Der Kokoni EC2 3D Drucker im Test – Eine echte Spielerei

Kokoni EC2 im Test
Kokoni EC2 im Test
Geschrieben von Martin Bär

Mein erster Eindruck

Beim Auspacken des Kokoni EC2 3D-Druckers wird sofort klar, dass viel Aufmerksamkeit auf die Präsentation und das Anwendererlebnis gelegt wurde. Die Verpackung, die mit ansprechender Werbung versehen ist, weckt Neugier und Vorfreude auf das Ausprobieren des Geräts. Sobald man den Karton öffnet, fällt die durchdachte Anordnung der Komponenten auf. Der Drucker selbst kommt mit einer geringen Anzahl an Einzelteilen, was den Aufbau erleichtert. Zudem ist das notwendige Zubehör, wie das Stromkabel, eine Kurzanleitung und sogar eine Pinzette, neben drei Druckbettschon-Stickern, bereits enthalten.

Die Inbetriebnahme des Druckers gestaltet sich als unkompliziert, was sowohl für Anfänger als auch für Profis im Bereich des 3D-Drucks von Vorteil ist. Die einfache Handhabung und der schnelle Aufbau sind hier besonders hervorzuheben. Abgesehen von der technischen Leistungsfähigkeit besticht der Kokoni EC2 durch sein äußerlich ansprechendes Design. Er ist sehr kompakt gebaut, was ihn ideal für kleinere Arbeitsräume oder Büros macht. Seine stilvolle Erscheinung kombiniert mit der praktischen Größe macht ihn zu einem attraktiven Gerät für alle, die Wert auf Ästhetik und Funktionalität legen.

Werbefeatures und meine persönliche Kurzbewertung

Der Kokoni EC2 3D-Drucker wirbt mit dem Slogan „Plug, Print and Play„. Meine Erfahrung mit diesen Versprechen ist gemischt:

Plug: Hier gibt es keine Probleme. Das Einrichten des physischen Geräts verlief reibungslos.

Print: Die Installation der App war schnell erledigt, aber die Registrierung und Anmeldung auf der Homepage war mit einigen Bugs behaftet und zwingend notwendig. Die Verbindung des Druckers zum WIFI war erforderlich, und insgesamt dauerte es etwa 3 Stunden, bis alles eingerichtet war. Zu diesem Zeitpunkt war die anfängliche Begeisterung leider bereits verflogen.

Play: Dieser Teil des Slogans ist zutreffend und wird später noch näher erläutert.

Das Gerät wird mit einer „Upgraded Speed“ von maximal 100 mm/s beworben. Aus meiner Sicht ist dies jedoch irrelevant, da die Druckqualität unter dieser hohen Geschwindigkeit leidet und die Geschwindigkeit leider nicht einstellbar ist.

Das Feature „Silent Printing“ hält, was es verspricht. Der Drucker arbeitet mit weniger als 40 dB äußerst leise, was definitiv ein Pluspunkt ist.

Die „3 Color Options“ und das „Trendy Design“ in Weiß, Grün und Orange sind nette Extras, aber eher als „nice to have“ zu betrachten.

Das „Compact Design“ wird als für jedes Szenario geeignet beworben. Zwar ist der Drucker kompakt, aber aufgrund seiner beschränkten Druckgröße nicht für jedes Szenario geeignet.

„Smart APP Control“ und „AI-Powered Modelling“ sind interessante Features, aber die Steuerung des Druckers ist ausschließlich über die App möglich, was die Beeinflussbarkeit der Modellqualität stark einschränkt. Zudem ist die KI/Software noch nicht ausgereift.

Das „Remote Monitoring“ mit integrierter 720P Kamera und „Time-lapse Video“ klingt vielversprechend, aber die Funktion hängt sich regelmäßig nach 5 Sekunden auf, und die Time-lapse-Videos sind aufgrund ihrer schlechten Qualität unbrauchbar.

Die „Exclusive Model Gallery“ mit wöchentlichen Updates und über 2000 Modellen bietet eine große Auswahl, meist Figuren, Autos und Spielzeug.

