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Smart Home Zentralen – der Spion in meinem Haus

by crissxcross28. Oktober 2017

Bald werden Smart Home Hubs ganz unbewusst in unserem Haus Einzug halten. Warum Smart Home Zentralen schon jetzt die Tür zum Kunden sind.

Das musste ja so kommen!

Bild @Amazon – Echo Plus – Sprachassistent und Smart Home Hub

Im Prinzip kann jede Smart Home Zentrale neben dem stupiden steuern der Geräte via WebUI oder Smartphone App diese auch durch sogenannte Szenen in einen zuvor definierten Zustand versetzen.
Wer will schon für den gemütlichen Fernsehabend die Smartphone App öffnen um nacheinander den Fernseher einzuschalten, das Licht zu dimmen und dann die Rollos herunterzufahren?
Nein, der smarte Hausautomatisierer nutzt dafür Szenen. Ein Tastendruck auf die Fernbedienung oder den Lichtschalter genügt und die Szene startet, welche die Geräte in die eben genannten Zustände versetzt. Der Taster, bzw. die Fernbedienung ist dabei der sogenannte Trigger- also der Auslöser. Er stößt die Szene an und die Smart Home Zentrale feuert dann die Befehle an die Geräte ab.

So nun wissen wir, das Amazon einen neuen Echo vorgestellt hat – den Echo Plus, welcher den ZigBee Funk integriert. Man wird also bald Geräte (vorrangig Lampen) direkt an den Amazon Echo anlernen können und benötigt somit keine Smart Home Zentrale mehr in Kombination zum Echo. Der Amazon Echo wird also selbst zu einer Smart Home Zentrale, was die Szenen – oder Routinen wie es Amazon nennt, mehr als Überfällig macht. Anstelle des Schalters an der Wand, wird unsere Stimme der Trigger für die Szenen sein.

Jeder wird eine Smart Home Zentrale haben.

Im übrigen bin ich sowieso der Meinung, das wir schon sehr bald keine Smart Home Zentralen mehr kaufen – zumindest nicht bewusst. Immer mehr Geräte unseres täglichen Lebens werden die Funktion einer Smart Home Zentrale einfach mitbringen. Denkt man nur an den Kühlschrank von Samsung (Samsung Family Hub), oder die neuen Telekom Speedport Smart Router.

Bild @Samsung – Kühlschrank mit Display ist die Smart Home Zentrale

Aber klar, es ist lukrativ die Smart Home Zentrale beim Kunden zu sein. Während smarte Komponenten wie Bewegungsmelder und Steckdosen einfach nur Ihren Job tun, ist die Smart Home Zentrale aus Sicht des Herstellers betrachtet- die Tür zum Kunden.
Jetzt lässt sich schnell der Bogen zu cloudbasierten Smart Home Systemen spannen. Denken wir mal darüber nach, welchen Sinn Cloudsysteme haben: Ressourcen gemeinsamen nutzen, um rechenintensive Aufgaben auszulagern. Nun, die paar Bits und Bytes die es im Smart Home zu verarbeiten gibt, schafft sogar ein Rasperry Pi (siehe Projekt RaZberry). Kein Grund also die Daten in große Rechenzentren zu schieben.

Dennoch gibt es aber viele Smart Home Systeme, welche cloudbasiert arbeiten. Scheinbar lassen sich die Nutzerbezogenen Daten dort besser auswerten und den Mehrwertdiensten zuordnen, welche dem Kunden daraufhin passend wie die Faust aufs Auge angeboten werden.

Und mal Hand aufs Herz, wie lange wird das Modell der Telekom noch funktionieren, indem die Nutzer erst selbst die Hardware kaufen und dann monatlich einen Betrag zahlen müssen, damit sie diese Hardware – ich erinnere, die sie selbst mit eigenem Geld gekauft haben – nutzen können? Auch hier muss die Telekom aus meiner Sicht bald Mehrwertdienste anbieten, welche über die Hardwarenutzung hinaus den monatlichen Betrag rechtfertigen.

