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[Community] Erfahrungsbericht EET SolMate B – Mini PV Anlage mit Batteriespeicher

crissxcross
Geschrieben von crissxcross
siio-App

Seit Mai diesen Jahres ist Stephan Leschke stolzer Besitzer eines Mini PV Kraftwerks. Und zwar eines ganz besonderen:  Semi-Flexible Module und ein Batteriespeicher von EET. Hier ein siio-Leser-Erfahrungsbericht:

Ich besitze seit Mai 2020 ein Balkonkraftwerk mit Speicherbatterie – eine SolMate B von EET (EET – Efficient Energy Technology GmbH).
Das System liefert im Netzbetrieb 500W an die heimische Steckdose (ein Adapter für den deutschen Markt auf Wieland-Stecker ist auf Anfrage lieferbar) und wird standardmäßig fünf Solarmodulen a 105W Peak und einem Batteriespeicher geliefert.
Zudem kann das System auf Inselbetrieb umgestellt werden, so dass an der Internen Steckdose 600W genutzt werden können. Der Batteriespeicher hat eine Kapazität von 1.000 Wh.
Angeschlossen an den Batteriespeicher sind bei mir derzeit sieben SemiFlexible Solarmodule mit 105W Peak.

Die Zielsetzung:

Durch den vermehrten Einsatz von SmartHome Komponenten und Technologie in unserer Wohnung stieg der Energiebedarf sukzessive an. Permanent laufende Geräte wie Router, Haussteuerung (homee & Homey), NAS, diverse Raspberry Pis und (sehr viele) Standby Geräte trieben meinen „Standby Verbrauch“ auf ca. 350W.
Diesen „Standby Verbrauch“ hätte ich durch (temporäres) abschalten der Komponenten – auch „smart“ durch den Einsatz von Energiemesssteckdosen – lösen können, aber das hätte mir kein neues Projekt beschert. Also war die Idee geboren, mittels Photovoltaik den Grundverbrauch der Wohnung zu decken oder zumindest abzufedern.
Nicht Bestandteil meiner Zielsetzung war es mit der Photovoltaikanlage Geld durch Einspeisung zu verdienen, ich wollte lediglich meinen „Standby Verbrauch“ senken.

Der Auswahlprozess:

Mir war wichtig, dass das System „einfach“ ist. Also es sollte einfach zu beschaffen sein, komplett geliefert werden – also kein Bausatz aus Einzelteilen, zudem auch einfach in der Handhabung sein. Und auch wichtig, es sollte sich in meine Haussteuerung (hier homee) leicht integrieren lassen.

Exkurs homee ENERGIEMANGER
Als eines Tages mein Energieversorger meinte, unser drei Personenhaushalt hätte einen Energiebedarf von 7.000 kWh wurde ich stutzig, da ich weder einen Pool beheize noch ein Elektroauto lade.
Daraufhin habe ich alle (aus meiner Sicht) unnötigen Verbraucher abgeschaltet und überall Energiemesssteckdosen installiert – welche mir über die Haussteuerung (homee) auch schick visualisiert wurden. Zusätzlich habe ich mir an meinem Hausverteilerkasten an meine (komischerweise nur) eine Phase, eine Amperezange angeschlossen, um auch diejenigen Verbraucher zu finden, die keine Energiemesssteckdose zuließen.
Um nun den gesamten Hausinternen Energiefluss bestmöglich zu visualisieren habe ich mir – nach diversen erfolglosen Versuchen mit dem VOLKSENERGIEMANAGER – einen physischen homee ENERGIEMAGER zugelegt, der den Energiefluss sehr schön visualisiert. Jedoch nur den Netzbezug vom Stromanbieter.

