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Review

Danalock – Der ausführliche Test zum smarten Schloss

by 28. Januar 2015
Postiv
  • schickes Design
  • einfache und schnelle Installation
  • elektronische Schlüssel verschicken
  • normaler Schlüssel funktioniert weiter/li>
  • Z-Wave und Bluetooth Support (je nach Version)
  • Negativ
  • Für die Leistung recht teuer (über 200€)
  • schlechte und hässliche App
  • unzuverlässig im Alltag (Autounlock)
  • eher wenige Funktionen
  • insgesamt kein Schlüssel-Ersatz
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    Update

    Alle Informationen zum Nachfolger, dem Danalock V125, findet ihr HIER.

    Was kann ich vom Danalock erwarten – Wie funktioniert es?

    Das Danalock wird von Poly-Control mit Sitz in Dänemark gebaut. Ein Spezialist für elektronische Schlösser. Im Großen und Ganzen handelt es sich um einen Aufsatz, welcher für jede herkömmliche Tür passt und funktionieren sollte. Dabei wird nur der Schließzylinder getauscht und die Tür mit der elektronischen Zusatzfunktion ausgestattet. Bei meinem Set waren 5 Schlüssel dabei, denn die Tür lässt sich weiterhin wie gewohnt mit diesen von Außen aufschließen. Das trifft sich sehr gut für meine WG. Ich teste die Bluetooth Variante in Kombination mit einem Android Smartphone.

    Innen wird also das Runde, recht schicke, Danalock befestigt. Über eine Welle bewegt es den Zylinder und öffnet so die Tür. Logisch einfach und meiner Meinung nach sicher.

    Was hatte ich überhaupt für Erwartungen? Ich wollte sehen wie ein 200€ Upgrade für mein Schloss mein Leben etwas einfacher gestaltet. In erster Linie wollte ich einen gewissen Komfortfaktor, an zweiter Stelle stand sicher die Faszination: Einfach die Möglichkeit seine Tür anders zu öffnen als 95% der Menschen. Nicht zuletzt ein weiteres Feature: Ich kann nun Schlüssel mit begrenzter Gültigkeit verschicken. Wenn ein Freund ein Buch abholen möchte, kann ich ihm 1 Stunde Zugang zu meiner Wohnung gewähren. Eine coole Sache, wie ich finde!

    Bluetooth oder Z-Wave – die Varianten

    Das Danalock wird in zwei verschiedenen Versionen angeboten. Nummer eins ist die reine Bluetooth Variante und Nummer zwei ist zusätzlich mit Z-Wave ausgestattet.

    Für die Bluetooth Verbindung wird ein Bluetooth 4.0 LE (Low Energy) Chip eingesetzt. Somit ist das Schloss auch gleichzeitig ein iBeacon. Das Schloss kommt in Deutschland mit 4 Schließzylindern unterschiedlicher Länge. Sobald verfügbar, wird es die Preise für Deutschland HIER geben.

    Die App auf dem Smartphone prüft als erstes, ob ich meinen Geofence Bereich verlassen habe. Wenn nicht, wird auch nichts unternommen. Falls ich gerade erneut in die Zone eintrete, wird die Verbindung zum Schloss über Bluetooth geprüft. Wenn dieses auch in Reichweite ist, wird der Schlüssel übertragen und das Schloss entriegelt. Der ganze Prozess funktioniert erst mit modernen Android 4.4+ Smartphones, denn nur diese Versionen unterstützen Bluetooth 4.0 LE und die Beacons.

    Die Z-Wave Ausstattung kann zusätzlich in eine vorhandene Smart Home Zentrale eingebunden werden. Der Vorteil ist dann, dass Events von Sensoren ausgelöst werden können und somit komplexe Szenen möglich sind. Eine Verriegelung aus der Ferne, z.B. aus dem Büro, ist auch nur dann möglich (eine entsprechende Zentrale mit Internetverbindung vorausgesetzt)

    Die App für dein Smartphone – leider mit Problemen

    Nach erfolgreicher handwerklicher Tätigkeit wollte ich mir nun auch die Software, also die entsprechende App anschauen. Schnell die App (Android & Apple) installiert und los konnte es gehen. Zu Beginn muss man sich auf dem Danalock-Server registrieren. Bei Neuinstallation oder bei der Installation auf einem anderen Gerät stehen nach dem Login wieder alle elektronischen Schlüssel zur Verfügung. Datenschützer werden hier natürlich hellhörig, aber darum soll es hier erst einmal nicht gehen. Also die Drucktaste am Schloss bis zum dritten Signalton halten und dann das Schloss in der App registrieren. Das war alles, easy! Ab hier konnte ich den Mechanismus bereits über die App steuern, das Schloss auf und zu bewegen. Ein paar Grundeinstellungen waren noch nötig. Darunter der Drehweg, die Krafteinstellung und der Radius vom Bluetooth.

