Proscenic 850T - Wischroboter mit Wassermengenregulierung via App im Test

Geschrieben von crissxcross
  • Bedienung
  • Funktionsumfang
  • Installation
  • Nutzen
  • Preis/Leistung
3.5

Summary

Nur saugen, oder Wischen und Saugen. Mit dem Proscenic 850T beides möglich. Inklusive Gyroskop Navigation und via App steuerbarer Wassermenge in 3 Stufen.
Bei der App ist allerdings noch Luft nach oben.

Pro

  • Ladestation mit Kabelmanagement
  • Orientierung im Raum via Gyroskop
  • App Steuerung
  • elektronsiche Wasserregulierung
  • Staubbehälter leicht zu entleeren

Kontra

  • Übersetzungsfehler in der App
  • Problem während Einrichtung mit iOS13 und höher

Ich konnte mir aus dem Hause Proscenic, das Modell 850T ansehen. Ein Saugroboter mit zusätzlicher Nasswischfunktion und via App regulierbarer Wassermenge. Spannend!

Vor ziemlich genau einem Jahr, nämlich im November 2019 hatten wir uns hier auf siio den Wischroboter Proscenic 820T von angesehen.
Damals begeisterte mich vor allem die elektronische Wasserzufuhr. Nun erschien das Nachfolgemodell: der Proscenic 850T.
Was dieser besser kann und ob man vielleicht doch lieber für etwas mehr Geld zum größeren Modell, dem Proscenic M6 Pro greifen sollte, das liest du hier.

Proscenic 850T im Nasswischeinsatz

Schauen wir dazu zunächst auf die technischen Daten des Vorgängermodells 820T:
Vorgänger 820T – Preis: 240 Euro
- Saugleistung 1800 pa
- Staubbehälter: 400 ml
- Wischbehälter: 350ml Staub & 400ml Flüssigkeit
- Bauhöhe 7,9cm

Das neue Modell, der 850T sieht in den technischen Details recht ähnlich aus, bis auf die stark erhöhte Saugleistung:

Hier im Test: 850T – Preis 259$ (ca. 220 Euro)
- Saugleistung 3.000 Pa
- Staubbehälter: 500 ml
- Wischbehälter: 300ml Staub & 300ml Flüssigkeit
- Bauhöhe 8,3cm

#unboxing

Packen wir das gute Stück erstmal aus.
Hier findet sich im Karton der gewohnt üppige Lieferumfang von Proscenic.
Dazu gehört neben dem Roboter selbst zum einen die Ladestation und das Netzteil.

Ladestation mit Kabelmanagement

Zu erwähnen sei, dass die Ladestation über ein Kabelmanagement verfügt. Heißt, man kann überschüssiges Kabel einfach verstauen. Das sieht nicht nur ordentlich aus, sondern ist zugleich eine böse Falle weniger für den Staubsaugerroboter. Denn nichts wickelt sich lieber um die Reinigungsbürste als Kabel :-)

Lieferumfang des Proscenic 850T

Auch im Lieferumfang sind neben den zwei Seitenbürsten die einfach aufgesteckt werden, zwei Ersatzsatzbürsten, sowie ein Ersatz HEPA Filter.

Für die Freunde der konventionellen Bedienung unter uns, gibt es eine Fernbedienung. Jene sogar mit Display, um Zeitprogramme zu hinterlegen oder definierte Reinigungsprogramme (lies: Kantenreinigung, Spotreinigung usw.) zu starten.
Batterien (2x AAA) für die Fernbedienung sind inbegriffen.

Um Bereiche abzugrenzen, in denen der Roboter nicht reinigen soll, gibt es ein Magnetband. Denn der Proscenic 850T orientiert sich via Gyroskop Navigation. Heißt, er fährt brav in Bahnen und zeichnet eine Karte in der App, jedoch ist diese lediglich eine „Reinigungsüberprüfung“.
Würde man den Roboter von der Küche manuell ins Bad tragen, weiß er von selbst nicht wo er ist. Dies können nur Modelle mit Lasernavigation wettmachen – wie der Proscenic M6 Pro, welchen ich hier im Test hatte:

Proscenic M6 Pro im Test – Saugen und Wischen in einem Zug

Proscenic 850T - von unten

Was mir beim Auspacken noch auffiel ist, dass das Reinigungstool, mit welchem man die Walze von Haaren und Schmutz befreien kann, nun wieder separat beiliegt.
Bei anderen Modellen, wie dem M6 Pro oder M7 Pro von Proscenic sind diese in den Staubbehälter eingeclipst. So geht das Werkzeug nie verloren und ist immer dann griffbereit, wenn man es benötigt.

Apropos Staubbehälter – was für ein gutes Stichwort.
Der „nur saugen“ Behälter umfasst nun sage und schreibe üppige 500ml und lässt sich zum Entleeren in der Hälfte aufklappen.
Der Kombibehälter zum Wischen kann jeweils 300ml Flüssigkeit und 300ml Schmutz aufnehmen.
Der Behälter lässt sich zum Entleeren des Schmutzes oben öffnen. Dies wurde zum Vorgängermodell deutlich verbessert und die Aussparung ist nun ausreichend, um den Schmutz problemlos herauszubekommen.
Außerdem liegen zwei Wischlappen für das „Feuchtwischen“ bei, welche ganz einfach in der Wachmaschine gereinigt werden können.

