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Kinoabend mit Alexa: der Bau meines smarten Heimkinos (Teil 2)

Marcus
Geschrieben von Marcus
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Mittlerweile ist es schon viel zu lange her, dass ich euch im ersten Teil meiner „Kinoabend mit Alexa“-Reihe über die Anfänge des Baus meines smarten Heimkinos informiert habe. Nun ist der Bau endlich nahezu abgeschlossen, sodass ich mich dem zweiten Teil widmen kann.

In diesem möchte ich euch unter anderem ein paar weitere Komponenten und Überlegungen vorstellen, die zum Einsatz gekommen sind, und anfangen, auf die smarte Vernetzung einzugehen. Im dritten und letzten Teil widme ich mich dann komplett der smarten Verknüpfung und Automatisation des ganzen Projekts….

AV-Receiver mit KI

Zu einem Heimkino gehören natürlich nicht nur Beamer und Leinwand, sondern auch die Abteilung Sound ist wichtig. Schließlich wirken Filme erst so richtig gut, wenn der Sound aus allen Richtungen auf den Zuschauer einstürmt. Hierfür sind ein AV-Receiver sowie das passende Lautsprecher-System (nächster Abschnitt) erforderlich.

Der Yamaha RX-A2080 samt Lüfter von AC Infinity.

Beim Heimkino-Receiver ist meine Wahl auf den Yamaha RX-A2080 aus der Aventage-Reihe gefallen. Das Gerät unterstützt 9.2-Lautsprecher und bietet allerhand toller (smarter) Features, von denen ich kurz ein paar erwähnen möchte. Selbstverständlich sind natürlich 4K, Dolby Atmos und Co. Dank AirPlay 2 kann er auch in HomeKit integriert werden und ist natürlich auch mit der Sprachsteuerung von Alexa kompatibel.

Spannend finde ich die Funktion „Surround:AI“. Hierbei kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die Wiedergabe des Surround-Sounds in Echtzeit zu optimieren. Das funktioniert nach meinen ersten Erfahrungen (so viele Filme und Co konnte ich leider noch nicht schauen) vor allen dann gut, wenn eine Quelle (z. B. ein Film) nicht eines der neuesten Surround-Formate aufweist. Zudem unterstützt der RX-A2080 auch Yamahas Multiroom-System, sodass hier bei Bedarf eine Ausweitung der Musikwiedergabe auf mehrere Räume erfolgen kann.

AV-Receiver mit Lüfter, Center-Speaker, One Connect-Box vom TV, Sky-Receiver, Nvidia Shield, Xbox und mehr auf engstem Raum. Dahinter ein aktuell noch groß Kabelgewirr.

Der Yamaha RX-A2080 ist ein echter Klopper – nicht nur bei den gebotenen Funktionen, sondern auch der Gerätegröße. Er machte mir am Ende auch am meisten Bauchschmerzen beim Konfigurieren des TV-Racks, das ich mittig in die Wand eingebunden und soweit wie möglich in dieser versenkt habe. Dort sollte alle Technik samt Center-Lautsprecher unterkommen, um eine möglichst „cleane“ Optik zu erhalten. Das war gar nicht so einfach und ziemlich eng, erforderte zudem Belüftungslösungen gegen einen Wärmestau in dem mittleren Schrankfach. Letztendlich passte aber alles und ich bin froh, dass ich mich bei dieser zentralen Rolle in einem Heimkino für ein hochwertiges Gerät wie eben den Yamaha RX-A2080 entschieden habe, statt eine günstigere Lösung mit weniger Möglichkeiten zu wählen.

Ist der Schrank geschlossen, sieht man nichts mehr von der Technik. Dank Akustikstoff kommen Sound und Fernbedienungsbefehle dennoch an.

7.1.2 für Sound aus allen Richtungen

Zum Thema Lautsprecher habe ich lange recherchiert und viele Angebote verglichen. Dies gilt nicht nur für das Produkt selbst, sondern auch die Konfiguration. Meine Wahl ist auf 7.1.2 gefallen. Das bedeutet (für Laien) kurz zusammengefasst: ein Center (im Schrank im mittleren Fach mit Tür aus Akustikstoff), je einen Frontspeaker links und rechts, zwei Surround-Speaker seitlich der Sitzposition sowie zwei Back-Surrounds hinter der Sitzposition. Dazu kommen ein Subwoofer sowie Höhenlautsprecher, die ich leicht vor der Sitzposition in die Decke eingelassen habe.

