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Review

Elgato Eve: Formschöner Smart Home Einstieg mit Tücken

by 17. Mai 2016
Postiv
  • Installation selbsterklärend und kinderleicht
  • Auktualisierung der Messdaten extrem schnell
  • Grafische Darstellung der Messdaten herrvorragend
  • Für Smart Home Einsteiger ideal
  • Stand-alone-Lösung mit Homekit-Anbindung
  • Negativ
  • Einstellungsmöglichkeiten recht überschaubar
  • HomeKit - Siri Sprachsteuerung funktionierte nicht immer im Test
  • Bluetooth Smart die Reichweite nur sehr begrenzt
  • Als Elgato Eve der Öffentlichkeit präsentiert wurde, waren es mitunter die ersten Smart Home Komponenten mit Homekit-Anbindung. Der formschöne Einstieg in die Welt des Smart Homes ist bedienungsfreundlich, hat aber auch seine Tücken.

    Elgato Eve: Die Komponenten

    „Eve“ heißt Elgatos System, welches den Einstieg in die Heimautomation ohne größeres Vorwissen und ganz ohne Smart Home Hub ermöglichen soll. Mittlerweile sind fünf Komponenten aus der „Eve“-Reihe im Handel verfügbar:

    Die schaltbare Steckdose Elgato Eve Energy, der Raumsensor Elgato Eve Room, der Außensensor Elgato Eve Weather, das Heizkörperthermostat Elgato Eve Thermo sowie der Elgato Eve Door & Window Sensor. Sie alle haben gemeinsam, dass sie neben einem schönen und einheitlichen Formfaktor keinerlei Steuerungselemente aufweise. Installation, Einrichtung und Steuerung erfolgt komplett über Apples Homekit und dem entsprechenden Gerät, wie iPhone, iPad oder Apple TV.

    • Elgato Eve Energy – Die schaltbare Steckdose misst auch den Stromverbrauch des jeweils angeschlossenen Geräts
    • Elgato Eve Room – Der batteriebetriebene Raumsensor misst neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch die Luftqualität
    • Elgato Eve Weather, Außensensor
    • Elgato Eve Door & Window Sensor – Der Sensor für die Lüftung
    • Elgato Eve Thermo – Das Heizungsthermostat mit zwei Zeitplänen und mitgelieferten Adapterringen

    Installation von Elgato Eve

    Die Installation der einzelnen Komponenten ist selbsterklärend und geht kinderleicht von der Hand: das Gerät auspacken, per Elgatos „Eve“ iOS-App in den entsprechenden Raum hinzufügen, per vierstelligem Zahlencode autorisieren, fertig. Selbst die Eingabe des Autorisierungscodes kann dank Kamera-Scanner eingespart werden.

    Alle Elemente sind innerhalb von weniger als fünf komplett aufgesetzt, in den jeweiligen Räumlichkeiten wie z.B. Garten oder Wohnzimmer in der App hinterlegt und programmiert. Das bedeutet aber auch, dass die Möglichkeiten, Zeitpläne und dergleichen einzustellen, recht überschaubar sind. Lediglich das Heizkörperthermostat bietet die Möglichkeit, auch eigene Verläufe zu programmieren. Vorgegeben sind die Standard Heizverläufe:

    • Standard
    • Badezimmer
    • Keller

     

    Elgato Eve iOS App iPhone 5

    Elgato Eve iOS App v1.5

    Erfahrungsbericht und Einschätzung

    Bis auf die schaltbare Steckdose sind die aktuell verfügbaren Elgato Eve-Komponenten keine Steuerungsgeräte, sondern beschränken sich allein auf das Erfassen von Daten wie etwa Stromverbrauch, Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftqualität. Wie bereits erwähnt: Einzig das Heizkörperthermostat bietet die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Zeitpläne zu programmieren.

    „Diese Einblicke helfen dir, die Wohnqualität zu verbessern und dein Zuhause ein Stückchen smarter zu gestalten.“

    Alle Geräte laufen unabhängig voneinander und kommunizieren via Bluetooth mit iOS bzw. tvOS, um beispielsweise aktuelle Temperaturwerte an die smarten Geräte auszuliefern. Hierbei kann man als Anwender auswählen, welchen Zeitraum man sich wie genau anschauen mag. Die Aktualisierung verlief im Test prompt und auch die grafische Aufbereitung wie Bedienung sind hervorragend.

