0
Postiv

+ schnelle Einrichtung
+ Gateway kann via LAN oder WLAN verbunden werden
+ sehr einfache Integration der Gardena Komponenten
+ einfache Erstellung von intelligenten Bewässerungsplänen
+ Bewässerung berücksichtigt Bodenfeuchtigkeit

Negativ

- kein WLAN Einrichtungs-Assistent
- Smart Plug kann nicht in intelligente Bewässerung integriert werden
- keine Verlaufsdaten-Ansicht von Sensorwerte
- Hersteller eigener Funk (proprietär) kein Funkstandard

Rating
Bewertung des Autor
Bewertung der Leser
Rate Here
Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung
Fazit

Wer nach einer intelligenten Art der Bewässerung sucht, wird am Gardena smart System aktuell nicht vorbei kommen.

Bewertung des Autor
Bewertung der Leser
8 ratings
You have rated this

Das Thermometer klettert schon fast auf sommerliche Temperaturen. Beste Voraussetzungen, den Garten etwas smarter zu machen. Ich hatte die Möglichkeit, mir das Gardena smart Control Starterset anzusehen, welches verspricht, die Bewässerung vollkommen automatisch und intelligent durchzuführen. Wie gut es sich im Alltag bewährt, liest du hier.

Die Schläuche und Beregner hatte ich schon bei den ersten Sonnenstrahlen aus dem Schuppen geholt und so den Garten fit für den Sommer gemacht. Jetzt soll die Bewässerung natürlich auch noch smart werden.
Meine Erwartungen an ein smartes Bewässerungssystem sind klar: Nicht nur ein stupider Zeitplan soll das kühle Nass auf den Rasen bringen, auch die Bodenfeuchtigkeit und das aktuelle Wetter soll darin einbezogen werden, um den Bewässerungszyklus ggf. auszusetzen.

Rückblick: In der letzten Saison nutzte ich das Fibaro Home Center um die Bewässerung in meinem Garten zu steuern. Dieses bietet für die Bewässerungszyklen einen Zeitplan, um per Zwischenstecker oder Relais eine Pumpe, bzw. ein Magnetventil zu schalten.

Eine Wetterbedingte Steuerung war vorgesehen, jedoch nicht out-of-the-Box automatisch integriert. Die „Regenverzögerung“ musste manuell- oder per virtual Device (welches wir hier zur Verfügung gestellt hatten) gesetzt werden.
Leider hatte Fibaro etwas an der API geändert, so dass eine automatische Steuerung per VD nicht mehr möglich war. Schade.
Ob diese Aufgabe nun das Gardena smart Control-Bewässerungssystem übernehmen kann?

Unboxing

Mit einem praktischen Tragegriff lässt sich das Gardena smart Control Starterset sehr bequem aus dem Baumarkt tragen :-). Darin befindet sich neben dem Sensor, welcher Bodenfeuchtigkeit, Helligkeit und Lufttemperatur messen kann, auch das Watercontrol. Dieses Magnetventil wird direkt an den Wasserhahn geschraubt, um die Wasserzufuhr zu steuern.
Um alle Geräte miteinander – und mit dem heimischen Netzwerk zu verbinden, liegt dem Gardena Starterset auch das hauseigene Gateway bei. Dieses kann wahlweise via LAN Kabel – oder per WLAN mit dem heimischen Netzwerkrouter verbunden werden. Die Gardena Geräte selbst funken mit einem proprietären Funksystem.

Ausserdem habe ich den Gardena smart Power Zwischenstecker getestet, welcher standardmäßig nicht im Starterset enthalten ist.

Gateway einrichten

„Viele Wegen führen nach Rom“ – und  so lässt sich das Gardena smart Gateway entweder via LAN Kabel oder per WLAN mit dem heimischen Router verbinden. Wer also ein Netzwerkanschluss am Router oder einem Netzwerkswitch frei hat, der kann dort das Gateway einstöpseln. Etwas flexibler geht es via WLAN, denn so kann das Gateway frei im Haus oder der Gartenlaube positioniert werden. WLAN Empfang vorausgesetzt.

