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WD Smart-Home: Z-Wave Geräte kurz vorgestellt #1

by T.Renner7. August 2016

In meinem letzten Artikel hatte ich euch bereits die Western Digital My Cloud NAS – sowie die Möglichkeit diese zum Smart Home Gateway zu verwandeln präsentiert. In diesem Artikel schauen wir uns mal einige Z-Wave Geräte ein wenig genauer an.

Der POPP Smoke Detector

Die Rückansicht mit abgenommenem „Hirn“ die Z-Wave Funkplatine die den Rauchmelder erst „smart“ macht

Als erstes schauen wir uns den Popp Rauchmelder an, unter welchem der Rauchmelder von FlammEx profi Serie steckt. Diesen gibt es mit optionalem Funkmodul von FlammEx. Der Hersteller POPP hat auf diesen Steckplatz „einfach“ ein Z-Wave Modul gebaut. Diese Rauchmelder arbeiten auch weiterhin autark und alarmieren im Rauch- bzw. Brandfall alle in Reichweite liegenden Rauchmelder von Popp – und zwar ganz ohne Szene. Die Rauchmelder müssen sich lediglich im gleichen Z-Wave Netzwerk befinden

Die Stromversorgung übernimmt eine handelsübliche 9V-Block-Batterie, mit welcher man angeblich bis zu vier Jahre auskommen sollte. Der Ladestatus lässt sich jederzeit anhand einer eingebauten LED sowie mittels App (nach Einbindung in das Z-Wave Netzwerk) ermitteln. Ein akustisches Signal wird zudem aktiviert, sobald sich die Batterieleistung ihrem Ende neigen sollte.

Ein weiteres Feature der Popp Rauchmelder ist die schaltbare Sirene, die sich bei entsprechender Szenen-Einbindung auch hervorragend im Falle eines Einbruchs oder Wasserschadens als Alarm nutzen lässt.

Z-Wave Popp Rauchmelder

Der Fibaro Smoke Sensor

Neben den beiden POPP Rauchmeldern befand sich auch der kombinierte Fibaro Hitze- und Rauchmelder in meinem Testpaket. Klein und unauffällig schmiegt er sich in jeden Wohnraum ein. Er hat zwar keine ansteuerbare Sirene wie der Popp Rauchmelder, verfügt statt dessen aber über einen Hitzemelder. So besteht die Möglichkeit, die Raucherkennung abzuschalten und den Sensor in der Küche zu nutzen. Dort, wo herkömmliche Rauchmelder oftmals Fehlalarme auslösen, weil sie Dampf von Rauch nicht zu unterscheiden wissen.

Fibaro Rauchmelder

Fibaro Rauchmelder

Die Temperaturschwelle für den Hitze-Alarm ist in den „Experteneinstellungen“ einstellbar. Ich habe sie erst einmal auf 60°C eingestellt und muss dann eventuell in der Heizperiode noch etwas nachjustieren. Theoretisch ließe sich mit dem Temperatursensor auch die Raumtemperatur an ein Thermostat am Heizkörper weiterleiten. Hierbei ist die Montage unter der Decke allerdings nicht ganz optimal – warme Luft sammelt sich ja bekanntlich unter der Decke.

Unfreiwillig durfte ich zudem die Robustheit des Fibaro Hitze- und Rauchmelders testen:

Am Gehäuse sind zwei vorgegebene, aber nicht vorgebohrte Stellen, an denen man den Bajonettverschlussdeckel mit Schrauben an der Decke befestigen kann. Da ich erstmal nicht das schöne Gehäuse durchbohren wollte, habe ich es mit doppelseitigen Klebeband einer bekannten Marke probiert. Irgendwann meldete sich allerdings die App auf meinem Smartphone: Die Verbindung zum Fibaro Rauch- und Hitzemelder sei abgebrochen!

Nach dem Gang in die Küche wurde aus Angst Gewissheit. Alle Einzelteile waren nach dem Absturz auf dem Fliesenboden verteilt: die Platine, sämtliche Gehäuseteile und auch die Batterie. Ich hatte schon die Befürchtung, dass er durch den unsanften Sturz das Zeitliche gesegnet haben könnte, aber Fehlanzeige. Nicht mal eine Plastiknase am Gehäuse war abgebrochen – und nach drei Minuten war das Gerät wieder einsatzbereit! Auch sonst macht die wertige Verarbeitung des Gerätes Spass und relativiert den höheren Anschaffungspreis gegenüber der üblichen Baumarkt Rauchmeldern.

Übrigens: Damit der Rauchmelder von Fibaro mit den Popp Rauchmeldern kommunizieren kann, muss man bei diesem die „Assoziation“ setzen. Im Deutschsprachigen Menü zu finden unter „Anwendungen > Geräte- und Elementverknüpfung“.

POPP Solar Aussensirene

Popp Solar Außensirene

Popp Solar Außensirene

Bei der Popp Außensirene handelt es sich um eine autark versorgte Alarmsirene für den Ausseneinsatz. Eine Aluminiumplatte mit Magnet dient als Aufhängung und gleichzeitig als Manipulationsschutz. Sobald die Sirene also einmal in die Halterung eingerastet wurde, gibt sie Alarm, sobald man versucht, sie wieder zu lösen. Denkt also daran, wenn ihr beim Einbau ein wenig experimentieren müsst. Unter Umständen geht die Sirene direkt neben eurem Ohr los!

