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Pimp my Rasenroomba heißt es in diesem Artikel. Wie ich dem Gardena Rasenmähroboter ein WLAN Modul verpasst habe und ihn dadurch in das Smart Home einbinden konnte, liest du hier:

Seit zwei Jahren mäht der Gardena R40Li den Rasen in meinem Garten. Das nervige Rasenmähen mit einem lauten und stinkenden Benzinrasenmäher gehört seitdem der Vergangenheit an. Stattdessen tut der von mir liebevoll „RasenRoomba“ (in Anlehnung an den Saugroboter im Haus) pflichtbewusst seinen Dienst.

Eigentlich ist alles gut – eigentlich…

Mit der Mähleistung bin ich vollends zufrieden. Allerdings hat mich doch ehrlich gesagt eine Sache gestört – die Lösung war mir nicht „smart“ genug. Das automatische Mähen ist zwar schon der erste Schritt für den Smart Garden – aber es ging mir noch nicht weit genug. Rückblickend hatte ich mich damals für den Kauf des Gardena R40Li entschieden, da dieser seiner Zeit der kleinste und damit kostengünstigste Mähroboter war. Allerdings hat er doch einen Nachteil, denn ihm fehlen WLAN und eine App Steuerung.

Die Silenio Modelle von Gardena haben dieses Feature hingegen von Hause aus an Bord. Damals gingen sie aber erst bei gut 1.100 Euro los, während das von mir erworbene Modell günstiger zu haben war. Heute bietet Gardena auch in der Silenio Klasse günstigere Modelle unter 1.000 Euro an, z. B. den City 500.

Case Modding beim Gardena Rasenmähroboter

Da muss doch was zu machen sein…

Ich wollte mich aber nicht mit der Tatsache zufriedengeben, dass mein „automatisches Schaf“ eher zur dummen und wenig verbindungsfreudigen Gattung gehört. Also begann die Suche, ob es da nicht Möglichkeiten gibt. Quasi Tuning für den Rasenmähroboter

Und tatsächlich, nach relativ kurzer Recherche wurde ich schon fündig. Das „Robonect“ Modul versprach Gardena und Husqvarna Rasenmähroboter mit WLAN nachzurüsten. Und nicht nur das. Denn der Hersteller bietet sogar eine API Schnittstelle, dank der eine Integration des Mähroboters in homee, Fibaro, Homematic und andere Smart Home Systeme möglich ist. Meine Rettung – das Ding musste ich haben!

Einfacher Einbau – aber nicht Plug & Play

Gesagt, getan. Nach wenigen Tagen hatte ich die Robonect WLAN-Platine samt Kabeln und Befestigungsmaterial in den Händen. Etwas nervös war ich schon, dass es keine Plug & Play Lösung war, sondern ich das Gehäuse meines „Schätzchens“ aufschrauben musste, um darin die Hardware eines Drittanbieters zu verbauen. Allerdings war die Angst im Nachhinein betrachtet unbegründet. Mit der sehr guten Einbauanleitung samt vieler Detailbilder auf der Webseite von Robonect war der Einbau wahrlich nicht so kompliziert.

An dieser Stelle sei gewarnt, dass das Öffnen des Gerätes zum Erlöschen der Herstellergarantie führen kann!

Zunächst musst du die schwimmend gelagerte Plastikschale – das sogenannte „Chassi“ vom Gerät entfernen. Dann muss noch das Display samt Kabel (mit Steckverbindungen) entfernt werden, damit du ans Gehäuse des Gerätes gelangst. Dieses muss dann auch noch geöffnet werden, da du quasi eine OP am offenen Herzen, in diesem Fall die Hauptplatine des Gardena Rasenmähroboters, durchführen musst.
Nachdem du die Spannungsversorgung, also das Kabel von der Batterie, abgeklemmt hast, ziehst du im nächsten Schritt das Kabel von der Steuerplatine ab. Dieses ersetzt du nun durch das Kabel vom Robonect Modul, das ja ab sofort die Steuerung des Robos übernehmen soll.