Nach dem Verbinden des Gardena smart Gateway mit der Spannungsversorgung, bootet dieses im Hotspot-Modus, sofern es sich mit keinem anderen WLAN Netzwerk verbinden kann.
Das Passwort für das WLAN Netzwerk des Gardena smart Gateway ergibt sich aus den letzten acht-Stellen der Gateway ID. Diese findest du als Aufkleber auf der Unterseite des Gardena Gateway.
Ist dein Smartphone, Tablet oder Notebook mit dem Gardena Gateway verbunden, kannst du die Konfigurationsseite im Browser deiner Wahl öffnen. Du erreichst diese unter der IP: http://10.0.0.1
Das Passwort für den Admin Zugang ergibt sich wiederum aus den ersten Ziffern und Buchstaben der Gateway ID.

Viel gibt es auf der Konfigurationsübersicht nicht zu sehen – muss es ja auch nicht. Diese Seite ist nur dafür da, um das Gateway mit dem heimischen WLAN Netzwerk zu verbinden. Also fix die WLAN Netzwerke in der Umgebung suchen, das eigene auswählen, Passwort eingeben und weg hier.
Sehr positiv fällt auf, das die Seite gut responsive ist – also auch auf mobilen Geräten gut dargestellt wird.

Allerdings hätte ich mir diese Installationsroutine als Wizard in der Gardena Smartphone App gewünscht – denn diese brauchen wir nun für die weitere Installation sowieso.

Gardena App – verbindet die Geräte im Garten

Bevor wir so richtig loslegen können, brauchen wir noch einen Account bei Gardena und diesen müssen wir mit dem Gardena smart Gateway verknüpfen. Der Account selbst ist kostenfrei und bedarf neben Name und eMail Adresse noch unser Wunschpasswort.
Danach startet ein Installationsguide, welcher uns erklärt, das wir das Stromkabel vom Gateway in die Steckdose stecken – und das Gateway via LAN Kabel mit dem Router verbinden sollen. Gut das wir das alles schon gemacht haben. Den Installationswizard,  um das Gateway mit dem WLAN zu verbinden vermisse ich immer noch.

Um das Gateway nun mit dem eben erstellten Account zu verknüpfen, müssen wir mit dem Smartphone bzw. Tablet den QR-Code von der Unterseite des Gateway abscannen.
Beim ersten Anlauf hatte ich versehentlich das falsche Passwort für mein WLAN Netzwerk eingegeben, so das sich das Gardena smart Gateway nicht mit meinem Netzwerk verbinden konnte. Beim scannen des QR-Code sagte die App lediglich „ungültiger Code“. Wenig aussagekräftig diese Fehlermeldung.
Im zweiten Anlauf, als ich die Konfigurationswebseite nochmals besucht- und das WLAN Passwort richtig eingegeben hatte, klappte dann aber alles tadellos. Das Gateway wurde gefunden und mit dem Account verknüpft.
Warum man aber nicht einfach alle Informationen in den QR-Code hineinpackt, um nach dem scannen auch die WLAN Installationsroutine zu starten, bleibt mir weiter ein Rätsel.  Aber Okay – ich höre ja schon auf und werde zum vermissten WLAN Installationswizard nichts mehr sagen. ;-)

Grundsätzlich war es das schon für die Ersteinrichtung – jetzt nur noch den aktuellen Standort angeben, damit das Gateway die richtigen Wetterdaten beziehen kann. Inwiefern diese bei der Bewässerung eine Rolle spielen werden? Wir werden sehen.

Geräte anlernen – Sensor

Hinter dem Button „Gerät einbinden“ verbirgt sich eine Liste mit den kompatiblen Gardena Geräten. Neben der Gardena Pumpe, dem Irrigation Control (für mehrere Bewässerungskreisläufe) und den Rasenmährobotern der Serien Sileno Serie, findet sich auch die netatmo presence Kamera als „works with Gardena smartsystem“ Gerät wieder. Ich bin gespannt, welche Drittanbietergeräte hier bald noch auf der Liste stehen werden.

 

Und natürlich findet sich in dieser Liste auch der Gardena Power Zwischenstecker, das Water Control und der Sensor, welchen ich jetzt als erstes anlernen möchte.

Das Anlernen ist schnell gemacht: Klappe am Sensor öffnen, um 2x AA Batterien einzulegen, welche jedoch nicht im Lieferumfang enthalten sind (warum eigentlich nicht bei dem Preis?). In der App auf starten drücken, Knopf am Sensor drücken und beides ist fix miteinander verbunden.

