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Alternativen & Lösungen bei Problemen mit dem Fibaro Remote Access

by crissxcross31. Dezember 2015

Fibaro bietet einen kostenfreien Remote Dienst an, um euer Zuhause auch von unterwegs steuern und Informationen abrufen zu können. Doch was, wenn der Remote Zugriff nicht geht?

Mal schnell auf dem Nachhauseweg die Heizung einschalten oder von unterwegs prüfen ob alle Fenster geschlossen sind. Das ist ein Stück Komfort, welchen wir mit einem Smart Home gern genießen. Mit Fibaro geht das natürlich auch. Hierzu bietet Fibaro den Hauseigenen Remote Zugang über home.fibaro.com an. Dies ist keine Cloud, sondern eine Art Relai Server – wie ich bereits hier im Sicherheitstest zum Fibaro HCL schrieb. Dabei registriert man einen Account mithilfe der Fibaro Homecenter Seriennummer sowie Mac Adresse. Diese Zugangsdaten können in der Smartphone App (iOS oder Android) eingetragen werden. Das Fibaro Home Center meldet nun die IP Adresse, welche du von deinem Provider bekommst – und die in der Regel alle 24h wechselt – an den Fibaro Service. Dieser kann also nun die öffentliche IP Adresse, unter der du im Netz erreichbar bist, der Seriennummer deines Fibaro Home Center zuordnen.

Sobald deine Smartphone App merkt, das du nicht im WLAN bist, fragt Sie mit den hinterlegten Zugangsdaten des Remote Access bei dem Fibaro Server an, welcher ja nun deine öffentliche IP Adresse kennt und schickt die Smartphone App Anfragen dorthin, wo Sie von deinem Home Center direkt beantwortet werden.

Hinweis: die Option „Fernzugriff“ muss auf Ja stehen! Diese findest du auf der Home Center Weboberfläche unter: Konfiguration -> LAN Einstellungen

Soweit die Theorie.

Aber irgendwie muss ja dein Home Center auch an den Fibaro Server „funken“. So kann es vorkommen, dass dein Router oder sogar dein Provider die benötigten Ports blockiert welche die Fibaro nutzt. Das ist zum einen der Webport (http) Port 80, sowie der Port für SSH (Port 22 und der Port 443).

In letzter Zeit hatten wir vermehrt Anfragen von euch, vor allem von Nutzern mit LTE Zuhause oder Telekom Hybrid Routern, aber auch Vodafone Kunden, welche uns von Problemen berichteten. Nach erfolgreicher Registrierung im home.fibaro.com Account, bleibt das Symbol mit den Zahnrädern grau und gibt bei mouseover die Meldung: „no comminication with main controller“. Hier konnte das Fibaro Home Center sich nicht mit dem Fibaro Server verbinden um seine aktuelle öffentliche (WAN) IP zu übermitteln. Dadurch wird auch der Fernzugriff via App nicht funktionieren.

Fibaro Remote - no communication

Fibaro Remote – no communication

Trouble Shooting:

1) Google DNS

Bei einigen Usern hat das schlichte verwenden des DNS: 8.8.8.8. geholfen. Hierzu in der Home Center Weboberfläche einfach auf: Konfiguration -> LAN Einstellungen

Hier musst du zunächst von DHCP auf feste IP umstellen. Nutze eine IP Adresse welche im Netzwerk noch nicht vergeben ist. Am besten eine, welche nicht im DHCP Pool deines Routers liegt. Bedeutet, wenn dein DHCP Pool ab 192.168.2.100 beginnt, vergebe eine Adresse kleiner 100 (zum Beispiel: 192.168.2.10). So stellst du sicher, das dein Router diese IP nicht vergeben hat oder vergeben wird. Alternativ könntest du auch eine feste IP im Router vergeben, indem du dort die MAC-Adresse deines HC2 einer festen IP-Adresse zuordnest, beziehungsweise bei der FRITZ!Box den folgenden Haken setzen:

fritzbox_mac

Feste IP vergeben

Das Gateway ist die IP Adresse deines Routers. Subnetzmaske ist in der Regel 255.255.255.0. Detailierter will ich hier keine Netzwerktechnik erklären.

Den DNS stelle nun auf 8.8.8.8. Alternativ bietet google auch die IP 8.8.4.4 als DNS Server an.

Fibaro Home Center - DNS - Google DNS nutzen

Fibaro Home Center – DNS – Google DNS nutzen

2) Weiterleiten & Freischalten

Man kann versuchen, dass Fibaro Home Center im Router in ein „Exposed Host“ zu packen.

Der Begriff „DMZ“ wird oft fälschlich für die Funktion „Exposed Host“ verwendet. Bei der Funktion „Exposed Host“ werden alle Ports für einen Computer im Netzwerk freigegeben.

Heißt, dass alle Firewall Funktionen für dieses Gerät deaktiviert werden. Im Beispiel einer FRITZ!Box gehst du auf: Internet -> Freigaben und richtest eine neue Freigabe ein. Im DropDown wählst du die Funktion „Exposed Host“ danach im zweiten DropDown die Fibaro.

FRITZ!Box exposed Host

FRITZ!Box exposed Host

Alternativen

Sollte das alles nicht helfen und der Fibaro Server dennoch keine Verbindung zu deinem Home Center daheim aufbauen können, so bleiben folgende Alternativen:

A) DynDNS

Das Prinzip des Fibaro (Relai) Server ist keine Weltneuheit. Gleiches Prinzip nutzt auch der DynDns Dienst oder jeder vergleichbare Service. Dein Router meldet immer, wenn er vom Provider eine neue öffentliche IP bekommt, diese an deinen DynDns Account. Dort hast du eine, deinem Account zugeordnete (meist frei wählbare) Domain, unter welcher du dann immer erreichbar bist.

