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Heizungssteuerung mit DEVOLO – so gehts

by Grusi15. Oktober 2016

Nach dem schönen Spätsommer nähert sich der Winter mit großen Schritten. Die Tage werden kälter und kürzer, was bei angenehmer Wärme im Haus aber auch Gemütlichkeit bedeuten kann. Warum nicht auch bei der Steuerung der Heizung und Regulierung der Wärme gemütlich sein und gleichzeitig Kosten sparen?

Richtig konfiguriert und zeitgesteuert, kann man sich mit Komponenten wie dem Raumthermostat, Heizkörperthermostat und Luftfeuchtemelder das Wohlfühlklima in die eigenen 4 Wände holen. Hierzu gibt es über die Home-Control-Zentrale zahlreiche Möglichkeiten, von denen ich nachfolgend einige als Anregung vorstellen möchte.

Zuerst einmal sollte man sich überlegen, wie die Steuerung der Heizkörper von statten gehen soll. Die einfachste Lösung ist die ganz normale Zeitsteuerung:

zeitsteuerung

 

Für die betreffenden Heizkörper wird dabei festgelegt, zu welchen Zeiten die Thermostate ein-/ausgeschaltet werden sollen – natürlich mit der gewünschten Temperatur.

Etwas einfacher geht es übrigens, wenn man verschiedene Heizungen zu einer Gruppe zusammenfasst (z.B. alle Heizungen im OG) und diese synchron schalten lässt. Die Zeitsteuerung braucht dann nur einmal für die gesamte Gruppe festgelegt werden. Noch etwas komfortabler wird es bei Nutzung eines DEVOLO-Raumthermostates mit dem man zusätzlich manuell die Temperatur regeln kann. Wenn ein Raumthermostat als „synchron“ der Gruppe hinzugefügt wird, kann man z.B. „zentral“ im Flur manuell die gewünschte Temperatur vorwählen, die dann auf alle in der Gruppe befindlichen Heizkörperthermostate übertragen wird.

Gruppe

Raumthermostat 2

Möchte man die Steuerung etwas raffinierter und vor allem auch mit dem Hintergedanken des Energiesparens betreiben, sind weitere Devolo-Komponenten wie der Bewegungsmelder, Tür-/Fenstermelder oder der Luftfeuchtemesser sehr hilfreich.

Wie wäre es, wenn zum Beispiel

1) –  die Heizung runtergefahren wird, wenn das Fenster zum Lüften geöffnet wird und beim Schließen des Fensters automatisch wieder auf die ursprüngliche Temperatur zurückgeht ?

2) –  die Heizung automatisch runterregelt, wenn sich länger keine Person mehr im Zimmer befindet

3) –  die Heizung runterregelt, wenn die Luftfeuchtigkeit knapp wird „trockene Luft“ ?

Mit den richtigen Regeln, Einstellungen und den genannten Komponenten auch kein Problem. Eine schöne „Automatisierung“, die gleichzeitig auch die Heizkosten senkt. Im Folgenden einige Nutzungsbeispiele näher erläutert:

1) Heizungssteuerung abhängig vom Fenster Status:

heizung-anheizung-aus

Diese Regeln lassen sich natürlich auch zeitsteuern, so dass man diese nur zur Heizperiode aktiv schalten kann. Ebenso könnte man zusätzlich die Zeitspanne beim geöffneten Fenster eintragen; z.B. nur runterregeln, wenn das Fenster mindestens xx Minuten geöffnet war – damit verhindert man ständiges runter-/hochfahren wenn man mal nur kurz durchlüften möchte.

2) Heizungssteuerung abhängig von Personen im Raum

Für Schlafzimmer und Bad kann es sinnvoll sein, dass die Temperatur automatisch runtergeht, wenn über einen festgelegten Zeitraum keine Person im Zimmer / auf der Etage / im Haus ist. Hier können einzelne oder mehrere installierte Bewegungsmelder unterstützen.

bewmelder

aus-bei-abwesenheit

Diese Steuerung ist noch präziser als eine Zeitsteuerung, da die Temperatur unabhängig von vorher festgelegten Zeiten geregelt wird. Verlässt man z.B. täglich das Haus / die Etage zu unterschiedlichen Zeiten (Arbeiten, Einkaufen o.ä.) wird das von den Devolo-Komponenten erkannt und automatisch alles weitere veranlasst – sprich die Heizung runtergeschaltet.

