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Review

Koubachi Cloud-WiFi-Pflanzensensor: Wenn deine Pflanzen verstummen

by 14. August 2016
Postiv
  • hohe Messgenauigkeit
  • offene API - ermöglicht Integration in Smart Home Systeme
  • schickes Diesign
  • verwendet Standard AA BAtterien
  • Negativ
  • Cloud System
  • hoher Anschaffungspreis
  • "holprige" Ersteinrichtung
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    Hohe Messgenauigkeit und offene API machen den Koubachi zum perfekten AddOn für die Bewässerungssteuerung im Smart Home. Leider nicht mehr lange...

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    Ich habe mir den Koubachi Pflanzensensor zugelegt um das Fibaro Bewässerungspanel noch besser steuern zu können. Leider keine Lösung auf Dauer:

    Passend zum Wetter bin ich aktuell total gern Draußen in meinem Garten und finde es ziemlich cool, das sich Smart Home so schön mit dem Thema „Garten“ verbinden lässt! Vor kurzem hatte ich euch das Fibaro Bewässerungspanel vorgestellt, mit dessen Hilfe man in bis zu 5 Zyklen die Bewässerung in einer Art „Zeitschaltuhr“ planen – und mithilfe der Regenverzögerung das ganze auch intelligent werden lassen kann.

    Über das Thema habe ich in letzter Zeit viel mit Peter von Intuitech gesprochen und wir haben dazu einige Ideen ausgetauscht. Praktisch wäre ein Regensensor, um die Bewässerung intelligenter zu steuern! So könnte man anhand der gefallenen Regenmenge über die Zeitdauer der Regenverzögerung entscheiden. Peter´s Einwand fand ich dazu wirklich gut, er meinte:

    „Das kann man nicht pauschalisieren, wenn es lange nicht geregnet hat ist der Boden sehr hart, so dass wenig Wasser durchdringen kann. Daher ist die Bodenfeuchtigkeit wichtig“.

    Das war der entscheidende Punkt! Daher habe ich mich im Netz etwas umgeschaut, welches Gerät dafür in Frage kommt und bin auf Koubachi gestoßen. Um diesen WLAN Pflanzen-Sensor soll es in diesem Artikel gehen. Ich werde den Sensor kurz vorstellen und meine persönliche Meinung dazu Kund tun.

    Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr vorweg greifen, aber es wird in den nächsten Tagen / Wochen eine Fibaro Integration für den Koubachi geben und ausserdem arbeitet Daniel fleißig an einem Script, welches das Fibaro Bewässerungspanel mithilfe des netatmo Regensensor intelligent macht. Natürlich wird in diesem dann auch der Koubachi berücksichtigt.

    Koubachi - Fibaro Integaration

    Koubachi – Fibaro Integration

    Koubachi gibt deiner Pflanze eine Stimme

    Nun lasst uns aber mal über den Golfschläger sprechen, welcher in meinen Pflanzen steckt. Es ist alles andere als ein neues Produkt – im Gegenteil, die Zeit des Koubachi ist gezählt. Die Firma aus der Schweiz wurde von der Husqvarna Group gekauft und das Produkt ist EOL (End-of-Life)

    Dennoch gibt es derzeit nichts vergleichbares, dass die Bodenfeuchtigkeit misst und via API die Werte an ein Smart Home Gateway senden könnte.
    Vom Koubachi gibt es ein Indoor Pflanzensensor, sowie auch einen Outdoor Pflanzensensor, beide können die:

    • Bodenfeuchtigkeit
    • Luft-Temperatur
    • Helligkeit

    messen. Ausserdem gibt es eine Version 2 des WiFi Pflanzensensor, diese kann zusätzlich die Bodentemperatur messen und unterscheidet zwischen Sonnenlicht und künstlichen Lichtquellen.