Diesen Dienst kannst du auch in der Fibaro App nutzen:

Lege dir zunächst einen DynDns Account, oder einen (kostenfreien) vergleichbaren Account bei einem Anbieter wie NoIP.com, Selfhost.de; (..) ect an. Am besten schaust du mal in deinen Router unter dem entsprechenden Menüpunkt (Dynamic DNS), welche Anbieter unterstützt werden.

Sobald du den Account angelegt hast und dir die entsprechenden Zugangsdaten vorliegen, trage diese in deinem Router ein. Bei der FRITZ!Box findest du dies unter: Internet -> Freigaben -> Registerkarte: Dynamic DNS.

FRITZ!Box DynDns

FRITZ!Box DynDns

Wähle im Dropdown deinen DynDns Anbieter aus und hinterlege die Zugangsdaten. Danach kontrolliere im Webportal deines Anbieters, ob nun dort deine aktuelle, öffentliche IP hinterlegt ist. (Deine öffentliche IP bekommst du hier angezeigt).

Danach benötigst du eine Portweiterleitung. Das heißt, das du einen Port von aussen definierst, welcher dann über deinen Router an ein Gerät intern weitergeleitet wird. Da du dein HomeCenter über den eben beschriebenen Weg von außen zugänglich machst, wähle von aussen also nicht unbedingt einen Mainstreamport wie zum Beispiel Port 80 oder 8080.

Ich empfehle dir alles größer Port 4000, beziehungsweise keinen sogenannten „Well known TCP Port“. Eine Liste über die standatisierten Ports findest du hier. Intern musst du diesen dann an das Fibaro Home Center weiterleiten.

In der FRITZ!Box findest du dies unter: Internet -> Freigaben -> Registerkarte: Portfreigaben. Lege eine neue Portfreigabe an. Wähle im DropDown: Andere Anwendungen. Bezeichung -> hier kannst du individuell die Portfreigabe benennen. Protokoll TCP und Wähle den gewünschten externen Port, zum Beispiel Port 6589 bis 6589 und wähle im DropDown: Computer -> Dein Fibaro Home Center aus. Der ankommende Port muss der Port 80 sein. Speichern nicht vergessen.

FRITZ!Box Portweiterleitung für Fibaro

FRITZ!Box Portweiterleitung für Fibaro

In der Fibaro Smartphone App trägst du nun anstelle der lokalen IP deines Home Centers die Domain deines DnyDns Accounts, gefolgt von deinem Port ein.

Beispiel: Du hast dich bei Selfhost registriert und deine Domain heißt: fibaro.selfhost.eu. Im Router hast du den Port 6589 auf die Fibaro intern umgeleitet. So schreibst du jetzt in deine App: fibaro.selfhost.eu:6589

Nun solltest du sowohl intern im WLAN als auch unterwegs mit 3G / LTE ect, auf dein Smart Home zugreifen können. Heißt aber, das nun jede Anfrage an die Fibaro erstmal „raus“ ins Internet geht.

B) VPN

Alternativ und deutlich sicherer ist eine VPN Verbindung. Wer einen Router im Einsatz hat, der eine VPN Verbindung unterstützt, sollte dies bevorzugen. Für FRITZ!Box Nutzer geht das recht einfach. Hierfür gibt es ein kleines Windows Tool um die VPN Verbindung auf der Seite der FRITZ!Box, sowie auf der anderen Seite (Smartphone, Tablet, ect) zu konfigurieren. Damit du nicht jedesmal manuell den Schieberegler bei auf AN stellen musst, damit sich dein iPhone oder iPad mit dem VPN verbindet, solltest du eine VPN on Demand Verbindung einrichten. Heißt, der Tunnel zur FRITZ!Box nach Hause wird bei Bedarf automatisch aufgebaut. Wir das geht ist hier bei „meintechblog.de“ ganz gut beschrieben, daher erspare ich mir hier ein ellen langes Tutorial.

Hat dir die Lösung geholfen? Kennst du vielleicht noch andere Alternativen? Dann poste diese doch bitte unten in den Kommentaren!

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About The Author
crissxcross
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Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
  • Henne
    31. Dezember 2015 at 16:02

    Hi, da ich mir nicht sicher bin, ob – bzw. wann – die Nichterreichbarkeit einem Absturz meines HCL oder anderen Ursachen geschuldet ist, habe mir mittlerweile einen Steckdosenschalter fzugelegt, der über die Fritz!Box fernsteuerbar ist. An diesen habe ich mein HCL angeschlossen. Immerr, wenn der Fernzugriff nicht mehr funktioniert unterbreche ich so kurz direStromzufuhr für die HCL. Nicht wirklich professionell (für Fibar Group). Aber sehr wirksam. Weiterer Kommentare hierzu gebe ich besser nicht a.

  • tom009
    2. Januar 2016 at 17:49

    Mit dem Remote-Zugriff habe ich auch reichlich Probleme, allerdings keinen Systemabsturz. Der Neustart des HCL über ‚Netz aus/an‘ ist auch eine Lösung, ich würde aber einen der im Artikel vorgeschlagenen Wege oder Lösungsvorschläge favorisieren und werde das auch testen.

    Danke für den Beitrag an den Autor.

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