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Smarte Gartenbeleuchtung ohne Elektrokenntnisse – Paulmann Plug & Shine

crissxcross
Geschrieben von crissxcross
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Was beim Frisör das „Finish“ ist, ist im Garten die smarte Beleuchtung.
Ich habe weiter aufgerüstet, diesmal mit einem Plug & Play System mit ZigBee von Paulmann.

Hat man die Wasserleitungen unterirdisch verlegt und die Versenkregner besprühen jeden Abend den bereits bestens ausgeprägten grünen Rasen mit dem kühlen Nass. Und hat man auch sonst in allen Winkeln des Gartens seine Ideen – wie den Steingarten – und anderen Highlights umgesetzt, so kann das Finish kommen.

#Akzente mit Licht

Für uns smarte Freaks ist die Gartenbeleuchtung quasi das i-Tüpfelchen auf dem arbeitsreichen Weg zum schönen Garten.
Smartes Licht kann dabei die eigenen Highlights im Garten in Szene setzen. Doch Licht benötigt zwingend Strom und gerade im Außenbereich bei Regen und Bewässerung, ist auf besondere Sicherheitsvorkehrungen zu achten.
Neben der mühsamen Arbeit die Kabel mind. 60 Zentimeter unter die Erde zu bringen – denn so schreibt es die Norm vor, kommt noch dazu, dass nicht jeder von uns mit 230Volt hantieren kann und vor allem darf.

Lichtakzente – vorn: Paulman Plug & Shine Spot

Ich hatte in meinem letzten Post schon gezeigt, wie ich eine alte Mauer – bewachsen mit Weinreben- via bunter Zigbee Spots in Szene gesetzt habe.
Hier kamen 230Volt Zigbee Strahler zum Einsatz, mit allen Herausforderungen ringsherum.
So hätte ich das Kabel wie eben geschrieben, 60cm unter den Boden bringen müssen, was leider durch die Wurzeln der Weinreben nicht ging. Grundsätzlich echt gefährlich, wenn man jemand anderes außer mir dort buddeln würde und den Spaten mit voller Schmackes in den Boden schlägt. 💥
Wie sich so etwas anfühlt, hatte ich in meinem Beitrag zum Steingarten beschrieben. Dort hatte ich versehentlich ein unter Spannung stehendes Kabel mit dem Seitenschneider gekappt.

Und zum anderen müssen die Lampen sauber in Strahlwasser dichte Abzweigdosen geklemmt werden. Ja sie sind dicht, aber ein mulmiges Gefühl habe ich beim Gießen trotzdem.
Wenn man Kinder hat, denkt man über solche Sicherheitsthemen noch einmal ganz anders …

#Lösung 24V

All diese Sicherheitsbedenken müsste man gar nicht haben, wenn man einfach Niedervolt Spannung einsetzen würde. Denn die LED Technologie gibt dies her.
Klar kitzeln 24Volt auch wenn man das blanke Kabel anfasst, aber es ist in keiner Weise Lebensgefährlich.
Daher könnte solch ein Kabel auch nur wenige Zentimeter unter der Rasenkante verlegt werden, was den Ausbau des „Lichtnetzwerks“ im Garten deutlich vereinfacht.
Genau diese positiven Eigenschaften macht sich der Lampenhersteller „Paulmann“ zu Gute mit seinen Produkten der „Plug & Shine“ Reihe.

#Plug & Shine

Die Plug & Shine Geräte sind alle von Haus aus IP67 oder sogar IP68, also Strahlwassergeschützt und basieren auf 24Volt.
Von Haus aus sind es konventionelle Lampen, die über einen Controller aufgerüstet werden können und dann zum Beispiel via Zigbee steuerbar sind.
Verbunden werden die Lampen über eine Art „Bus-Kabel“ – also ein Kabel das mehrere Abgänge hat, an denen sich Leuchtmittel anschließen lassen.

Ein bisschen ähnelt diese Verkabelung dann dem Rohrsystem der Bewässerung. Man hat ein Hauptrohr, von dem Verzweigungen abgehen und dort hängen dann eben keine Versenkregner, sondern Leuchten dran.
In dem Plug & Shine Portfolio gibt es so viele unterschiedliche Lampen – und einige davon haben auch noch Variationen mit unterschiedlichen Abstrahlwinkeln, dass das Thema Beleuchtung sogar so komplex werden kann, wie die Planung einer Bewässerungsanlage.

