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Kinoabend mit Alexa: der Bau meines smarten Heimkinos (Teil 3)

Marcus
Geschrieben von Marcus
siio-App

Nachdem ich mich in den ersten beiden Teilen dieser Artikelreihe (Teil 1 | Teil 2) primär um die einzelnen Bauteile und die Konstruktion allgemein gekümmert habe, kommen wir nun zum Kern des ganzen Themas: der smarten Vernetzung.

Wie können alle Komponenten miteinander verbunden werden, sodass nur ein einziger Sprachbefehl „Alexa, starte Heimkino“ ausreicht? Genau das schildere ich euch in diesem finalen Artikel.

Leinwand und Beamerlift smart machen

Beginnen wir mit einer der elementaren Komponenten, der DayVision-Leinwand von DELUXX. Hierbei handelt es sich um eine Motorleinwand, die einen Somfy-Motor integriert hat. Aus dem Gehäuse läuft ein dickes Kabel mit mehreren Adern. Genau diese könnt ihr entsprechend der Anleitung an einen Somfy Smoove Uno A/M io Schalter anschließen.

Der Somfy-Schalter wird per Kabel mit der Leinwand verbunden.

Dies ermöglicht nicht nur die Steuerung der Leinwand per Wandtaster (der bei mir im Schrank liegt), sondern auch die Integration in das Smart-Home-System von Somfy. Da in unserem Haus ohnehin bereits Rollläden von Somfy und damit das TaHoma-System verbaut sind, passt das quasi wie die Faust aufs Auge. Denn so brauche ich ansonsten keine weiteren Komponenten.

Es gäbe aber noch einige andere Alternativen. Theoretisch könnt ihr eine Motor-Leinwand auch an einen Rollladenaktor eines beliebigen Herstellers anschließen. Die gibt es von vielen Marken wie Bosch, Homematic, Fibaro und Co. Sie lassen sich in der Regel auch (teils per Umweg über das jeweilige Smart-Home-Systen) in Alexa einbinden.

Alternativ bietet auch der Hersteller Celexon, von dem meine Leinwand stammt, verschiedene Alternativen. Möglich sind hier z. B. eine Infrarot-Fernsteuerung (kann dann wiederum über Logitech Harmony angesprochen werden) oder die Ansteuerung per Funk. Zudem arbeitet der Hersteller aktuell an einer Smart-Home-fähigen Steuerungsbox, die per App sowie Funk, IR und potentialfrei per Relay oder Tasten angesteuert werden kann. Das bietet ebenfalls viele Möglichkeiten, kommt für mein Projekt aber zu spät… :-)

Auf die gleiche Weise wie die Leinwand kann übrigens auch der Beamerlift gesteuert werden. Bei dem von mir verwendeten Modell ist bereits ein Funkmotor von Somfy verbaut. Das hat den Vorteil, dass ich keine Verkabelung mit einem Schalter vornehmen musste, sondern einfach einen Funkschalter von Somfy einsetzen kann. Ansonsten wäre aber auch hier die gleiche Verkabelung möglich wie bei der Leinwand – z. B. bei einem Beamerlift von einem anderen Hersteller ohne Funkmotor oder bei einem Eigenbau.

Hier sind die beiden Schalter für Leinwand und Beamerlift im Schrank, über die eine Fernsteuerung sowie die manuelle Bedienung möglich ist.

Praktisches Add-On Logitech Harmony

Theoretisch ließen sich alle (bzw. beim Beamer in der Alexa-Variante) bzw. die meisten der verwendeten Komponenten direkt in Alexa integrieren und darüber steuern (siehe unten). Das wäre aber meiner Meinung nach nur bedingt alltagstauglich. Viel besser klappt es mit dem einen oder anderen Add-On.

Für das Einschalten verschiedener Geräte wie dem AV-Receiver, dem Beamer, dem Sky-Receiver oder einem Streaming-Stick (je nach geplantem Programm) nutze ich eine Logitech Harmony Elite. Hierbei handelt es sich um eine smarte Universalfernbedienung, die auch mit Alexa verknüpft werden kann. Das Set besteht aus zwei Teilen: der Fernbedienung mit eingebautem Display sowie dem Hub, der im meinem TV-Board Platz findet und von dort aus die Signale an die Geräte versendet.

Die Logitech Harmony (links) ersetzt eine ganze Menge anderer Fernbedienungen.

Über die Harmony App könnt ihr zahllose Geräte anlernen und dann über die Fernbedienung ansteuern. Zudem lassen sich auch hier vorgefertigte Abläufe anlegen, bei dem dann die verschiedenen verknüpften Geräte eingeschaltet sowie bei Bedarf auf die passenden Programme bzw. Modi geschaltet werden. Das ist am Anfang etwas komplex, funktioniert über die App aber gut. Hier spielt dann die Logitech Harmony mit ihrem eingebauten Display auch eine ihrer Stärken aus, da so die verschiedenen Szenen und Geräte übersichtlich dargestellt werden.