Das „Safe Design“ mit einem geschlossenen Aufbau verhindert Verbrennungen und trägt zur Geräuschreduzierung bei. Interessanterweise stoppt das Öffnen der Schutztür den Drucker nicht, trotz vorhandenem Schalter.

Kaufen Sie jetzt den KOKONI EC2 3D-Drucker – Plug, Print und Play bei

👉 KOKONI mit Filament zum Preis von €277,95 + Rabatt: 10% bei Anmeldung oder bei

👉 Gearberry für €246,99 ab EU-Lager mit kostenlosem Versand.

Handhabung der Hardware

Die Handhabung der Hardware des Kokoni EC2 3D-Druckers gestaltet sich als überaus unkompliziert. Der Aufbau des Geräts ist erfreulich einfach und durchdacht, sodass der Drucker problemlos und schnell einsatzbereit ist. Er kann aufgrund seiner kompakten Größe nahezu überall aufgestellt werden. Die Bedienung beschränkt sich auf lediglich zwei Knöpfe: einen für das Ein- und Ausschalten und einen weiteren für die Verbindung mit dem WIFI. Die Entnahme von gedruckten Produkten aus dem Drucker ist ebenso sehr einfach gehalten, was den gesamten Druckprozess angenehm gestaltet.

Ein interessantes Feature des Kokoni EC2 ist die Verwendung von Filamentkartuschen als Verbrauchsmaterial für den Druck.

Diese Kartuschen bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich:

  • Vorteile: Der Wechsel von Kartuschen, beispielsweise zum Wechseln der Farben, ist schnell und einfach. Zudem gibt es keine Probleme mit der Filamentzufuhr zur Düse, wie sie bei Verknotungen auftreten können.
  • Nachteile: Der Kauf des Filaments ist auf Produkte des Herstellers beschränkt, da der Fördermechanismus in der Kartusche integriert ist. Zudem entsteht durch die nicht wiederbefüllbaren Kartuschen viel Müll.

Als Nachtrag ist zu erwähnen, dass die Kartuschen zwar geöffnet und Filament von Fremdherstellern verwendet werden kann, dies jedoch einen äußerst aufwendigen manuellen Prozess darstellt. Das Filament muss von Hand auf die vorhandene Kartusche aufgespult werden. Dies bedeutet, dass beim Drucken in verschiedenen Farben der Kauf mehrerer Kartuschen nahezu unumgänglich ist.

Handhabung der Software

Die Softwareseite des Kokoni EC2 3D-Druckers präsentiert sich mit einigen Besonderheiten und Einschränkungen, die es wert sind, näher betrachtet zu werden:

  • App-basierte Steuerung: Der Drucker ist ausschließlich über eine mobile App steuerbar, ein alternatives Interface ist nicht vorhanden. Dies kann für Nutzer, die eine vielseitigere Steuerung bevorzugen, eine Einschränkung darstellen.
  • Dateiformate: Der Drucker unterstützt lediglich zwei Dateiformate (*.stl, *.obj), was die Flexibilität in der Modellauswahl begrenzt.
  • Modellauswahl und Druck: Über die App abrufbare Modelle können einfach ausgewählt und gedruckt werden. Der Prozess von der Auswahl bis zum Druck ist unkompliziert und effizient.
  • Druckhistorie: Eine gespeicherte Druckhistorie ist sehr nützlich, jedoch nicht immer verfügbar, was in bestimmten Situationen hinderlich sein kann.
  • Filamentwechsel: Zum Wechsel des Filaments ist das Scannen eines QR-Codes erforderlich, was als unnötiger Schritt empfunden wird, da hierdurch keine direkte Kaufmöglichkeit für Filament geboten wird, sondern lediglich der Wechselprozess gestartet wird.
  • Eigene Modelle: Das Hochladen eigener Modelle über die Hersteller-Homepage ist erforderlich, um diese drucken zu können. Dieser Prozess erwies sich als mühsam und war erst nach zahlreichen Versuchen erfolgreich.
  • Einstellmöglichkeiten: Die Einstellungsoptionen sind stark eingeschränkt. Nutzer können lediglich Druckqualität, Modellskalierung, Positionierung und Drehung des Modells auf dem Druckbett sowie das Ein- oder Ausschalten von Klammern (vermutlich Supportstrukturen) wählen.
  • Fehlender Expertenmodus: Es gibt keinen Expertenmodus für detailliertere Einstellungen wie Druckgeschwindigkeit, Schicht-/Wand-/Deck-/Bodenstärke, Infill-Dichte, Infill-Muster, Drucktemperatur, Stützen und Haftungstypen.
  • Übersetzung: Die Übersetzung der App ins Deutsche ist teilweise humorvoll, teilweise jedoch auch sehr schwer zu verstehen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Software des Kokoni EC2 zwar grundlegende Funktionalitäten bietet, aber in vielerlei Hinsicht eingeschränkt ist, was die Anpassungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit betrifft. Insbesondere fortgeschrittene Anwender könnten die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten und die umständliche Handhabung eigener Modelle als limitierend empfinden.

