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Der smarte Neato Robotics Botvac D7 Connected Staubsaugerroboter im Test

by Marcus22. Juni 2018
Postiv

intelligente Navigation
gute Saugleistung
tolle App
kompatibel mit Alexa, Google Assistant und IFTTT

Negativ

recht teuer
Höhe des Gerätes durch Buckel

In immer mehr Haushalten ziehen heute Staubsauger Roboter ein. Diese können generell in zwei Kategorien unterteilt werden: die eher „dummen“ Geräte, die ein Zimmer zufallsbasiert abfahren und so für eine solide Sauberkeit sorgen. Hier haben wir euch vor wenigen Tagen den Alfawise X5 ausführlich in einem Test vorgestellt. Und die intelligenten Geräte, die sich einen Überblick über die Umgebung verschaffen und dann auch mehrere Räume (Multiroom) systematisch und intelligent abfahren. So einer ist der Neato Robotics Botvac D7 Connected, den ich euch in diesem Test genauer vorstelle.

Der intelligente Staubsauger mit mäßigem Lieferumfang

Der Neato Robotics Botvac D7 Connected, auch als Neato D701 bekannt, hat mich vor einigen Wochen als Testgerät erreicht. Daraufhin habe ich ihn mehrere Wochen im Praxistest eingesetzt. Denn oft offenbaren sich Stärken und Schwächen erst nach einer längeren Nutzungsphase. Beginnen will ich aber ganz am Anfang, nämlich dem Lieferumfang. Was alles im Karton des D7 steckt, seht ihr auf dem Bild unten.

Links: Der Lieferumfang. Rechts: Der D7 einsatzbereit in der Ladestation.

Ich will aber auch kurz schriftlich darauf eingehen. Neben dem Sauger selbst sind die obligatorische Ladestation, ein Netzkabel, ein Reinigungswerkzeug sowie ein 2 m langer Begrenzungsmarker dabei. Hier hat dieses teure Gerät etwas das Nachsehen gegenüber günstigeren Modellen. Denn wir hätten uns zumindest noch eine Ersatzbürste im Lieferumfang gewünscht. Die gibt es aber nur als Zubehör extra zu kaufen.

Positiv ist mir beim Blick unter das Gerät die mit rund 26 Zentimeter besonders breite Spiral-Kombibürste aufgefallen. Somit saugt der D7 mehr Fläche pro Fahrstrecke ab. Die breite Hauptbürste vor der Saugöffnung wird assistiert von einer Seitenbürste. Im Gerät selbst steckt zudem ein Ultra-Performance-Filter, um die Abluft, die wie bei einem Auto hinten aus dem Gerät strömt, zu reinigen. Dieser Filter sollte ca. alle 6 Monate getauscht werden, was sehr einfach geht. Ein Ersatzfilter ist aber auch hier leider nicht dabei, sondern muss separat gekauft werden.

Links: der D7 von unten mit der besonders breiten Bürste. Rechts: Spuren der harten Arbeit.

Ruckzuck eingerichtet

Nun aber genug der Theorie, kommen wir zur Praxis. Was zählt, ist auf dem Platz – und der ist in diesem Fall mein heimisches Wohnzimmer samt Flur, die ich als Testgebiet für den D7 deklariert habe. Bevor es losgehen kann, steht aber erst einmal die Einrichtung an. Für diese müsst ihr euch zunächst die kostenlose Neato App auf euer Smartphone oder Tablet mit iOS und Android laden.

Einige der erforderlichen Schritte zum Einrichten des D7.

Danach folgen die Schritte Registrierung, E-Mail-Bestätigung, Geräte-Auswahl, Verbinden per WLAN mit dem Sauger sowie die Konfiguration – der Standard-Ablauf also. Die Schritte sind schnell in der App durchgespielt und allesamt in deutscher Sprache erklärt. Ich hatte hierbei keinerlei Probleme.

Und wie saugt er nun?

