PROSCENIC P11 – der Akku-Handstaubsauger mit Wischfunktion im Test

Geschrieben von crissxcross
ssmaart-Haus
  • Bedienung
  • Funktionsumfang
  • Installation
  • Nutzen
  • Preis/Leistung
4.4

Zusammenfassung

Perfekte Ergänzung der heimischen Roboter-Putz-Flotte. Der Akkuhandsauger von Proscenic fängt da an, wo der Roboter nich mehr kann.
Lies: Polster absaugen, Auto reinigen, Ecken und Kanten saugen. Der optionale Wischaufsatz optimiert das Ergebnis in Wohn- und Schlafräumen, kann hartem Schmutz aber nicht die Stirn bieten.

Pro

  • gute Verarbeitung
  • motorisierte Bodenbürste mit LEDs
  • motorisierte Polsterbürste
  • Automodus mit Teppicherkennung
  • Touchdisplay zeit Akkustand
  • 3 Saugstufen einstellbar
  • Behälter leicht zu entleeren
  • Kontra

  • Wandhalterung sehr klein, Akkusauger kippt in der Halterung leicht nach vorn
  • Wischaufsatz ohne mechanische Reinigung (vibrieren ect.)
  • Es war schon lange mal an der Zeit, meine Putzkolone zu grunderneuern.
    Aktuell wuselt hier täglich ein Proscenic M7Pro durchs Haus, der seine Arbeit fantastisch macht.

    Doch wer sich wie ich einen (Roboter-) Putzsklaven hält, der weiß, dass es ohne einen weiteren Staubsauger nicht geht.
    Sei es um samstags das Auto auszusaugen, oder in der Wohnung die Polster abzusaugen oder mal gründlich bis in alle Ecken zu reinigen wo Roboter doch so Ihre Schwierigkeiten haben.

    Polster absaugen? Kann ein Roboter nicht.

    Die Saugleistung der Roboter ist zwar inzwischen schon sehr akzeptabel hoch, doch auf Langhaarteppichen und Co. haben diese dann doch ihre Probleme.
    Diese Lücke füllte bei uns bisher ein schon sehr in die Tage gekommener Dyson DC62 – der Vorgänger der Dyson V-Serie.

    Der Dyson DC62 Animal Pro muss nun endlich mal einem neuen, modernen Elektrobesen weichen.
    Lange habe ich in den Reihen der Dyson V-Serie gestöbert, doch bisher war ich aber – das muss ich gestehen – wirklich zu geizig über 500 Euro für einen Staubsauger auszugeben, dem ich noch selbst hinterherlaufen muss.

    Daher war ich sehr erfreut über die Möglichkeit, das Modell P11 von Proscenic testen zu können. Ein Akku-Handstaubsauger mit optionalem Wischaufsatz für unter 250 Euro. Das ist zumindest preislich eine ziemliche Kampfansage! Wie kann es dabei um die Qualität und Leistung stehen?
    Das habe ich mir angesehen!

    unboxing des Proscenic P11

    Transparenzhinweis: Das Gerät wurde mir für den Testzeitraum kostenlos und ohne Auflagen vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Proscenic hat keinerlei Einfluss auf diesen Beitrag genommen, er entspricht meiner subjektiven Meinung zu dem Produkt.

    Proscenic P11 – Akku-Handstaubsauger

    Der Akku-Handstaubsauger kann zum einen „klassisch“ trocken saugen. Wie bei meinem bisher genutzten Dyson Modell verfügt die Bodendüse des Proscenic P11 auch über eine Teppichwalze, die elektrisch angetrieben wird. Zusätzliches Gimmick: An der Front leuchten LEDs, so dass man es etwas einfacher hat, wenn man mit dem Staubsauger unter Möbeln wie Bett, Couch, Tisch ect. saugt.