Aber Arbeit zieht Arbeit nach sich, denn nun wollte ich auch, dass die Pfeile des Batteriespeichers und der Photovoltaik etwas anzeigen und ich fing an mich für Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher zu interessieren.
Über diversere Foreneinträge (auch auf siio.de) verdichtete ich mein Wunsch, eine Photovoltaikanlage zu besitzen und deren Energiefluss in der Haussteuerung zu visualisieren.
Der Einsatz von Photovoltaikanlagen in Mietwohnungen ist in Deutschland nicht zwingend trivial. Diverse Genehmigungen (z.B. Vermieter oder Hausverwaltung) und Anschlusshürden (z.B. Wieland Steckdose zur Einspeisung oder neuer Stromzähler) müssen genommen werden, zudem muss die
Anlage auch beim Stromanbieter und bei der Bundesnetzagentur (Marktstammdatenregister) angemeldet werden.
Kurz: Nicht einfach!
Und zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht genau, welche Anlage für mich die Beste wäre. Schnell wurde aber klar, dass mir zur Stromerzeugung nur mein Balkon zur Verfügung stand (das Dach des Mietshauses war für diese Zwecke tabu). Also hielt ich Ausschau nach Plug&Play Balkonkraftwerken.
Im Laufe meiner Recherche bin ich recht früh über ein österreichisches Startup „gestolpert“, welches ein Balkonkraftwerk entwickelt hat, das einfach in die Steckdose zu stecken war – also einfach.
Zudem wurde deren Lösung über die Energie Steiermark vertreiben, welche ein Investor / Kooperationspartner meiner favorisierten Haussteuerung (homee) waren und darüber hinaus auch den homee ENERGIEMANGER vertreiben.
Also habe ich bei der Energie Steiermark angerufen und mich erkundigt, welche Photovoltaikanlage mit dem homee ENERGIEMANAGER zusammenarbeitet. Dort wurden mir die EET Anlagen empfohlen, wobei nur diejenigen mit dem homee ENERGIEMANGER zusammenarbeiten würden, die einen Batteriespeicher hätten.
Hier schein alles stimmig zu sein, sehr gut zusammenzupassen und klang einfach!

Exkurs Österreichische StartUps:

Außerdem hatte ich bereits gute Erfahrungen mit österreichischen Startups gemacht. Mein smartes Türschloss NUKI stammt auch von einem österreichischen Startup.
Ich wurde hier immer freundlich und gut betreut. Es wurden immer schnelle Lösungen gefunden und die Produkte wurden konsequent weiterentwickelt und ständig verbessert.
Auch das Produktportfolio wurde in verschiedene Richtungen erweitert, so dass ich mich mit meiner Entscheidung für ein österreichisches Startup bisher immer wohl geführt habe (was ich bei manchem anderen Startup nicht behaupten kann…)
Die EET SolMate B hat neben den erwähnten Vorzügen des kompletten Systems welches einfach in die Steckdose zu stecken ist, für Mieter noch den entscheidenden Vorteil, dass es restlos – ohne Rückstände zu hinterlassen – rückbaubar, also bei Auszug entfernbar ist und ggf. in der neuen Wohnung wieder einfach in Betrieb zu nehmen ist.
Für mich und unseren „runden“ Balkon waren die SemiFlex Solarmodule (der EET SolMate B) natürlich mitentscheidend, denn nur so konnten wir sie leicht gebogen an unserem runden Balkongitter befestigen. Starre Module hätten hier nicht gepasst.

Runder Balkon – hier spielt EET seine Stärke aus

Übrigens: Die montierten Solarmodule am Balkongeländer gelten mietrechtlich als „Sichtschutz“ und es ist damit völlig legal sie dort anzubringen.

Modulbefestigung mit Klettband

Die Beschaffung:

Ich hatte mich also entscheiden, es sollte eine EET SolMate B mit Batteriespeicher werden. Ein Blick auf die Webseite verriet lange Lieferzeiten.
Also habe ich kurzentschlossen Angerufen und die (sehr nette) Mitarbeiterin „bekniet“ mich vorzuziehen, was sie auch dankenswerter Weise getan hat (DANKE Heidi!).
Während die Bestellung platziert war, habe ich noch einmal meinen Balkon ausgemessen und festgestellt, dass ich sogar noch Platz für zwei weitere Solarmodule hatte, also gleich noch zwei weitere bestellt.

Exkurs Corona:

Nun schlug Corvid-19 zu und überall Lockdown – stillstand der Rechtspflege. Mein Balkonkraftwerk war bestellt, sogar vorgezogen worden und stand Versandfertig in der Auslieferungshalle, kam aber nicht aus Österreich heraus, da die Lieferdienste in Österreich nichts abholen durften.
Interessante Weise bekam ich jedoch zwei Tage später meine nachträglich georderten zwei Solarmodule geliefert, jedoch leider ohne Montagematerial.Ein kurzer Anruf bei EET und mir wurde versichert, dass das Montagematerial bei der SolMate Bestellung beiliegen würde.
Nun hatte ich zwei einzelne Module vor Ort, die ich nicht montieren konnte, und selbst wenn, hätte ich damit nichts anfangen könnten, da ich keinen Wechselrichter oder Batteriespeicher hatte – frustrierend!
Mit den ersten Lockerungsmaßnahmen kam dann auch recht zügig der Rest der Anlage mit allen benötigten Teilen und meine Welt war wieder in Ordnung und der Aufbau konnte beginnen.

