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Mein Kraftwerk: Mini PV von Kioto

crissxcross
Geschrieben von crissxcross
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Auch wenn die Photovoltaik Ausbeute gerade jetzt in den Wintermonaten extrem gering ist, soll Mini-PV hier im Blog ein Thema sein.
Wie ich die tief stehende Sonne bestens mit dem „Mein Kraftwerk“ von Kioto genutzt habe, das liest du hier.
Begonnen hatte alles im Frühling letzten Jahres mit zwei PV-Modulen. Ich berichtete hier: Aufs Dach gestiegen – die Mini PV Anlage ist montiert
Damals las ich viel zu dem Thema und stieß im Bezug auf Mini-PV und Balkonkraftwerken immer wieder auf die Hersteller:

  • Kioto – Mein Kraftwerk
  • EET – Solemate; Lightmate
  • Simon – PlugIn PV-Modul

Kioto Mein Kraftwerk liegt auf dem SIMON CPE

Vergleicht man diese in Punkto „Preis pro Watt“ mit No-Name Systemen aus Shops wie solar-pac oder Greenakku, so fällt doch schnell der Preisunterschied auf auf. Was können diese Systeme also besser? Diese Frage wollen wir klären und schauen uns die drei genannten Systeme in den nächsten Wochen und Monaten mal etwas genauer an. Los geht es mit dem Kioto „Mein Kraftwerk“

Vorn: SIMON CPE; links auf dem Dach: Module von Solar-pac; rechts Kioto

Kioto – Mein Kraftwerk

Auffällig macht das Kioto Panel seine Designreichen Verzierungen die, by the way im Verbund mit weiteren Modulen ein großes, zusammenhängendes Muster ergeben. Wer nicht so drauf steht, der kann die Module auch ganz ohne Schnörkeleien bekommen, die dann auch noch 10 Watt mehr Peak Leistung hervorbringen.

In Zahlen heißt das: Hat man sich für die Designvariante entschieden, darf man sich über eine Maximale Leistung von 290 Watt Peak freuen. Verzichtet man auf die gelben Linien – welche aber meiner Meinung nach ein echter Eye-Catcher sind, so schafft das Modul sogar 300 Watt Max-Leistung.

Kioto „Mein Kraftwerk“ – Muster ergibt bei mehreren Modulen ein Gesamtbild

Eine Halterung gehört, wie auch das Anschlusskabel nicht zum Standardlieferumfang.
Wer das „Mein Kraftwerk“ aufständern will, oder auf dem Dach montieren möchte, der muss bei anderen Anbietern schauen, denn von Kioto selbst gibt es da nichts. Hier ist lediglich zu beachten, dass es sich um eine 40-iger Rahmenhöhe (also das Modul ist 4cm hoch) handelt. Somit sind alle erhältlichen Halterungen für Flachdach, Ziegeldach und Aufständerung kompatibel. Wie gesagt: Lediglich Klemmhöhe beachten.

Kioto Mein Kraftwerk

Unboxing „Mein Kraftwerk“

Geliefert wird das Kioto Mein Kraftwerk in einem unauffälligen braunen Karton, welcher zugleich die Bohrschablone ist.
Bohrschablone? Für was? 🧐 Aber dazu gleich mehr.

Lieferung des Kraftwerk in unauffälligen Karton

Ansonsten ist „Mein Kraftwerk“ sofort einsatzbereit, denn der Micro-Wechselrichter ist bereits an der Modulrückseite verbaut und fertig verkabelt. Besonderheiten des Wechselrichters: ENS integriert nach VDE AR-N 4105, Schutzklasse 1, Topologie: Transformator/galvanisch getrennt.
Hier setzt man übrigens auf den Markenhersteller AE-Conversion unter den Micro-Wechselrichtern.
Dieser verwendet die Wieland Mini Buchsen. Ein entsprechendes Anschlusskabel auf Schuko Stecker kann separat dazu bestellt werden – denn zum Standard-Lieferumfang gehört leider kein Anschlusskabel.

Wechselrichter am Kioto Mein Kraftwerk

Hier werden die Kritiker sicher wieder laut aufschreien (nutzt gern unten das Kommentarfeld unter dem Beitrag 😄 )

Das darf doch so nicht sein?! Die VDE sagt doch, es braucht eine separate Einspeisesteckdose!