Bild @ Telekom – Router integriert bereits Smart Home Funktionen die nur freigeschaltet werden müssen

Die Kehrseite der Medaille

Die andere Seite ist: Die Hersteller arbeiten stetig an der Software der Smart Home Zentralen – das kostet Geld. Es ist eben etwas anderes als ein Fernseher, den man kauft und benutzt. Der funktioniert und wir freuen uns, wenn es einmal im Jahr ein Update mit einer neuen Funktion oder anderen Verbesserungen gibt. Bei Smart Home Zentralen erwarten wir einfach, das neue Funktionen wie Alexa Sprachsteuerung bzw. Google Home integriert werden, sowie auch all die neuen Geräte  – sei es der neue Zwischenstecker, Wettersensor, Bewegungsmelder und Co, die auf den Markt kommen unterstützt werden.
All das kostet natürlich eine fortwährende Entwicklung und damit Geld. Klar das es mit einmal verkaufen und dabei etwas Margen verdienen nicht getan ist für den Hersteller. Aber sollten monatliche Gebühren dafür, dass ich die Hardware nutzen kann, welche ich zuvor zum vollen Preis gekauft habe wirklich der charmanteste Weg sein?

Und möchte ich wirklich, das Daten meiner Bewegungsmelder ausgewertet werden, damit ich passende Angebote zu Diäten, Fitnesstudios oder Versicherungen erhalte?
Lange haben wir das Szenario des „selbstbestellenden Kühlschranks“ für absurd gehalten, doch in Zeiten des Einkaufsassistenten Amazon Echo und dem Samsung Kühlschrank, sind wir davon gar nicht mehr so weit entfernt.

Ich denke, mit meinen Worten habe ich gar nicht so sehr überspitzt, es sind einfach meine Gedanken und meine Sichtweise auf den Smart Home Markt da Draussen, wie er sich gerade entwickelt und Amazon spielt dabei eine immer größere Rolle. Die Hardware von Amazon ist klasse und ich liebe auch deren Funktionen – doch ob es wirklich gut ist, einem Giganten wie Amazon noch mehr Datenfutter für seine Algorithmen zu geben – das muss jeder selbst entscheiden. War nicht vor kurzem eine Meldung, das Amazon bald bestimmte Skills nur Prime Mitgliedern anbieten will? Naja, Zufall – das kann mit all dem hier gar nichts zutun haben…

About The Author
crissxcross
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Hi, ich bin crissxcross, gelernter IT-Systemelektroniker. Beruflich arbeite ich als Produktmarketing-Manager im Bereich Smart Home. Auch privat interessiere ich mich für Smart Home und bin selbst Hausautomatisierer :-) Falls ich nicht vor dem Monitor sitze fotografiere ich gern und bin ein großer Apple Fan.
  • M. Sprenger
    7. November 2017 at 11:09

    Ein klein wenig Lektorat wäre auch nicht schlecht. Haben sich doch in dem Artikel sehr viele Rechtschreibfehler und Grammatikfehler eingeschlichen.

    • Gerhard
      16. November 2017 at 15:27

      Ich konnte es flüssig lesen und denke auch verstehen.
      Selber tippen ist halt immer noch ein Risiko, wenn wann da nicht das letze Update der Rechtschreiprephorm hat…. Die andere Lösung wäre natürlich es von der Cloud gegen lesen zu lassen. Aber dann würde wahrscheinlich der vorletzte Absatz fehlen.

  • Gerhard
    16. November 2017 at 15:32

    Es besteht natürlich auch die Gefahr das anstelle des kürzlich bei Amazon bestellten Fernsehers, der Steuerbeamte vor der Tür steht und wissen möchte wie du dir den bei 8.000,- € zu versteuerndes Jahreseinkommen leisten kannst.
    Aber die Gefahr besteht heute schon. Big Brother……

    Danke für den Beitrag.
    Gruß
    Gerhard

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