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Eigene Musik über Amazon Echo abspielen

by Hamashi3. März 2017

Jahre lang folgten wir unseren tiefsten Urinstinkten als Jäger und Sammler. Wir horteten alles auf der Festplatte an Musik was wir saugen kaufen konnten. Und jetzt kann Amazon Echo angeblich diese Musik nicht abspielen? – So nutzt du deine eigene Musikbibliothek mit Alexa.

Amazon Echo – technische Details

Der Amazon Sprachassistent, welcher auf das Rufwort „Alexa“ hört ist vor allem in Punkto Musikwiedergabe beliebt. Das große Modell, der Amazon Echo, muss sich mit seiner Hardware auch keinesfalls vor anderen Audioplayern verstecken. Der 63mm Woofer für Bässe, sowie der 50mm Hochtonlautsprecher sorgen für ein extrem gutes Klangbild.

Nur leider ist die künstliche Intelligenz aus der Wolke noch nicht so recht gewillt, auf lokale Musikquellen wie eine NAS, iTunes-Server oder geschweige denn andere USB Medien zurückzugreifen. Natürlich nicht, dies würde Ihrem Schöpfer der Amazon EU S.A.R.L viel Geld kosten, denn schließlich gibt es ja Amazon Prime Music und wer noch mehr Music hören will, auch das Amazon Prime Music Unlimited Angebot.

Aber von Anfang an:

Prime Kunden können auf eine Musikauswahl von ca. 2.Millionen Songs zurückgreifen. Das klingt viel, beinhaltet aber vor allem die Mainstream Musik, welche die Radiosender Tag-täglich hoch und runter spielen. Möchte man Zugriff auf (viel) mehr Musik, so steht einem das Music Unlimited Angebot zur Verfügung.
Dieses teilt sich preislich in 3 Abonnements, mit denen man Zugriff auf ca. 40.Millionen Songs erhält. Der einzige Unterschied: Preis & Umfang der Funktionen.

Music Unlimited

Zahlt man 9,99 Euro im Monat oder 79,- Euro bei einem 1-Jahresvertrag, so kann man die Musik quasi auf allen Geräten (iOS, Android, PC, Mac, Amazon Echo, Echo Dot, Fire Tablet, Fire TV, Sonos) hören. Die gleichzeitige Wiedergabe auf mehreren Geräten ist nicht möglich. Wobei hier die Amazon Echos eine Ausnahme bilden, diese gelten alle als ein Gerät. Du kannst Musik im Bad auf dem Amazon Echo Dot abspielen, sowie auch gleichzeitig Musik auf dem Echo in der Küche laufen lassen – oder dem Echo Dot im Büro und so weiter. Was hingegen nicht möglich ist: Musik auf dem iPhone mit der Amazon Music App abspielen und einen Amazon Echo per Alexa befähigen einen Titel abzuspielen. (mehr dazu hier.)

Music Unlimited Echo

Wer indes sowieso nur auf dem Amazon Echo Musik hört, der kann auf das Abonnement „Music Unlimited für Echo“ zurückgreifen. Hierbei ist lediglich die Wiedergabe auf Amazon Echo Geräten (also Echo und Echo Dot, sowie Echo Tab) möglich. Dies aber gleichzeitig, wie eben auch im Abonnement „Music Unlimited“ möglich – nur mit dem Unterschied das hier andere Geräte wie iOS, Android, Fire TV, Fire Tablet usw. nicht mit inbegriffen sind. Auf diesen zuletzt genannten Geräten kann also keine Musik aus der Amazon Wolke wiedergegeben werden. Diese Einschränkung bringt eine Ersparnis von 6,- Euro, denn das Music Unlimited für Echo kostet dich monatlich „nur“ 3,99 Euro. Einen Vorteil bei einem Jahresvertrag (wie bei Music Unlimited) gibt es hier nicht.

Music Unlimited Family

Hierbei sind für 14,99 Euro pro Monat, bzw. 149Euro als Jahresvertrag quasi alle Beschränkungen aufgehoben. Also fast: Du kannst auf 6 Geräten gleichzeitig die Musik wiedergeben, sowie natürlich in allen anderen Abonnements natürlich auch auf unbegrenzt vielen Amazon Echo Geräten. (mehr dazu hier.)