Nun, die Norm gibt aber auch vor, innerhalb von wieviel Millisekunden die Anschlüsse Spannungsfrei geschaltet werden müssen. Dies hält das Kioto „Mein Kraftwerk“ ein und kann somit per Schuko-Stecker betrieben werden.
Wer mehr als ein Modul installiert, der kann auf „Verteilerblöcke“ zurückgreifen, um so zwei Module miteinander zu verschalten. Es können in einer Installation auch mehrere Verteiler mit Wieland Mini Anschluss genutzt werden

Wieland Mini Verteilerblock, zum Anschluss mehrerer Module

Das Modul wiegt 23kg, hat eine Abmessung von 1,70 x 0,99 Metern, die Ecken sind abgerundet, so dass das Modul wie ein übergroßes iPhone an der Wand erscheint.
Moment mal, Wand? Ja ganz richtig gelesen, denn der Hersteller Kioto bietet optional Schienen für die Wandmontage an. Und nun wird auch klar, welchen Nutzen die Bohrschablone auf dem Umkarton hat.

Kioto Mein Kraftwerk an der Wand im Sonnenuntergang

Wandmontage des Kioto „Mein Kraftwerk“

Auf der Südseite meines Hausdaches ist bereits die Solarthermie montiert und da fand ich die Idee der Wandmontage recht sexy.
Dank der Design-Bedruckung war die Genehmigung der Regierung daheim schnell eingeholt.
Für die Montage bedarf es mindestens zwei Personen. Wir hatten Glück und ein befreundeter Nachbar war interessiert was wir dort installieren. So wurde dieser just miteingespannt. Bloß gut, wie sich im Laufe der Montage herausstellte.

Verpackung des Kioto dient als Bohrschablone

Das Ganze klingt zunächst trivial: Bohrschablone ausschneiden, an die Wand anhalten, anzeichnen, bohren, fertig.
Leider ist dem ganz und gar nicht so, wie wir nach dem ersten Versuch feststellen mussten.
Denn die Montageschienen haben jeweils nur ein (1) Langloch. Lassen sich also entweder minimal in der waagerechten, oder senkrechten korrigieren.
Hier ist äußerste Präzision erforderlich, denn zum Schluss müssen die 4 Stifte auf den Schienen, Milimetergenau in die Halterungen des Moduls passen. Da ist kein Spiel!

Montage der Wandschienen für das Kioto

Grundsätzlich eine gute Idee, denn so sieht man zum Schluss keinerlei Schrauben und das macht schon was her.
In der Praxis erfordert das ganze jedoch viel handwerkliches Geschick – welches ich persönlich nicht habe.
Gut das ich mit meinen zwei linken Händen nur zum halten und Bier holen abgestellt wurde.
Erwähnte ich schon das es sich als hilfreich erwiesen hat, dass der Nachbar vorbei kam 🙃

Schienen oben und unten müssen auf den Milimeter passen

Wir entschieden uns, auf die Borschablone zu verzichten und alles via Hand und Senklot zu vermessen.
Sind die Schienen erst einmal (zu 100% korrekt) montiert, ist der Rest ein Kinderspiel. Modul ansetzen und via Imbusschaube an allen vier Ecken fixieren.
Auch hier stellten sich die zwei zusätzlich helfenden Hände als äußerst hilfreich heraus.

Das erste Modul ist montiert – Mein Kraftwerk

Dank des Verteilerblocks mit dem Wieland-Mini Anschluss, verläuft nur ein AC-Anschlusskabel von Steckdose zu den Modulen, welches übrigens an jeder beliebigen Ecke herausgeführt werden kann, da eine entsprechende Vorrichtung an jeder Eckkappe eingearbeitet ist.

„Mein Kraftwerk“ im Alltag

Zunächst sei gesagt, dass sich das Kioto „Mein Kraftwerk“ mit seinen Design-Elementen an der Hauswand in das Gesamtbild extrem gut einschmiedet.
Wobei ich es mir auch auf dem Dach oder als Balkongeländer bzw. an jeder anderen Fassade oder Wand gut vorstellen kann.

