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Prosenic 820T Wischroboter im Test – kann der was?

crissxcross
Geschrieben von crissxcross
siio-App
  • INSTALLATION
  • FUNKTIONSUMFANG
  • BEDIENUNG
  • NUTZEN
  • Preis-Leistung
3.7

Fazit

Ein Saug- und Wischroboter der preislich an oder oebren Einstiegsgrenze liegt und in seinen Kernfunktionen „saugen“ und „wischen“ vollends punkten konnte.
Bei anderen Funktionen ist noch Luft nach oben.

Pros

+ Grosser Staubbehälter mit HEPA Filter
+ WLAN (nur 2,4Ghz) mit App Steuerung
+ Nasswisch-Funktion mit elektronischer Wasserregulierung
+ Zeitprogrammierung
+ Sprachsteuerung möglich

Cons

+ nur englische (recht laute) Sprachausgabe
+ dauert teilweise lange bis er die Ladestation wiederfindet

Bei mir wischte in den letzten Tagen der Prosenic 820T die Wohnung. Wie gut der ist, das liest du hier.

Zugegeben, siio soll nicht zum Saugroboter Testblog verfallen, den Job machen einige andere Kollegen schon ganz gut.
Dennoch freute ich mich über die eMail des Roboterherstellers Prosenic, welcher anfragte, ob wir sein Wischroboter 820T unter die Lupe nehmen möchten.
Interessant macht den Roboter, das er nicht nur saugen-, sondern auch feucht wischen kann – und dass während er nicht ganz so dumm durch die Gegend fährt wie einige seiner Marktbegleiter.
Soll heißen, er versteht sich im Raum zu orientieren und kann auch eine virtuelle Karte vom Raum zeichnen.

Ich bin bis heute bekennender iRobot Scooba Fan. Den Scooba 450 Wischer hatte ich seiner Zeit hier vorgestellt.

Und bis heute kommt er fast täglich in unserm Haushalt zum Einsatz. Was ich an ihm schätze?
Er saugt, befeuchtet, schrubbt und zieht das Wischwasser ab. Orientierung im Raum? – Leider Fehlanzeige.
Ebenfalls hier im siio Blog vorgestellt, hatte ich den iRobot Braava 390t. Dieser orientiert sich mithilfe eines IR-Senders im Raum und fährt Bahnen. Dafür saugt er leider nicht. Er hat wahlweise einen Aufsatz mit einem Wasser-Reservoir und wischt den Boden in „Y“ Form, indem er erst nach rechts vorn fährt, dann zurückstößt und dann nach links vorn fährt. Wählt man hingegen den „Staubmodus“ so fährt er fein seine parallelen Bahnen. Das tolle am iRobot Braava: Er kann mit den Swiffer Lappen ausgestattet werden.

Jagdgeschwarder „Mop“ – Im Vergleich: iRobto Scooba, Braava und Prosenic 820T

Wo wird sich also der Prosenic platzieren und wo liegen seine Stärken und wo seine Schwächen?

#unboxing

Der Inhalt des großen Karton mit Tragegriff, ähnelt stark jenem vom Eufy Saugroboter by Anker, oder gar dem Amarey Saugroboter, den ich mir hier angesehen hatte.

Prosenic 820T – großzügiger Lieferumfang

So findet sich im Karton, klar – der Prosenic 820T und die passende Ladestation. Darüberhinaus aber auch allerlei Zubehör:

  • Zwei Wischlappen
  • der Behältereinsatz für Nassaugen
  • der Behälter für „nur saugen“
  • Ein Magnetband zum absperren von „no-go Areas“ – wie zum Beispiel des Spielteppichs des Sohnemannes
  • Fernbedienung
  • die Bedienungsanleitung
  • und 4 Seitenbürsten

Rechts und links an der „Stirn“ des Prosenic Roboter rotiert jeweils eine Seitenbürste, welche Schmutz aus den Ecken direkt vor den Saugeinlass des Roboters kehrt. Denn durch seine runde Form gelangt er dort selbst unmöglich hin.

zwei rotierende Seitenbürsten holen den Dreck aus den Ecken

Der Staubbehälter für „nur saugen“ sieht recht futuristisch aus, wenn man ihn öffnet.
Er fasst bis zu 400ml Schmutz und ist mit auswaschbaren Filtern ausgestattet. Der Behälter selbst darf übrigens nicht ausgewaschen werden.
Um den Schmutzbehälter zu entleeren, kann dieser vorn aufgeklappt werden. Ähnliche Mechanik kennen wir vom Amarey Roboter.

Staubbehälter geöffnet mit HEPA Filter

Der Behälter fürs „wischen“ umfasst 350ml und ist mit einer kleinen Kammer für den Schmutz ausgestattet. Denn auch beim „Wischprogramm“ saugt der Roboter zuvor den losen Staub ein. Sehr cool 👍 und damit liegt er funktionell deutlich vor dem iRobot Braava, der keinerlei Vorrichtung zum Saugen hat. Wie so viele andere Modelle auch auf dem Markt.
Das Wasser wird beim Prosenic einfach über den Wasserhahn in den Behälter gefüllt, der dann über einen Gummistopfen verschlossen wird.

