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ZWay – Apps als Schlüssel zum einfachen Smart Home?

AlphaX2
Geschrieben von AlphaX2
siio-App

Smart Home soll uns vieles im Alltag komfortabler gestallten. Je nach System nennen sich diese automatisierten Abläufe dann Szenen, Regeln, Homeegramme, oder sonst irgendwie. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie vom Nutzer selbst angelegt werden müssen. Und genau da liegt meistens das Problem: nicht intuitiv genug und kompliziert. Wie die Smart Home Plattform „Z-Way“ das nun lösen will, ließt du hier.

Egal ob IFA oder CES, das Themenfeld Smart Home gewinnt in der Berichterstattung immer mehr Raum. Gefühlt – bei Freunden und Familie will es aber noch nicht so richtig „los gehen“. Doch woran liegt das? Bislang war es angeblich das babylonische Sprachgewirr im Smart Home, welches Käufer abschreckte. Inzwischen gibt es aber mit Zigbee, Z-Wave und EnoCean sowie diverser Allianzen und Zusammenschlüsse (z.B. Qivicon Allianz) einige etablierte Lösungen. Das passende Gerät/das passende System zu finden ist kein riesen Problem mehr. Doch wie sieht es mit dem eigentlich Betrieb dieser Systeme aus? Das Anlernen der Geräte an den verschiedenen Smart Home Zentralen schaffen viele User noch in Eigenregie; schwierig wird es aber vor allem beim Erstellen von Automatisierungen, Regeln oder Szenen. Dabei gibt es zwei Fälle: Unter- oder Überkomplexität.

Grundlegend bieten zwar die meisten Smart Home Systeme auf irgendeine Weise eine grafische Oberflächen an, welche dem Nutzer erlaubt Automatisierungen und Abläufe zu erstellen, doch trennt sich bei Ihrer Komplexität die Spreu vom Weizen. Entweder es handelt sich (hauptsächlich) um einfache WENN-DANN Funktionen, vielleicht noch bereichert um die logischen Operatoren UND sowie ODER, welche eine logische Programmierung erlauben. Auf der anderen Seite stehen dann Systeme die eigene Programmier- oder Skriptsprachen nutzen, oder APIs zur Programmierung bereitstellen.

Absolutes Parade-Beispiel: „Soll ich die Fibaro HCL oder HC2 kaufen?“

Um die Erstellung von Szenen und Abläufen für den durchschnittlichen Anwender zugänglich zu machen, setzen also viele Systeme (z.B. das „HomeCentre Lite“) auf eine geführte Planung in Form des WENN-DANN Schemas, kranken dabei aber oft daran zu kurz zu greifen und deutlich weniger zu ermöglichen als komplexere Systeme. Natürlich wenden sich Systeme wie das „HomeCentre 2“ mit ihrem LUA-Support auch ganz offiziell an Experten, doch was bleibt ihnen auch anderes übrig, ohne dem Einsatz von viel Zeit und Willen, oder bereits vorhandener Expertise sind diese Systeme für „Otto-Normal-Verbraucher“ schlicht und einfach nicht (in vollem Umfang) nutzbar. Jedoch gilt: meine Automatisierungs-Wünsche werden ja nicht durch meine Programmierkenntnisse bestimmt.

Oder kurz: Ich kann zwar nicht programmieren, will aber trotzdem geile Szenen!