Die Deckenlautsprecher haben eigene Eigenbau-Kästen bekommen.

Das ist zwar nicht echtes Dolby-Atmos-Setting (eigentlich vier Höhenlautsprecher). Die insgesamt neun Lautsprecher sind aber das, was der AV-Receiver (siehe oben) bedienen kann. Hätte ich noch mehr Boxen (z. B. vier Deckenlautsprecher) eingebunden, hätte es wiederum ein noch teureres Gerät sein müssen, was das Budget nicht hergab. Und für meine Ansprüche reicht es mir auch vollkommen aus – immer auch im Hinterkopf, dass es ein Wohnzimmer und kein eigener Heimkinoraum ist…

Einer der beiden Deckenlautsprecher.

Am Ende ist meine Wahl auf das Theater 500 5.1 Surround Set von Teufel mit dem Subwoofer S 6000 SW plus zwei Theater 500 Dipole gefallen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass viele Heimkino-Enthusiasten den Produkten von Teufel eher zwiegespalten gegenüberstehen. Aber das ist mir relativ egal. Ausschlaggebend waren für mich verschiedene Kriterien wie Klang, Preis und Optik. Gut gefallen hat mir, dass bei diesem Set die Surround-Speaker, von denen ich ingesamt vier im Einsatz habe, Dipole sind. Das bedeutet, dass sie nicht direkt den Hörplatz anstrahlen, sondern diffus zu den Seiten. Da die Boxen baubedingt vor allem hinter dem Sofa sehr nah an der Sitzposition montiert sind, sorgt dies für einen aus meiner Sicht räumlicheren Klang als bei Direktstrahlern.

Einer der beiden Theater 500 Standlautsprecher.

Am Ende passte die Kombination bei den Theater 500 einfach für mich am besten. Und nach den ersten Filmen muss ich sagen, dass ich diese Wahl bisher auch nicht bereut habe. Die Lautsprecher sehen nicht nur gut aus (im Wohnzimmer auch zu bedenken), sondern klingen für mein Empfinden auch richtig gut und haben einen satten Bass. Für meine Zwecke reicht es absolut. Denn ich muss ja leider auch immer im Hinterkopf haben, dass ich in einem Reihenhaus wohne und die Nachbarn sicherlich nicht jeden Film mithören wollen.

Auch bei der Wiedergabe von Musik als klassische Musikanlage im Wohnzimmer überzeugt mich diese Konfiguration absolut. Ich bin der audiophile Musikliebhaber schlechthin. Aber für meinen Geschmack klingt es einfach gut. Und das ist ja letztendlich das, was am Ende zählt…

Streaming und Spielen mit Nvidia

Früher gehörte in jedes Heimkino ein DVD- bzw. später BluRay-Player. Auch heute spielen diese noch eine Rolle. Wichtiger ist aber für mich das Streaming. Ich habe mich hier für Nvidia Shield entschieden.

Es handelt sich hierbei um ein universelles Gerät, das nicht nur von Amazon Video, Netflix und Co streamen kann. Auf ihm lassen sich Android Apps installieren – unter anderem auch Spiele. Somit ist das mit Android laufende Gerät auch eine kleine Spielekonsole. Da ich beruflich früher viel im Mobile-Gaming-Bereich tätig war, habe ich die kleinen Spielchen für Smartphones und Tablets lieben gelernt. Einige davon machen auch auf dem Nvidia Shield und dem Fernseher bzw. der Leinwand durchaus Spaß und sorgen (neben der Xbox One X) für Unterhaltung. Und mit GeForce NOW lassen sich sogar PC-Spiele per Cloud darauf zocken. Dazu passend ist bei der Gaming-Edition auch ein Controller dabei.

Nvidia Shield

Nvidia Shield sorgt für Streaming und spielerische Unterhaltung.