    Koubachi Version 2 misst auch Bodentemperatur

    Koubachi Version 2 misst auch Bodentemperatur

    Und es gibt eine PRO Version, welche sich vor allem an Wissenschaftler, Züchter und professionelle Gärtner richtet. Bei dieser Version lassen sich Messintervalle, Messschwellen sowie Übermittlungsintervalle individuell einstellen und erlaubt den Zugriff auf Rohdaten.

    Ich habe mir den Indoor– sowie Outdoorsensor in der Version 1 gekauft und konnte (rein vom Gehäuse) keine Unterschiede feststellen. Die Verpackungen unterscheiden sich in den Farben grün – Indoor und Blau – Outdoor. So werden diese auch in der Smartphone, sowie Web-App angezeigt.

    wi-fi-in-outdoor-sensor (1)

    Beide sind mit einer Betriebstemperatur von 0 ° C bis 50 ° C angegeben. Für den Indoorsensor ist das okay, für den Outdoor in den Sommermonaten ebenfalls. Allerdings hätte ich gern Pflanzen, welche nur „eingeschränkt Winterhart“ sind, gern damit im Winterschlaf überwacht. Bewertungen auf Amazon raten ebenfalls vom Einsatz im Winter ab:

    Nicht geeignet für den Wintereinsatz draussen, bei niedrigen Temperaturen bildet sich an den Batterien Kondenswasser und die Innereien fangen an zu korrodieren, zuerst die Batteriekontakte.

    Ich werde es mal versuchen, im nächsten Winter….

    Unboxing & Installation

    Hier noch das obligatorische Unboxing und die Erstinstallation. Die Verpackung ist recht schick gemacht, darin eine Kurzanleitung und 2x AA Batterien, sowie der Koubachi Sensor.

    Das Schloss Symbol, unterhalb des Sensors mit einer Münze, Löffel, Messer, oder ähnlichen aufgedreht, kann die Klappe geöffnet und die Batterien eingelegt werden. Danach die Smartphone App für iOS – ja es es gibt auch eine Android App lasen. Der Koubachi WiFi Sensor eröffnet kein WLAN Netzwerk, sondern ein „Ad.Hoc-Netzwerk“ mit welchem man sich verbindet.

    Alternativ kann man das ganze auch über den Webbrowser machen, ist bei mir aber in Safari, Chrome und auch Firefox gescheitert. Nichts desto trotz, einen Online-Account benötigt man und diesen kann man sich kostenfrei auf der Koubachi Seite anlegen.

    Danach kannst du dir eine neue Pflanze anlegen – hierbei greifst du auf das große Verzeichnis von Koubachi zurück, welches viele Pflanzen und Informationen zu diesen vorhält. In der Tat hält das Verzeichnis viele Zimmerpflanzen vor, bei der Suche nach Gartenpflanzen wird es allerdings etwas dünn. Weintrauben-Pflanzen, Pflaumenbäume und ja selbst der Kirschbaum ist nicht zu finden. Wahrscheinlich war der Outdoorsensor das letzte Projekt, bevor die Husqvarna Group Koubachi kaufte und so das Ende einläutete. Warum soll man da noch das Verzeichnis weiterpflegen?

    Koubachi Web-App - neue Pflanze hinzufügen

    Koubachi Web-App – neue Pflanze hinzufügen

    Nachdem die eigene Pflanze digital konfiguriert wurde, sieht das ganze etwas aus wie „Frohe Ernte“ – alte StudiVZ Nutzer werden jetzt nickend vor dem PC sitzen. Quasi das Garten-Pokemon-Go. Eine Verknüpfung von Virtualität (Frohe Ernte) und der Realität in Form deines Garten ;-)

    Jetzt muss der Pflanze noch ein Sensor zugewiesen werden, über das Plus (+) gelangst du hier in den Wizard, welcher dich durch die Konfiguration begleitet.