Nachdem die Basis positioniert und der Neato Saugroboter einsatzbereit ist, konnte es mit dem ersten Reinigungsvorgang losgehen. Hierbei legt er dann auch gleich eine virtuelle Karte an, auf die ihr dann später über die App zugreifen könnt. Gleich beim Losfahren fällt dann auch der große Unterschied zu weniger intelligent agierenden Saugrobos auf. Denn der D7 hangelt sich zunächst an den Zimmerwänden entlang, um so den Raum systematisch einzukreisen.

Unterwegs fällt dann auch gleich noch positiv auf, wie geschickt und gut das Gerät mit seinen Sensoren Hindernisse erkennt. Bei großen Dingen, die im Weg stehen, kommt es meist gar nicht zu Kontakt, sondern der Neato fährt relativ eng an ihnen vorbei. Ok, ein bisschen näher ran geht immer noch, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Hat der D7 ein Hindernis erkannt, dreht er sich geschickt darum herum. Bei kleineren Hindernissen kommt es schon mal zu kleineren Crashs, die aber in meinem Test allesamt so sanft ausgefallen sind, dass ich keinerlei Sorge um irgendwelche Schäden haben musste.

Bei der Reinigung von Ecken kann der D7 seinen Vorteil, den die D-förmige Bauform mit sich bringt, ausspielen. Er passt so perfekt in Ecken hinein und fährt auch ohne Scheu diese an, bevor er dann zurücksetzt und eindreht. Auch an der Fußleiste ist er angenehm dicht vorbeigefahren, sodass die Ecken- und Kantenreinigung beachtlich funktioniert hat.

Besonders beeindruckt hat mich, wie er sich durch das Stuhlbeingewühl unter meinem Esstisch manövriert hat. Dort stehen unter einem 1 m x 1 m großen Tisch insgesamt 12 Stuhlbeine. Ihr Abstand reicht mal gerade so aus, dass der D7 mit seiner Breite von 31,9 cm hindurchpasst, oft ist es aber auch zu eng. Dennoch hat das Gerät immer den Weg zurück in die Freiheit gefunden – dafür meinen Respekt! Auch eine besonders hohe Türschwelle (handgemessene 1,8 cm) zwischen meinem Wohnzimmer und angrenzenden dem Flur hat er problemlos überwunden und hebt sich damit aus der Masse hervor. Denn andere Testgeräte sind an dieser bereits kläglich gescheitert und haben sich festgefahren.

Eine nervige Sache ist mir dann aber doch noch aufgefallen: die zum Start, dem Ende und anderen Gelegenheiten vom Gerät abgegebenen Signaltöne. Diese klingen eher wie die eines dieser nervigen Kinderspielzeuge (zumindest alle leidgeplagten Elternteile werden diese kennen). Ich habe danach irgendwie immer darauf gewartet, dass der Neato so was wie „Hallo, ich bin Emma, willst Du mit mir spielen?“ sagt. Aber das nur am Rande…

Ein erschreckendes Ergebnis

In einer Hinsicht hat mich der Botvac D7 Connected dann aber doch gewaltig überrascht, ich könnte sogar fast erschreckt sagen. Um das Gerät auf Herz und Nieren prüfen zu können, habe ich extra ein paar Tage zuvor auf das Saugen (sowohl manuell als auch per Robo) in den entsprechenden Zimmern verzichtet. Ich wollte dem D7 ein möglichst forderndes Testumfeld bieten.

Nach seiner ersten Reinigungsfahrt habe ich dann voller Erwartung in den Auffangbehälter geschaut und war doch ziemlich erschrocken: Zum einen darüber, wie viel Dreck sich in nur wenigen Tagen ansammelt (und das ohne Haustiere). Und zum anderen, wie viel Schmutz der D7 wirklich vom Boden aufsaugt. Selbst einen langhaarigen Hochflor-Teppich – eigentlich der Alptraum für alle Staubsauger Roboter und für das eine oder andere Gerät auch das unfreiwillige Ende eines Reinigungsvorganges – hat er zufriedenstellend und mehrmals abfahrend abgesaugt.

