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Kolumne – Rolli baut ein Smarthome #1 Gigaset Elements, Irmhilde und der Swingerclub

YESLY Smart Home
by Rolli4. Oktober 2015

In meiner neuen Kolumne, hier auf siio – möchte ich humoristisch meinen Weg zum SmartHome beschreiben und vielleicht ganz nebenbei ein paar andere Anfänger davon abhalten, die gleichen Fehler wie ich zu machen.

Am Anfang war nur der Gedanke – ich will ein SmartHome. Ok, ich gebe freiwillig zu das der Gedanke auch von einer meiner Lieblingssendungen inspiriert worden ist, der US – Serie Eureka mit dem sprechenden und intelligenten Haus Sarah. Wie dem auch sein, mit unglaublichem Enthusiasmus und bescheidenen Geldmitteln, machte ich mich an die Sache ran. In meinen Gedanken schon eine Wohnung vor Augen die mir automatisch den richtigen TV Kanal einstellt und dafür sorgt, dass ich nie wieder verschlafe, oder bei minus zehn Grad Außentemperatur in kurzer Hose raus gehe.

Leider ist es aber so, dass ich außer meinem Enthusiasmus über so ziemlich nichts verfüge, was irgendwie für ein solches Projekt wichtig ist, ich beherrsche keine einzige Programmiersprache und ein Schraubenzieher befördert mich auch eher in die Notaufnahme als zu meinem Ziel, der intelligenten Wohnung.

Ausgegrenzt wegen diesem SmartHome

Natürlich erzählte ich auch meinem Umfeld von meinem ehrgeizigen Projekt, die Reaktionen waren eher suboptimal. Das Spektrum ging eigentlich von verständnislosen Kopfschütteln bis hin zu einem

„ich bin für dich da wenn du reden willst“.

Irgendwie fühlte ich mich durch alle unverstanden. Gut, es ist auch schwierig jemanden zu erklären, warum man etliche hundert Euro ausgibt und stundenlang experimentiert, um dann nachher ein Ergebnis zu haben das man auch locker mit einer zehn Euro Zeitschaltuhr aus dem Baumarkt realisieren kann.

Auch meine Freundin versprach mir, dass sie auch trotzdem noch öffentlich zu mir stehen würde, seltsam nur, dass sie das selbe Lächeln hatte, das sie auch damals hatte als ich ihr bekannt gab, dass ich am Iron Man teilnehmen will ( ok, ich gebe zu, das habe ich nach ca. 500 Meter joggen im Kölner Stadtwald erst mal auf nächstes Jahr vertagt ). Wochen später sagte sie mir immer noch ihre volle Unterstützung zu, aber in diesem seltsamen Tonfall, in dem unser aller Kanzlerin Merkel, auch einem Minister in der Krise ihr rückhaltloses Vertrauen aussprach – nun ja, ich fühlte mich ein wenig wie ein Star – Trek Nebendarsteller, der plötzlich eine Sprechrolle bekam.

Irmhilde die Pommesdistributorin

Aber per se zu sagen, dass der Aufbau eines SmartHomes ein Beziehungskiller ist stimmt auch nicht, im Gegenteil: Meine Beziehung zu Irmhilde vom Imbiss um die Ecke ist sogar noch besser geworden und unsere Gespräche über Currywurst / Pommes hinaus auch viel privater, so war es mir schon immer eine Herzensangelegenheit, zu wissen wie oft meine Pommesdistributorin in den Swingerclub geht ( wenn man sie kennt, weiß man wie grausam Bilder sein können, die sich im Kopf manifestieren ).

SmartHome wird zum Beziehungs-Barometer

Aber ehe ich jetzt komplett vom Thema abweiche, zurück zu meinem SmartHome. Der Plan stand fest und die App eines namhaften Versandhändlers wurde durchgeschaut. Das Erste was ich mir ins damals noch unintelligente Haus holte, war ein Gigaset Elements System – auch wenn sich nachträglich betrachtet der IQ meiner Wohnung dadurch nicht wirklich verbessert hat.

