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Medion MD18379 im Test: wie gut ist der Wischroboter ohne App-Steuerung?

Medion MD18379 Test
Marcus
Geschrieben von Marcus
siio-App
  • Installation
  • Funktionsumfang
  • Bedienung
  • Nutzen
  • Preis/Leistung
2.9

Summary

Der Medion MD18379 ist nicht so smart und intelligent wie andere Geräte. Aber er macht seine Sache dennoch ordentlich. Er ist einfach zu bedienen und ausdauernd bei der Arbeit.

Während Saugroboter mittlerweile ziemlich clever sind und es eine große Auswahl gibt, hinken die Wischroboter doch noch eine Ecke hinterher. Das gilt nicht nur für das Angebot, sondern auch für die smarten Funktionen sowie die intelligente Navigationen.

Einer der relativ wenigen Modelle, die es aktuell zu erschwinglichen Preisen offiziell in Deutschland zu kaufen gibt, ist der Medion MD18379. Das Gerät bietet zwar keine App- bzw. Smart-Home-Anbindung. Stattdessen erfolgt die Bedienung per Fernbedienung oder am Gerät. Aber er agiert zumindest nicht chaotisch und bietet verschiedene Wischmodi. Wie gut sich der Medion MD18379 in der Praxis schlägt und ob er wirklich Arbeit abnimmt, habe ich mir genauer angeschaut. Meine Erkenntnisse lest ihr in diesem Testbericht.

Saugt das Schmutzwasser gleich wieder auf

Bevor ich zum eigentlichen Test komme und euch verrate, wie sich der Wischroboter auf meinem Fliesenboden gemacht hat, kurz vorab ein paar Worte zum Gerät selbst und dem Lieferumfang. Der Wischroboter MD18379 von Medion ist rund 29 x 29 x 12 cm in Breite, Tiefe und Höhe groß. Damit ist er vom Durchmesser kompakter als die meisten Saugroboter, aber eine ganze Ecke höher. Damit kommt er nicht unter die meisten Schränke und auch nicht unter an der Wand hängende Toiletten – schade… Dafür kommt er aber dank seines recht überschaubaren Durchmessers besser in Ecken – das ist gut.

Die Walze an der Unterseite rotiert über den Boden.

Auf der Oberseite kann die Tankeinheit entnommen werden, der gleich zwei Wassertanks beherbergt. Der eine ist 0,8 l groß und für das Frischwasser, dass dann von dort zu der rotierenden Walze gelangt. Nachdem diese den Boden dann rotierend geschrubbt hat, saugt das Gerät das Schmutzwasser dahinter auch gleich wieder ab und leitet es in den 0,9 l fassenden Schmutzwassertank weiter. Dieser muss dann nach der Arbeit geleert und gereinigt werden.

Wasser marsch in den Frischwassertank.

Zum Lieferumfang zählen neben dem Wischroboter selbst auch eine Ladeschale samt Netzteil, zwei Wischrollen (eine ist bereits verbaut), eine Reinigungsbürste, eine Fernbedienung samt zwei Batterien (AAA) sowie eine deutschsprachige und sehr ausführliche, zudem verständliche Anleitung. Letzteres ist ja nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Der Lieferumfang des Medion MD18379 Wischroboters.

Nicht wirklich vergleichbar mit Saugrobotern

Bevor das Gerät das erste Mal seiner Arbeit nachgehen kann, muss der Akku erst einmal geladen werden. Doch fährt der Roboter nicht automatisch zu seiner Ladestation, wie es die allermeisten Saugroboter tun. Sondern er muss manuell auf die Ladeschale, an die zuvor noch das Stromkabel eingestöpselt werden muss, gestellt werden. Dort kommt er auch alleine nicht wieder herunter.

Der Wischroboter auf der Ladeschale.

Sind der Akku nach rund 5 Stunden Ladezeit, was euch per kleiner LED-Anzeige angezeigt wird, und der Frischwassertank voll, muss er manuell an den Einsatzort getragen und dort positioniert werden. Dann kann er über die Fernbedienung oder die Steuereinheit auf dem Gerät an die Arbeit geschickt werden und bis zu 80 Minuten am Stück wischen. Hierbei stehen euch verschiedene Wischmodi zur Verfügung, bei denen der Wischroboter unterschiedlich agiert.

Am häufigsten dürfte der Automatikmodus zum Einsatz kommen. Bei diesem setzt ihr ihn eine Ecke des zu wischenden Raumes und drückt den entsprechenden Knopf. Dann tastet er sich mit seinen Sensoren systematisch vor und zieht Bahn für Bahn durch den Raum. Alternativ gibt es einen Flächenmodus, bei der er automatisch eine Fläche von 25 Quadratmetern vor dem Gerät reinigt. Im Punktmodus wischt er ein Quadrat von 80 x 80 cm um das Gerät herum. Und im „Reinigen entlang der Wand“-Modus fährt er den Raum entlang der Ränder ab.