Der EET Solemate Batteriespeicher uns Wechselrichter

Der Aufbau:

Die in der Theorie einfach anmutende Aufbau des Balkonkraftwerks erwies sich auch in der Praxis als einfach.
Solarmodule mit (jetzt mitgeliefertem) Klettband an das Balkongitter schnallen und zusammenstecken. Dann die Module per mitgeliefertem Kabel an den Batteriespeicher anschließen, selbigen mit der heimischen Steckdose verbinden und fertig!
Das war einfach und schnell erledigt (ohne Bohren oder Dreck)!
Hier ein paar Bilder der aufgebauten Anlage:

Semiflexible Module am Balkongeländer

Die Inbetriebnahme:

Noch einfacher, als der Aufbau sollte in der Theorie die Inbetriebnahme sein – einschalten und geht…

Wechselrichter des Solemate

So in der Theorie. Bei mir in der Praxis ging nichts – also rein gar nichts… Kein Strom fließt, keine Leuchte leuchtet, alles tot!
Selbst ist der Mann, EET SolMate B aufgeschraubt und reingeschaut:
Auch ich als ungeübter Elektroniker habe den Übeltäter schnell identifiziert. Das „rechnende“ Herz des Systems ist ein Rasberry Pi (3B+), welcher in meinem Fall, wohl durch den Transport von den GPIO-Pins abgerissen wurde und locker im Gehäuse „baumelte“. Immerhin war er noch mit einem Kabelbinder „gesichert“.
Nun schnell den Raspberry Pi wieder an den richtigen Ort gesteckt und angeschaltet – und siehe da, die Energiemesssteckdose misst eingehenden Strom, aber das System bootet leider immer noch nicht.
Hier ein paar Bilder des Innenlebens der EET SolMate B:

Herzstück: Ein Raspberry Pi

Batteriespeicher des EET Solemate

Nach einigem hin und her und vielen (sehr netten und hilfsbereiten) Telefonaten mit EET (teilweise sehr spät und mit einem dem Unternehmensgründer und Erfinder) wurde im Ausschlussverfahren
der Fehler gesucht und gefunden. Der Raspberry Pi war defekt. Kurzerhand habe ich einen meiner Raspberry Pis abgebaut und in die EET SolMate B gesteckt.
HURRAA! Die EET SolMate B bootet, spannt ein WLAN auf, ich konnte mich anmelden und die kostenlose App starte und zeigte erste Werte!
Dann habe ich die Anlage in mein Heimnetzwerk eingebunden und der Online Zugriff freigeschaltet, so dass ich von überall auf die Werte der Anlage Zugriff habe.
Positiv fiel mir auf, dass die Software der Anlage kontinuierlich weitereinwickelt wird und neue (sehr sinnvolle) Funktionen ergänzt werden. So kann man, nach dem neusten Update, die einzuspeisende Energiemenge regulieren und auch die Entladungsuntergrenze des Batteriespeichers definieren.
Eine angepasste und aktualisierte App soll demnächst folgen.

Hier Screenshots der (noch aktuellen = alten) App und des Webinterfaces:

EET App

Der WAF (“woman acceptance factor”):

Meine leidgeprüfte Praxis besagt, dass es extrem Schwierig ist, technische Gadgets (gerade im Hausautomationsbereich) von der Regierung (in meinem Fall: Ehefrau) genehmigt oder nur geduldet zu bekommen. Oft begleitet mit der Killerfrage: Warum?

  • Warum muss man wissen, wie kalt es im Kühlschrank ist?
  • Warum muss ein Lautsprecher sagen, dass die Waschmaschine fertig ist?
  • Warum braucht der Briefkasten einen Sensor?