Frischwasser kann sehr einfach eingefüllt werden

Der Wischlappen wird an der Unterseite per Klettband befestigt und kann so problemlos gewechselt werden. Dafür liegen zwei Stück dem Lieferumfang bei – so kann der schmutzige Lappen nach der Arbeit in die Waschmaschine und man hat einen weiteren um den Roboter Einsatzbereit zu halten.

Wischlappen wird ganz einfach via Klettband befestigt

Mit der Logik zum entleeren des Staubbehälters bin ich hier so gar nicht zufrieden, denn es gibt keine Mechanik zum Öffnen des Behälters. Um den Schmutz zu entleeren, muss man diesen über die Öffnung „ausschütteln“ über welche der Schmutz auch in den Behälter hineingekommen ist.
Punktabzug 😣, denn das ist bei dem Schmutzbehälter für „nur saugen“ deutlich besser gelöst!

#Einrichten

Wie oben schon beschrieben liegt auch eine Fernbedienung dem Lieferumfang bei. Jene ist mit tollen Symbolen bedruckt, wie Beispielsweise einer Regenwolke, oder zwei „Ventilatorsymbolen“.
Kurzum, um diese zu verstehen bedarf es einem Blick in das Handbuch – welches jedoch in recht guten Deutsch geschrieben und sehr übersichtlich gehalten ist.

Übersichtliches Handbuch, gut verständlich

So lässt sich mit der Fernbedienung der Prosenic 820T natürlich zum reinigen befehlen – und man kann auch die Saugleistung über die besagten „Ventilatorsymbole“ variieren.
Zudem lassen sich auch diverse „Programme“ starten.
So steht ein „Kantenreinigungsprogramm“ und ein „Spot-Cleaning“ zur Auswahl, welches den Roboter eine bestimmte Stelle reinigen lässt. Beispielsweise wenn man etwas verschüttet hat. Ab er auch stoppen, oder zur Ladestation zurück schicken lässt sich der Roboter per Fernbedienung. Die Regenwolke 🌧 startet übrigens den Wischmodus 😉

Ein Blick unter den Roboter

#smart via App

Wer das ganze Potential des Prosenic 820T ausschöpfen möchte, der kann den Roboter mit seinem heimischen WLAN Netzwerk verbinden um diverse Einstellungen zu tätigen und nicht zuletzt die virtuelle Karte einzusehen, welche der Roboter von der Wohnung zeichnet. In jener kann auch in Echtzeit die Position des Roboters verfolgt werden, welche als orangener Punkt auf der Karte dargestellt wird. Nett und nice 2 have, wenn sich der Roboter unter dem Bett, oder unter der Couch ins Aus manövriert hat.

virtuelle Karte wird just-in-time beim Reinigungsvorgang gezeichnet

Um den Roboter mit dem heimischen Netzwerk zu verbinden, eröffnet dieser (nach langem Tastendruck am Gerät) ein eignes WLAN Netzwerk (lies: Hotspot Mode) mit welchem man sich verbindet. Hat man zuvor die iOS bzw. Android App heruntergeladen, so kann die Konfiguration beginnen.
In der App folgt man einfach Schritt für Schritt dem Wizard um den Roboter mit dem WLAN Netzwerk zu verbinden.
Danach können in der App einige Funktionen mehr genutzt werden, als es die Fernbedienung hergibt.

Taste für 6sek gedrückt halten – eröffnet WLAN Hot-Spot Modus

Da wäre zum Beispiel der Zeitplan, nach welchem der Roboter los düst und die Wohnung saugt, bzw. wischt.
Das ist nämlich ein riesiger Vorteil gegenüber beispielsweise dem iRobot Braava, oder dem iRobot Scooba. Beide Wischer stehen nämlich senkrecht auf ihrer Ladestation – so so ein Spaceshuttel das bereit ist zum Starten. Gestartet wird beim Kampfgeschwader „Mop“ jedoch aus dieser Position nicht automatisch. Beide iRobot Modell muss ich im Alltag erst von der Dockingstation nehmen und manuell starten.

Smartphone App mit bebildertem Installationswizard

Ganz anders bei Prosenic 820T. Hat man ihn nach seinem Einsatz wieder ordentlich gereinigt, kann er auf die Ladestation gesetzt werden und fährt aus dieser Position wieder selbstständig los. Während er (waagerecht) auf der Ladestation steht, verliert er kein Wasser – wie es die beiden iRobot Modelle in dieser Position tun würden.

Einfaches Setup via App

Hintergund ist der „elektronische Wassertank“, welcher die Wasserzufuhr auf den Wischlappen reguliert. Zum Vergleich: Beim iRobot Braava erfolgt der Transport des Wassers aus dem Wasser-Reservoir rein physikalisch per „Docht“. Weshalb der iRobot Braava in einer Waagerechten Dockingstation einfach auslaufen würde.
Zugleich bringt der „elektronische Wassertank“ dem Prosenic eine weitere tolle Funktion, denn die Wassermenge während des Wischvorgangs lässt sich in 3 Stufen regulieren. Von wenig über mittel bis viel Wasser.