Kombibehälter saugen & wischen

#Einrichtung, WLAN und App

Hier ist sich Proscenic in der Installationsroutine treu geblieben.
Die Proscenic App öffnen (wenn du sie noch nicht hast, einfach im App Store herunterladen und einen kostenfreien Account erstellen) und auf neues Gerät hinzufügen klicken.
Was ich charmant finde ist, dass man mehrere Geräte in einer App verwalten kann. Denn so wuseln bei mir inzwischen mehrere Roboter im Haus herum. Im 1. OG der M7 Pro (hier mehr dazu) und nun im Gästezimmer des Kellers der Proscenic 850T. Beide kann ich in einer App verwalten, steuern und Reinigungspläne anlegen.
Damit dies geht, muss der Saugroboter noch in das heimische WLAN geholt werden.
Dazu wie bei allen anderen Proscenic Modellen lange auf die „Home Taste“ drücken.
Der Roboter eröffnet dann ein eigenes WLAN (Hotspot Mode) und das Smartphone verbindet sich zu diesem. Dann in der App der Routine folgen, welche wissen möchte wie das WLAN Netzwerk heißt, welchem der Roboter beitreten soll.
Fertig.

Proscenic App kann mehrere Roboter verwalten

Leider muss ich aber auch den negativen Bewertungen in den App Stores recht geben. Neben der recht schlechten Übersetzung, die teilweise doch sehr lustig ist und über die ich hinwegsehen kann, gibt es noch den ein oder anderen Bug. So „flog“ bei mir nach kurzer Zeit der Roboter einfach aus der App heraus und ich musste ihn neu einrichten.
Bei meinem M7 Pro sowie auch bei dem M6 Pro, welcher derzeit bei meinen Eltern wuselt, waren die Karten urplötzlich gelöscht.
Das gravierendste Problem jedoch ist, das sich die Roboter unter iOS 13 oder höher (und wir haben inzwischen, Stand Oktober 2020, schon iOS14) nicht mehr einrichten lässt. Das Problem scheint bekannt, denn in der App findet sich während der Installation ein Hinweis.
Gut, dass ich noch ein recht altes iPad Mini zur Hand hatte, um die Einrichtung vorzunehmen. Doch was, wenn man kein zweites Smartphone oder Tablet hat?

Via App kann der Status des Roboters nachverfolgt werden

So nun aber genug gemeckert.
Denn die App bietet einem viele Vorteile.
So lässt sich der Roboter via App zum Beispiel orten, oder aber die Firmware aktualisieren. Auch Zeitpläne lassen sich anlegen, in welchem man neben der Startzeit auch den Reinigungsmodus definieren kann. Lies: alles reinigen, oder nur an den Rändern.
Ein gezieltes Anfahren von bestimmten Räumen ist nicht möglich, das geht wie Eingangs geschrieben, nur bei einer Lasernavigation, wie diese zum Beispiel der M6 Pro besitzt.
Wohnen mehrere Benutzer im Haushalt, welche Zugriff auf den Roboter haben sollen, so lässt sich dessen Steuerung freigeben.
Einfach die eigenen Zugangsdaten der Frau weitergeben reicht nicht, denn es kann immer nur ein Gerät mit den Zugangsdaten eingeloggt sein. Das weitere Gerät wird bei einer Anmeldung automatisch ausgeloggt.

Auch der Status des Saugroboters lässt sich via App anzeigen, also ob dieser gerade unterwegs ist, wieviel m² bereits gereinigt wurden, wie der Akkustand des Roboters ist oder ob der Roboter gerade auf der Station ist und lädt.

Proscenic App. Karte als Reinigungskontrolle via Gyroskop

#im Alltag

Übrigens dauert einmal volltanken des 2600mAh Akkus gut und gerne bis zu 4 Stunden, mit welchem der Proscenic fast 2 Stunden (auf geringster Saugleistung) durch die Wohnung düsen kann.
Geht der Akku zu neige, fährt der Roboter natürlich von allein zurück zur Basisstation, welche er bei mir bisher immer problemlos fand.

Mit den Seitenbürsten kommt der 850T gut in Ecken und Kanten

In den letzten zwei Wochen, seitdem der Proscenic 850T hier eingezogen ist, hat er sich wacker geschlagen. Die 3.000 Pa Saugleistung machen sich bemerkbar, nicht nur in der Lautstärke bei voller Saugleistung, sondern auch im Reinigungsergebnis.
Die 3.000 Pa ziehen so ziemlich jeden Schmutz ein, welchen die Seitenbürsten vor den Roboter kehren.

Auf Teppichböden schaltet der Roboter automatisch auf höchste Saugstufe

Lediglich an höheren Teppichen scheitert der kleine Wusel. So konnte er den Langhaarteppich mit einer 2,5cm hohen Kante nicht erklimmen, was sein großer Bruder der M7 Pro und auch seine große Schwester, der M6 Pro Wischroboter mit Lasernavigation problemlos bewältigt hat.