Führt man sich zudem vor Augen, dass selbst die vermeintlich einfache „logische Programmierung“ Bestandteil eines Informatikstudiums ist, zeigt sich schon recht deutlich, wo das Problem begraben liegt. Ein viel zitiertes: WENN Tür auf, DANN Licht an werden viele noch problemlos hinbekommen. Aber nehmen wir mal folgendes Beispiel her: WENN Tür auf, DANN Licht an – ABER nur wenn die Helligkeit kleiner als 50 LUX ist und ich zu Hause bin und das alles für 20 Sekunden. Das menschliche Gehirn denkt nun mal nicht in der „WENN, DANN – ODER – UND“ Struktur. Auch die grafischen Oberflächen können das Problem nicht wirklich lösen – im Gegenteil, wenn es etwas umfangreicher werden soll, so stößt man mit den grafischen Oberflächen schnell an die Grenzen des Machbaren. Diesen Aspekt und den Wunsch danach trotzdem tolle Szenen und Verknüpfungen nutzen zu können spiegeln sich letztlich auch in den vielen Tutorials und Anleitungen, egal ob hier bei Siio, anderen Blogs, oder den tiefen diverser Foren.

APPgrade your Home

Unter diesem Slogan will die Smart Home Plattform Z-Way eine einfache Lösung für die Automatisierungen, Regeln und Szenen anbieten, welche das obige Problem zu weiten Teilen ausschalten könnte. Die Z-Way Software läuft dank dem „RaZberry“, einem aufsteckbaren Z-Wave Modul auf dem Kleinst-Rechner „Raspberry Pi“ und ist so eines der günstigsten Gateways im Markt. Seit letzem Jahr ist Z-Way nun auch auf der WD My Cloud NAS Serie verfügbar. (Kevin hatte es sich in diesem Artikel angesehen) Das offizielle Z-Wave.me Forum findest du hier. Kein Wunder das Z-Way aktuell auf über 25.tausend aktive Installationen blicken kann.

WD My Cloud NAS Rückseite - und Z-Wave Komponenten

WD My Cloud NAS mit Z-Wave Stick und Z-Wave Geräten

Und mit dieser Vielzahl an Installationen kommt natürlich ebenfalls der Wunsch einfache, aber clevere Szenen und Automatisierungen zu ermöglichen. Dabei ist APPs das Zauberwort. Alter Hut könnt man meinen: Wer kennt Sie schließlich nicht? Die kleinen Anwendungen, die man sich für jede Anforderung und Lebenslage auf das Smartphone laden kann. Ob (wissenschaftlicher) Taschenrechner, Einkaufsliste, Gehaltsrechner, (..) und millionen andere Beispiele mehr. Geht es nach dem deutsch-russisch-schweizerischen Team von Z-Wave.me, so könnte auch das Smart Home bald auf diese Weise funktionieren.

App Store öffnet seine Türen

Möchtest du, das die Heizung automatisch schließt wenn das Fenster geöffnet wird? – Lad dir die App dazu. Soll das Licht angehen wenn du in den Raum kommst – und dies in verschiedenen Dimmstufen zu den verschiedenen Tageszeiten? – Lad dir die App. Soll dein System dich via Push-Nachricht warnen, wenn Regen vorhergesagt ist aber die Fenster noch offen sind? – Lad dir ne App :-) Ich denke ihr habt das System verstanden. Dies waren nur Beispiele, welche sich bereits im ZWay-App-Store, welcher mit der Version 2.2.0 eingeführt wurde, finden lassen. An sich gab es die Möglichkeit „Apps“ zu laden schon in den alten Versionen, jedoch nur das Standard-Repertoire der ZWay-Entwickler – der App Store ist nun jedoch für jeden Entwickler offen.

Der Clou ist also: gibt es genügend Entwickler, gibt es bald für extrem viele Anwendungsfälle „Apps“, oder nennen wir es mal prototypische Szenarien. Ihr müsst dann nicht mehr die komplizierten Abläufe zusammenstellen, sondern nur noch eure Geräte auswählen und die Szene läuft schon. Diese „Apps“ müssen aber nicht immer nur fertige Szenen oder Automatisierungen sein. So gibt es auch Apps, welche Kameras oder die beliebte Wetterstation „netatmo“ in die Plattform Z-Way einbinden. Hier müssen in den App Einstellungen dann lediglich die netatmo Account Daten hinterlegt werden.