Das zuvor an der Hauptplatine angeschlossene Kabel verbindest du nun mit dem Robonect Modul. Sonst ist keine Eingabe mehr über das Bedienfeld möglich, also auch keine PIN Eingabe und ich glaube der Roboter würde auch gar nicht mehr booten. Sitzen die Kabel an Ort und Stelle, kommt noch die praktische Halterung zum Einsatz, die mitgeliefert wird und dafür sorgt, dass das Robonect WLAN Modul nicht lose im Gerät herumfliegt. Nun musst du nur noch das Batteriekabel wieder mit der Platine verbinden und alles wieder ordentlich zusammenschrauben.

 

Tipp: Auf dem Robonect Modul findet sich auch eine Anschlussmöglichkeit für eine WLAN Antenne. Ich rate dazu, dies auch zu nutzen und eine in den Gardena Mähroboter einzubauen. Genug Platz ist vorhanden und so stellst du sicher, dass du auch wirklich überall im Garten besten Empfang hast, damit der Gardena Mähroboter deine Kommandos auch empfangen kann.

Einrichten per WebUi

Bevor du das Robonect WLAN Modul in Betrieb nehmen kannst, musst du dieses wie jedes andere Netzwerkgerät auch einrichten, ihn also mit deinem heimischen WLAN Netzwerk verbinden. Hierfür öffnet das Robonect Modul ein eigenes WLAN Netzwerk (Hotspot Mode). Mit diesem gilt es sich per PC, Notebook oder Tablet zu verbinden.

Die eigentliche Einrichtung erfolgt anschließend über eine WebUI, also quasi eine Webseite, die du über einen beliebigen Browser öffnen kannst. Die IP-Adresse des Robonect Moduls ist im Auslieferungszustand http://192.168.2.1, was du einfach in die Adresszeile deines Browsers eingibst.

Bei der Ersteinrichtung muss zunächst noch eine aktuelle Firmware von der Hersteller-Webseite heruntergeladen werden. Danach kannst du dann deinen aufgemotzten Gardena Mähroboter über die WebUI mit deinem WLAN Netzwerk verbinden.

Bietet noch mehr Vorteile

Neben der Fernsteuerbarkeit per WLAN bietet die Nachrüstung des Moduls von Robonect auch noch einige weitere Vorteile. Denn es ermöglicht dir auch Einstellungen, die zuvor mit dem Gardena Roboter gar nicht möglich waren. Unter anderem könnt ihr eine „Korridorbreite“ definieren oder einstellen, wie viele Zentimeter der Begrenzungsdraht überfahren werden soll. Selbst das mhen von Flächen ohne Begrenzungsdraht wird möglich, von Zeitplänen mal ganz zu schweigen.

Robonect WebUI – Timer

Zudem kannst du auch noch auf viele weitere Informationen zugreifen, unter anderem den Fehlerspeicher, die Betriebsstunden und den Ladestatus. Auch die Temperatur der Batterie und weitere Infos lassen sich per Robonect über den Rasenmäher Roboter in Erfahrung bringen. Du profitiert also von vielen neuen Funktionen, die der kleine Gardena Roboter zuvor nicht bieten konnte!

Integration ins Smart Home

Die ersten Schritte waren gemacht, aber wirklich „smart“ war das Ergebnis immer noch nicht. So ist es zwar möglich, den Gardena Mähroboter nach bestimmten Zeitplänen fahren zu lassen, sowie ihn über das WebUI am PC, Tablet und Co. an die Arbeit zu schicken. Aber das reicht natürlich noch nicht für einen Smart-Home-Junkie wie mich. Daher habe ich ihn auch noch mit meinem Smart Home System verbunden. Wie dies funktioniert, erkläre ich dir am Beispiel von homee.