Amazon Music Unlimited Tarife

In einem Punkt unterscheiden sich die 3 Abonnements nicht: Die Anzahl der Musiktitel.
Und genau das ist das „Problem“ wenn man Freund von lokalen Bands oder recht spezieller Musik ist.

Vor einiger Zeit hatte Chris hier im siio Blog über das „Schnupper Angebot“ von Amazon Music berichtet. Daraufhin entschied ich mich für den Music Unlimited Service. Gut, das es dieses Angebot gab, denn nur so bemerkt man nach einiger Zeit, in welcher Art und Weise man eigentlich Music konsumiert. Letztendlich waren es immer wieder die gleichen Titel und Interpreten welche wir auf den Amazon Echos hörten.

Zunächst war ich mir sicher, dass ich nach dem Probe-Abo von „Music Unlimited“ auf das „Music Unlimited Echo“ wechseln werde, da ich seit Einzug von Alexa sowieso nur auf den Echo Geräten höre.
Immerhin birgt dieses Abo-Model eine Ersparnis von 6 Euro im Vergleich zum „Music Unlimited“ Abo.

Nur vermisste ich stets einige, teils auch sehr populäre Bands, welche selbst in „Amazon Music Unlimited“ nicht inbegriffen sind. So unter anderem meine Lieblings-Band „Rammstein“.
Gut, zurecht hat man sich nicht den Knebelverträgen von Amazon unterworfen.
Dennoch würde ich auch Ihren Klängen gern über mein Amazon Echo lauschen, zumal ich alle Alben über iTunes, oder ganz klassisch über den CD-Laden um die Ecke gekauft habe.

Die eigene Musik-Bibliothek bei Amazon

Hierfür bietet Amazon völlig unabhängig von Music Unlimited, spezielle Speicherplatz Abonnements für die eigene Musik an.
Gemessen wird hier nicht in MegaByte, sondern in Anzahl der hochgeladenen Titel.

So lassen sich standardmäßig 250 Songs kostenlos in die eigene Bibliothek importieren. Das ist nicht sonderlich viel, reicht aber aus, um seine speziellen Lieblingstitel hochzuladen.

Möchte man Zugriff auf die komplette, eigene Musiksammlung über das Amazon Echo haben, so reicht das kostenlose Angebot für die 250 Titel natürlich vorne- und hinten nicht aus. Aber auch dafür bietet Amazon eine Lösung – natürlich gegen Geld.

Amazon Music – 250 Songs gratis

Für 25 Euro jährlich, also knapp 2,09 Eur pro Monat, lassen sich bis zu 250.tausend Songs (also eine viertel Million) Titel hochladen. Eine Abstufung des Abonnements wie beispielsweise bei Music Unlimited gibts es hier nicht. Nach dem Upload der eigenen Bibliothek steht die Musik indes nicht nur auf  den Echo Geräten zur Verfügung, sondern kann natürlich auch über die Amazon Music App auf allen iOS, Android, PC, Mac, Fire Tablet, Fire TV und Sonos Geräten wiedergegeben werden.
Gegenüber Amazon Music Unlimited, konnte ich hierbei auch keine Einschränkung der gleichzeitigen Streams feststellen. Macht ja auch Sinn- ist ja schließlich meine Musik.

Das Speicherplatz Abonnements kann hier gebucht werden.

Amazon Musik Speicherplatz buchen

Wie kommt die eigene Musik nun zu Amazon?

Eigene Musik in Amazon Bibliothek importieren

Ähnlich wie bei dem Apple Pendant „iTunes“ benötigst du auch bei Amazon Music eine Software, um die Musik zu verwalten und auf deinen Speicherplatz bei Amazon hochzuladen. Hierzu gehst du zunächst auf das Online-Portal: https://music.amazon.de – in welchem du all deine Musik einsehen und auch abspielen kannst.

Amazon Music online Bibliothek

Klickst du links im Menü auf „Musik zur Cloud-Bibliothek hochladen„, so öffnet sich ein Dialog, welcher dich auffordert, Amazon Music für PC oder Mac zu öffnen -oder sofern du dies noch nicht hast, die Software zu installieren.

Amazon Music Software für Mac

In der lokalen Amazon Music Software kannst du dann (egal ob in der Version für Mac oder PC) deine Musiktitel entweder per Drag & Drop hochladen, oder links über den Button „Hochladen“ Music von deinem PC auswählen.