Der erste Test war gleich eine Herausforderung

Beim ersten Testlauf wartete dann gleich mal eine echte Härteaufgabe auf den Medion MD18379. Nach einem Tag Gartenarbeit sah der Flur aus wie ein Schlachtfeld. Zunächst habe ich meinen Roborock S55 auf die Piste geschickt, um den losen Schmutz aufzunehmen. Dann hatte die Stunde des Medion-Wischroboters geschlagen und er durfte sich das erste Mal beweisen.

So sah mein Flur vor dem ersten Wischen aus.

Nach der erste Runde war das Ergebnis überschaubar. Es waren noch einige Fußstapfen auf dem Boden zu erkennen. Darauf habe ich ihn noch eine zweite Runde fahren lassen, was das Ergebnis deutlich verbessert hat. Es war zwar immer noch nicht vergleichbar mit einer von Hand geschrubbten Fläche. Aber das darf man meiner Meinung nach auch nicht erwarten. Erschreckend war, was sich gerade nach dem ersten Durchgang für eine Dreckbrühe im Abwassertank angesammelt hatte.

Das Ergebnis nach zwei Runden Wischen war schon deutlich besser.

Die Herausforderung bei seiner ersten Fahrt war wie gesagt schon außergewöhnlich hoch. Danach habe ich ihn einige Tage regelmäßig fahren lassen, wenn der Boden weniger stark verdreckt war. Hier macht er seine Sache bei der regelmäßigen Reinigung bei nicht so arg verschmutzen Böden ordentlich. Er hinterlässt nur einen nebelfeuchten Boden. Denn hinter der rotierenden Bürste ist eine Wischlippe montiert, wo das aufgesammelte Wasser wieder aufgesaugt wird. So kann er mehr Wasser zum Einsatz bringen und mehr Kraft aufbringen als wischende Saugroboter, die nur mit einem angefeuchteten Tuch über den Boden fahren.

Ein Beleg dafür ist u.a. die Dreckbrühe im Schmutzwassertank.

Die Navigation im Automatikmodus ist ok, aber bei weitem nicht so zuverlässig wie bei Reinigungsrobotern mit Laser-Kartierung. Er lässt teils gerne mal die eine oder andere Ecke aus, auch wenn er sie zuvor schon mal angefahren hatte. Das hat sich vor allem in meinem Flur bei der Garderobennische bemerkbar gemacht, die er mal findet und mal nicht. Zudem wischt er im Automatikmodus auch nicht zuverlässig an den Rändern. Hier ist dann ein Nacharbeiten mit dem Randmodus ratsam. Positiv ist, dass er nur leicht an Möbeln aneckt, sodass ich mir keine sonderlichen Sorgen um mein Mobiliar machen musste.

Der Wischroboter zieht eine nebelfeuchte Bahn hinter sich her, die aber schnell wegtrocknet.

Fazit zum Test des Medion MD18379

Der Medion MD18379 ist aufgrund seiner Ausstattung etwas limitiert. Er benötigt im Grunde abgeschlossene Räume, um eigenständig seiner Arbeit nachgehen zu können. Bei meiner offenen Küche – den Wohnbereich soll er nicht mitwischen – müsste ich jedes Mal eine Mauer (z. B. aus Kartons oder so) aufbauen, damit er seinen Arbeitsbereich nicht verlässt. Das wäre mir im Alltag zu nervig. In einem abgeschlossenen Raum, der durch Türen verschlossen werden kann (z. B. Flur, Bad, Gästeklo), macht er aus meiner Sicht seine Sache ganz ordentlich.

Der Aufwand mit Befüllen, Leeren und Reinigen ist recht hoch. Das ist eben einer der Nachteile von Wischrobotern. Saugroboter sind hier pflegeleichter und nehmen somit mehr Arbeit ab bzw. sparen euch mehr Zeit. Allerdings ist mir noch kein kombinierter Saug- und Wischroboter untergekommen, der so ordentlich gewischt hat wie der Medion MD18379. Da ist die rotierende Bürste auf jeden Fall von Vorteil.

Insgesamt liefert er eine solide Leistung im Test für einen Kaufpreis von 249 Euro. Für ungefährt das gleiche Geld bekommt ihr neuerdings allerdings auch den smarteren und wohl intelligenter agierenden SWDK ZDG300 von Xiaomi aus China, den ich allerdings noch nicht testen konnte. Letztendlich ist der Medion MD18379 also keine perfekte Lösung, aber für mich ausreichend, um mal gelegentlich den Flur oder das Bad kurz durchzuwischen.

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

Marcus

Marcus

Der Neue im Team. Als begeisterter "Smart-Homer" habe ich große Freude daran, immer neue Technologien kennenzulernen und in mein tägliches Leben zu integrieren - aber nur da, wo es Sinn macht...

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