Für alle Fibaro Jünger unter uns gibt es im siio-Forum ein Thread, in welchem sogar ein VD zur Steuerung des Gardena Roboter zur Verfügung gestellt wird:
👉 Virtual Device: https://www.siio.de/Robonect
👉 Forum Thread: https://www.siio.de/board/thema/gardena-maehroboter-in-hc2-einbinden

Die Steuerung des Robonect Moduls ist über sogenannte Webhooks möglich. Dies ist nichts weiter als eine URL, die du einfach in die Adresszeile eines Browsers eingibst. Rufst du diese URL auf, bekommst du dann allerdings keine bunten Webseiten zu Gesicht, sondern sendet dem Gardena Mähroboter über das verpflanzte Robonect Modul einen Befehl:

Um ihn an die Arbeit zu schicken, nutzt du einfach folgende Webhook-URL:
http://IP-Robonect-Modul/xml?cmd=mode&mode=job&duration=59&user=BENUTZER&pass=PASSWORT

Kurz zur Erklärung: Der Wert „duration=59“ steht für die Dauer des Mähvorgangs in Minuten. Diesen Wert kannst du nach Belieben ändern – je nachdem, wie lange der „Kleine“ mähen soll. Ist der Akku vorher leer, kehrt er automatisch zu seiner Ladestation zurück.

Dockingstation ist auch ein gutes Stichwort. Mit dem Webhook http://IP-Robonect-Modul/xml?cmd=mode&mode=home&user=BENUTZER&pass=PASSWORT schickst du ihn wieder heim zur Ladestation.

Diese einfachen API-Befehle kannst du nun in deinem Smart Home System integrieren, um den Roboter quasi smart zu steuern. Am Beispiel von homee gelingt dir dies über die sogenannten Homeegramme. Das Schema lautet hierbei:

„WENN Homeegramm gestartet wird, DANN Webhook ausführen.“

homee – Homeegramm Webhook Robonect

Hinterlege hierfür einfach die oben genannten Webhook-URLS in den erstellten Homeegrammen, um den Mähvorgang zu starten. Natürlich sind auch zeitgesteuerte oder durch Bedingungen ausgelöste Abläufe möglich. So kannst du zum Beispiel den Roboter zurück ins Häuschen schicken, wenn Regen aufzieht, oder du ihn nur zur Arbeit fahren lassen willst, wenn es seit einer definierten Zeit nicht geregnet hat. Zusätzlich könntest du die Homeegramme auch per Fernbedienung, Schalter, Widget und Co. auslösen, zum Beispiel per Wandschalter an der Terrassentür.

homee – Homeegramm Webhook Robonect

Robonect – Sprachsteuerung

Die genannten Optionen sind aber noch nicht alle Möglichkeiten, wie du deinen Gardena Mähroboter aus der Ferne steuern kannst. Leider mangelt es aktuell noch an einer App fürs Smartphone. Die ist aber laut Forum des Herstellers in der Mache.

Möglich ist aber immerhin schon die Steuerung per Sprache. Aktivierst du den entsprechenden Skill für Amazons Alexa, dann kannst du dank entsprechender Unterstützung des Robonect Moduls das elektromechanische Schaf per Sprachbefehl auf die Wiese schicken und ihn später auch wieder zur Basis befehligen.

Wenn du den Roboter bereits wie im letzten Abschnitt beschrieben mit einem Smart Home System verbunden hast, dann ist oftmals auch die Sprachsteuerung über dieses System bereits möglich. Im Falle von homee lassen sich alle Homeegramme per Sprachsteuerung (Amazon Alexa oder Google Home) starten, die als Trigger „Wenn das Homeegramm abgespielt wird“ besitzen.

Mein Fazit zum Robonect Modul

Auch wenn ich anfangs noch etwas skeptisch war, bin ich nun vollkommen überzeugt. Das Robonect Modul ermöglicht mit geringem Bastelaufwand die Integration eines WLAN-losen Gardena oder Husqvarna Mähroboters ins vernetzte Smart Home. Auch die Steuerung per Stimme ist möglich. Solltest du einen der entsprechenden Mähroboter im Einsatz haben, lohnt sich das Nachrüsten des Robonect Moduls durchaus.

Noch ein Tipp für alle siio Leser. Mit dem Gutscheincode „FORUM80“ gibts das Robonect Modul im Herstellereigenen Shop für nur 119 Euro + Versand, anstatt der UVP von 179 Euro.
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crissxcross
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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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