Danach übermittelt der Sensor neben der Lufttemperatur auch die Helligkeit (gemessen in Lux), sowie die Prozentuale Bodenfeuchtigkeit an das Gardena System. Ganz praktisch ist auch, dass die Verbindungsqualität des Sensors zum Gateway in der App angezeigt wird. Dies vereinfacht das Platzieren des Sensors. Die Messwerte selbst trudeln im regelmäßigen Intervall in der Gardena App ein, wobei man diese auch just-in-Time durch ein Tipp auf den jeweiligen Sensorwert abfragen kann.

Wer eine Ähnlichkeit zum Koubachi erkennt – das kann durchaus sein. Schließlich hatte Gardena das Startup gekauft um Know How daraus zu ziehen. Letztendlich wurde die Marke Koubachi aber begraben und die Geräte werden bald nicht mehr als teurer Plastikschrott sein, wenn Gardena wie angekündigt, die Koubachi Server abschaltet.

Im direkten Vergleich ist der Gardena Sensor um einiges größer und hat am Ende des Sensors eine Art Baumwolle, welche sich mit der Feuchtigkeit im Boden vollsaugen wird. Der Koubachi setzte hier auf eine Metallfläche, welche per Widerstand die Bodenfeuchtigkeit ermittelt hat.

Zwischenfazit: Der Sensor arbeitet im Gegensatz zum Koubachi deutlich zuverlässiger. Die Schwäche des Koubachi war ganz klar die instabile WLAN Verbindung. Da konnte die Blume mit dem Koubachi darin, direkt neben dem Router stehen und die Verbindung brach nach einer Weile einfach weg.
Dafür ein Daumen nach oben für den Gardena. Was mir hingegen fehlt, ist die Möglichkeit die Messdaten als Verlauf anzusehen.

Gerät anlernen – Smart Plug

Auch der Plug ist auf die gleiche Weise anzulernen, wie der Sensor: In der App auf „Gerät verbinden“, dann den Smart Plug auswählen und die Taste am Smart Plug drücken. Danach kann dieser in der Gardena App ein- und ausgeschaltet werden. Beim Einschalten kann via DropDown sogar festgelegt werden, für wie lange der Zwischenstecker eingeschaltet bleiben soll. Auch Zeitpläne lassen sich für den Gardena smart Plug anlegen.

Ja, nur stupide Zeitpläne :-(  Ich hatte eine vollkommen falsche Vorstellungen von der Benutzung des Plugs.
Ich dachte, ich könnte mithilfe des Plugs mein Hauswasserwerk (Pumpe eines no-Name Herstellers), in einen intelligenten Bewässerungsplan integrieren, welcher auch den Sensor mit der Bodenfeuchtigkeit berücksichtigt. Leider Fehlanzeige.
Zwar kann ich nun die Pumpe per App ein- und ausschalten, diese auch mithilfe von Zeitplänen automatisch steuern – aber mit intelligenter Bewässerung hat das wenig zu tun.

Gardena smart Plug

Gardena sieht den Zwischenstecker dafür vor, das man darüber seine Außenbeleuchtung oder andere elektrische Geräte im Garten steuert. Laut kompatibler Geräte könnte ich aber die Gardena eigene „smarte Pumpe“ integrieren. Schade – da waren meine Erwartungen an den Plug wohl zu groß. :-(

Nichtsdestotrotz macht der Gardena Smart Plug bei einem Blick auf die technischen Specs gar kein schlechtes Bild:
IP44 Spritzwassergeschützt, bis maximal 3680 Watt, zweipolige Komplettabschaltung und ganzjähriger Einsatz bis zu Temperaturen von -20°C.

Gerät anlernen – Water Control

Gardena Water Control

Das Herzstück des Gardena smart Starterset ist damit klar der Watercontrol. Mit dem entsprechenden, beiliegenden Adapter passt er so gut wie an jeden Wasserhahn. Betrieben wird er mit 3x AA Batterien, welche ebenfalls in ein Batteriefach hinter einer Klappe eingelegt werden müssen. Auch diese Batterie sind im Starterset nicht enthalten. Schade.