Über die Harmony App könnt ihr verknüpfte Geräte nach einem selbst festgelegten Ablauf bedienen.

Alles läuft bei Alexa zusammen

Über die Alexa App könnt ihr die verschiedenen Bauteile wie die Leinwand- und Lift-Steuerung, die smarte Beleuchtung mit Philips Hue sowie die Szenen der Logitech Harmony suchen und so für Alexa zugängig machen.

Dann gilt es nur noch eine Automatisierung zu erstellen, in der ihr alle Bauteile auflistet und nacheinander „abarbeitet“. Das bedeutet, dass die Leinwand und der Lift auf die vorgegegebenen Positionen ausfahren, das Licht sich dimmt und über die Logitech Harmony der Beamer, der AV-Receiver sowie ein Zuspieler einschalten.

Über Alexa kann ich alle Geräte miteinander vernetzten und dann per „Alexa, starte Heimkino“ starten.

Dann vergebt ihr dieser Automatisierung den Namen „Heimkino starten“. Mit dem Sprachbefehl „Alexa, Heimkino starten“ beginnt der Kinoabend nun in wenigen Sekunden, statt alle Geräte manuell über die jeweiligen Bedieneinheiten und Fernbedienungen ausfahren bzw. einschalten zu müssen.

Erweiterung um Smart-Home-Zentrale Homey

Mittlerweile bin ich aber noch einen Schritt weiter gegangen. Die Fäden laufen nun nicht mehr direkt bei Alexa zusammen, sondern in der Smart-Home-Zentrale Homey. Warum das? Weil sie noch mehr Möglichkeiten für die smarte Vernetzung bietet. Ich kann nun das Heimkino auch über HomeKit steuern, statt nur über Alexa. So kann ich den Kinoabend theoretisch auch über mein zentral im Wohnzimmer an der Wand hängendes iPad über die Home App starten, statt die Stimme erheben zu müssen.

Über Homey könnt ihr viele Geräte vernetzen.

Zudem lässt sich der Ablauf noch genauer festlegen, z. B. durch individuelle Verzögerungen. Sollte der Saugroboter gerade lärmend das Wohnzimmer oder die angrenzende Küche reinigen, kann ich ihn ebenfalls Heimwärts schicken und so für Ruhe sorgen. Sicherlich alles eine Spielerei. Aber eben auch eine Möglichkeit euch zu zeigen, wie vielseitig ihr ein smartes Heimkino umsetzen bzw. realisieren könnt.

Danach könnt ihr über Homey ganz individuelle Abläufe einrichten. Hier gibt es mehr Möglichkeiten als direkt in der Alexa App.

Warum ich mich für Homey und nicht eine der vielen anderen Smart-Home-Zentralen wie homee entschieden habe? Das hat einen einfachen Grund: Bei Homey bekomme ich ohne viel Dazutun das Tahoma-System von Somfy mit eingebunden. Dieses ist bei mir (wie erwähnt) nicht nur bei Leinwand und Lift, sondern auch den Rollläden für die Beschattung des Wohnzimmers (vor allem beim Fußballgucken am helligten Tag praktisch) im Einsatz. Natürlich könnt ihr auch auf eine andere Smart-Home-Zentrale setzen, wenn ihr dort die von euch verwendeten Geräte vernetzt bekommt.

Mein Fazit

Zugegeben: Das ganze Projekt war am Ende doch deutlich mehr Aufwand, als ich zunächst gedacht hatte. Das kam aber auch, da sich die Idee immer weiter entwickelt hat und somit immer neue Dinge bedacht und erledigt werden mussten.

Am Ende hat sich der zeitliche und finanzielle Aufwand aber meiner Meinung nach gelohnt. Für meinen Geschmack ist unser Wohnzimmer dadurch individuell geworden und hat ein optisches Highlight in Form der schwebenden „Betondecke“ sowie der vorgebauten Wand erhalten.

Eine Szene aus der Serie „S.W.A.T.“ in meinem smarten Wohzimmer-Heimkino.

Über das Heimkino selbst müssen wir gar nicht sprechen. Es macht einfach Spaß, Filme, Fußball und Co im Großformat zu genießen. Der Sound ist für mein Empfinden toll, die Bildqualität auch. Und dass die ganze Show mit einem einzigen Befehl an Alexa und Co startet, ist das Sahnetüpfchen. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden und erfreue mich (fast) jeden Tag daran!

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

Marcus

Marcus

Der Neue im Team. Als begeisterter "Smart-Homer" habe ich große Freude daran, immer neue Technologien kennenzulernen und in mein tägliches Leben zu integrieren - aber nur da, wo es Sinn macht...

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