Mit den 8,3 cm Bauhöhe kommt er lachend unter unsere Couch und macht auch dort fein sauber. Probleme hatte er im Gästezimmer mit der Schlafcouch. Unter dieser fuhr er sich fest, wo der M7 Pro erst gar nicht Anlauf nahm, da dieser seine Bauhöhe wohl aufgrund seiner Lasernavigation einschätzen kann.

Mit 8,3cm Bauhöhe kommt er problemlos unter die Couch

#wischen

Neben Staubsaugen kann der kleine Wusel auch feucht durchwischen.
Dafür bringt er einen separaten Behälter mit, welcher mit 300ml Wasser und auch Reinigungsmittel gefüllt werden kann.
Zugleich saugt der Proscenic 850T im gleichen Durchgang auch den Schmutz ein, welcher ihm vor die Bürsten kommt.
Damit macht der Proscenic 850T in unseren Kinderzimmern und im Schlafzimmer eine wunderbare Figur.

Saugen und wischen in einem Durchgang

Für den Flur oder die Küche, wo nach dem Abendbrot die Brotkrümel herumliegen und auch mal Tee, Orangensaft oder Ketchup verkleckert wurde (Eltern von kleinen Kindern wissen wovon ich rede ) ist er hingegen nicht zu empfehlen.

Denn der Proscenic befeuchtet lediglich das Wischtuch und zieht es hinter sich her. Eine mechanische Reinigung über rotierende Bürsten oder eine Vibration erfolgt nicht.
Auch auf das Y-Wischen muss man beim Modell 850T verzichten, welches die große Schwester, der M6 Pro bietet.

Stöpsel raus, Wasser rein

Das befeuchten kann aber in 3 Stufen via App variiert werden, denn der 850T verfügt auch über den elektronischen Wassertank.
So kann man wenig feucht, mittel und mit viel Wasser wischen lassen.
Übrigens: Ich hatte mich sehr über das stumpfe Laminat in meinem Büro geärgert und dachte immer „viel hilft viel“. Musste dann aber lernen, dass genau das Gegenteil hilfreich ist. Oft wischen, jedoch nur minimal feucht verhilft dem Laminat zu neuem Glanz.
Hierfür war die elektronische Einstellmöglichkeit der Wassermenge beim Proscenic 850T ein Traum!

Wischt auch unter dem Kinderbett beim "Monsterchen" :-)

Ein kleines Manko habe ich aber noch: Entfernt man den Tank, um diesen zu entleeren oder den Wischlappen zu reinigen, piept der Roboter dauerhaft. Das macht auf der einen Seite natürlich Sinn, denn ohne diesem ist der Proscenic nicht einsatzbereit, auf der anderen Seite ist es sehr nervig.

Wischerbezug Wechselbar und einfach per Klettband befestigt.

Dies hatte der Hersteller Proscenic beim Modell M6 pro deutlich besser gelöst.
Hier ist der Wischerbezug auf eine „Platte“ aufgezogen, welche einfach ausgeclipst werden kann.
Vergisst man diese wieder aufzusetzen, merkt das der Roboter und wird bei der nächsten Fahrt zwar starten, dann aber nur saugen und eben nicht wischen.

Proscenic im Nasswischeinsatz

#Fazit

Für 220 Euro bekommt man ein recht ordentliches Gerät mit WLAN und App-Steuerung. Die 3.000 Pa Saugleistung sind hierbei das Highlight und bringen auch ein hervorragendes Reinigungsergebnis.
Wer seine Hartböden wie Laminat, Lenolium oder Parkett zudem auch noch feucht durchwischen möchte, ist mit dem Modell 850T bestens bedient.
Dank der App regulierbaren Wassermenge, lässt sich jene auf jeden Bodenbelag maßschneidern.
Gegen harte Verschmutzungen hingegen ist der Proscenic 850T keine Waffe. Hierzu fehlt mindestens das Y-Mobbing Verfahren. Besser noch wäre natürlich ein Roboter, der die Reinigung mechanisch unterstützt, wie zum Beispiel der Medion MD18379, welchen Marcus hier auf siio getestet hatte.

Wer noch 150 Euro mehr übrig hat, dem empfehle ich definitiv die „große Schwester“, also den M6 Pro aus dem Hause Proscenic. Für knapp 373 Euro bekommt man hier einen klasse Saugroboter (2600 Pa) und Wischroboter in einem. Lasernavigation und Y-Mobbing inbegriffen. Hier geht’s zum Test des M6 Pro.

Wenn du dich indes gleich für den hier getesteten Proscenic 850T entscheidest, gibt’s 10% siio Rabatt mit dem Gutscheincode SD850T
im Herstellershop.

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

crissxcross

Chris, Gründer und Blogger von siio.
Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.

2 Kommentare

  • Bei mir funktioniert die Verbindung mit der APP nicht, gibt es da einen Trick?
    Habe alles umgestellt, 2,4GHz nur Wlan auf dem Telefon an nichts hilft.

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