    Koubachi - Frohe Ernte ;-)

    Koubachi – Frohe Ernte ;-)

    Eigentlich nichts großes: Lange (3 Sekunden) den Kopf am Koubachi drücken, bis die LED orange leuchtet. Dann sollte dein Notebook, PC, iPad oder iPhone ein Ad-Hoc WLAN namens „Koubachi ….“ finden. Sobald du dich mit diesem verbunden hast, gehts im Konfigurationswizard weiter. Jetzt scant Koubachi die verfügbaren WLAN Netzwerke – ja, WLAN sollte in deinem Garten verfügbar sein ;-) . Netzwerk auswählen, WLAN Passwort eingeben, fertig. Soweit zur Theorie, ich habe 5 Anläufe gebraucht. Irgendwann ging es. Schaut man in die Amazon Rezensionen, so bin ich wohl nicht allein.

    Der grüne smarte Daumen

    In der Smartphone App, aber auch in der Web-App steht: Nächste Übertragung in 23 Stunden. Da hab ich erstmal geschluckt, aber der Sensor überträgt dennoch brav jede Stunde die Werte. Das heißt: Bodenfeuchtigkeit, Temperatur und Helligkeit – sowie Akkuleistung!

    Die Werte scheinen sehr genau zu sein, jedoch benötigt die Koubachi App einige Stunden – bis hin zu Tagen für eine detaillierte Analyse, um festzustellen ob es deiner Pflanze in dieser Umgebung gut geht. Danach erhältst du in der App Informationen, ob du die Pflanze gießen, besprühen oder düngen musst.

    Koubachi Pflegehinweise

    Koubachi Pflegehinweise

    Also alles was man Wissen muss, um eine Bewässerung intelligent zu machen. Das hatte Koubachi sogar vor, das ganze nannte sich „Koubachi Smart Watering“ – Franziska hatte letztes Jahr hier auf siio berichtet. Das Projekt wurde aber nicht mehr umgesetzt, denn Koubachi wurde – wie mehrfach erwähnt – von der Husqvarna Group aufgekauft. Findige siio Leser wissen, zu der Husqvarna Group gehört auch Gardena. Ja, daher findet sich auf den Gardena Rasenmähern auch hier und da mal ein Husqvarna Aufkleber. … Und Gardena, das sind doch die – welche den „smart Garden für sich entdeckt haben„. (Franziska hatte im August letzen Jahres hier auf siio bereits über die Übernahme von Koubachi von der Husqvarna – Gardena Group berichtet.)

    Koubachi Outdoorsensor

    Koubachi Outdoorsensor

    Gardena ist inzwischen mit ihrem „smart Garden“ Portfolio im Markt, welches Mähroboter und intelligente Bewässerungssysteme umfasst. Auch ein Bodenfeuchtigkeitssensor gehört zum Programm. Wohl eines der Gründe, weshalb Kouchbachi keine Zukunft mehr hat.

    Cloud: Wenn deine Pflanzen verstummen

    Koubachi gibt deiner Pflanze eine Stimme – so der Werbeslogan. Das ganze stimmt bis Ende 2018, denn solange bleiben die Server am Netz. Eine Cloud-Lösung, welche uns nach Revolv (wir haben berichtet) wieder einmal zeigt, wie schnell die teure (Smart Home) Hardware in unserem Zuhause, quasi über Nacht einen Wert von 0,- Euro erreicht.

    Nach der Akquisition durch die Husqvarna Group und der Verfügbarkeit des GARDENA smart system, stoppt Koubachi den Verkauf seiner eigenen Produkte. Die Koubachi Server durchlaufen eine Übergangsphase von 3 Jahren. Wir garantieren dir das unsere Systeme nicht vor Ende 2018 heruntergefahren werden.

    Koubachi garantiert also noch eine Verfügbarkeit der Server bis Ende 2018 – nicht mal mehr 3 Jahre. Ohne die Server ist der Sensor ein Stück dumme Hardware, welcher seine Messwerte ins Leere überträgt.

