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CarConnect – Die Deutsche Telekom macht dein Auto smart

by crazykevin21. Dezember 2017

Die Telekom hat vor kurzem ein neues Gerät auf den Markt gebracht: den Telekom CarConnect Adapter. Der CarConnect Adapter ist eine Mischung aus WLAN-Hotspot und einer Schnittstelle zum Auto, um Fehlermeldungen und Fahrzeugdaten zu erhalten. Für zehn Euro verspricht die Telekom zehn Gigabyte mobiles Internet bis in die Ländergruppe 1, was eigentlich fast ganz Europa abdeckt. Grund genug, mir das Ganze einmal genauer anzusehen.

CarConnect: Voraussetzungen und Installation

Um den Telekom CarConnect-Adapter nutzen zu können, muss euer Auto einen OBD-2 Stecker besitzen. Diesen haben alle Autos ab Baujahr 2006 und ist meist hinter irgendwelchen Klappen oder Verblendungen versteckt. Diesen nutzt sonst nur die Werkstatt, um Fehlercodes auszulesen oder die Serviceintervall-Anzeige zurückzustellen. Diesen OBD-2 Stecker macht die Deutsche Telekom zusammen mit mojio zu einer für den Besitzer nützlichen Schnittstelle. mojio ist ein kanadisches Startup, was 2012 gegründet wurde und seit Ende 2016 offizieller Partner der Deutschen Telekom ist.

Der CarConnect-Adapter ähnelt sehr dem Gerät von von PACE. Auch bei Pace werden Fahrzeugrelevante Daten in einer App dargestellt. Das Bonbon hier ist aber der WLAN Hotspot mit zehn Gigabyte mobilem Internet – inkl EU-Roaming.

Schauen wir uns nun aber den CarConnect Adapter mal genauer an. Auf der Suche nach dem OBD-2 Adapter habe ich einfach die Google-Bildersuche bemüht: „OBD-2 Stecker Mazda 5 CW“. Leider mußte ich feststellen, dass der Anschluss bei meinem Fahrzeug an einer blöden Stelle verbaut ist und zwar links von der Lenksäule an der Oberseite eines Faches.

Optisch betrachtet jetzt nicht so der Knaller, denn: beim Fahren und beim Aussteigen würde ich das Ding glatt abreissen. Hier gibt es im Onlinehandel zum Glück ein Verlängerungskabel mit Winkelstecker, was ich mir direkt bestellt habe.

Nach kurzem Umstecken war es auch sinnvoller verkabelt und der WAF blieb gewahrt.

Nun ist es aber immer noch nicht so toll verbaut. Findet ein Dieb dieses Teil, wird es in wenigen Sekunden vom Strom getrennt und die Ortungsfunktion ist deaktiviert. Also erneut schauen, wo man den Adapter am besten „verstecken“ kann. Direkt über dem Stecker habe ich dann eine Verkleidung gefunden, die leicht zu lösen war und viel Platz für den Adapter hatte.

Aus Sicht des Fahrers unsichtbar angebracht, konnten so Kabel und der CarConnect Adapter hinter der Verkleidung versteckt werden. Da der Adapter über keine externe Antenne verfügt, hatte ich allerdings Bedenken, dass die GPS-Position nicht oder nur genau übermittelt werden würde. Hier habe ich mir aber zum Glück zu viele Gedanken gemacht – alles wurde genau übertragen.

Übrigens: Ob euer Auto kompatibel ist, könnt ihr im unteren Bereich der CarConnect Seite überprüfen.

Die Funktionen von CarConnect

Nun zu den Funktionen. Installiert euch die iOS oder Android App auf euer Smartphone und erstellt einfach einen kostenfreien Account. Ihr habt nun die Möglichkeit, einige Fahrzeugdaten wie z.B. Kennzeichen und Kilometerstand einzugeben. Der Kilometerstand muss am Anfang einmal eingetragen werden und wird dann je Fahrt zum Gesamtkilometerstand dazu addiert. Die Fahrgestellnummer war bei mir bereits eingetragen. Was bei euch ausgelesen werden kann, kommt ganz auf das Fahrzeug bzw. das Modell an.

Ihr könnt euch benachrichtigen lassen, wenn eine Fahrt begonnen bzw. beendet wird – hier sogar ab welcher Geschwindigkeit ihr eine Push-Meldung bekommt. Dies kann man zum Beispiel später mit dem Mann, der Frau oder dem volljährigen Nachwuchs besprechen, nach der Fahrt natürlich. Jede Fahrt wird natürlich aufgezeichnet und am Ende in Form einer Statistik ausgewertet. Die Einstellungsmöglichkeit, ob eine Fahrt dienstlich oder privat war, gibt es per einfachem Klick in der App ebenfalls. Später kann man alle Fahrten dann exportieren.

Bei einem Abfall der Batteriespannung wird ebenfalls auf Wunsch eine Nachricht gesendet. Eine sogenannte „Parkrempler“-Funktion hat der Adapter ebenfalls. Alles was eine Minute nach Abschalten des Motors passiert, wird als „mögliche Störung erkannt“. Man sollte also prüfen, ob das Auto beschädigt ist. Diese Funktion finde ich persönlich sehr gut.

