Ran da! Montage der Lunos Lüftungsanlage

Geschrieben von crissxcross
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Ich habe mich für eine zentrale Lüftungsanlage entschieden, um dem CO2 und der Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen entgegenzuwirken – und das ohne dabei Energie aus dem Fenster herauszulüften. Denn die Lüftungsanlage verfügt über einen Wärmetauscher für eine effektive Wärmerückgewinnung.

Lunomat – zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Im letzten Beitrag habe ich dir berichtet, wie ich via Planungstool zu einer Materialliste gekommen bin und der DB-Schenker LWK die Palette mit den DN125 Dämmrohren, den DN75 Flexrohren, Bögen, Verteiler, Deckenauslässen und natürlich dem Herzstück, dem Lunomat abgeladen hat.

Rohre, Verteiler und die Lüftung sind da – es geht los

Nun sollte es an die Montage gehen im DiY-Stlyle (Do it youself).
Ob das so schlau war mit meinen wenigen Handwerklichen-Skills?

Nun ja, auf dem Papier stand der Plan und in meinem Kopf das Bild vom fertigen Ergebnis.

Meine High End Skizze als Plungsgrundlage :-)

Der Lunomat soll auf einer Platte hängen – welche noch an die Dachbalken montiert werden muss.
Der Lunomat selbst hat 4 Anschlüsse für die Verrohrung, welche alle eine bestimmte Luftströmungsrichtung haben, die jeweils einen Sinn und Zweck erfüllen und daher nicht vertauscht werden dürfen.

Lunomat – zentrale Lüftung mit 4 Stutzen

Da gibt es:

  • Die Außenluft ( C) – > also die Frischeluft von Draußen, welche in die Räume eingebracht werden soll
  • Abluft (D) -> die Energiereiche Luft die aus dem Badezimmer und der Küche abgesaugt wurde und nun über den Wärmetauscher den Weg nach Draußen finden soll
  • Fortluft (E) -> Das ist nun der Anschluss, der die alte Luft, nachdem diese die Wärme  über den Wärmetauscher abgegeben hat, nach Draußen bringt.
  • Zuluft (G) – > das ist die frische Luft von Draußen, die im Wärmetauscher die Energie der alten Luft erhalten hat und nun in die Wohn- und Schlafräume eingebracht wird.

Da man die Stutzen entweder oben oder seitlich anbringen kann, war nun meine Idee, ein Rohr für die Abluft unten über den Fußboden des Dachbodens zu verlegen, dass die Energiereiche Luft aus Badezimmer und Küche absaugt. Und oben an den Balken entlang sollte das Rohr für die Zuluft verlaufen, dass dann die neue frische Luft zum Wohnzimmer, den Kinderzimmern und dem Schlafzimmer bringt.

Unten lang die Abluft, oben die Zuluft.

Wie passend, dass oben an der Anlage der Anschluss für die Außenluft ist und ich so am bereits vorbereiteten Dachanschluss „andocken“ kann – dachte ich mir so ….

Das mich diese Idee noch viel Zeit und Nerven kosten wird, liest du gleich. Manchmal hilft eben ein zweiter Blick in das Handbuch – aber hey, Männer brauchen kein Handbuch.

Bevor ich loslege, sollte jedoch nochmal ein Fachmann drauf schauen.
Da mein bester Kumpel, (seines Zeichens Meister des Sanitär- und Lüftungshandwerk) „dank“ der aktuellen Situation in Quarantäne saß, hieß es „WhatsApp Videocall“.

Ich wollte wissen, ob mein Plan (der bisher nur auf Papier existiert) so Sinn macht, oder ob er bessere „best Practice“ Vorschläge hat.

Ergebnis:
Punkt 1: Nimm immer den kürzesten Weg mit den Rohren
Punkt 2: Verbaue so wenig wie möglich Bögen, das minimiert die Geräuschkulisse
Punkt 3: Ungedämmter Dachboden (lies: Kaltdach) entspricht der Kaltseite, das ist, als wenn man die Lüftung außerhalb des Hauses verbaut.

Hier heißt es Isolieren und dämmen, dämmen, dämmen. Denn man „pumpt“ die warme Heizungsluft auf den kalten Dachboden, das Ergebnis ist Kondensat im Luftsystem.

DN125 Dämmrohr – 12,5cm Innendurchmesser, Rohrwand gleichzeitig Isolierung

Im Sommer das gleiche, die kühlere Luft aus dem Wohnraum trifft auf die aufgeheizte Luft auf dem Dachboden. Das Ergebnis ist Kondensat außerhalb am Rohr.

Ich muss also nochmal Material nachbestellen. Eigentlich wollte ich viel mit dem DN75 Flexrohr überbrücken, doch der Fachmann sagte: „geh möglichst weit an die Räume mit dem DN125 Dämmrohr heran.“
Das ist ein Schaumrohr mit 12,5cm Innendurchmesser, wobei das Material des Rohrs gleichzeitig die Isolierung /Dämmung ist.

Dämmrohr T-Stück

Puh, damit wird das Projekt nochmal eine Ecke teurer, denn hier kostet der laufende Meter ca. 25 Euro.