    Durch die Anbindung an Homekit können alle im Haus aufgestellten Geräte schnell in „Alles auf einen Blick“ erfasst werden und müssen nicht erst mühsam aus einem Menü ausgewählt werden. Dank Siri ist auch eine Sprachsteuerung denkbar. Im Test fiel allerdings immer wieder auf, dass trotz korrekt gesetzter Raumzuordnung und Namensgebung Anfragen wie „Siri, wie kalt ist es im Garten“ mit einem „Das weiß ich nicht“ beantwortet wurden.

    Negativ:
    Für Anwender mit bereits vorhandenen Vorwissen oder höheren Ansprüchen ist Elgato Eve aufgrund der nur begrenzt möglichen Szenarien jedoch nur bedingt zu empfehlen. Des weiteren ist trotz Bluetooth Smart die Reichweite nur sehr begrenzt. Wer mal eben vom Wohnzimmer aus die Temperatur im Garten erfahren möchte, kommt nicht umhin, sich in Richtung Außensensor zu bewegen. Hier wäre eine zusätzliche Einbindung in das hauseigene Netzwerk durchaus wünschenswert. Auch, um beispielsweise die in Homekit denkbaren Szenen wie „Licht einschalten, wenn Tür aufgeht“ zu realisieren. Türsensor und schaltbare Steckdose sind im Eve-Portfolio immerhin schon vorhanden.

    Bei der Nutzung des Heizkörperthermostats fällt ebenfalls auf, dass alle Geräte zwar mit Bluetooth ausgestattet sind, aber nicht untereinander kommunzieren können. So verfügt Elgato Eve Thermo natürlich über einen Wärmesensor. Der Abgleich mit dem Raumsensor wäre hier aber deutlich sinnvoller, denn im Raum ist die Temperatur niedriger als direkt am Heizkörper. Auch das Aktivieren der Heizung bei bestimmten Außentemperaturen wäre hier denkbar.

    Besonders ärgerlich: Ein Fehler in der Elgato-App führt dazu, dass sie den Zielwert der Raumtemperatur teils willkürlich auf die bereits voreingestellten 20 Grad Celsius zurücksetzt – was recht unnötiges Heizen nach sich zieht. Regelmäßig einen strengen Blick in die Statistik zu werfen kann sich also lohnen, will man am Ende des Jahres nicht von gestiegenen Heizkosten überrascht werden.

    Die Sprachsteuerung mit Siri hat ebenso noch deutlich Luft nach oben. Im Test erschien es für Laien nicht immer nachvollziehbar, warum bestimmte Befehle nicht ausgeführt wurden.

    Positiv:
    Als stand-alone-Lösung mit Homekit-Anbindung bietet Elgato Eve einen durch und durch bedienungsfreundlichen und vor allem formschönen Einstieg in das Thema Smart Home. Alle Geräte liefen im Test stets einwandfrei. Einmal installiert und aufgesetzt, taten sie ihren Dienst wie aufgetragen.

    Die Aufbereitung der Daten in der dazugehörigen App ist wirklich gelungen und zudem übersichtlich.

    Alle Eve-Komponenten fügen sich dezent in die Inneneinrichtung ein und können Dank ihrer Größe überall leicht platziert werden. Besonders kleinere Wohnung oder Häuser können gut mit den Komponenten bespielt werden, ohne dass die Reichweite des Smart Bluetooth sonderlich strapaziert würde.

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    tobias
    tobias
    Tobias schreibt die News auf siio.de, ist Buchautor in Sachen Smart Home und fährt privat einen ziemlich wilden Gerätemix - Hallo aus Berlin.
    • smoochy
      18. Mai 2016 at 10:13

      Soll es nicht so sein, dass die AppleTV such als Art Repeater arbeiten soll? Sprich wenn die Geräte in der Nähe von der AppleTV sind dient diese als KommunikationsHub und man kann sogar von weiter weg die Daten abfragen.

      • Marcus
        8. August 2016 at 17:03

        Ja, Apple TV Version 4 kann als HOMEKIT-Repeater genutzt werden. Ab IOS 10 auch dauerhaft im Haushalt befindliche IOS Geräte wie z.B. Ipad. Sodass man auch von Unterwegs Daten abfragen kann.

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