    Proscenic P11 ausgepackt

    Zum anderen kann man an die Bodendüse auch einen optionalen Wassertank magnetisch „anclipsen“. So kann man direkt nach dem Saugen nochmal nebelfeucht durchwischen.
    Klar muss sein, dass dies nicht für eine tiefgreifende Grundreinigung (lies: komplette Wohnung wischen“) gedacht ist. Aber mehr Details dazu gleich.

    #unboxing

    Der Lieferumfang ist recht großzügig. Es finden sich neben der Bodendüse mit der elektrischen Teppichbürste drei weitere Aufsätze, wie eine Fugendüse und eine Bürste. Aber auch eine Polsterbürste, ebenfalls mit elektrisch angetriebener Walze liegt bei.
    Damit steht der Proscenic im Vergleich zu meinem bisher genutzten Dyson diesem in nichts nach.

    Zubehör im Lieferumfang des Proscenic P11

    Der Staubsauger ist modular aufgebaut, alle Steckverbindungen sind durch einen roten Knopf schnell erkennbar. So kann der Proscenic als Handsauger genutzt werden, um Polster abzusaugen oder mit der Fugendüse in den Polsterritzen oder anderen Ecken zu saugen.

    Motorbürste des Proscenic P11

    Über das Rohr wird der Proscenic P11 dann zum Handstaubsauger mit der Bodendüse inkl. elektrischer Walze. Oder man nutzt das Rohr als Verlängerung im mit der Fugendüse beispielweise Spinnweben an der Decke abzusaugen.
    Das Rohr ist aus Aluminium mit einer schönen glänzenden Lackierung die echt was her macht.

    Glanzlackiertes Aluminiumrohr

    Ansonsten gibt es zwar viele Plastikteile am Proscenic, die aber auch alle samt nicht billig wirken. Die Steckstellen rasten ordentlich ein und machen einen stabilen Eindruck.

    Der Akku-Handsauger recht groß, aber wertig. Ausgestattet ist er mit einem Hepafilter und der Zyklon Technik – beutellos versteht sich. Nicht ganz unschuldig an seinen etwa 2kg Gewicht dürfte auch der 2.500mAh Akku sein, welcher abnehmbar ist.

    Staubbehälter mit HEPA Filter des Prosenic P11

    Das birgt den Vorteil, dass man einen Ersatz Akku (separat erhältlich) zur Hand haben kann, der schnell gewechselt ist, wenn die zu reinigende Fläche doch mal größer ist, Stichwort Frühjahrsputz 😇

    Touchdisplay am P11

    #im Alltag

    Über einen Druck auf den Schalter am Pistolengriff geht der Sauger sofort im Automodus an und bleibt auch an. Heißt, man muss den Schalter nicht wie beispielsweise dem Dyson gedrückt halten. Ist erstmal total ungewohnt aber meiner Meinung auch logisch. Solange der Schalter keine Regulierungsfunktion hat, sondern nur eine Ein-/Ausfunktion übernimmt macht das so auch Sinn.

    Proscenic P11 im schlägt sich im Alltag

    Auch das Touchdisplay wird über den Schalter am automatisch mit eingeschaltet.
    Darüber lässt sich per Fingertipp die Saugleistung von gering, über Auto, bis hin zur maximalen Saugleistung von 25.000 Pa variieren.
    Außerdem zeigt das Display den Akku Zustand und Fehlermeldungen an, wenn zum Beispiel die elektrische Bürste blockiert ist.

    Display zeigt auch Fehlermeldungen an

    Der Akku umfasst 2500 mAh und reicht für ca. 50 Minuten Reinigung auf der geringsten Stufe. Im Auto-Modus oder auf „volle Power“ dann entsprechend weniger. In Zahlen ausgedrückt. Im Automodus schafft der Staubsauger ca. 30 Minuten, auf der höchsten Stufe hält der Staubsauger nur noch 12 Minuten durch.

    Unsere ca. 100 m² Wohnung schafft der Proscenic P11 jedoch im Auto-Modus in einem Durchgang problemlos.

    automatische Teppicherkennung

    Übrigens heißt hier Automodus, dass der Staubsauger selbstständig Teppiche erkennt und die Leistung automatisch hochschaltet.