 photo by webninja.de

Gigaset Base – photo by webninja.de

Ich also sofort losgelegt, alles ausgepackt, Rohrzange, Vorschlaghammer, Kettensäge und Schlagbohrmaschine in Reichweite gebracht und den Notruf schon mal auf eine Kurzwahl im Handy programmiert. Aber eigentlich war alles viel einfacher als gedacht, immerhin gestaltete sich das auspacken völlig problemlos. Das Einsteigerpaket in die wunderschöne neue SmartHome Welt besteht aus der BasisStation, einem Bewegungsmelder und einem Türsensor. Mit dem Türsensor hat es etwas besonderes auf sich, er misst nicht nur ob die Tür auf und zu geht, sondern fungiert durch seinen Erschütterungssensor auch als Einbruchsalarm, der Nebeneffekt ist das man, wenn die Tür zu stark zugeworfen wird, auch eine Meldung erhält und somit ein perfektes Stimmungsbarometer über den emotionalen Zustand der aktuellen Beziehung hat.

photo by webninja.de

Gigaset Door Sensor – photo by webninja.de

Die Komponenten waren schnell angebracht, die Anmeldung der Stadion an irgendeinem Cloud Server, irgendwo in der Welt war auch fix gemacht und tatsächlich, schon lief wirklich alles.  Dann noch schnell meinem NSA Sachbearbeiter geschrieben, damit das neue Gerät auch meinem NSA Profil und Backup zugeordnet wird ( An dieser Stelle übrigen ein herzlichen Dank an die US Regierung, durch den kostenlosen Speicherplatz auf euren Servern konnte ich endlich mein kostenpflichtigen Dropbox Account löschen).

Das Ergebnis hatte, um es nett auszudrücken, schon sehr viel Gutes. Immerhin wusste ich jetzt, wann ich meinem Postboten die Tür öffne und wenn ich ein Fenster öffne. Auch wenn diese Funktionen mein Leben wirklich extrem bereichert haben, ich wollte mehr. Gut, zwischenmenschliche Informationen wurden durch dieses System erheblich vereinfacht, so bekam ich zum Beispiel eine Push Nachricht wenn meine Freundin wutentbrannt die Wohnung verließ, weil ich mal wieder Stunden an meinem SmartHome gebastelt habe. Aber all das reichte mir nicht, wo war die schöne neue Welt, egal wie oft ich die App über Siri zugetextet habe, beim Betreten der Wohnung kam immer nur eine Push Nachricht dass die Tür geöffnet worden ist, weder stand mein Steak für mich bereit, noch hatte mein Smart TV die Intelligenz besessen, mein Lieblingsprogramm zu aktivieren.

Fortsetzung folgt …

Wie es nun weiter geht, ob ich meinen Weg ins SmartHome Glück doch noch gefunden habe und ob meine Currywurstdealerin Irmhilde immer noch in den Swingerclub geht, könnt ihr, so es euch gefallen hat, in der November Ausgabe meiner Kolumne weiter lesen.

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Rolli
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Hi, mein Name ist Rolli. Ich arbeite im Medienbereich und habe mit IT eigentlich nicht wirklich viel am Hut. Neben meiner eigenen Serie Bibi & Rolli, wo ich vor der Kamera stehe, mache ich Regie und entwickel neue TV Formate. In meiner Kolumne hier möchte ich humoristisch meinen Weg zum Smarthome beschreiben und vielleicht ganz nebenbei ein paar andere Anfänger davon abhalten die selben Fehler wie ich zu machen.
  • Hamashi
    6. Oktober 2015 at 20:11

    Verdammt witziges Format, auch oder gerade weil ich selbst einige Anfängerfehler gemacht habe. Erkenne ich mich in Teilen wieder.

    Jedenfalls – ich freue mich jetzt schon auf deinen nächsten Teil! :)

  • Shorsh
    8. Oktober 2015 at 18:53

    Rolli, was hältst du von der deutschen Rechtschreibung? Smart Home wird nicht SmartHome geschrieben!

    • crissxcross
      8. Oktober 2015 at 21:22

      Wo wird das definiert? Das RWE System nennt sich auch SmartHome
      und bei Google findest du beide Schreibweisen.

      • Shorsh
        11. Oktober 2015 at 22:34

        Bei RWE handelt es sich um einen Produktnamen, aber ich gehe davon aus, dass ihr nicht den Produktnamen aufführt, sondern das Fremdwort (aus dem Englischen) „Smart Home“. Im Englischen wird es im Übrigen auch nicht zusammen geschrieben – so etwas ist im Allgemeinen nicht üblich,

  • Patafke
    8. November 2015 at 21:39

    Beim Lesen musste ich wirklich schmunzeln. Gut gelungen

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