Natürlich steckte immer noch der eine oder andere Dreck tief zwischen den Fasern des langhaarigen Ungetüms unter unserem Couchtisch. Insgesamt hat mich dieser Testkandidat aber doch ziemlich überrascht und vor allem überzeugt. Bei der Saugleistung ist mir bisher noch kein besseres Gerät in die Hände gekommen! Und nach dem Reinigungsvorgang, der laut Hersteller mit einer Akkuladung für bis zu 460 m² reichen soll (das kann ich mangels Platz leider nicht wirklich testen), findet der D7 problemlos und schnurstracks seine Basis wieder, um den Akku mit neuer Energie zu versorgen und auf den nächsten Einsatz zu warten. Ist der Akku hingegen leer, bevor das gesamte Zuhause gesaugt ist (wenn ihr mehr Platz habt als in meiner Wohnung…), setzt der D7 nach dem erfolgreichen Laden dort seine Arbeit fort, wo er saft- und kraftlos mit erschöpftem Akku aufgehört hat.

Für die Testfläche von 20 m², die dem Neato bei mir zur Verfügung standen, hat er rund 30 Minuten benötigt – samt der einen oder anderen Extrarunde im Stuhlgewirr unter dem Esstisch. Die per App gemessene Lautstärke lag hierbei bei knapp unter 70 dBA. Das ist sicherlich nicht ganz leise, schlafen geht nebenbei also definitiv nicht. Im Vergleich zu anderen Modellen ist der D7 von Neato aber auch nicht auffallend laut.

Der Buckel als Verhängnis

Was mir hingegen etwas negativ aufgestoßen ist, ist die Höhe des Gerätes. Das Teil ist mit 10 cm nicht gerade hoch, aber eben auch nicht sonderlich flach. Hierbei „stört“ vor allem die runde Erhöhung im hinteren Bereich des Gerätes, in dem die Sensoren untergebracht sind.

Dieser „Buckel“ verhindert das „Unterfahren“ meiner Couch.

Dieser „Buckel“ – daraufhin hat er bei mir liebevoll den Spitznamen „Der Glöckner von Hamburg“ bekommen – sorgt dafür, dass der D7 nicht unter mein Sofa passt. Das ist natürlich ärgerlich, da dies ein Bereich ist, wo sich besonders gerne Schmutz ansammelt. Daher wäre es klasse, wenn das Gerät auch dort für Sauberkeit sorgen würde – klappt aber leider nicht, wie ein Blick auf die unten eingebundene Karte von meinem Wohnzimmer und Flur zeigen (der graue Bereich oben links).

Hier haben sich andere Staubsauger Roboter bereits besser angestellt und auch unter der Couch für einen sauberen Boden gesorgt. Das ist leider ein kleiner Minuspunkt. Bleibt die Frage, wer nun weichen muss: der D7 oder die Couch… :-)

Nimmt leider nicht alle Arbeit ab

Der Boden ist nach einem Reinigungsvorgang in allen zu erreichenden Räumen deutlich sauberer als vorher – das muss ich dem D7 attestieren. Leider ist dafür aber das Gerät nun verdreckt und wartet auf eine Reinigung. Dies kann ich aber nicht dem Neato selbst ankreiden, da die manuelle Reinigung bei allen Staubsauger Robotern fällig ist.

Das Entnehmen des Staubbehälters, über dessen Volumen ich leider keine Angaben finden konnte, ist einfach von oben möglich. Ihr müsst den 3,5 kg schweren Robo also nicht anheben oder so. Dann einfach den aufgesammelten Dreck über dem Mülleimer auskippen und den Filter noch reinigen. Positiv fällt ihr auch der Ultra-Hochleistungsfilter auf, dank dem quasi kein aufgewirbelter Dreck in die Abluft des Gerätes gerät.

Einfache Entnahme des Staubbehälters.