Die (Männerantwort)

„Weil ich es kann!“

trifft da selten auf Gegenliebe…
Hier jedoch das komplette Gegenteil. Meine Frau fand die Idee, eigenen Strom für den Eigenbedarf zu erzeugen alleine schon gut. Einmal weil sie sich an mein Gesicht erinnerte als ich ihr damals die Rechnung zu den 7.000 kWh zeigte und auch, weil wir so etwas für die Umwelt tun würden.
Und als sie die Anlage gesehen hat, war sie restlos begeistert. Der Batteriespeicher ist extrem hochwertig gefertigt und sieht sehr schick aus. Auch die montierten SemiFlex Module findet sie gut, da sie auf der einen Seite – jenseits ihres eigentlichen Zwecks – Sichtschutz und darüber hinaus auch Windschutz bieten, was den Balkon für sie zu einem besseren Aufenthaltsort macht.

Die Einbindung in die Haussteuerung:

Da ich im Vorfeld der Beschaffung der Photovoltaikanlage auch die Einbindungsvoraussetzungen in die vorhandene Haussteuerung geklärt hatte, glaubte ich, dass auch diese problemlos funktionieren würde.
Fasch gedacht!

Zunächst fand ich im homee ENERGIEMANAGER (von der Energie Steiermark vertrieben) kein Template zur Einbindung der EET SolMate B, obwohl mir von der Energie Steiermark genau diese Anlage im Zusammenspiel mit dem homee ENERGIEMANAGAER empfohlen wurde.
Mittlerweile habe ich Korrespondenz mit EET, die von der Energie Steiermark die Auskunft bekommen hatte, dass eine Einbindung der EET SolMate (B und G) in den homee ENERGIEMANAGER geplant sei.

Da der homee ENERGIEMANAGER ein OEM Lizenzprodukt der Firma LEVION Technologies GmbH ist, welche den ENERGIEMANAGER unter dem Namen SEMCOMPACT (SMART ENERGY MANAGER COMPACT) vertreibt, habe ich bei der Herstellerfirma auch eine Anfrage zur geplanten Integration platziert. Die Antwort lautete kurz:

„Aktuell gibt es keine Pläne zur Integration des EET SolMate in den homeeEnergiemanager“

Leider habe ich von der Energie Steiermark noch keine Antwort auf meine Frage erhalten…
Aber in bin guter Hoffnung, dass sich dies noch ändert und ich positive Nachricht erhalten werde.
Kurz gesagt, die geplante „einfache“ Einbindung in meine Haussteuerung konnte nicht wie geplant stattfinden.
Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Selbst ist der Mann und ran an Node Red und den virtuellen homee in homee.

Exkurs vhih & Node-Red:

Dankenswerter Weise bietet meine favorisierte Haussteuerung (homee) dank der engagierten Community die Möglichkeit, das System über Node-Red zu erweitern und fehlende Funktionalitäten zu ergänzen.
Also kurzer Anruf bei EET, die mir sehr gerne ihre API für die EET SolMate überließen und in Node-Red mit Hilfe eines Kollegen einen Flow erstellt (DANKE Gido!).
Nach gefühlten Wochen des Fine-Tunings, einbinden der Amperezange, entfernen des (physischen) homee ENERGIEMANAGERS und nerven der Communitiy, hatte ich einen funktionierenden Flow fertig

Node Red Flow – Solemate und Node Red

Letztendlich musste ich die Hardware des homee ENERGIEMANAGERS entfernen und durch ein virtuelles Node-Red Pendent ersetzen. Dieses lässt mich die Werte der EET SolMate B (wie Solarproduktion, Batterieladung und Einspeisung) mit den Werten der Amperezange (Energiebezug vom Netzbetreiber) kombiniert in dem homee E-Manager Widget darstellen.
Dar war das, was ich wollte, jedoch war das nicht so einfach, wie anfangs gedacht!

Solemate via NodeRed im homee E-Manager

Die Zielerreichung:

Eins vorweg: Für diejenigen, die mit Photovoltaik Geld verdienen wollen (durch Einspeisung) ist diese Anlage nichts. Rechnerisch amortisiert sie sich in ca. 50 Jahren (bei dem heutigen Strompreis und Sonnenstand), da sie – gerade durch den Batteriespeicher (ca. € 2.000,–) recht teuer ist.
Günster kann man die Anlage auch betreiben, wenn man auf das Batteriebackup verzichtet und den gewonnen Strom direkt einspeist oder verbraucht. (Dann fehlt einem aber der eine Pfeil von der Batterie zum Haus im E-Manager 😉