Druckqualität im Test

Eine besondere Rolle bei der Bewertung des Kokoni EC2 3D-Druckers spielte die Druckqualität, die ich in mehreren Durchgängen an verschiedenen Modellen testen konnte. Leider zeigt der Drucker in diesem Bereich signifikante Schwächen:

  • Konsistenz der Qualität: Unabhängig davon, ob die Druckqualität auf hoch, normal oder niedrig eingestellt wurde, ist das Endergebnis stets gleich und entspricht nicht den Erwartungen. Es gibt keine merkliche Verbesserung oder Verschlechterung der Druckqualität zwischen den verschiedenen Einstellungen.
  • Passgenauigkeit von Teilen: Ein kritischer Punkt ist die Passgenauigkeit von Teilen, die zusammengesetzt werden sollen. In den Tests hat sich gezeigt, dass die Teile nicht zusammenpassen. Ein Beispiel hierfür ist das gedruckte Modell einer Zange, dessen Teile nicht korrekt ineinandergreifen.
  • Beweglichkeit der Teile: Die Beweglichkeit von Teilen nach dem Druck ist ebenfalls problematisch. Aufgrund von Druckungenauigkeiten sind die Spalten verklebt, was die Beweglichkeit stark einschränkt. Ein Beispiel hierfür ist ein Dinosauriermodell, dessen Gelenke nach dem Druck nur stark eingeschränkt beweglich sind.
  • Trennung von Supports und Base Adhesions: Ein weiteres Problem ist das Entfernen von Supportstrukturen und Basisadhäsionen. Bei einigen Modellen, wie zum Beispiel einem gedruckten Kugellager, ließen sich diese Teile nur schwer oder gar nicht vom Hauptmodell trennen, was auf eine mangelnde Präzision des Druckers hinweist.

Insgesamt zeigt der Kokoni EC2 in Bezug auf die Druckqualität erhebliche Mängel. Für Anwendungen, bei denen Präzision und die Funktionalität der gedruckten Teile entscheidend sind, scheint dieser Drucker nicht die geeignete Wahl zu sein. Diese Einschränkungen in der Druckqualität sind besonders enttäuschend angesichts der anderen positiven Aspekte des Druckers wie seine einfache Bedienung und sein kompaktes Design.

Preis und laufende Kosten

Bei der Betrachtung des Kokoni EC2 3D-Druckers ist neben den technischen Spezifikationen und der Bedienbarkeit auch ein Blick auf die finanzielle Seite – den Anschaffungspreis und die laufenden Kosten – wichtig.

  • Anschaffungspreis: Zum Stand vom 09. Januar 2024 liegt der Preis für den Kokoni EC2 bei 279,95€. Dieser Preis ist im mittleren Segment für 3D-Drucker allgemein angesiedelt, in dem durchaus potente Geräte erhältlich sind.
  • Filamentkosten: Ein wesentlicher Faktor für die laufenden Kosten sind die Filamentkartuschen. Eine Kartusche in verschiedenen Farben kostet jeweils 11,95€. Im Test wurde festgestellt, dass nach einem Verbrauch von etwa 30% des Filaments noch 250g in der Kartusche verblieben waren. Dies bedeutet, dass sich auf der Spule ursprünglich etwa 350g Filament befanden. Daraus ergibt sich ein Preis von etwa 34,30 €/kg, was ungefähr doppelt so teuer ist wie herkömmliches Filament.
  • Vergleich mit einem anderen Modell: Zum Vergleich kann der Monoprice MP Cadet herangezogen werden, der für etwa 219$ (umgerechnet rund 200€) erhältlich ist. Das Filament „PLA+“ für dieses Gerät, das auf einer Spule geliefert wird, kostet etwa 17 €/kg. Im folgenden Bild sehen sie das Druckergebnis beider Drucker – Monoprice MP Cadet in blau vs. Kokoni EC2 in weiß.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass die laufenden Kosten für den Kokoni EC2, insbesondere durch das spezielle Filament in Kartuschenform, deutlich höher sind als bei einigen anderen Modellen. Für Nutzer, die regelmäßig drucken, kann dies eine wesentliche finanzielle Überlegung sein.