Beide Kioto Mein Kraftwerk Module fertig montiert

Aber zugegeben: Eine senkrechte Montage an der Wand ist alles andere als die ideale Ausrichtung von PV-Modulen, bedenkt man, das der beste Winkel 30° bis 45° zur Sonne beträgt.
Doch gerade jetzt in den Wintermonaten, wo die Sonne am tiefsten steht, habe ich hervorragende Ergebnisse mit den Kioto Modulen erzielen können.
So habe ich auf meinem relativ flachen Schuppendach, dessen zwei Module mit je 305 Watt Peak in Richtung Westen schauen, im Schnitt nur 50-60 Watt in Spitzenzeiten im Monat Dezember „ernten“ können.
Die Kioto Module mit ihren jeweils 290 Watt Peack hingegen, welche ebenfalls Richtung Westen schauen und senkrecht an der Hauswand montiert sind, haben locker das Doppelte geschafft. An sonnigen Dezembertagen zusammen sogar um die 200 Watt.

Wie sich die senkrechte Wandmontage in den Sommertagen auswirken wird und vor allem die fehlende Belüftung der Module, dass muss sich zeigen.
Der Dachvorsprung sollte zumindest so knapp sein, das er keine, oder nur minimale Schatten auf die Module wirft.

Fazit

Kurzum, die Module sind sexy!
Das Design macht wirklich was her und lässt das Kioto „Mein Kraftwerk“ eben nicht wie PV-Module aussehen.
Egal ob auf Dach oder Hauswand, das Kioto kann meiner Meinung nach überall seinen Platz finden.
Besonders schön ist der Grundgedanke der Erweiterbarkeit, welcher sich durch das gesamte Produkt zieht. Angefangen von den Designelementen, welche zusammen ein großes Bild ergeben, bis hin zu den Blockverteilern, mit welchen sich mehrere Module an eine Zuleitung anschließen lassen.

Die Wandhalterung ist stabil und hält bisher sogar Herbststürmen aus. Von der Konstruktion würde ich mir jedoch eher ein Hakensystem – ähnlich wie bei Küchen (Hänge-)Schränken wünschen. Denn dies würde die Montage um Lichtjahre vereinfachen.
Von der Qualität der Module gibt es nichts zu meckern, diese machen dank dem 3,2mm dicken und gehärteten Glas einen soliden Eindruck. Auch die Abrundung der Ecken durch Plastik Profile hat seinen Charme.

Wer also Module sucht, die sich top in das Gesamtbild einschmieden, der findet bei Kioto „Sein Kraftwerk“.
Die Amortisation sollte aufgrund des Preises von knapp 530 Euro allerdings hinter dem Aspekt der Designaffinität stehen.
In unserer Serie geht das Kioto „Mein Kraftwerk“ nicht nur als das Designaffinste Mini PV System ein, sondern auch als jenes, das mit gewieften Extras für beste Erweiterbarkeit glänzt.
Die Wandmontage ist schick und die Anschlussmöglichkeiten raffiniert. Wer indes eine Dachmontage bevorzugt, kann auf Standardhalterungen zurückgreifen und wird bei Anbietern wie solar-pac.de fündig.

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

crissxcross

crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

19 Kommentare

  • Sieht wirklich sexy aus.
    Geil geschrieben.

    Frage: Ich habe keinen 2 richtung Zähler. Kann ich da auch diese Mini Anlagen verwenden um tagsüber den Kaufstrom zu reduzieren.??

    Grüße und weiter so.

    Micha

    • Sobald du bei deinem Netzbetreiber die Mini PV anmeldest (das geht über eine sogenannte vereinfachte Anmeldung – einige Anbieter halten dafür schon ein DINA4 Blatt bereit. sonst formlos per Mail) , muss der Netzbetreiber dafür sorgen, das dein Zähler nicht rückwärts läuft. Sprich du wirst einen neuen Zähler bekommen.

  • Auch wenn die Anschaltzeiten eingehalten sind, ist es nicht zulässig diese Anlagen an eine Schuko-Steckdose anzuschließen!! Schon traurig was manche Medien für ein bisschen Geld so von sich geben!

    • Zunächst distanziere ich mich davon, das der Beitrag durch irgendjemanden finanziert ist.

      Zum anderen, wo steht das es verboten ist?
      Die Abschaltzeiten werden eingehalten und damit besteht keine Gefahr im Falle einer Berührung / Kontakt.
      Weiterhin kann der Netzbetreiber niemandem vorschreiben, wie die Installation auf der Hausseite aussieht. Dazu ist er nicht berechtigt und hier gibt es einschlägige Gerichtsurteile, welche Netzbetreibern Amtsanmaßung zugesprochen haben, als diese von den Kunden eine Einspeisesteckdose oder ähnliches gefordert haben.