Paulmann Plug & Shine – 24Volt LED Spot

Gut, dass Paulmann einen Konfigurator auf seiner Webseite vorhält, welcher mich 1:1 an den Konfigurator von Gardena erinnert hat, mit welchem ich letztes Jahr meine Bewässerung geplant habe.

#Der Plan

Bevor man plant muss man natürlich Vorstellungen darüber haben, wie es denn später aussehen solle.
Ich wollte zum einen Wegleuchten haben für den Weg, der noch kein richtiger ist. (Gepflastert wird nächstes Jahr).
Und zum anderen wollte ich die Bäume links neben der Terrasse in Szene setzen. Als nice2have plante ich die parallel dazu stehenden Ahornbüsche 🍁 bunt zu beleuchten.
Ein Projekt, das sich über den kompletten Garten erstreckt und mit 230Volt ein Mamut Projekt geworden wäre.

#Konfigurator

Mit dem Konfigurator auf der Webseite von Paulmann, kann ein maßstabgetreuer Grundriss des eigenen Gartens gezeichnet werden. So lassen sich dort Bäume, Sträucher, Büsche und bebaute Flächen wie das Haus und die Garage einzeichnen.

Danach können die Leuchten gesetzt werden und je nachdem, welchen Abstrahlwinkel die Lampe hat, bekommt man direkt einen Eindruck davon, welche Bereiche später ausgeleuchtet werden.
Extrem wichtig ist das vor allem bei der Planung der Gehwegbeleuchtung.

Garten mit dem Paulmann Konfigurator planen

So wie man bei Gardena den – oder die Wasseranschlüsse eingezeichnet hat, tut man dies bei Paulmann mit der – oder den Steckdosen.
Denn ohne Strom geht es nicht, auch wenn dieser dann via Trafo auf 24Volt heruntergeregelt wird.
Apropo Trafo. Der muss natürlich auf die Anzahl und Leistung der geplanten Leuchten ausgelegt sein. Und auch dies übernimmt der Konfigurator, sobald man den gewünschten Verlauf der Kabelleitung, oder Leitungen zusammengeklickt hat.

gewünschte Leuchten platzieren

Danach erhält man seine Einkaufsliste, um nach dem Erhalt des Paketes das Projekt von Anfang bis Ende durchziehen zu können.
Wenn ich so an mein letztes Projekt mit der Weinreben-Mauer zurückdenke, ist das gar nicht so selbstverständlich.
Dort langen viele Tage zwischen Projektstart und Fertigstellung, da ich teilweise an Teile wie Wagoklemmen gar nicht gedacht hatte, oder bei anderen – wie den Abzweigdosen- die Falschen bestellt hatte.
Mal ganz abgesehen davon, dass es bei dem Plug & Shine System weder Klemmen noch Abzweigdosen bedarf, ist darüber hinaus der Konfigurator ein tolles Werkzeug, um definitiv die richtigen Produkte – und dann auch noch in der richtigen Anzahl und den richtigen Metern zu kaufen.
Kleiner Sneak Peak: Bei mir hat alles bis auf den Zentimeter gepasst. Weder hat ein Teil gefehlt noch war etwas übrig.

virtuell Kabel ziehen und die Lampen verbinden

#los geht´s

Nachdem das Paket da war, hieß es erstmal auspacken und probieren.
Dank der Steckverbindungen der Kabel, lässt sich ja alles fix auf- ab- und umbauen.
Der Minimalaufbau sieht dann so aus:

Steckdose -> Trafo -> Zigbee Controller -> Plug & Shine „Bus-Kabel” -> Lampe

Vorn der Paulmann Zigbee Controller, dahinter der Trafo

Und so erstrahlte schnell die erste Leuchte und der Zigbee Controller war in meinem „homee Smart Home System“ angelernt um die Leuchte prompt zu dimmen und zu schalten.