    Apopos Teppiche. Hier macht das Gelenk an der Bodendüse einen ordentlichen Eindruck. Jenes ist bei meinem (in die Jahre gekommenen) Dyson inzwischen ordentlich labbrig.
    Mit dem neuen Proscenic macht es jetzt wieder richtig Freude auf Teppichen zu saugen. Das Gelenk bleibt stabil und klappt nicht nach oben.

    Auch unter Möbeln saugen, kein Problem, die Bodendüse bleibt plan auf dem Boden liegen.
    Es macht einen soliden Eindruck – und ich hoffe das bleibt auch so wenn der Staubsauger täglich genutzt wird.

    LEDs an der Front – praktisch für unter den Möbeln saugen

    Da in unserer gesamten Wohnung Hartböden, sprich Laminat und Fliesen sind, hat die Saugleistung auch im Automodus problemlos gereicht, um den Schmutz aufzunehmen.

    Die Teppiche und Läufer hat der Proscenic auf höchster Saugstufe sehr zufriedenstellend von dem Fell unseres Mops-Beagle Mischlings befreit. Wenn auch gleich dies sehr auf die Akkulaufzeit geht.
    Der Akkuladezustand wird in 3 Balken dargestellt. Geht die Leistung zu Neige, beginnt der letzte Akkubalken zu blinken.

    Der Akku kann, wie schon erwähnt abgenommen werden und separat geladen werden, oder man belässt ihn im Staubsauger und hängt diesen komplett in die Ladestation. Hier muss ich kritisieren, dass diese doch sehr kleine geraten ist. Die Aufnahme hat 3 Schrauben, womit sie an der Wand befestigt werden kann. Das wirkt doch recht instabil.

    Akkusauger kippt leicht nach vorn in der Halterung

    Hängt der Sauger mit Rohr und der Bodendüse in der Ladestation an der Wand, greift die Hebelwirkung und der Akkusauger kippt leicht nach vorn, so dass er nicht mehr vollflächig in der Ladestation aufliegt. Die Kontakte greifen aber noch, so das der Akkusauger geladen wird.
    Bei Dyson ist das deutlich besser gelöst. Hier muss der Akkusauger in eine Vorrichtung eingeklinkt werden und kann dadurch nicht nach vorn kippen. Außerdem gibt es Halterungen für das Zubehör.

    Voren: Halterung des Dysons, mit Clip für Zubehör

    Anzumerken ist, dass der Akku in 2,5 Stunden wieder vollgeladen ist. Das ist im Vergleich zu meinem bisherigen (in die Jahre gekommenen Dyson) gut doppelt so schnell.
    Und auch bei aktuellen Modellen der Marktbegleiter dürfte der Proscenic mit dieser Ladezeit die Nase vorn haben.

    #Reinigungsbehälter

    Der Reinigungsbehälter kann durch Drücken der beiden (roten) Knöpfe rechts und links komplett abgenommen und unten geöffnet werden, was das Entleeren super einfach macht.

    Schmutzbehälter kann komplett abgenommen werden

    Die Teile aus dem Behälter, wie der Hepafilter können auch entnommen werden und der Behälter selbst kann ausgewaschen werden.

    #Wischen

    Der optional aufclipbare Wassertank hat eine Füllmenge von 200ml und kann – was zu empfehlen ist – mit Wischroboterzusätzen versehen werden, um das Reinigungsergebnis zu optimieren.
    Also: Wasser in Tank einfüllen, Reiniger dazugeben, Lappen anfeuchten, Tank einclipsen und los geht’s.

    der kleine Wassertankt fasst 200ml

    So wird der grobe Schmutz eingesaugt und der feine Staub auf dem Lappen aufgenommen bzw. punktuelle Flecken beseitigt.
    Damit ist er eine tolle Ergänzung um beispielsweise in Schlaf- und Wohnräumen auf dem Hartböden nach dem Saugen auch noch den feinen Staub aufzunehmen.