    Item not available.

    Ein Problem gab es aber noch. Wie viele andere Türen gibt es bei mir außen keine Klinke, sondern nur einen Knauf zum Aufziehen mit aufgehaltenem Schloss. Das Danalock bietet hier eine Einstellung bei der die Tür eine frei konfigurierbare Zeit “aufgehalten” werden kann. Nach dieser Zeit lässt sich die Tür wieder wie gewohnt zuschnappen.

    Das eigentliche automatische Entriegeln ist über 2 Varianten möglich: über die Annäherung im Bluetooth Radius oder über eine Klopffunktion. Die erste Variante ist selbsterklärend. Wenn ich mit dem Smartphone in der Tasche heimkomme und die Tür erreiche, wird diese automatisch entriegelt und ich kann eintreten. Die 2. Funktion macht etwas anderes, als man erwartet bzw. erhofft. Ich dachte erst ich kann die Entriegelung erst mit einem Klopfen an die Tür auslösen. Wäre ganz praktisch! Denn wer sich z.B. noch die Schuhe auszieht, könnte das Zeitfenster bei der Automatik verpassen. Was die Funktion eigentlich macht: Wer vor der Tür steht, muss irgendwie auf sein Smartphone klopfen und damit wird dann (sehr Zeit verzögert) das Schloss entriegelt. Das hat bei mir in der Praxis wenig Sinn ergeben und auch nicht wirklich funktioniert. Ich habe mich also für die Variante 1 entschieden.

    “Einfache Installation” sagt der Hersteller – Wie sieht es wirklich aus?

    Erst einmal entspricht das durchaus der Wahrheit. Jetzt kommt das ABER! Der Einbau geht nur entsprechend schnell, wenn die Tür auch den Vorgaben entspricht. In meiner WG mit relativ alter Tür war das leider nicht der Fall. Hier war eine Zierleiste im Weg.

    Ich musste also selbst Hand anlegen. Mit etwas Sägen, Feilen und Probieren war ich nach ca. 2h mit dem Anbau fertig. Wer kein umfangreiches Werkzeugset besitzt, wird an dieser Stelle die ersten Probleme bekommen. Der Rest lief dann reibungslos. Die Schlüssel haben gepasst, der Schließzylinder funktioniert einwandfrei und auch das Danalock konnte den Riegel elektronisch bewegen. Wer also keine Zierleiste oder anderes im Weg hat, wird sicher in maximal 30 Minuten fertig.

    Und in der Praxis? Mein Selbstversuch

    Ich bin Student und wohne, wie könnte es anders sein, in einer WG. Das Schloss kann ich daher nicht einfach bedenkenlos tauschen. Oder doch – denn das Danalock funktioniert von außen wie immer mit einem “normalen” Schlüssel. Ich musste nur neue Schlüssel an die Mitbewohner verteilen, denn der Schließzylinder wird getauscht. Somit hatte ich auch während meiner Testphase keinen Ärger.

    Das Danalock nutzt 2 Faktoren um ein Automatisches öffnen der Tür auszulösen. Als erstes wird via GPS festgestellt, ob ich gerade ankomme. Das ist wichtig, denn sonst würde das Schloss ständig beim vorbei Laufen aufschließen. Es wird ein “Geofence”, ein virtueller Zaun mit einem 100-m-Radius um meine Tür, erstellt. Der 2. Faktor ist die Bluetooth-Verbindung. Das Danalock weiß dann, dass ich unmittelbar vor der Tür stehe und bekommt den Code zum öffnen über die App geschickt. Diese wird also dringend benötigt und läuft unter Android auch erst ab Version 4.4 (dass liegt vor allem an den Bluetooth LE Verbindungen). Wenn ich also mit der Bahn fahre und später Heim komme entriegelt das Schloss. Nach ca. 5 Sekunden löst es sich wieder und meine Tür kann, wie gewohnt, zu schnappen. So die Theorie. Bei mir gibt es noch ein weiteres Problem: Es gibt noch eine Eingangstür zum Treppenhaus. Diese muss ich weiterhin “normal” aufschließen. Der Schlüssel kann also nicht in der Wohnung bleiben.