Plug & Shine LED mit ZigBee Controller

Übrigens, wenn du das System erst einmal kennenlernen willst, bevor du ein größeres Projekt umsetzte, schau dir mal die Basissets an.
Dort hast du (bis auf den Zigbee Controller) alles dabei, von Trafo (Netzteil), über Kabel bis hin zu den Lampen.
Beispielsweise das “3er-Set Spot Sting”

#Das Kabel

Das flexible Kabel kann wohl laut Hersteller Paulmann auch oberirdisch verlegt werden, denn es ist UV-Beständig. Wird also nicht porös oder brüchig, wenn es länger der Witterung ausgesetzt ist.
Die Steckverbindungen passen nur an einer bestimmten Stelle überein, gekennzeichnet mit zwei Pfeilen, die aufeinander zeigen müssen. Das schützt vor Verpolung.

Kabel mit Stecker und Buchse wird verschraubt und ist damit wasserfest

Die Schraubverbindung macht das Kabel dann Wasserfest – im Sinne von: „Kann man auch in den Pool legen und ist dicht“. Denn es gibt sogar eine Unterwasserlampe für den Teich im Paulmann „Plug & Shine“ Sortiment.
Die Kabel gibt es in verschiedenen Längen von 1 Meter, über 2 Meter und 5 Meter, bis hin zu 15 Meter. Jedes der Kabel hat einen Eingang und mehrere Ausgänge, an welche Leuchtmittel, aber auch weitere Kabel abgeschlossen werden können. So kann recht flexibel ein verzweigtes Leitungssystem aufgebaut werden.

15 Meter Kabel mit 7 Ausgängen

Will man die Lampen nicht alle gleichzeitig steuern, so kann man je Abzweig einen Controller setzen und die Lampen somit in Gruppen steuern.
Zwei Controller hintereinander geht indes nicht. Soll heißen, hat man direkt hinter dem Trafo einen Controller gesetzt, kann kein weiterer mehr in dem „Bus-Kabel-System“ folgen.

#Wegleuchte Cone

Für das Ausleuchten des Gehweges hinter dem Haus, habe ich mich für das Modell „Cone“ der Plug & Shine Reihe entschieden.
Jene gibt es mit 60°, 90° und sogar rundum 360° Abstrahlwinkel.
Da ich den Weg maximal – aber nicht den dahinterliegenden Rasen ausleuchten wollte, entschied ich mich (gemäß der Empfehlung des Paulmann Konfigurators 😉) für das 90° Modell.

Plug & Shine Wegleuchte “Cone”, 90° Abstrahlwinkel

Die Lampe kommt in einer sehr massiven Metallausführung, das Gewicht macht es extrem wertig. Die Lackierung dürfte eine Art Pulverbeschichtung sein.
Kurzum ich war schwer beeindruckt, diese Qualität hatte ich nicht erwartet.
Die Lampe kann sowohl auf einem Sockel aufgeschraubt als auch mit dem beiliegenden Metallerdspieß im Boden verankert werden.

wertiges Metallgehäuse der Cone Gehwegleuchte

Je nach Montageart gibt es zwei Kabelauslässe, unten und an der Rückseite.
So lässt sich das Kabel maximal unsichtbar und vor allem außerhalb des Mähbereichs von Rasenmäher und Rasenmährobter unter die Erde führen.

Über das “Bus-Kabel” sind schnell mehrere Leuchten verbunden

Über das „Bus-Kabel“ waren dann schnell Lampe zwei und drei angeschlossen.
Via Paulmann Plug & Shine Zigbee Controller kann ich nun alle Wegleuchten zusammen ein- und ausschalten sowie auch dimmen, was bei Wegleuchten völlig Sinn macht.

Plug & Shine “Cone” via Erspieß befestigt

Würde ich die Wegleuchten nun erweitern und jene individuell schalten, so könnte man das „Bus-Kabel“ wie oben beschrieben auch verzweigen und so „Gruppen“ bilden. Jede Gruppe kann dann via eigenem Zigbee Controller gesteuert werden.

Nun ist auch der Weg smart beleuchtet

#Erweiterbar

„Erweitern“ ist ein gutes Stichwort. Denn genau jenes ist in naher Zukunft, wenn wir dann den Weg hinter dem Haus bis zu Terrasse pflastern, geplant. Dann braucht es mehr dieser Cone Wegleuchten und auch andere Lampen könnte ich mir auf der Terrasse vorstellen.

schnell war das System noch um einen Spot erweitert

Die Erweiterbarkeit seh ich hier als großen Vorteil. Muss man bei einem 230Volt System erstmal eine Klemmstelle im Sinne einer Abzweigdose oder Muffe schaffen, lässt sich hier einfach ein weiteres „Bus-Kabel“ anstecken, das dann weitere Anschlüsse für neue Lampen birgt.