Auch hier gibt es zum Anlernen nichts weiter zu sagen, ausser das es fix von der Hand geht.
Danach kann der Watercontrol, wie eben auch der Smart Plug, in der App unter „Zeitpläne“ ausgewählt werden. Mit dem Unterschied, das ich hier beim Erstellen des Zeitplan die Wahl habe zwischen:

  1. Gardena unterstützt (hilft dabei den optimalen Zeitplan anzulegen)
  2. Benutzermodus (Tag, Uhrzeit und Dauer manuell festlegen) -> wie bei dem Gardena Plug

Bei dem Gardena unterstützen Zeitplan wird es spannend, denn dieser führt mithilfe eines Wizards durch verschiedene Fragen:

  • ob die Pflanzen ausgepflanzt oder im Topf sind
  • Um welche Art von Pflanzen es sich handelt
  • Welche Art von Rasensprenkler man verwendet
  • ob die Pflanzen frisch gesetzt wurden oder schon etwas größer sind
  • ob die Pflanzen in direkter, indirekter Sonne oder im Schatten stehen
  • wie der Boden beschaffen ist
  • und an welchen Tagen grundsätzlich nicht beregnet werden soll

Ein bisschen erinnert mich dieser Wizard an die Koubachi App, denn auch dort konnte man die Pflanzenart festlegen, um abhängig von den Messwerten, detailierte Pflegehinweise zu erhalten.
Nun gut. Nach beantworten aller Fragen wurde der scheinbar für meinen Garten passende Bewässerungsplan festgelegt.
Weitere Zeitpläne, wie ich es bei der Gardena Steckdose problemlos machen kann, sind hier nicht möglich. Dabei würde ich gern mithilfe der Gardena Wasserverteiler Automatic weitere Bewässerungskreisläufe individuell bewässern.
Hierfür brauche ich aber anscheinend das Gardena „Irrigation Crontrol“ und die passenden Magnetventile.

Apropos Gardena Wasserverteiler Automatic: Dieses hatte ich bereits in der letzten Saison im Einsatz und werde es euch in den kommenden Tagen einmal vorstellen. So spart man sich das basteln mit Magnetventilen, wenn man mehrere Bewässerungskreisläufe hat und man kann dieses mit jedem beliebigen Smart Home System steuern. Stay tuned.

Bodensensor mit der Bewässerung verknüpfen

So, nun stehe ich da mit meinen optimierten Bewässerungs-Zeitplänen. Doch wie kommt jetzt der Bodensensor ins Spiel?

Dies geschieht in den Einstellungen des „Gardena Water Control“. Hier gibt es die Option: „Adaptive Scheduling“ – welche Standarmäßig deaktiviert ist.
Nach dem Aktivieren lässt sich nun der Sensor dem Water Control zuweisen, so dass die Bewässerungspläne ab sofort lediglich als Grundlage dienen. Ist der Boden zu trocken, würde nun auch an Tagen bewässert werden die zuvor im „normalen“ Zeitplan nicht ausgewiesen waren. Andersrum würden Bewässerungszeitpunkte auch übersprungen werden, wenn der Boden noch ausreichend feucht ist. Der Grenzwert hierfür lässt sich im „Adaptive Scheduling“ via Schieberegler festlegen.

Fazit:

In Summe erfüllt das Gardena smart Control System alle Anforderungen meines kleinen Gartens. Einige kleine Wünsche, wie der WLAN Einrichtungsassistent, Verlaufsdaten, Smart Plug als Pumpensteuerung und die Möglichkeit weiterer Bewässerungspläne bleiben aber noch offen. Wer mehrere Bewässerungskreisläufe hat, der muss wohl zusätzlich das Gardena Irrigation Control System kaufen, welches die Gardena Magnetventile ansteuert. Ob das Wetter einen Einfluss auf die Bewässerungssteuerung hat konnte ich im Test nicht erkennen. Das Erstellen der optimierten Bewässerungspläne und die Berücksichtigung der Bodensensor-Messwerte macht das Gardena Bewässerungssystem jedoch sehr intelligent und erfüllt damit alle Erwartungen, welche ich an ein smartes Bewässerungssystem habe.

ZWave-SmartHome
About The Author
crissxcross
crissxcross
Chris, gelernter IT-Systemelektroniker. Inzischen seit vielen Jahren im Produktmanagement tätig, spezialisiert auf Smart Home. Familienvater, ein Sohn. Apple Fan. Raus aus Dresden genießt er das Landleben in der sanierten "Kirchmühle". Historie tirifft smarte Technik.

Leave a Response

Installation
Funktionsumfang
Bedienung
Nutzen
Preis-Leistung