kombinieren, um so das Licht bei Erkennung einer Bewegung einzuschalten. Ein anderes Szenario wäre das Licht auszuschalten sobald der WeMo Insight Switch erkennt dass eine Spannung über- oder unterschritten wird. Vielleicht ganz sinnvoll wenn man am Abend den Fernseher einschaltet, so können die WeMo Leuchten gleich mit angehen, oder wenn der Fernseher zu späterer Stunde ausgeschalten wird, auch wieder selbstständig ausgehen.

    Ein netter Vorteil der WeMo Produkte ist die Möglichkeit diese mit IFTTT zu kombinieren. Der Webdienst ermöglicht es, verschiedene Events wie das Wetter, Webdienste wie Twitter, Facebook oder einfach der eigene eMail Posteingang als Auslöser zu nutzen und damit verschiedene Aktionen auszuführen. Dies könnte zum Beispiel das Schalten der Belkin WeMo LED Leuchten sein.

    Für den User, welcher mal in die Smart Home Welt hineinschnuppern will und das nicht nur mit standalone „Appcessories“, für den ist das WeMo Portfolio perfekt! Die Geräte lassen sich spielend leicht einrichten und durch die WeMo App lassen sich erste einfache Automatisierungen einrichten. IFTTT erweitert dabei die Automatisierungsmöglichkeiten massiv. Die neuen LED Leuchten runden das WeMo Portfolio perfekt ab.

    Ja natürlich ich habe auch etwas zu meckern. Beim testen der Belkin WeMo LEDs habe ich mich gefragt:

    „Was hat die Philips Hue so erfolgreich gemacht“ ?

    Ich glaube letztendlich war es nicht nur das bunte Licht der Hue, denn so wirklich habe ich dies bei den WeMo LEDs nicht vermisst. Diese können zwar nur warm weißes Licht und eine Variation zwischen warm und kaltweiß wäre vielleicht noch sehr wünschenswert gewesen, dennoch – für meine Zwecke völlig ausreichend.

    Vielmehr ist es die Möglichkeit die bunten Hue Leuchten in verschiedene Systeme einzubinden. Smart Home Systeme wie RWE SmartHome, Homewizard und nicht zuletzt auch Fibaro können die Philips Hue Leuchten ansprechen. Diese Kommunikation erfolgt direkt mit der Philips Hue Bridge über eine open API. So entstanden auch Drittanbieter Apps, welche die Philips Hue Leuchten über die API ansprechen.

    Belkin WeMo verfügt derzeit noch nicht über eine entsprechende API. Zwar findet man im Netz bereits WeMo Open Source Control Möglichkeiten um die WeMo Produkte ganz ohne App steuern zu können. Allerdings ist dies noch nichts offizielles von Belkin.

    Weiterhin fehlt mir die Möglichkeit die WeMo Leuchten mal „so“ anzuschalten, also nicht zwingend über eine Automatisierung, einen Bewegungsmelder oder die App. Für die Philips Hue ist in Deutschland inzwischen der Hue Tab – ein Wandschalter verfügbar. In meinem letzten Beitrag zur Veröffentlichung der Belkin WeMo Leuchten wies Phil in einem Kommentar auf den WeMo Light Switch hin, welchen es zwar in den USA – aber noch nicht in Deutschland gibt. Dieser könnte, wenn er denn in Deutschland erscheint, ein guten Pendant zum Philips Hue Tap bilden.

    Solange müssen wir die WeMo Leuchten beim Betreten des Zimmers wohl per App schalten. Ginge auch wenn man nicht zuerst das Smartphone entsperren und die WeMo App starten müsste, um dann das Licht einschalten zu können. Auch hier liebe Produktmanager von Belkin – bitte bei Philips Hue abgucken ;-) . Seit dem letzten Update der Hue App, können diese aus dem Sperrbildschirm heraus als Widget im Notification Center geschalten werden. Ein absolut wünschenswertes Feature.

    Das Starterkit wird wie bereits erwähnt eine UVP von 99 Euro haben, die einzelne Leuchte zum nachkaufen wird ca. 30 Euro kosten. Die WeMo Leuchten wird es in Deutschland mit E27 und B22 Fassung geben. Ganz ehrlich, ich musste erstmal eine E27 Leuchte bei mir in der Wohnung finden. Vielleicht ist auch dieser Faktor ein Teil des Hue-Erfolgsrezeptes, denn diese gibt es neben der E27 Version auch mit GU10 Fassung oder als LED Stripe. Ich fände daher eine E14 sowie GU10 Version der WeMo Leuchten super.

    Fazit

    Für 99 Euro eine klare Preiskampf Ansage (im Vergleich Hue Starterkit 179 Euro). Der WeMo Link Hub punktet durch seine Steckernetzteil Form und kommt daher im Gegensatz zu dem Philips Hue ohne weitere Kabel (Strom-, Netzwerkkabel) aus. Die Leuchten und auch der WeMo Link sind hochwertig verarbeitet – wie man es für einen 100 Euro Artikel erwartet. Installation und erste, einfache Automatisierungen sind leicht einzurichten, so das die WeMo Leuchten für jeden „Smart Home Newbie“ genau das richtige sind. Die Automatisierungen können auf Wunsch mit IFTTT ausgebaut werden. Wünschenswert ist ein Ausbau des Portfolios (Schalter, weitere Fassungen) sowie eine offene API um die Leuchten in Systeme wie Homematic, Fibaro & Co. einbinden zu können. Wer nicht unbedingt auf buntes Licht steht und mit warmweiß auskommt für den sind die Belkin WeMo LEDs eine echte Alternative zu den Philips Hue vor allem durch die bedienfreundliche App und nicht zuletzt durch den Preis.

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    Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
    • Kai
      21. November 2014 at 14:33

      Hallo zusammen,

      Es existiert auch ein Starter Set von Philips mit 2 weißen Lampen, ebenfalls für ca 99 EUR, ob das nun der UVP ist weiß ich jedoch nicht. (Philips Hue Lux Connected LED-Bulb Starterpaket ).

      Würdet Ihr dann eher zum HUE System tendieren, oder aber zum WeMo?

      Gruesse
      Kai

    • Kai
      22. November 2014 at 9:30

      Moin moin,

      das bestätigt meine Gedankengänge.
      Besten Dank

    • Joseph Munteanu
      10. Februar 2015 at 18:50

      Belkin hat angekündigt die WeMos kompatibel mit Apples HomeKit machen zu wollen. Apples HomeKit zielt darauf, so zu sagen als Verbindungsplattform, mehrere existierende smart home Protokolle (u.a. Zigbee) unter einem Hut bringen. Würde bedeuten dass WeMo auch zukünftig Zugang zu Smart Home Systeme haben könnte. Es tut sich gerade auf dem Smart Home Sektor so viel, ich bin gespannt wo die Reise hingeht.

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