Dank integriertem Solarmodul muss man sich um Batterielaufzeiten oder Stromkabel glücklicherweise keine Sorgen machen. Für eine vollständige Ladung reicht laut Hersteller ein durchschnittlicher Sonnentag aus. Danach soll die Leistung für 50 Tage dunkle Tage ausreichen.

Nachdem die Sirene geladen, aktiviert und inkludiert ist, taucht neben dem Alarmschalter eine Temperaturanzeige auf. Die Aussentemperatur habt ihr also theoretisch auch direkt im Blick.

Kleiner Pferdefuss: Das Temperaturmodul ist vom Hersteller als Schutz für die Sirene gedacht ( falls ein findiger Bösewicht die Sirene per Hitze zerstören will= und nicht für die Aussentemperatur. Da die Sirene Sonnenlicht braucht, habt ihr natürlich nicht gerade die Werte im Schatten, sondern die eher höhere Werte – plus die der aufgewärmten Fassade.

Der Klang der Sirene ist laut und durchdringend. Erinnert mich an den abstürzenden Nokia-Klingelton, weniger aber an eine klassische Alarmsirene. Ihren Zweck, Aufmerksamkeit zu erzeugen erfüllt sie aber auf jeden Fall. Die verschiedenen Alarmsignale können zudem verschiedenen Ereignissen wie z.B. einem Einbruch o.a. zugeordnet werden.

Tipp: Denkt bei eurer Alarmszene an eine gewisse Verzögerung, bevor der Alarm los geht, damit ihr selbst die Möglichkeit habt, die Alarmanlage auszuschalten.

Fibaro Tür- Fensterkontakt

Fibaro Tür- Fenstersensor

Fibaro Tür- Fenstersensor

Was wäre eine Alarmanlage ohne die passenden Tür- oder Fenstermelder? Der Fibaro Tür- und Fenstersensor wird im Gegensatz zu den meisten anderen Z-Wave Geräten mit einer ER14250 Zelle versorgt. Auch er hat auf der Rückseite einen schon weiter oben beschriebenen Manipulationsschalter.

Der Fibaro Tür- und Fenstersensor beschränkt sich im Auslieferungszustand auf den reinen Öffnungs-/ Schliesskontakt. Ihr habt also zwei Teile: den eigentlichen Sensor und einen kleinen Magneten, den ihr an Tür oder Fenster anbringen könnt.

Wenn ihr das Gehäuse öffnet, findet ihr neben der LED den winzigen Inklusionstaster. Zusätzlich fällt die kleine Klemmbrücke auf, über die ein zusätzlicher Temperatursensor wie zum Beispiel der DS18B20 angeschlossen werden kann. Hierzu hatten Chris auf siio ja bereits eine kleine Anleitung geschrieben: Fibaro Fensterkontakt mit Temperatur & Binär Eingang

Auch der Anschluss eines externen Tasters als Binärkontakt ist hier möglich. Der kleine, aber elegante Kontakt wird auf jeden Fall meine erste Wahl für ein zukünftiges Projekten werden. Zum Beispiel für die Steuerung der Dunstabzugshaube in Kombination mit einem Fibaro Zwischenstecker. Beim Betreiben einer Feuerstätte darf die Dunstabzugshaube nur dann genutzt werden, wenn auch ein Fenster geöffnet ist. Zwar ist seit über 70 Jahren mit dem offenen Küchenherd alles gut gegangen, aber man will es sich mit dem Schornsteinfeger ja auch nicht verscherzen.

Philio 3-in-1 Tür-Fenstersensor

Philio Tür- und Fensterkontakt

Philio Tür- und Fensterkontakt

Das nächste Gerät im Bunde ist der Philio 3in1 Türsensor. Neben dem klassischen Reed Kontakt Sensor, der den Öffnungszustand signalisiert, hat er einen zusätzlichen Bewegungsmelder, einen Temperatursensor sowie einen Helligkeitssensor an Bord.

Dadurch bietet er sich darüber hinaus auch für Lichtsteuerung sowie Heizungssteuerung und natürlich die klassische Alarmsteuerung an.

Der Philio ist insgesamt rund 30% größer als der vorher beschriebene Fibaro Kontakt und wird mit einer CR123A versorgt. Aktuell an der Hoftür im Einsatz, wird er in naher Zukunft auch die Lichtsteuerung im Flur übernehmen.

Übrigens: Im Gegensatz zu den anderen Helligkeitssensoren z.B. im Multisensor von Aeotec gibt der kleine Philio seine Helligkeitswerte nicht in Lux, sondern in Prozent an die Z-Wave Basis weiter.

Dies war die erste Vorstellungsrunde der Z-Wave Geräte in meinem Smart Home. Im zweiten und vorläufig letzten Teil zu meinem Erfahrungsbericht des WD-MyCloud SmartHome soll es unter anderem um Z-Wave Bewegungsmelder, Wassermelder und den Fibaro Plug gehen.

siio-App
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T.Renner
Mach schon Platz ich bin der Landvogt!Mit 37 Jahren wage ich jetzt den Einstieg in die Welt des Smarthome mit der WD myCloud Mirror und Z-Wave Stick. Sonst sind meine Hobbys eher nostalgisch angehaucht...ich sammle und restauriere Hochdruckvergaserlampen wie z.B. Petromax und Coleman oder führe meine inzwischen 116 Jahre alte "Heidi" (schweizer Infanteriegewehr IG96/11) als Sportschütze auf dem Schiesstand aus. Also alles was raucht, brennt, kracht war bisher mein Metier. Neuerdings dann auch noch die Heimautomatisierung und das ist leider genauso ansteckend wie die bisherigen Hobbys ;-)

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