Amazon Music Software – Upload

Nutzt du den „Hochladen“ Button, so kannst du vorher definieren, ob du einzelne Titel oder ganze Ordner hochladen möchtest.
Danach öffnet sich der Datei Manager bzw. bei Mac der Finder, in welchem du durch deine lokalen Ordner navigieren und die Titel auswählen kannst.

Amazon Music – einzelne Titel oder ganze Ordner hochladen

Solltest du nicht jedesmal, wenn deine Bibliothek um neue Titel anwächst diese manuell hochladen wollen, so kannst du in den Einstellungen auch einen Ordner definieren, aus welchem Titel automatisch hochgeladen werden. Bei mir war diese Option schon automatisch aktiviert und der iTunes-Ordner vorausgewählt. Also am besten diese Option prüfen!

Amazon Music Einstellungen -Automatischer Upload

Während des Uploads prüft Amazon deine Titel, und vergleicht diese dann mit der eigenen Musik-Datenbank. Vorteil: Die Titel werden korrekt getagged, erhalten ein Coverbild und die Titel stehen dir automatisch in 256kbit/s Qualität zur Verfügung. Bedeutet also, durch den Upload zeigst du Amazon, das du dieTitel besitzt, mehr nicht. Sonst würde Amazon Millionen von Titeln mehrfach auf den Servern speichern – was für eine Ressourcen Verschwendung.

Amazon Music – Upload Fortschritt

Eigene Musik auf dem Amazon Echo abspielen

Wie bereits erwähnt nutzte ich aktuell noch das Amazon Unlimited „Schnupper-Angebot“. Was mir in Kombination damit und dem Amazon Speicherplatz Abonnement aufgefallen ist, dass man teilweise Alexa genau sagen muss aus welcher Bibliothek sie die Musik abspielen soll. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn es bereits Titel des gewünschten Interpreten in der Amazon Musikbibliothek gibt, denn dann wird bevorzugt auf diese zurückgegriffen. Wünscht man sich von Alexa „Rammstein“, so spielt der Amazon Echo nur die zwei Titel ab, welche es in der Amazon Musikbibliothek gibt. Sage ich indes: „Alexa, spiele Rammstein aus meiner Bibliothek“ – so werden mir all meine hochgeladenen Titel angeboten.

Anders ist dies, wenn es es gar keine Titel des gewünschten Interpreten in der Amazon Bibliothek gibt. Dann greift Alexa automatisch auf die eigene Bibliothek zurück.

Fazit:

Wer bislang als Jäger und Sammler unterwegs war und die eigene Musikbibliothek in den letzen Jahren gut befüllt hat, der sollte sich auf jeden Fall das Amazon Speicherplatz Abonnement ansehen. Finanziell betrachtet kostet dies im Vergleich zum kleinsten Amazon Music Unlimited Angebot – dem Echo Tarif  nur halb soviel.

About The Author
Hamashi
Hamashi
Zahlen Narr, Technik Lover, ewiger Student. Stark am Thema erneuerbare Energien interessiert, immernoch auf der Suche nach dem richtigen Smart Home System. In der Freizeit gern mit Freunden unterwegs.
  • Frank OOE
    4. März 2017 at 8:32

    ich habe mich für keines dieser ABOs entschieden, da ich meine Musik auf der NAS habe und diese gern hier mit Alexa über meine Musikanlage abspielen möchte .
    die NAS ist mit dem Heimnetzwerk verbunden.
    Alexa hat bis heute keinen Zugriff darauf , selbst über das Himedia 10 pro nicht wie ich es gern hätte.

  • Sepperl
    16. März 2017 at 13:49

    Na dann brauchst du „nur“ Kodi. Ist aber nicht so einfach einzurichten für Mausklicker :-p

  • Thomas
    28. April 2017 at 13:17

    Macht natürlich auch total Sinn meine Songs aus Berlin, rund um die Welt zum Speichern zu Amazon zu schicken, um sie dann jedesmal zum anhören wieder durchs Netz zu zerren. Wen wunderts, dass das Internet immer mehr an die K***-Grenze kommt. Und ganz nebenbei können auch Regierungsschnüffler gleich feststellen was und wann ich so höre.

  • Luuk
    3. Mai 2017 at 22:09

    Sehr interessanter Artikel. Diese Möglichkeit kannte ich noch gar nicht. Werde ich auf meinem Echo gleich mal ausprobieren.

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