So können dank der Apps auch umfangreiche oder komplexer Automatisierungen schnell und einfach durch den Endanwender erstellt bzw. genutzt werden. Ohne das auch nur eine Zeile Programmcode geschrieben werden muss.

Z-Way App Store

Z-Way App Store

Der App Store findet sich  in der Smart Home UI oben rechts unter dem Zahnrad Icon – Menüpunkt: Anwendungen, dann auf die Registerkarte „Server“. Wie aus dem Google PlayStore oder iOS App Store bekannt, sind auch hier die Apps in Kategorien sortiert und enthalten eine Kurzbeschreibung, wofür sie denn gut sind. Ausserdem können Apps durch die Community bewertet werden.

Z-Way App Store Kategorien

Z-Way App Store Kategorien

Ein Klick auf „Download“ und die App taucht in der Registerkarte „lokal“ auf. Etwas nervig ist hierbei der Filter (oben) welcher standardmäßig auf „Featured Apps“ steht, somit sieht man nicht direkt alle Apps, was schnell für Verwirrung sorgt, bzw. den Eindruck vermittelt es gäbe nur sehr wenige Apps.

Z-Way Appstore - lokale Apps, Filter

Z-Way Appstore – lokale Apps, Filter

Wenn die App nun unter der Registerkarte „Lokal“ zu finden ist, kannst du über den Button „Neue App“ die App beliebig oft zu deinem System hinzufügen. Es kann ja sein, das du zum Beispiel für jedes Zimmer eine Lichtsteuerung benötigst. In den App Einstellungen musst du nur noch Parameter einstellen oder Geräte auswählen. Im Beispiel: Intelligente Lichtsteuerung, musst du hier via DropDown noch den entsprechenden Bewegungsmelder auswählen – sowie die Leuchten einfügen welche dann eingeschaltet werden sollen und natürlich noch die Angabe der Helligkeit in % für die verschiedenen Tageszeiten.

Z-Way App - intelligente Lichtsteuerung

Z-Way App – intelligente Lichtsteuerung

 

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Z-Way App - netatmo

Z-Way App – netatmo

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Z-Way App - netatmo

Z-Way App – netatmo

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Z-Way App - smartLights

Z-Way App – smartLights

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Z-Wave.me Developer Console

Z-Wave.me Developer Console

Bislang kamen also die bereits verfügbaren Apps aus der Z-Wave.me Schmiede. Ab sofort können aber auch Entwickler oder ambitionierte  Programmierer sich kostenfrei unter. developer.z-wave.me regstrieren und ihre Apps einreichen. Das Z-Wave.me Team prüft die Apps vor der Veröffentlichung natürlich. Für Entwickler ist es sogar möglich einen sogenannten „Token“ zu erstellen, dadurch kann einem eingeschränkten Nutzerkreis der Zugriff auf die App ermöglicht werden, um beispielsweise einen Beta Test durchzuführen. Als Nutzer ist der Token also eine Art Schlüssel, welchen du in der Z-Way Software unter „Management“ eingeben kannst und somit die App bereits vor der offiziellen „Veröffentlichung“ siehst – gegebenenfalls noch unfertig. Solltest du vielleicht schon Z-Way auf deinem Raspberry Pi am laufen haben und möchtest der Community deine Anwendungen zur Verfügung stellen, dann kannst du dir hier einen Developer Account anlegen. Wenn du mal nachschauen willst wie so eine App aufgebaut wird, findest du eine Anleitung auf der Developer Console von Z-Wave.me unter dem Menüpunkt: „Help“.

Fazit: Strahlende App-Zukunft für ZWay also?

Klingt alles ziemlich gut? Wird ZWay also in eine strahlende App-Zukunft starten? Antworten wir mal mit einem ganz klaren: Jain.