    Als ich dann zum ersten Mal vor meiner Wohnungstür angekommen bin, passiert erst einmal gar nichts. Mein Smartphone hat zwar den Eintritt in den Geofence erkannt, sendet aber keinen Befehl zum Öffnen. So geht es eine Weile. Es kommen in dieser Zeit auch einige Aktualisierungen der App und tatsächlich öffnet die Tür ab und zu auf die magische Art und Weise. Wirklich zuverlässig hat es aber leider nie funktioniert. Bei den Apple Geräten soll es wohl besser funktionieren, wenn man einigen Kommentaren glauben darf. Das konnte ich nicht testen und das ist für mich auch keine Entschuldigung.

    Am Ende bin ich jetzt doch wieder beim Schlüssel gelandet. Der funktioniert immer und braucht keinen Geofence. Gewohnheit siegt!

    Danalock an einer Tür Bild: http://www.poly-control.com/

    Danalock installiert an einer Tür

    Fazit

    Das Danalock konnte mich nicht überzeugen! Das Konzept geht in vielerlei Hinsicht leider nicht auf. Den Schlüssel zu ersetzen schafft das Schloss um Längen nicht. Die Details stimmen einfach (noch) nicht, es fehlt das Feintuning, der Mehrwert. Vielleicht ist es auch gar nicht so einfach, einen derart etablierten Gegenstand wie den Schlüssel zu ersetzen. Es wird auf jeden Fall erst gelingen, wenn alles 100% und Perfekt funktioniert.

    Eins steht fest: Die Installation geht sehr einfach von der Hand. In den meisten Fällen sollte der Einbau in 30 Minuten erledigt sein. Solange alles an der Tür passt und nichts im Weg ist. Es gibt aber schon auf der mechanischen Seite erste Probleme: Das Konzept ist einfach nicht auf die typischen Türen ohne Klinke, mit Knauf ausgelegt. Da kein Öffnen registriert werden kann, wird möglicherweise das Zeitfenster zum Aufziehen der Tür verpasst. Die Konsequenz? Ich greife wieder zum Schlüssel. Dieser passt und funktioniert zum Glück wie immer.

    Ein paar Vorteile gegenüber dem üblichen Schlüssel möchte ich auch nennen. So ist es z.B. möglich, Schlüssel mit begrenzter Gültigkeit an Freunde zu verschicken. Das ist praktisch, wenn man selbst nicht daheim ist, aber der beste Kumpel ein Buch abholen will usw. Bei der Z-Wave Variante kann die Tür von der Zentrale bei Abwesenheit verriegelt werden. Um Abwesenheit festzustellen, kann ein Smartphone angepingt werden oder man nutzt einfach entsprechende Türkontakte. Im hektischen Alltag eine tolle Sache. Die Sicherheit wird damit auf jeden Fall erhöht.

    Das Thema Sicherheit: Gerade bei falscher oder ungünstiger Verknüpfung in einer Smart Home Zentrale mit Z-Wave kann es zu Sicherheitsrisiken kommen. Das ist aber keine Kritik, sondern liegt in der Natur der Sache. Wer schlechte Szenen programmiert, muss mit den Konsequenzen leben. Bei Bluetooth mache ich mir da weniger sorgen, denn dieser Funkstandard gilt als sicher. Einfacher ist es dann wohl das Schloss auf dem üblichen Weg mit Werkzeug oder Gewalt zu öffnen.

    Zusammengefasst ist das Danalock ein nettes Spielzeug, mehr aber noch nicht. Für mich konnte es den Schlüssel leider nicht ersetzen. Es scheitert auch weniger an der Hardware als an der Software. Hier müssen die Entwickler noch nachbessern, dann ist auch noch viel mehr möglich. 229€ für das Danalock sind daher auch noch viel zu teuer. Wer ein cooles Gadget sucht, ist hier richtig. Die magische Art und Weise, wie sich das Schloss automatisch öffnet, ist schon irgendwo faszinierend. Wer aber im Moment ernsthaft Smart Home betreibt, sollte das Geld lieber in andere Komponenten investieren.

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    danielboe
    danielboe
    Hi, ich bin Daniel, Geschäftsführer bei der "Smarthome Agentur UG" und mein Leben dreht sich rund um Technik seit ich denken kann. Mein Interesse gilt neuen Trends, welche den Alltag erleichtern. Dinge zu verstehen und sie noch besser zu machen ist mein Motto. Wenn ich gerade nicht der Informatik Nerd bin, höre ich Musik, fahre Fahrrad oder treffe mich mit Freunden.

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