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Schottische Studie zeigt: Rauchwarnmelder wecken Kinder nicht rechtzeitig

by tobias9. April 2017

Mal wieder hat es eine wissenschaftliche Untersuchung bestätigt: Rauchwarnmelder nutzen eine Frequenz, die kaum dazu geeignet ist, um im Brandfall Kinder oder Senioren akkurat zu warnen. Doch zum Glück gibt es smarte Alternativen, die im Ernstfall nicht nur Szenen auslösen, sondern auch Sprachnachrichten abspielen können.

Eine Studie der schottischen Universität Dundee hat kürzlich herausgefunden, dass 27 von insgesamt 34 Kindern nicht rechtzeitig aufwachen, wenn der Rauchwarnmelder Alarm schlägt. Die überwiegende Mehrheit der Kinder zwischen zwei und 13 Jahren wachte auch bei mehrfachem Alarm nicht auf – insbesondere der männliche Anteil der Probanten erwies sich als reaktionsträge.

Devolo Z-Wave Rauchmelder

Die Tatsache, dass ein Alarm selbst bei mehr als 85 Dezibel in drei Metern Abstand nicht ausreicht, hat wenig mit dem Geschlecht zu tun, sondern viel mehr mit der vom Rauchwarnmelder genutzte Frequenz. Handelsübliche Geräte signalisieren durch akustische Signale bei drei bis vier kHz eine mögliche Gefährdungslage.

Die hohe Frequenz ist zwar tendenziell stromsparender als tiefere Frequenzen, führt allerdings auch dazu, dass besonders Kinder nicht ausreichend gewarnt werden. Immer wieder kommt es zu Todesfällen durch Feuer, obwohl entsprechende Warnanlagen installiert waren. Übrigens auch ein Problem, welches aus Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen bekannt ist. Auch ältere Menschen reagieren nicht immer auf die hohen Frequenzen der Rauchwarnmelder. Viele ältere Menschen nehmen zudem während der Nacht ihre Hörgeräte raus.

Die Experten der Universität Dundee vermuten, dass die fehlende Verarbeitung des Alarmsignals im Kindgehirn in der menschlichen Entwicklung begründet ist. So lerne das Gehirn erst mit der Zeit, künstlichen Signalen wie Pieptönen oder Sirenenheulen entsprechende Wichtigkeit zuzuordnen. Im Schlaf reagiere das Gehirn hingegen sofort auf natürliche Geräusche oder menschliche Stimmen.

Aber: Bei ersten Tests mit Niederfrequenzsignalen und anschließender Sprachansage wachten etwa 90% alle Kinder rechtzeitig auf, um sich vor dem potentiellen Feuer in Sicherheit zu bringen. Ob sich diese Erkenntnis auch in Sachen Rauchmeldung durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Man denke nur an Googles eher halbherzigen Versuch, einen Rauchmelder mit menschlicher Stimme am Markt zu etablieren. Außerdem erhalten derzeit nur solche Anlagen in Deutschland ein CE-Zeichen, die gemäß EN 14604:2005/AC:2008 während des Alarms den Wert von 3500 Hz nicht überschreiten.

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tobias
Tobias ist News-Redakteur auf siio.de und privat mondäner Hausherr einer Z-Way-Installation mit HomeKit-Anbindung - Hallo aus Berlin.
  • Knallfrosch
    9. April 2017 at 21:07

    Das kann ich bestätigen. Habe zwei Zwerge, die bei einigen Fehlalarmen unbeeindruckt weitergeschlafen haben. Ich konnte das kaum fassen und finde den Artikel daher sehr interessant

  • Christoph
    10. April 2017 at 13:38

    Auch bei mir ist es so. Meine Kids (7J. und 2J.) schlafen tief und fest weiter, wenn 2m von ihnen entfernt der Rauchmelder losgeht.

  • DostFX
    10. April 2017 at 13:52

    Da muss in Bezug auf die Frequenz aber dann dringend was getan werden… Finde ich erschreckend..

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