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Smarte Bewässerung mit Versenkregner planen (Teil 1)

YESLY Smart Home
by crissxcross5. August 2019

Noch smarter soll der Garten werden, deswegen ist jetzt ist die Bewässerung dran. Hier erzähle ich dir, wie ich die Bewässerungsanlage mit Versenkregner geplant hab.

Statt den sommerlichen Feierabend mit dem Schlauch in der Hand durch den Garten zu rennen, will ich dies lieber automatisieren und stattdessen mit einem Bier im Liegestuhl zusehen, wie das Grün wächst. Eine smarte und automatisierte Gartenbewässerung ist die Lösung. Wie ich an die Sache herangegangen bin und es letztendlich umgesetzt habe, das erkläre ich dir in diesem und dem nächsten Blogpost.

Den Rasen mäht bereits mein Mähroboter voll automatisch, gesteuert vom homee Smart Home System. (das wollte und werde ich hier auch noch zu digitalem Papier bringen 🙄). Da war schnell klar, dass auch weitere Gartenarbeiten möglichst automatisiert geregelt werden sollen. Und so war nach dem Einzug in unser neues Zuhause klar, es muss eine Bewässerungsanlage her.
Da ich für den Gartenzaun-Sockel sowieso einen langen Graben buddeln musste, nutzte ich die Gelegenheit und ging das Projekt viel schneller an als ursprünglich geplant. Bereits im Mai brachte ich die Rohre unter die Erde und kann nun, während ich auf der Terrasse sitze und diesen Beitrag tippe, auf einen saftig grünen Rasen blicken und den Versenkregnern zuschauen, wie sie das kühle Nass verteilen.
Zeit also, zusammen die Erfahrungen und Hürden Revue passieren zu lassen.

Den Feierabend genießen, anstatt zu gießen

Die Vor- und Nachteile einer unterirdischen Bewässerung

Ich erwähnte ja bereits, das ein Mähsklave täglich seine Runden zieht. Daher war klar, dass die Rohre für die automatische Bewässerung unterirdisch verlegt werden müssen. Dieses bringt mit den vielen Vorteilen wie:

  • tägliche Zeitersparnis
  • automatisches Gießen auch im Urlaub
  • Wasserersparnis durch gezielte Bewässerung

auch verschiedene Nachteile mit sich. Dieses sind unter anderem:

  • ein hoher Aufwand bei der Installation
  • höhere Kosten für die Anschaffung
  • umfangreichere Planung, da spätere Änderungen nur mit großem Aufwand möglich sind
  • verminderte Flexibilität bei der weiteren Garten(um)gestaltung

Gewinnen bei deiner Abwägung die Vor- gegen die Nachteile, ist klar, auch du brauchst eine unterirdisch verlegte Bewässerung mit Versenkregnern.😃

Der Rasen ist schon grün!

Zunächst geht es an die Planung. Diese sollte man auf keinen Fall vernachlässigen!
Mir hat die relativ lange Planungsphase den einen oder anderen Spatenstich erspart und wird mir hoffentlich auch zukünftig Ärger ersparen, wenn ich diese erweitern werde. Die Bewässerung im Vorgarten ist nämlich erst nächstes Jahr dran.

Praktische Hilfe bei der Planung war für mich ein Werkzeug auf der Internetseite von Gardena. Mit diesem kann man den eigenen Garten virtuell abbilden und dann ganz individuell die eigene Bewässerung planen. Zunächst muss man hierfür aber erst einmal ganz real im eigenen Garten, mit Maßband bewaffnet diesen ausmessen, um ihn später mit dem Gardena Tool in digitale Form zu übertragen. Am besten ist es dabei, zunächst mit Stift und Zettel eine Skizze anzufertigen wo Gebäude, Bäume, Büsche und Beete oder weitere Hindernisse stehen.

Gardena Gartenplaner

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Wasserdruck. Dieser entscheidet, wie viele Beregner man an einem Strang anschließen kann und wie weit diese das Wasser „werfen“. Statt mit der Einheit Bar herumzuhantieren, leitet einen das Gardena Tool mit einem Trick an: Man nehme sich einen Eimer mit 10 Liter Volumen, sowie eine Stoppuhr. Danach misst man einfach die Zeit, die bis zum füllen des Eimers vergeht.

Anhand des gemessenen Wertes errechnet das Gardena Tool dann, wie viele Beregner pro Strang versorgt werden und ob ggf. eine Verteilung notwendig ist.
Über Möglichkeiten von Magnetventilen oder dem Gardena Aqua Automatic zur Wasserverteilung hatte ich ja hier im siio Blog schon mal berichtet.