Ich für meinen Teil finde die EET SolMate B (mit meinen sieben Modulen) toll!
An „normalen“ Tagen lädt sie den Batteriespeicher auf (ca. 80%) und speist „nebenbei“ zwischen 30W und 50W in mein Stromnetz ein. Wird kein Strom mehr durch Photovoltaik produziert, speist die Anlage weiter (mindestens) 50W ein, bis der Batteriespeicher auf 25% heruntergefahren ist. Den Rest habe ich für das System reserviert, so dass es auch mehrere Tage ohne Sonneneinstrahlung überleben kann.
An „sonnigen“ Tagen überrascht mich die EET SolMate B mit hervorragenden Werten. So ist der Batteriespeicher schon gegen 10:00h zu fast 100% geladen und dann kommen erst die „guten“ Stunden, in denen die Photovoltaik einen Wirkungsgrad von 75% (mein Peak war 82%) einwickelt
und 250W bis 350W (mein Peak war 442W) in meine Hausleitung einspeist. Dies tut sie zwar nicht über 12 Stunden hinweg, jedoch über einen längeren Zeitraum.
Leider ist bei mir gegen 14:00h dank zweier hoher Kiefern recht viel Schatten, daher verliere ich quasi die zweite Hälfte des Tages für die Stromproduktion, aber dann springt ja der Batteriespeicher ein.

Das Fazit:

Was die EET SolMate B mit ihren sieben SemiFlex Modulen tatsächlich an Strom einspart, wird der Rest des Jahres zeigen, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich die App öffne oder auf meine Haussteuerung schaue, dass sie Strom einspart.

Pro:

  • Komplettsystem (alles Notwendige wird mitgeliefert)
  • Tolles, hochwertiges Design der Speichereinheit (ist echt schick!)
  • Einfacher Aufbau, einfache Inbetriebnahme, einfache Handhabung
  • Perfekt für die Eigenbedarfsnutzung des erzeugten Stroms (500W Peak)
  • Zusätzlich als Inselsystem mobil nutzbar / umschaltbar (z.B. für Camping)
  • Geeignet für Mietwohnungen (da rückstandslos rückbaubar)
  • Extrem hoher WAF (zumindest bei meiner Frau)
  • Netter, kompetenter und hilfsbereiter Support
  • Software wird (permanent) weiterentwickelt

Contra:

  • Hoher Preis (zumindest mit Batteriespeicher)
  • Im Batteriespeicher für € 2.000,– ist ein Raspberry Pi verbaut
  • „Nur“ 500W Peak (nicht geeignet zum Geldverdienen über Einspeisung)
  • (Bisher) nicht integrierbar in die Haussteuerung (homee / homee ENERGIEMANAGER)
  • Inselbetrieb nicht als Notstromversorgung nutzbar

Die Lebensdauer des Systems ist mit größer zehn Jahren angegeben (Batteriespeicher), was ich bezweifle, da Komponenten wie ein Raspberry Pi verbaut sind, die für ihre Fehleranfälligkeit (z.B. defekte SD-Karte) bekannt sind. Die SemiFlex Module sollen nach 25 Jahren noch einen Wirkungsgrad von 80% liefern, was ich stand heute nicht beurteilen kann. Jedoch hat sich EET mir gegenüber immer als kulant und hilfsbereit gezeigt, so dass ich mir diesbezüglich keine Sorgen mache.
Unter dem Strich ist die EET SolMate B für mich ein tolles System, welches Hardwareseitig durch wertige Materialien, ein schickes Design und Softwareseitig durch ständige Verbesserung und Weiterentwicklung punktet. Zudem ist alles dabei und das System ist einfach zu installieren und in Betrieb zu nehmen.
Wer leistungstechnisch keine Wunder erwartet und auch keine unterjährige Amortisation, wird auch nicht enttäuscht.
Für meinen Anwendungsfall habe ich das Richtige System gefunden – es unterstützt mich (fast) den ganzen Tag dabei meinen „Grundumsatz“ zu reduzieren, gefällt meiner Frau und gefällt es auch – was will man (in diesem Fall „Mann“) mehr?

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

crissxcross

crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

12 Kommentare

  • Was passiert wenn der Speicher voll ist und die Grundlast/Verbrauch kleiner als die Erzeugung ist wird dann bei sonnigen Tagen der Rest ins Netz eingespeist oder regelt das System runter?

    wolfgang

    • Hallo Wolfgang, der überschüssige Strom wird unentgeltlich ins Netz eingespeist. Deshalb ist es wichtig, dass man mindestens einen Stromzähler mit Rücklaufsperre oder besser einen Zweirichtungszähler hat. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich der Stromzähler rückwärts dreht und das ist offiziell nicht zulässig.