Etwas fummeliger ist das Säubern der Bürsten, an denen sich in meinem Fall doch so einige lange Haare meiner „besseren Hälfte“ herumgewickelt haben – ein altbekanntes Problem von Saugern mit rotierenden Bürsten. Um diese zu entfernen, ist das beiliegende Reinigungswerkzeug, eine Mischung aus Kamm und Messer, ganz praktisch. Im Notfall können die beiden Bürsten aber auch (bei der einen mit weniger, bei der anderen mit mehr Aufwand) ausgebaut und dann gereinigt werden.

Was hat die App zu bieten?

Wenn ein Gerät bereits den Zusatz „Connected“ trägt, dann erwarte ich auch beste Vernetzung. Bereits erwähnt hatte ich ja die App als Steuerungsmöglichkeit. Dies bieten allerdings auch deutlich günstigere Modelle.

Abheben kann sich die Neato App aber dennoch. Denn sie bietet viele Möglichkeiten. Neben dem Zugriff auf die vom Gerät erstellte Karte könnt ihr unter anderem Programme wochentaggenau einstellen, Einstellungen ändern und eine Statistik über die Reinigung abrufen Hier zeigt er unter anderem die Reinigungszeit sowie die gereinigte Fläche (auf der Karte und in Quadratmetern) an. Auch eine manuelle Steuerung, die Wahl verschiedener Reinigungsprofile (Eco, Turbo) sowie einen (noch) schonenderen Navigationsmodus gibt es in der App zu finden.

Ein Überblick über einige Menüs und Optionen in der App.

Praktisch sind auch die No-Go-Areas, mit der ihr dem Sauger Bereiche zuweist, die er nicht zu befahren hat. Diese Funktion kann praktischerweise über die App eingerichtet werden. Ihr müsst also keine physischen Begrenzungsmarker in eurem Zuhause verteilen, auch wenn einer in Form eines 2 m langen Bandes dabei ist. Was ich etwas unverständlich fand, ist die Einrichtung der No-Go-Areas. Obwohl das Gerät bereits seine Umgebung gecheckt und eine Karte angelegt hat, sollte dies zum Anlegen der No-Go-Areas noch einmal erfolgen. Warum er hier nicht auf die bereits angelegte Karte zugreift, ist mir ein Rätsel. Ansonsten hat es mit den Sperrzonen, die von mir über die App eingerichtet wurden, aber gut funktioniert.

Dies ist aber letztendlich einer der wenigen Kritikpunkte, die mir im Umgang mit der App aufgefallen sind. Insgesamt macht die Neato App einen deutlich hochwertigeren Eindruck als z. B. die App des X5 von Alfawise, bei der die Standard-App TuyaSmart zum Einsatz kommt.

Zur Konnektivität in einem smarten Zuhause gehört aber natürlich noch mehr als nur eine Steuerung per App. Daher ist der D7 auch mit Amazon Alexa, Google Home und IFTTT steuerbar. Zudem könnt ihr ihn auch über den Neato Chatbot befehligen. Ausprobiert habe ich es mit Alexa. Nachdem der Skill aktiviert war, ließ sich der Neato Saugroboter zuverlässig per Sprachbefehl an die Arbeit schicken und auch wieder stoppen.

Mein Fazit zum Neato Botvac D7 Connected

Der Neato Robotics Botvac D7 Connected ist ein wirklich smarter Haushaltshelfer. Er macht seinem Namenszusatz alle Ehre und lässt sich gut ins Smart Home integrieren. Seine Reinigungsleistung hat mich im Praxistest überzeugt. Den einen oder anderen Kritikpunkt musste ich leider auch feststellen. Im Großen und Ganzen hat das Gerät aber einen überzeugenden Auftritt hingelegt – vor allem aufgrund der intelligenten Navigation und der beachtlichen Saugleistung.

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Marcus
Der Neue im Team. Als begeisterter "Smart-Homer" habe ich große Freude daran, immer neue Technologien kennenzulernen und in mein tägliches Leben zu integrieren - aber nur da, wo es Sinn macht...

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