Einerseits erscheint mir das Eingangs geschilderte Problem der zu geringen Möglichkeiten, bzw. der zu hohen Komplexität am besten lösbar durch den App-Ansatz. So setzt auch das Smart Home System „SmartThings“ (hierzulande nicht zu bekommen), welches inzwischen zum Samsung Konzern gehört, auf einen Marktplatz mit Apps. Gerade für die eher unbedarften Endnutzer ist es schlicht ein großer Komfortgewinn. Sollte es keine App geben, bleibt für den Nutzer alles beim Alten. Er muss sich mit den Logischen-Programmier-Boardmitteln einen Weg suchen. Im besten Fall aber findet sich bereits eine Lösung unter den Apps und die gewünschte Szene läuft innerhalb weniger Sekunden wie gewünscht. Auf Grund der großen Nutzerbasis, die im Fall der Raspberry-Community meist recht versiert ist, besteht zudem die Chance, dass der Z-Way App Store bald Fahrt aufnimmt. Davon würden dann natürlich auch WD-Nutzer profitieren.

Andererseits entspricht der ZWay-App-Store in seiner Ausführung, der gesamten ZWay Software – es wirkt alles nicht sonderlich einladend und gewinnt auch keinen Blumentopf in der Kategorie intuitive Bedienung. Vieles ist schlicht und einfach noch unfertig und keinesfalls für den Massenmarkt geeignet. Auch wenn die letzten Updates hier einige Verbesserungen gebracht haben, gibt es einfach noch zu oft Bugs, nicht richtig unterstützte Geräte und andere Unzulänglichkeiten, welche die Nutzer immer wieder nerven. Einfaches Beispiel gefällig: Wieso können Elemente im Dashboard nicht frei angeordnet werden? Auch auf der Entwicklerseite zum neuen App Store könnte vieles besser sein: so ist die Entwicklerseite ebenfalls nicht besonders hübsch, noch sind die Dokumentation vollständig, oder aktuell, teils greifen sie auch zu kurz. Auch in Sachen Präsentation und Beispiele, sollte man bei den „Großen“ (Pebble, Dropbox, etc.) mal ein wenig abgucken – es gibt soviele Developerseiten die das deutlich besser machen.

Letztlich muss das Ziel sein Entwickler und Anwender glücklich zu machen. Denn mit der Anzahl der Entwickler steht und fällt der App Store und damit auch die Nutzerzahlen, bzw. umgekehrt. Ein historisches Beispiel gefällig: Lange vor der Ära der Smartphones hatte Nokia auf seinen Telefonen schon einen App Store. Doch richtig gut umgesetzt wurde die Idee erst von anderen – welche Rolle Nokia heute spielt? – Keine.

Der Smart Home App Store ist klipp und klar eine tolle Idee und mit jedem Entwickler und jeder App wirds nur noch besser! Doch die Konkurrenz schläft nicht und die Idee allein hilft nix bei schlechter Ausführung.

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AlphaX2

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3 Kommentare

  • Nachdem ich meinen ersten Versuch eines Smart Homes mit einer Steuerung über den Z Wave USB Stick mit Z Way vorgenommen habe, kann ich dir nur beipflichten. Die Idee mit den Apps ist gut, leidet aber unter ein paar Mängeln:

    – Unübersichtlichkeit des UI (Apps in anderem Zugang als Dashboard, etc.; praktisch keine Übersicht über programmierte Abläufe: ordentliche Benennung von Instanzen immens wichtig)
    – Verbindung einzelner Apps: vllt kommt da noch eine praktischere Lösung durch die Öffnung, aber meine Umsetzung von zeitgesteuerten Szenen bei gleichzeitiger Benutzung eines Wandschalters für Away/Home Szenarien, erforderte dann doch den ein oder anderen Kniff (positiv aber: es ist alles möglich, nur kompliziert teilweise und nochmals: unübersichtlich)

    Auf die eierlegende Wollmilchsau muss man also vllt noch warten!

Gib deinen Senf dazu!