Aber dieses Rohr verlege ich soweit wie möglich bis an die Räume und jenes mündet dann in den Verteiler. Bis dahin spare ich mir das separate Isolieren.
Ab dem Verteiler verlaufen dann die DN75 Flexrohre zu den Deckenauslässen.
Diese müssen noch gedämmt werden.

Mit DN125 Rohr bis zum Verteiler – dieser hat 4x DN75 Abgänge

Hierfür habe ich als fauler IT-Mensch nach fertig zugeschnittenen Isolierungen gesucht, so wie man jene zum Beispiel von Wasserleitungen kennt.
Bin dann aber bei den Preisen rückwärts vom Stuhl gefallen. Da blieb nur die Lösung, Alukaschierte Dämmung von der Rolle zu kaufen und diese zuzuschneiden.

Damit verdoppelt sich aber (je nach Stärke der Isolierung) der Umfang vom Rohr, so das die von mir bestellten Rohrschellen nicht mehr passen sollten.

Alukaschierte Isolierung für die DN75 Flexrohre

Ab hier hieß es nochmal 4 Tage auf das zusätzliche Material (Dämmrohre und Isolierung) warten, bis es losgehen konnte.
In der Zwischenzeit haben wir schon mal die OSB Platten an die Balken geschraubt, auf welcher dann auch der Lunomat installiert wurde.

OSB Platten für Montage des Lunomat

Auch die ersten DN125 Dämmrohre konnte ich montieren.

Lunomat montiert

Hierfür hatte ich Stockrauben mit 140mm Rohrschellen bestellt. Denn achtgeben! Die Bezeichnung DN125 gibt den 125mm Innendurchmesser der Dämmrohre an!

Rohrschellen tragen das DN125 Dämmrohr

(Ja jetzt kann ich klugscheissen, nachdem ich natürlich zuerst 125mm Rohrschellen bestellt hatte, um festzustellen, dass diese nicht passen. Na gut, gehen diese zusammen mit den 75er Schellen zurück, die auch zu klein sind, nachdem das Rohr gedämmt sein wird.)

Achtung! DN125 bzeichnet den Innendurchmesser

Nach 3 Stunden hing der Lunomat auf der OSB Platte, die ersten Meter DN125 Dämmrohr für die Zuluft waren montiert und das Feierabendbier schmeckte – nachdem es auf diesem Arschkalten 3°C auf dem Dachboden abgekühlt war – fantastisch.

Lunomat hängt und auch die ersten Rohre

Genau der richtige Moment sich an seinem Werk zu erfreuen und dem Meister in Quarantäne ein Foto zu schicken.

„Antwort: das hast du toll gemacht! So ungeschickt bist du doch nicht. Aber hängt der Lüftungsautomat nicht falsch herum? Wasser kann nicht nach oben fliesen“.

Oh man! Was er meint ist der Kondensatablauf am Lunomat. Der war jetzt nämlich oben. Ein Blick in das Handbuch hätte eigentlich genügt, denn da wird diesem Thema eine ganze Seite gewidmet.
Nun ist es ein ganz grober Fehler in meiner Planung.

Den Lunomat einfach mal umdrehen – nein das geht nicht. Denn jeder Anschlussstutzen hat ja eine Luftströmungsrichtung.

Wichtig! Kondensatablauf beachten

Jetzt hieß es, alles wieder zurückbauen und neu planen. Die ganze Arbeit von heute war also für die Katz.
Plötzlich schmeckte das Bier gar nicht mehr so gut.

Am nächsten Tag hieß es dann: Alles auf Anfang. Nochmal Lunomat montieren – diesmal aber mit Kondensatablauf nach unten ;-) und damit war auch der Stutzen für die Außenluft unten. Das werde ich später mit einem flexiblen Alurohr mit dem Dachanschluss verbinden.

Flexibles Alurohr für Außenluft

Gut, dass auch das zusätzliche Material – sprich die zusätzlichen Dämmrohre geliefert wurden, so konnte ich nun erneut die Zuluft-Leitung und diesmal auch die Abluftleitung montieren.

die DN125 Dämmrohre sind da! Juhu

Übrigens habe ich dann den Gummi aus dem Rohrschellen herausgenommen. Dieser ist für Schalldämung bei Abwasserrohren gedacht. Hier braucht es das nicht und so passten die Rohrschellen viel besser um das Dämmrohr.

Rohre oben für Zuluft zu den Wohnräumen

Zum Verbinden der Dämmrohre und der Bögen habe ich Verbinderklemmen genutzt, die ähnlich wie ein Kabelbinder funktionieren. Rohe draufstecken und dann mit dem Klemmmechanismus festziehen.

Rohrverbinder – einfach zusammenstecken und festziehen wie Kabelbinder

In die Verteiler können die Dämmrohre ohne zusätzliches Verbindungmaterial mit etwas Feingefühl und Druck, eingesteckt werden.

DN125 einfach in den Verteiler stecken

Zum ablängen, der Rohre, lassen sich diese mit einem scharfen Messer, oder einer feinen Säge kürzen.

Bevor ich nun weiter von den Verteilern in Richtung der Räume die DN75 Flexrohre verlege, will ich erstmal die Deckenauslässe montieren, damit ich weiß in welche Richtung ich die Flexrohre verlegen muss. Der Weg ist das Ziel 
Aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

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crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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