Seit einiger Zeit kann das Gerät in Alexa eingebunden und somit sprachgesteuert werden. Alternativ ist im Nvidia Shield der Google Assistant integriert. So könnt ihr das Gerät theoretisch als Alternative zu Alexa nutzen, wenn ihr statt auf Amazons Sprachassistentin lieber auf den Assistent von Google setzen wollt. Denn letztendlich ist auch damit das gesamte Projekt der smarten Steuerung umsetzbar.

Übrigens: Bei mir kommt derzeit noch die Version von 2017 zum Einsatz. Mittlerweile ist eine neue 2019er-Version des Nvidia Shield herausgekommen, die noch ein paar Neuerungen und Verbesserungen wie einen noch schnelleren Prozessor mit sich bringt. Da die neue Generation auch Dolby Vision und Dolby Atmos unterstützt, werde ich wohl irgendwann mal upgraden.

Smarte Beleuchtung mit Philips Hue

Wie eingangs bereits erwähnt, konnte ich mein Heimkino (wie bei einem „echten“ Heimkino) platzbedingt leider nicht in einem separaten Raum, sondern „nur“ im Wohnzimmer umsetzen. Das bedeutet, dass die Umsetzung auch unabhängig der Heimkino-Nutzung tauglich sein muss. Deshalb hatte ich ja auch, wie im ersten Teil beschrieben, die Leinwand und den Beamer samt Beamerlift in einer Decke verschwinden lassen.

Die GU10 von Philips Hue verschwinden später in der abgehängten Decke.

Während im Heimkino-Modus Licht eine sehr untergeordnete Rolle spielt, weil es einfach stört und nicht vorhanden sein sollte, ist im Alltag die Wohnzimmerbeleuchtung eine wichtige Sache. In der abgehängten Decke habe ich daher acht Einbauspots verbaut. Ich habe mich für einfache Einbaurahmen entschieden, in die ich GU10-Spots von Philips Hue eingebaut habe. Das ist deutlich günstiger gewesen als die fertigen Einbauspots von Philips Hue. Schließlich muss ja auch das Budget immer im Hinterkopf beachtet werden.

Zwei der acht Hue-GU10 können auch bunt leuchten.

Rundherum um die abgehängte Decke sowie die vorgebaute Wand habe ich Lightstrips von Philips Hue verbaut. Hierfür steht das Konstrukt, das Wand und Decke hält, jeweils gut 10 cm zurück, sodass ich hier die Lichtleisten gut verbauen konnte, ohne dass diese später sichtbar sind. Das sorgt (meiner Meinung nach) für eine recht coole indirekte Beleuchtung und verleiht dem Konstrukt, das wir liebevoll „Biest“ getauft haben, im Dunkeln eine Art schwebende Optik wie ein UFO. Insgesamt sind rund 17 m Hue Lightstrips verbaut. Ich habe hierbei fünf Basis-Lightstrips verwendet, um die verschiedenen Bereiche „Wand links und rechts, Decke links, rechts und hinten) einzeln schalten zu können, und diese je nach Bedarf verlängert.

In der Konstruktion sind am Ende rund 17 m Lightstrips von Philips Hue verbaut.

Warum ich mich für Philips Hue und nicht für einen der günstigeren Alternativen entschieden habe? Zum einen habe ich bereits in vielen anderen Zimmern Produkte des Herstellers im Einsatz. Zudem lassen sich diese einfach in HomeKit integrieren, sodass ich die Möglichkeit bekomme, das smarte Heimkino nicht nur per Alexa, sondern auch mit Apples Smart-Home-System zu steuern. Das ist bei vielen anderen Herstellern nicht bzw. nur über Umwege möglich.

Ein Fernseher als Add-On

Filme und Fußball auf der Leinwand schauen ist ein Genuss. Aber das Starten bedarf etwas Zeit (Leinwand runterfahren, Beamer hochfahren etc.). Und der ganze Spaß kostet auch einiges an Strom im Betrieb (geschätzte 500 W pro Stunde). Um mal eben schnell Nachrichten zu schauen, ist das eher unpraktisch. Daher habe ich noch einen Fernseher an die vorgebaute Wand gehängt. Das ist kein elementarer Bestandteil eines Heimkinos mit Beamer und Leinwand, rundet für mich die Sache aber vor allem bei der täglichen Wohnzimmernutzung ab. Daher will ich dies hier kurz erwähnen.