Die frei einstellbare Geofencing-Funktion warnt euch, sobald euer Fahrzeug den eingestellen Radius verlässt bzw. ihn wieder betritt. Sollte euer Fahrzeug also bewegt werden und zwar ohne, dass die Zündung angeschaltet ist, wird zudem ein Abschleppen erkannt. Sollte es darüber hinau zu Störungen am Fahrzeug kommen und die Lämpchen im Cockpit entsprechend gehen aufleuchten, seht ihr in der App, was da genau los ist. Mit dieser Info könnt ihr dann auch zur Werkstatt – dies kann das Auslesen ersparen und so evtl. die Kosten der Werkstattrechnung reduzieren.

CarConnect und das WLAN

Der CarConnect Adapter wäre bis jetzt ein normaler OBD-2 Adapter zum Datenauslesen wie es z.B. auch der Adapter von PACE ist (siehe: Mit PACE zum Smart Car). Nun hat die Telekom aber eine weitere Funktion in den Adapter eingebaut: die WLAN Hotspot-Funktion. Bis zu fünf Geräte können sich gleichzeitig mit dem Hotspot verbinden und mit bis zu 100Mbit/s zehn Gigabyte im mobilen Internet surfen – sogar im EU-Ausland. In Sachen Verbindung kann es je nach Infrastruktur natürlich zu Schwankungen kommen. Ich freue ich schon auf eine Urlaubsfahrt, wo wir durch einen Tunnel fahren müssen. Ich sage nur „Gotthard-Tunnel“ mit einer Länge von knapp 60 Kilometer.

 

Ihr habt auch die Möglichkeit, euch über die Weboberfläche bei Mojo einen Account zu erstellen und eure Fahrzeuge dort zu administrieren bzw. Standortdaten in Echtzeit zu überprüfen. Für Flottenbetreiber und kleine Unternehmen bestimmt eine wertvolle Funktion.

Alexa und IFTTT

Ich habe nach einiger Recherche festgestellt, dass es einen Alexa-Skill in den USA gibt, doch leider nicht in Deutschland. Ich hoffe doch, dass sich dies bald ändern wird. Alexa nach dem Tankstand oder dem Zustand der Batterie fragen zu können, wäre doch sicher ein nettes Feature. Über IFTTT könnt ihr aktuell euer Android Smartphone lautlos schalten lassen, wenn zum Beispiel die Zündung an ist oder wenn ihr eine Fahrt beendet habt.

Sollte es bei eurem Auto zu einem Fehler kommen und die Werkstatt fragt euch wann es war, kann IFTTT automatisch einen Kalendereintrag erzeugen. Ich hoffe, hier wird es in Zukunft weitere Funktionen geben die man nutzen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass man hier die Anwesenheit eures smarten Home steuern könnte oder das Garagentor derart ebenfalls automatisieren könnte. Aktuell gibt es folgende Trigger:

Fazit

Nach einigen Tagen muss ich sagen: für zehn Euro ist es in jedem Fall ein Gewinn an
Komfort und Sicherheit. Es ergeben sich durch 10 GB WLAN natürlich gleich eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten wie zum Beispiel Apple Music hören, was bei 24 Stunden 50MB je Stunde verbraucht, also ca 1,2 GB für 24 Stunden und grob 8 Tage rund um die Uhr Apple Music hören. Wenn ihr hingegen zum Beispiel Netflix bei mittlerer Auflösung streamen wollt, benötigt dies ca. 500 MByte je Stunde, also reicht es für ca. 20 Stunden Filmgenuss – bei niedriger Auflösung sogar für 40 Stunden. Wer möchte, kann auch Alexa mit in sein Auto nehmen, diese ist ja nun dauerhaft erreichbar.

Kleiner Haken: den CarConnect-Adapter kann man nur als Zweitkarte zu einem laufendem Vertrag dazu buchen. In meinem Fall kein Problem, da wir bereits Telekom-Kunde sind.

UPDATE 20.04.2018: Seit kurzem könnt ihr auch als nicht Telekom Kunde den CarConnect Adapter kaufen. Allerdings nur 5 GB für 10 Euro.

Wenn die Deutsche Telekom & Mojio in Deutschland noch etwas Arbeit investieren, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man mit Alexa und IFTTT das Auto sinnvoll smart machen und in das smarte Home einbinden kann.

 

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crazykevin
crazykevin
Hallo...Ich bin Kevin. Ich interessiere mich sehr für Hausautomatisierung und Multimedia. Bei der Hausautomatisierung nutze ich den homee von Codeatelier. Vor einger Zeit habe ich den Umstieg zu Apple gewagt. Amazon`s Alexa ist ebenfalls zur Automatisierung meines smarten Home im Einsatz.
  • DK
    21. Dezember 2017 at 11:05

    Ich glaube mit deiner Datenübertragung pro Tag hast du dich vertan. Bitte prüfe das nochmal.

    • crazykevin
      crazykevin
      21. Dezember 2017 at 11:16

      Hey DK,

      ich schaue gern noch einmal nach und starte jetzt den Selbsttest an meinem iPhone. Danke für den Tip.

    • crazykevin
      crazykevin
      21. Dezember 2017 at 12:29

      Hey DK,

      ist angepasst. Ich habe gerade eine Stunde Apple Music laufen gehabt und 50MB verbraucht. danke für den Tip.

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