Hierbei sollte man aber beachten, dass die überwachte Zeit der Abwesenheit nicht zu kurz gewählt wird, damit die Heizung nicht ständig hoch-/runterfährt was in diesem Falle kontraproduktiv wäre

3) Heizungssteuerung bei trockener Raumluft

Mit Hilfe vom Devolo-Luftfeuchtemesser kann die neben Temperatur und Taupunkt vor allem die Luftfeuchtigkeit im Raum überwacht und der Nutzer per Mail/SMS informiert werden.

Luftfeuchtemesser

 

So kann man schlechtem Raumklima oder aber auch drohender Schimmelbildung (bei ständiger hoher Luftfeuchtigkeit) vorbeugen und rechtzeitig für richtiges Lüften sorgen.

Der Luftfeuchtemelder meldet die Raumtemperatur übrigens immer, wenn diese sich um 0,5 Grad verändert hat. Diese gemessenen und gemeldeten Werte können auch prima zur Ausführung weiterer Aktionen (Thermostatsteuerung, etc.) genutzt werden. Angesichts der langen Batterielaufzeiten des Melders eine zuverlässige Möglichkeit, sich dieser Daten zu bedienen.

Alle Varianten sind natürlich je nach Phantasie miteinander kombinierbar, die Vielfalt der Möglichkeiten ist gigantisch. Ein netter Nebeneffekt ist natürlich auch der verringerte Verbrauch bei intelligenter Steuerung, der dem Nutzer Heizkosten einspart.

Folgende allgemeine Hinweise sollte man dabei beachten:

  • Beim Lüften immer nur stoßlüften, d.h. Alle Fenster für kurze Zeit öffnen und dann wieder schließen – Fenster nicht dauerhaft auf „Kipp“ lassen
  • Beim Absenken der Temperatur am Thermostat nicht zu tiefe Temperaturen wählen, ansonsten wird ist das anschließende Aufheizen zu kostenintensiv.
  • Die Richtwerte für die Optimaltemperatur betragent im Wohn-/Ess-/Arbeitszimmer 20 Grad, im Bad 22 Grad und im Schlafzimmer 16-18 Grad. Auch in der Küche reichten letztere Werte, da dort zusätzliche Wärme beim Kochen entwickelt.
  • In den Heizmonaten sollen die Zwischentüren wenn möglich geschlossen bleiben, damit sich die unterschiedliche Raumwärme nicht in der ganzen Wohnung verteilt.

Mit richtiger Einstellung der Heizung lassen sich dank Home-Control-Komponenten bei einem Einfamilienhaus von 150m² ca. 10-15% der Heizkosten einsparen. Angesichts der Kosten für die Devolo-Komponenten ist das zwar lange kein Plusgeschäft, aber trotzdem ist es schön, wenn alles automatisiert abläuft und man die kalten Wintertage einfach nur in den wohlig warmen 4 Wänden genießen kann.

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Grusi
Grusi
Hallo, ich bin Michel, wohne nahe der holländischen Grenze. Beruflich als Systemadmin und privat als Hobbytüftler beschäftige ich mich gerne mit Technik - insbesondere der Haussteuerung. Gerne teile ich meine Erfahungen hier mit Gleichgesinnten.
  • Georg Hermann
    15. Oktober 2016 at 12:46

    Hallo,

    netter Artikel, aber ich habe eine Frage/Anmerkung: Warum realisierst Du den Wunsch „Fenster auf=Heizung aus“ mit zwei Regeln?
    Folgende Regel funktioniert auch:

    WENN Fenster=geöffnet DANN Heizung=14Grad ( (X)“Wenn beendet, dann zurück zu Ausgangszustand“)

    Dann geht die Heizung bei geöffnetem Fenster immer auf 14 Grad. Wenn man das Fenster schließt, wird die Temperatur wieder eingestellt, die beim öffnen eingestellt war. Es sei denn, in der Zwischenzeit hat ein Zeitprogramm die Temperatur ändern wollen (dann wird bei der Schließung diese Temperatur genommen), oder ein Benutzer die Temperatur geändert (dann wird bei Schließung nix passieren).