    Koubachi Outdoorsensor

    Koubachi Outdoorsensor

    Wie Eingangs beschrieben, gibt es derzeit leider keine echte Alternative, welche sich in ein Smart Home System einbinden lässt. Das Gardena Smart System verfügt aktuell noch nicht über eine API. Daher wird Daniel alias BoomX in einem seiner nächsten Artikel die Integration in das Fibaro Home Center vorstellen. Dieser Artikel wird ein Baustein für das intelligente Bewässerungspanel sein. Wir bauen quasi das „Koubachi Smart Watering“ auf der Fibaro nach ;-)

    Noch ein persönliches Statement von mir an Gardena: Es gibt viele User, vor allem Early-Adopter, welche die Koubachi Hardware Zuhause haben. Von daher mein Appell: Lasst die Koubachi Server bestehen, so das die Hardware nicht mit einem Schlag nutzlos wird. Dies wäre nicht nur ein weiterer Grund das Vertrauen an die Cloud zu verlieren, nein – auch ein Grund keine Cloud Systeme mehr zu kaufen. Ist das Gardena Smart System nicht auch Cloud basiert? – Ich bin die gesamte Woche auf der IFA und würde mich über ein persönliches Gespräch mit jemandem von Gardena freuen.

    Gardena "smart" - Nachfolger von Koubachi nach der Übernahme

    Gardena „smart“ – Nachfolger von Koubachi nach der Übernahme

    Fazit:

    Die Koubachi WiFi Sensoren sind nicht besonders günstig. Inzwischen werden Sie nach der Übernahme nicht mehr verkauft, aber bedenkt man, dass der Sensor über 100 Euro gekostet halt und dieser bald komplett die Funktion und damit den Wert verliert, kommen einem schon die Tränen.

    Dennoch gibt es aktuell keine Alternative, geht es darum die Bodenfeuchtigkeit zu ermitteln um seine Bewässerung intelligent zu steuern. Hierbei erledigt Koubachi seine Arbeit in Perfektion! Die Messwerte sind äußerst genau, welche der Sensor brav jede Stunde an die App und API übermittelt. Die Weboberfläche ist sehr liebevoll und detailliert gestaltet – lediglich die Erstinstallation ist etwas holprig.

    Wer sein Garten intelligent bewässern will und nicht nur auf die Wettervorhersage oder die netatmo vertraut, kommt aktuell nicht um den Koubachi als „AddOn“ herum.

    siio-App
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    crissxcross
    crissxcross
    Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
    • Carlo
      14. August 2016 at 11:35

      Ich habe einen Koubachi Outdoor Sensor den ich verkaufen werde. Ich habe ihn nur ein paar Monate benutzt und habe erkannt dass mein grüner Daumen besser funktioniert als die Gießvorschläge der am Sensor angeschlossenen Server.

      Die Fibaro Lösung interessiert mich trotzdem ungemein, nur denke ich das es solche Produkte fertig zu kaufen geben muss.

      Cloud basierte Homeautomation kommt für mich in Zukunft absolut nicht mehr in Frage. Mal sehen wie lange die Netatmo Geräte noch laufen oder die Withings Waage…

    • Trixxon
      14. August 2016 at 14:02

      Sehr schöner Beitrag und ich bin immer wieder begeistert, was ihr so alles aufstöbert. Aber ich habe mittlerweile komplett Abstand von Cloudlösungen genommen in jeglicher Hinsicht, da man permanent abhängig ist von irgendwelchen Firmenveränderungen, den Sicherheitsaspekt mal außen vor gelassen.

    • Hannes Meiser
      14. August 2016 at 21:33

      Ich habe seit Jahren den Koubachi und bin sehr zufrieden. Habe einiges über meine Pflanzen gelernt und seitdem ist auch keine mehr kaputt gegangen. Als ich das gelesen habe, dass die Server abgeschaltet werden, war ich sehr enttäuscht. Zumal ich nicht verstehe warum Husqvana die Server nicht weiter betreibt bzw in ihr Gardena System integriert

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