zukünftiger Gehweg smart beleuchtet

# Ausblick

Das erste Teilprojekt „Wegleuchten“ war schnell abgeschlossen, aber es sollen ja auch noch die Bäume im Garten angestrahlt werden.
Ob dies auch so einfach gehen wird? Schließlich muss ich einmal quer durch den gesamten Garten buddeln. Oh weh! Mein schöner Rasen.
Kleiner Sneak Peak: Ich werde auch Leuchten aus dem Paulmann Sortiment einsetzen, welche direkt einen Zigbee Controller verbaut haben und sich somit einzeln steuern lassen. Bunt und in Farbe 
Stay tuned!

Der Garten erstrahlt in neuem Licht :-)

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

crissxcross

crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

5 Kommentare

  • “aber es sollen ja auch noch die Bäume im Garten angestrahlt werden.”
    Ich würde mir wünschen, Du würdest das Geld dafür sparen und der Umwelt den Gefallen tun, die Bäume nicht zu beleuchten.

    Vom “Steingarten” war ich schon nicht so begeistert (haben andere ja auch entsprechend kommentiert), auch wenn dies nur ein Teil des Gartens war. Nun wäre die Lichtverschmutzung zu bemängeln – wie passend, dass es heute direkt ein Beitrag auf Heise zu dem Thema gab.

    Hier verweise ich auch gerne auf das “Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen”, wo ebenfalls darauf hingewiesen wird, dass die Beleuchtung von Bäumen und Sträuchern zu vermeiden ist. Bei warmweißen LEDs ist es nicht so schlimm, aber muss sowas wirklich sein? Zumindest ich persönlich finde es erschreckend, wenn überall gen Himmel geleuchtet wird – die Satellitenbilder haben zumindest bei mir ein Bewusstsein dafür geweckt.

    Ich liebe Technik, ich liebe hübsche Beleuchtung und würde mir wohl selbst ebenfalls (zumindest gekoppelt mit einem Bewegungssensor und/oder Schalter) smarte Wegeleuchten platzieren. Und ich finde es super, dass die von Paulmann so nach unten leuchten (nicht so wie die Hue-Teile) und ein Niedervolt-System zum Einsatz kommt.

    Wenn so ein Projekt vorgestellt wird, finde ich es aber wichtig, dass der Umwelt-Aspekt für andere Interessierte zumindest Erwähnung findet (sei es auch nur, durch einen Leser-Kommentar).

    • Hi, und danke für deinen ausführlichen Kommentar.
      Die Strahler sollen ja nicht in den Himmel leuchten, ich will ja nicht das Flugzeuge bei mir landen ;-)
      Sie werden gezielt auf die Objekte gerichtet und als Akzentbeleuchtung entsprechend heruntergedimmt.
      Damit die Lampen nicht dauerhaft leuchten, schalte ich diese zusammen mit der Terrassentür. Das ist der Vorteil, von den Paulmann Lampen, das sie sich via Zigbee steuern lassen.
      So habe ich an den beiden Terrassentüren einen Hoppe Griff und wenn eine der beiden Türen geöffnet wird, schalte ich das Licht im Garten ein.
      Sind beide geschlossen, erlischt das Licht wieder.
      Übrigens verstehen sich die Paulmann Lampen auch gut mit dem Philips Hue Gateway und könnten darüber auch mit dem Hue Bewegungsmelder gekoppelt werden – gerade für die Wegleuchten ist das super praktisch!
      Da ich homee als Smart Home Zentrale nehme, habe ich hier einen Z-Wave Bewegungsmelder von Aeotec kombiniert.
      Übrigens hatte ich mal gelesen das sich Insekten von warmweißen Licht weniger angezogen fühlen, als von Licht im Spektrum des Tageslicht.

      • Hi Chris,

        danke für deinen Bericht. Die Infos zur Kopplung mit anderen Zentralen wären vllt. IM Artikel besser als nur in den Kommentaren ;)

        LG

        xzerogx

      • Hallo, danke für die Antwort. Dann bin ich ja beruhigt :) Dass die von warmweißen (insbesondere LED-) Licht weniger angezogen werden, habe ich ja auch erwähnt. Ansonsten natürlich eine schöne Artikel-Reihe! :)

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