    der Wischlappen hält per Klettband

    Wie eingangs beschrieben ist das natürlich nicht für eine tiefgreifende Grundreinigung gedacht. Zum einen ist die Fläche des Lappens viel zu klein dafür und zum anderen tropft hier „nur“ fortwährend Wasser hinauf um den Lappen nass zu halten. Irgendwann ist der Lappen dann voll mit Schmutz und „schmiert“ nur noch. Dann kann er ab in die Wäsche und dort bei 60°C gereinigt werden.

    die Wischplatte hält per Magnet-Schapphalterung

    Was meiner Meinung nach auch für ein „echtes“ Wischen fehlt ist natürlich eine mechanische Bewegung wie rotieren oder vibrieren des Lappens. Daher ist der Aufsatz eher zum Beseitigen von punktuellen Verschmutzungen gedacht. 

    So hat er sich bei uns beispielsweise im Wohnzimmer bzw. in der Küche bewährt. Beide Räume sind direkt von Außen über die Terrasse zu erreichen, was stetig Schmutz mit hinein bringt.
    Wie schnell ist man mal mit den Hausschuhen hinaus gehüpft, um etwas zu holen und Schwups hat man die Schuhabrücke auf dem Laminat.
    Oder unser Hund der Abends nochmal zum „PiPi“ machen in den Garten gejagt wird und dann mit schmutzigen Pfoten hineinhuscht.
    Hier glänzt der Proscenic mit dem Wischaufsatz bestens.

    Proscenic P11 mit Wischaufsatz in Aktion

    Frische Flecken von Kaffee und Co. würde ich hingegen nicht empfehlen mit dem Proscenic zu reinigen, denn der Wischaufsatz hängt ja hinter der Saugbürste und so würde man zuerst mit der rotierenden Teppichwalze durch den Kaffeefleck fahren. Hier muss die Bequemlichkeit mal ein Ende haben. Da führt um den Griff zum Eimer & Lappen nichts herum.

    optimiert das Wischergebnis

    #Fazit

    Halterung könnte etwas größer sein und schön wäre da auch eine Halterung für das Zubehör, sprich die Fugendüse und Co.

    Und wenn man auf ganz hohem Niveau meckern möchte – dann wäre auch ein Flexschlauch schön. Ansonsten muss man sagen ist das Zubehör recht üppig. Besonders freu ich mich über die motorisierte Mini Bürste für Polter, die es bei anderen Herstellern nur gegen Aufpreis unter der „Animal pro“ Ausführung gibt.
    Die Akkulaufzeit ist völlig in Ordnung und das Aufladen geht verhältnismäßig fix.

    Akku Handstaubsauger von Proscenic

    So schafft man an einem Samstagvormittag problemlos die erste Etage und während des Mittagsschlafes kann der Staubsauger aufladen. Alternativ einfach einen zusätzlichen Akku zukaufen. Was ich damit sagen will: Der wechselbare Akku ist eine super Funktion!

    Das Display zeigt die Akkuzustand, aktuelle Saugstufe und wenn auftritt Fehler an. Das ist völlig ausreichend, mehr Informationen benötige ich nicht.

    Der Behälter ist wirklich sehr einfach zu leeren und auch der Hepafilter lässt sich leicht entnehmen und auswaschen.
    Die Wischfunktion ist „nett“ und ein kleiner Obulus für Hartböden in Schlaf- und Wohnzimmern. Aber für den „großen Dreck“ soll der Wischaufsatz nicht gedacht sein.

    Kurzum, das Gerät ist für um die 200 Euro eine sehr günstige Alternative für alle, die kein Luxusklassewagen im Staubsaugersegment brauchen.

    Diesen Blogpost hat geschrieben ...

    crissxcross

    Chris, Gründer und Blogger von siio.
    Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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