      Und zuletzt sei angeführt das eine Untersuchung des PI Photovoltaik-Instituts Berlin zusammen mit der HTW Berlin und der Firma Indielux bewiesen hat, das:

      „… es in jedem Haushalt mit Sicherungsautomaten ohne Sicherheitsbedenken möglich ist, bis zu 2,6 Ampere (Ca. 630 Wp, entspricht 2 PV-Modulen) mit steckbaren Solar-Geräten einzuspeisen.“

      • Korrekt wiedergegeben !!! Das mit dem Stecker ist mal wieder so eine Alibifunktion, damit ein Installationsunternehmen etwas verdient. So schafft man nur Hürden und schürt Bedenken.

  • Wie machst du das denn mit deiner vorhandenen Anlage im Schuppen? Du hast dann ja womöglich Überschuss den du verschenkt, oder hast du soviel „Immerverbrauch“?

    • Seit dem Betrieb (Oktober 2019) also in den Wintermonaten, bin ich noch nie in die Einspeisung gekommen.
      Ab Februar / März wird es spannend. Dann habe ich aber viele Geräte die den Strom abnehmen wie Heizung des Wasserbett, E-Patrone Warmwasserboiler, E-Heizung Badezimmer. Da sollte also so schnell nichts ins Netz verschenkt werden.

  • Habe gestern, Do. 16.1. mein Minikraftwerk mit zwei 335 W Modulen in Betrieb genommen. Der Hammer. 1,6 kWh an diesem sonnigen Januartag. Ausrichtung aufgeständert auf Garagendach ist optimal. Das Ganze gibt’s für unter 800 Euro bei Carpe Diem in Weingarten inkl. allem Montagezubehör, Steckern und Kabel und Messgerät. Amortisationszeit 4 Jahre.

  • Vielen Dank für den inspirierenden Artikel!

    Spricht denn etwas dagegen (außer der nicht optimalen Ausrichtung) das Modul statt an der Wand auf einem flachen Schuppendach zu montieren?
    Es geht mir vor allem um möglicherweise zu große Hitze.

  • Ich verfolge ja nun schon eine ganze Weile mit Begeisterung deine Beiträge zu den Balkonkraftwerken hier. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für eine Anlage mit Monomodulen entschieden.

    Mein Problem an der Stelle ist aber, dass die Module ja mittlerweile, so wie auch bei der Anlage von Werner Weiss hier, 335 Wat je Modul haben. Damit würde ich ja über der Grenze von 600 Watt liegen. Kann ich die Anlage dann überhaupt noch als Balkonkraftwerk anmelden und mit Schukostecker betreiben?

    300 Watt mono Module gibt es eigentlich kaum noch im Set. Dann müsste ich ansonsten auf eine Poly Anlage gehen. Die haben noch etwas weniger Leistung und ich wäre dann im grünen Bereich, also unter der 600 Watt Grenze.

    Kann da mal einer was zu seinen Erfahrungen schildern. Bekomme ich Probleme wenn ich eine 670 Watt Anlage beim Netzbetreiber anmelde?

  • @ecki wenn es dabei bleibt kannst du die auch so anschließen, eine leichte überbelegung ist nicht so das Problem, anders wäre es wenn du ein drittes Modul parallel anschließen würdest, das wäre dann nicht so zu empfehlen. Einfach einen zertifizierten 600 W WR angeben und mehr speißt der dann auch nicht ein

  • Hallo crissxcross,

    wie hast du es hinbekommen, dass alle 3 Phasen deines Hauses mit dem Strom aus der Mini PV Anlage versorgt werden? Normalerweise werden doch nur Verbraucher auf der gleichen Phase mit dem PV Strom versorgt, während die anderen Phasen Strom aus dem Netz beziehen. Danke!

    • ja das Mini PV speißt nur auf einer Phase ein. Aber jeder Zähler ist saldierend. Daher ist es völlig egal ob Verbraucher und Einspeiser auf der gleichen Phase hängen.

      Stell es dir vor wie ein Kinderkarussell mit 3 Kindern. 2 Kinder schubsen ab und ein Kind bremst. Damit dreht das Karussel etwas langsamer. Die Summe ist das entscheidende für deine Rechnung.

Gib deinen Senf dazu!