Dank elektronischer Wasserregulierung kann der geflieste Flur nass gewischt werden

Auch eine nette Funktion dank der WLAN Verbindung: Der Prosenic Roboter gehorcht via Sprachsteuerung.
Kommt man beispielsweise nach Hause und der Kollege wuselt einem um die Beine, kann man ihn dank Amazon Frau „Alexa“ einfach zurück zur Ladestation schicken, ohne das Handy zu zücken.

#im Alltag

Die bereits angesprochene Fähigkeit des Prosenic 820T, direkt und wahlweise Zeitgesteuert von der Ladestation zu starten, macht ihn als Wischroboter im Alltag fast so unauffällig wie einen Staubsaugerroboter.
Aber eben nur fast, denn wie jeder Wischroboter muss er nach getaner Arbeit gereinigt – und der Wassertank mit Frischwasser gefüllt werden.

Nach getaner Arbeit: Behälter leeren und Frischwasser auffüllen

Das Wasser auffüllen klappt dabei relativ gut. Die Öffnung ist ausreichend groß, so das nichts daneben geht. Der „Gummistöpsel“ lässt sich leicht öffnen und verschließt den Tank auch ordentlich. Wie lange der Stöpsel jedoch im Alltag hält, kann ich heute noch nicht bewerten. So ganz trau ich ihm nicht über den Weg.
Da dem Lieferumfang zwei Wischlappen beiliegen, hat man stets einen „frischen“ Lappen zur Hand, so dass man den Roboter „einsatzbereit“ halten kann, während der schmutzige Wischlappen einfach in die Waschmaschine wandert.

Lappen runter und ab in die Wäsche damit

Der „Move“ mit den Swiffertüchern, was mir beim iRobot Braava sehr gefällt, geht hier beim Prosenic 820T leider nicht.
Aber dafür kann man ja hier die Wassermenge einstellen, welche beim wischen abgegeben wird. Wer verschiedene Böden im Haus hat – zum Beispiel einen gefliesten Flur, der ordentlich Wasser verträgt, im Wohnzimmer aber Parkett oder Laminat liegt – wo der Roboter nur „nebelfeucht“ wischen soll, wird diese Funktion zu schätzen wissen!

Parkett oder Laminat? Einfach die Wassermenge reduzieren

Mit 7,9cm in der Bauhöhe ist der Roboter recht flach und fährt bei mir so unter Bett und Couch problemlos drunter durch. Apropos „fährt“: Mit einer Vollaufladung die recht lange 5 Stunden Zeit einnimmt, fährt der Roboter dann gute 100 Minuten (bei geringerer Saugstufe kanpp 130 Minuten), was schon sehr ordentlich ist. Mit dieser Laufzeit schaffte er problemlos unsere Wohnfläche von ca. 120.

Dank der Navigation findet sich der Roboter gut im Raum zurecht und zieht schöne lange, gleichmäßige Bahnen, welche in der App als virtuelle Karte aufgezeichnet werden.
Es sei jedoch noch angemerkt, das die Karte lediglich eine „Reinigungsüberprüfung“ ist, welche beim nächsten Reinigungsvorgang wieder überschrieben wird. Man kann mit der Karte nicht interagieren um beispieweise den Roboter gezielt in einen Raum zu schicken. Schade.
Das heißt auch: Fährt der Roboter sich mal fest, oder man stoppt ihn im Reinigungsvorgang, um ihn in einen anderen Raum zu setzen, so weiß er nicht wo er ist und beginnt von vorn.

Nach getaner Arbeit kehrt der Roboter selbstständig zu seiner Basis zurück. Meistens. Solange er im gleichen Raum ist funktionierte dies im Test stets einwandfrei. Befand sich der Roboter in einem anderen Raum, so schien das Signal der Basis zu schwach zu sein, so dass der Roboter dann herumirrte und die teilweise die Basis nicht wieder fand.

glänzende, metallisch anmutende Oberfläche

Fazit

Mit 240 Euro  UVP befinden wir uns hier schon am preislich oberen Ende des Einsteigerbereichs.
In seinen Kernfunktionen (saugen und nasswischen) überzeugte der Prosenic 820T vollends. Vor allem die Regulierung der Wassermenge hat mich begeistert.
Bei Funktionen wie dem Entleeren des Staubfachs im Nasswischbehälter ist viel Luft nach oben. Und wer einen Roboter mit intelligenter Navigation haben möchte, sollte sich dann doch eher im Bereich der Lasernavigation umsehen.

BlackFriday

Wer mit dem Prosenic 820T liebäugelt, der sollte jetzt schnell sein. Denn als BlackFriday Deal kostet der Roboter auf der Herstellerseite nur 180 Euro und oben drein, kannst du mit dem Gutscheincode „SIIO19“ nochmal 10% – also 18 Euro. Das macht faire 162 Euro für den Roboter.

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crissxcross

crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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