Fazit zum Test des Kokoni EC2 3D-Drucker

Der Kokoni EC2 3D-Drucker präsentiert sich als ein Gerät, das insbesondere für Kinder und Einsteiger in die Welt des 3D-Drucks geeignet ist. Seine einfache Handhabung und die Möglichkeit, vorgefertigte Spielzeugfiguren zu drucken, machen ihn zu einem attraktiven Werkzeug für spielerische Anwendungen:

  • Zielgruppe: Der Drucker ist klar auf Kinder ausgerichtet und ermöglicht das einfache Drucken von Spielzeugfiguren. Die Bedienung ist unkompliziert, sodass auch jüngere Nutzer ohne große Schwierigkeiten zum Ergebnis kommen können.
  • Druckqualität: Während der Drucker für einfache Spielzeugfiguren ausreichende Ergebnisse liefert, ist die durch die Software bedingte Druckqualität für präzisere und nützlichere Objekte wie Ersatzteile noch nicht zufriedenstellend. Hier besteht Verbesserungsbedarf, um den Drucker vielseitiger einsetzbar zu machen.
  • Hardware: Auf der Hardware-Seite überzeugt der Kokoni EC2 durch seine kompakte Bauweise, Leichtigkeit und schnellen sowie leisen Betrieb. Diese Eigenschaften unterstreichen seine Eignung für den häuslichen Gebrauch und kleine Arbeitsräume.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Trotz der positiven Aspekte der Hardware erscheint der Gesamtpreis des Druckers, insbesondere unter Berücksichtigung der hohen laufenden Kosten für das spezielle Filament, als zu hoch für das Drucken einfacher, einfarbiger Spielzeugfiguren. Der Kokoni EC2 ist in seiner aktuellen Form eher eine teure Option für eine begrenzte Anwendungspalette.

Zusammengefasst ist der Kokoni EC2 ein 3D-Drucker, der vor allem für Kinder und Einsteiger interessant sein könnte, aber durch seine eingeschränkte Druckqualität und die hohen Kosten in der Gesamtbewertung Einschränkungen aufweist. Für Nutzer, die präzisere und vielfältigere Druckergebnisse suchen oder ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erwarten, könnte es lohnenswerter sein, sich nach alternativen Modellen umzusehen.

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

Martin Bär

Als Experte in Smart Home und Elektronik biete ich umfassende Unterstützung bei der Planung und Umsetzung intelligenter Haustechnik. Mit meiner Ausbildung als Elektroingenieur und Gebäudeplaner halte ich mich stets technologisch auf dem neuesten Stand. Meine Begeisterung gilt sowohl beruflich als auch privat der Heimautomation, Sicherheitssystemen, energieeffizienter Beleuchtung und intelligenten Thermostaten. Zusätzlich bringe ich Erfahrung in erneuerbaren Energien und smarten Stromnetzen mit, was die Integration umweltfreundlicher Technologien in Ihr Smart Home ermöglicht. Auf meinem Blog teile ich mein Fachwissen, um sowohl Neulingen als auch Fortgeschrittenen im Smart Home-Bereich zu helfen. Als Ihr Partner freue ich mich darauf, Sie bei Ihren Smart Home-Projekten zu unterstützen und stehe Ihnen mit meinen Fachbeiträgen unterstützend zur Seite.

Gib deinen Senf dazu!

Cookie Consent mit Real Cookie Banner