Beregner im Gardena Tool einplanen

Planung der Beregner

Nachdem ich den Garten virtuell nachgebaut hatte, konnte ich mir vom Gardena Tool eine Positionierung der Beregner vorschlagen lassen. Gut ist, das man die Positionierung aber auch noch einmal manuell nachjustieren kann. Das ist wirklich empfehlenswert, denn zum einen plant das Gardena Tool echt viele Beregner ein (ich habe da ein paar herausgestrichen – rückblickend betrachtet leider ein paar zu viel, da werde ich nochmal aufbuddeln und erweitern müssen 🥴) und zum anderen ist es ein Computer. Der kann nicht jeden schlauen Kniff kennen.

Beregner in Gardena eingeplant

So habe ich bei meinem Garten statt der von Gardena vorgeschlagenen einen Leitung noch drei weitere geplant. Warum ich das gemacht habe?

Vier Leitungen sind besser als eine

In meinem Vorgarten befindet sich der Grundwasserbrunnen, aus dem das Wasser für die Gartenbewässerung gewonnen wird. Von diesem aus habe ich jeweils zwei Leitungen links bzw. rechts am Haus vorbei geplant, die dann von dort aus hinter das Haus in den größeren Bereich meines Gartens führen. Von oben betrachtet ergibt dies einen (nicht geschlossenen) Ring um das Grundstück herum. Quasi wie eine Pipeline 😎.
Dies ermöglicht mir eine ggf. spätere Umgestaltung bzw. einen Ausbau des Gartens, da ich das Bewässerungssystem so flexibel erweitern kann. Und das, ohne dann noch einmal den kompletten Garten aufzugraben.

Zusätzliche Leitungen für Wassersteckdosen

Zwei der Leitungen sind jeweils für den Anschluss der Beregner gedacht. Hier ist jetzt logischerweise noch Puffer drin, da ich ja weniger Beregner als vom Gardena Tool vorgeschlagen gesetzt habe. Übrigens empfiehlt Gardena, dass pro Leitung möglichst immer die gleichen Typen genutzt werden sollen. Ich habe im gesamten Garten die T200 genutzt und nicht gemischt. Aber dazu gleich mehr.

Probelauf mit T200 Beregnern, vor dem aufgraben

Die zweite Leitung habe ich für den Anschluss von je einer „Bodensteckdose“ eingeplant. Hierbei handelt es sich um im Boden versenkte Wasseranschlüsse, an die man bei Bedarf einen Schlauch anschließen kann. Falls man sich mal nach der guten alten Zeit sehnt und wieder mit dem Gartenschlauch gießen möchte 🤪.
Nein, Spaß. Man denke nur mal daran, wie oft man Wasser aus dem Schlauch benötigt um Topfpflanzen zu gießen oder das Schwimmbecken vom Sohnemann zu befüllen.

Bodensteckdose mit Schlauch

Nicht nur bei den Leitungen, sondern auch bei der Wahl der Beregner habe ich dem Gardena Tool widersprochen. Statt der vorgeschlagenen Versenk-Regner mit viereckiger Bewässerungsfläche habe ich mich für Kreisregner entschieden. Diese sind weniger anfällig für Wind. Bei der Platzierung der Beregner solltest du – im Gegensatz zu mir, nicht zu sehr geizen und auf jeden Fall genug Puffer einplanen, sodass sich die einzelnen Kreise überlappen.

Ausblick – viele Meter Graben mussten gebuddelt werden

Alternativ zu den Kreis- und Viereckregnern bietet Gardena den AquaContour Regner an, den ich dir hier auf siio.de schon mal vorgestellt hatte. Bei diesem Teil kannst du die Wurfweite für bis zu 50 Punkte individuell festlegen, um so die Konturen deines Gartens bestmöglich abzudecken. Allerdings ist auch dieser Beregner recht anfällig für Wind.

Ist man ein echter Hobby-Gärtner mit Gemüsebeeten, so kann das Gardena Dripsystem die automatische Bewässerung dafür komplettieren.

Ein Ring um das gesamte Grundstück wurde gegraben

Nach der Planung kommt der Einkauf

Nach Abschluss der Planungen steht die Besorgung der notwendigen Bauteile an. Hier stand für mich teilweise die Frage im Raum, ob ich wirklich alles von Gardena kaufen sollte. Und nein, das muss man nicht. Da die Rohre des Bewässerungssystems von Gardena einen Durchmesser von 25 mm haben, kann man hier auch auf vergleichbare Rohre mit ¾ Zoll aus dem Baumarkt zurückgreifen.

PE-Verschraubungen. 3/4 Zoll auf 1 Zoll

Bei den Beregnern hatte ich Hunter und auch RainBird im Blick, zu diesen wurde in vielen Foren geraten. Ich bin dort aber Gardena treu geblieben – ich hoffe ich werde nicht enttäuscht.

Gardena Quick & easy System

Und auch bei den Rohrverbindern habe ich großteils auf das (wirklich einfache) Gardena Quick & Easy System gesetzt. Denn diese sind deutlich leichter zu montieren als PE-Verschraubungen aus dem Baumarkt. Hierauf und auf viele weitere Themen gehe ich aber ausführlich im zweiten Teil ein.

Stay tuned 🤓

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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

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