    • Grusi
      Grusi
      16. Oktober 2016 at 17:57

      Hallo Georg,
      danke für deine Ergänzungen / Kommentare. Zu deiner Frage mit den zwei Regeln stimme ich dir zu. Natürlich gibt es immer mehrere Wege die zur gewünschten Lösung finden. Du hast Recht – mit einer statt zwei Regeln ist die Fenster/Heizungssteuerung auch möglich. Meine Lösung hatte ich schon länger so eingerichtet, da es anfänglich Schwierigkeiten gab, mit deiner Lösung. Diese scheinen sich ja inzwischen aufgelöst zu haben und funktionieren nun nach Updates der Zentrale, die nach und nach gekommen sind. Ich werde meine 2-Regel-Lösung nach und nach dann mal in eine 1-Regel-Lösung ändern. Was ich jedoch nicht wußte – und dir dankbar für den Hinweis bin – ist die Tatsache, dass zwischenzeitliche, zeitgestuerte Temperaturen nach Schließen des Fensters vom System berücksichtigt werden.

    • Steve
      25. Oktober 2016 at 10:36

      Hallo Herr Hermann,
      wir beide wissen das diese Regel nicht richtig funktioniert!

      richtet man sie so ein wird bei geöffneten Fenster und dem eintreten eines Zeitprogramms die Temperatur im Thermostat dennoch gesetzt unabhängig von geöffneten oder geschlossenen Fenster.

      Deaktiviert man die Heizzeiten so werden diese nach schliessen nicht mehr von Thermostat angenommen, erst zum nächsten Schaltpunkt. Das ärgert mich total weil eine Heizungssteuerung alla MAX! das kann aber Devolo nicht!

      • Grusi
        Grusi
        25. Oktober 2016 at 12:05

        Da muss ich leider zustimmen. Auch ich hatte nach früheren Problemen nun die Vorgehensweise von Gorg Hermann genutzt und musste feststellen, dass diese „einfache“ Regel so nicht greift bzw. nur sporadisch. Ich werde daher wieder auf die im obigen Bericht genannte 2-Regel-Methode zugreifen

  • Georg Hermann
    15. Oktober 2016 at 12:50

    Ein paar Infos über die Temperaturregelungen:

    Der Heizkörperthermostat im „Einzeleinsatz“:
    Der Heizkörperthermostat kann ganz normal, über Zeitsteuerung, Szenen oder Regeln, direkt gesteuert werden. Dabei gilt es zu beachten, dass der Thermostat etwa sieben Tage lang den Raum „kennenlernt“. In dieser Zeit kann es zu ungewöhnlichen Aktivitäten des Heizkörpers kommen.

    Der Heizkörperthermostat im Zusammenspiel mit einem Raumthermostat:
    Die Kombination aus Heizkörperthermostat und Raumthermostat ermöglicht eine komfortablere Bedienung in zweierlei Hinsicht: Zum einen kann die aktuelle Ist-Temperatur jederzeit angezeigt und die gewünschte Soll-Temperatur schnell am Raumthermostat eingegeben werden. Zum anderen wird das System versuchen, die Soll-Temperatur am Raumthermostat zu erreichen, und nicht am Heizkörper. Nun stellt sich die Frage: „Wie funktioniert das Zusammenspiel?“

    Die Antwort besteht wieder aus zwei Teilen: Die Einrichtung und die Regelung.
    Die Einrichtung erfolgt sehr einfach, in dem unter Gruppierungen eine „Smarte Gruppe“ anlegt wird, die aus dem Heizkörperthermostat und dem Raumthermostat besteht. Sinnvollerweise sollte hier auch ein Häkchen bei „Synchron“ gesetzt werden. Dies stellt sicher, dass es egal ist, wo eine Soll-Temperatur eingeben wird (Software, Raumthermostat oder Heizkörperthermostat). Ab diesem Zeitpunkt ist der Raumthermostat die führende Messstelle für die IST-Temperatur und nicht mehr der Heizkörperthermostat.

    Die Regelung läuft dann wie folgt: Wenn die Ist- und Soll-Temperatur am Heizkörper nur noch 0,2 Grad auseinanderliegen, wird geprüft, wie groß der Unterschied zur Ist-Temperatur am Raumthermostat ist. Ist dieser größer/gleich 1 Grad, justiert das System die interne Soll-Temperatur am Heizkörperthermostat um +/- 0,5 Grad (Offset). Dann wird 30 Minuten gewartet. Anschließend prüft das System wieder, ob die Ist- und die interne Soll-Temperatur (Soll-Temperatur plus Offset) am Heizkörper nur noch 0,2 Grad auseinanderliegen… …und die Offset-Berechnung startet erneut.

    HINWEIS: Der Heizkörperthermostat wird immer die gleiche Soll-Temperatur anzeigen wie der Raumthermostat!

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