Meine Wahl fiel am Ende auf „The Frame“ der dritten Generation von Samsung mit einer Bildschirmdiagonale von 65 Zoll. Warum? Das hat verschiedene Gründe. Das Teil sieht aufgehängt aus wie ein Bilderrahmen und hängt flach an der Wand. Zudem kann das Gerät auf Wunsch im ausgeschaltete Zustand ein Bild darstellen, sodass die hässliche schwarze Fläche eines ausgeschalteten Fernsehers verschwindet.

Samsung The Frame sieht ausgeschaltet auf Wunsch (fast) aus wie ein Bild an der Wand.

Praktisch ist zudem die One-Connect-Technik. Dank dieser führt nur ein dünnes Kabel zum Fernseher. Der Rest der Technik und Anschlüsse ist in einer separaten Box, die im TV-Board untergebracht ist. Dank der vorgebauten Wand konnte ich das Kabel zum Fernseher zudem in einem Rohr verschwinden lassen, sodass überhaupt keine Kabel mehr sichtbar sind.

Zwischenfazit zum zweiten Teil

Nun habe ich euch quasi alle wichtigen Komponenten vorgestellt, die in meinem smarten Heimkino zum Einsatz kommen. Ich bin mit meiner Auswahl sehr zufrieden, da sie für meine Zwecke alle Anforderungen und Wünsche erfüllt. Der wirklich spannende Teil, nämlich die Vernetzung der einzelnen Bauteile zu einem „großen Ganzen“, folgt dann in Kürze im dritten Teil der Reihe „Kinoabend mit Alexa: der Bau meines smarten Heimkinos“.

Und wer den Anfang verpasst hat: Hier geht es zum ersten Teil…

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Marcus

Marcus

Der Neue im Team. Als begeisterter "Smart-Homer" habe ich große Freude daran, immer neue Technologien kennenzulernen und in mein tägliches Leben zu integrieren - aber nur da, wo es Sinn macht...

11 Kommentare

  • Den Receiver so zuzubauen, halte ich für keine gute Idee, wegen der ganzen Abwärme die so ein Teil im Betrieb produziert. Der wird schnell den Hitzetod sterben. Ansonsten aber nettes setup.

    • Danke für deinen Hinweis! Deswegen der Lüfter dadrüber :-) . Der hält den Receiver erstaunlich kühl und ist dennoch akustisch kaum wahrnehmbar. Hoffe, dass es gut geht, aber bisher gab es keine Probleme. So heiß wird das Teil auch nicht, da ich bedingt durch die Hausform ja nicht volle Pulle aufdrehen kann :-(

  • Hallo, was ist das für ein Schrank m Board wo der RX-A2080 untergebracht ist? Ist dieser auch zur Wandmontage geeignet? Habe nämlich den gleichen AVR und bin verzweifelt auf der Suche.
    Danke schon einmal!

    • Moin Stefan, ja, die Suche nach einem TV-Board hat mich auch lange beschäftigt und einige schlaflose Nächte gekostet. Am Ende habe ich es bei meine-moebelmanufaktur.de nach meinen Wünschen maßfertigen lassen. Hat mich rund 1.500 Euro gekostet. Aber ich würde es jederzeit wieder so machen, denn Qualität und Service waren top und du kannst den Schrank eben genauso planen, wie du es für deine Technik brauchst. Bei mir ist er ca. 230 cm breit sowie je ca. 55 cm hoch und tief.

  • Hi Marcus,
    Dein Projekt macht schon etwas her 👌. Da ich mich grade auch mit dem Thema Leinwand beschäftige und mir das von Dir verwendete Modell auch schon im Netz angeschaut habe, stelle ich mir die Frage nach der smarten Ansteuerbarkeit. Könntest Du hier ggfs. näher Ins Detail gehen?

    Viele Grüße und noch viel Erfolg
    Olli

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