      • Hallo Jeremias hast du einen Solmate oder ist das eine allgemeine Antwort zu Balkonmodulen.
        Laut Beschreibung des Solmates soll ja nur soviel Stron eingespeist werden wie der aktuelle Verbauch ist maximal 500W.
        Wollte mit meiner Frage nur wissen ob das wirklich so ist

        • Hallo Wolfgang, sowohl als auch ;)
          Ich besitze selbst einen SolMate und kann dir somit sagen, dass er sich genau so verhält. Wenn der Akku voll ist, wird alles eingespeist was die Module hergeben und alles was du nicht selber verbrauchst schenkst du deinem Netzbetreiber. Der Hinweis zum Stromzähler gilt in der Regel für alle Balkonkraftwerke.
          Wenn der Akku des SolMate noch nicht vollständig geladen ist bzw. keine Sonne mehr scheint, „fühlt“ das System quasi wieviele Strom momentan auf der einen Phase der Steckdose verbraucht wird und speist theoretisch auch nur soviel ein. Theoretisch deshalb, weil das (zumindest bei mir) aktuell noch nicht so funktioniert, wie man sich es vorstellen würde. Aber wie im Artikel beschreiben, wird die Software permanent weiterentwickelt, weshalb ich zuversichtlich bin, dass es in Zukunft funktioniert wie versprochen.

  • Werbung ist ok, aber schreibt es auch bitte dazu! Oder warum sollte sich jemand aus der Steiermark mit deutsches EEG Recht beschäftigen.

  • …wir hatten nach Anlieferung den identischen Fehler, es ging NIX. Und mussten ihn aufgrund unglücklicher Umstände (Mitarbeiter, der den Rückruf versprochen hatte, plötzlich erkrankt) leider allein beheben, was beim Aufschrauben eines knapp 3000€ System im Hinblick auf Gewährleistung kein gutes Gefühl ist. Sonst ist der Support bei EET aber wirklich absolut spitze, und die eine oder andere Unstimmigkeit sind Aspekte, die sie selbst auch noch nicht wussten und Zulieferer-bedingt sind. Das kann m.E. bei einem Startup mit so jungem Produkt vorkommen und ist „verziehen“.

    Aber meine Frage an dich: warum siehst du keine Notstromversorgung gegeben ? Mir sind Einschränkungen mittlerweile bekannt, auf deren Behebung ich in 1 Jahr hoffe, aber „gar keine“ sehe ich so nicht – hab es allerdings auch noch nicht ausprobieren müssen.

    Danke und viele Grüße aus dem leider seit Wochen fast durchgehend Sonnen-freien Süden …

  • Leider funktioniert mein System hinten und vorne nicht. Ich habe über Energiemessgeräte eine normale Mini-PV Anlage mit 510 Wp installiert und vergleiche. Solmate hat ja bekanntlich 560 Wp. Jeden Morgen vergleiche ich die eingespeiste Strommenge. Solmate kommt auf 50 bis 75 % und kostet ein vielfaches. Wenn die Batterie voll ist, regelt die Anlage einfach runter. Dem crissxcross fällt das wahrscheinlich wegen der hohen Bäume nicht auf. Ich kann von dem System nur abraten.

  • Für mich stellt sich die Frage, wie kann man Technisch verhindern in das Netz einen Strom-Überschuss zu speisen ohne die Leitung aufzutrennen, ohne Kommunikation zur Quelle über die Werte eines Stromsensors kurz vor dem Zähler in Richtung Zähler(alles zu teuer zu Aufwändig)? Hätte man an eine günstige Lösung wäre das ganze Geraffel mit der Anmeldung der Plug & Play Module nicht.

    • Wie du schon vermutest, bedarf es einer Kommunikation zwischen Hausanschluss – also dort wo der Bezug oder die Einspeisung stattfindet – und dem Wechselrichter.
      Bei SMA ist es so, das der Wechselrichter mit dem Sunny Home Manager oder dem Vorgänger dem EManager (Smart Meter) kommuniziert und entsprechend die Produktion herunterregelt, wenn es zur Einspeisung kommen würde.
      Auch mit Fronius Wechselrichtern geht das.

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