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YESLY Smart Home

Wer noch keine elektrischen Jalousien besitzt, kann diese nicht einfach durch ein Z-Wave Rollershutter, wie zum Beispiel den Fibaro Rollershutter 3 aufrüsten.
Soll es trotzdem smart werden, bleibt nur der Austausch des Gurtwicklers. Leider gibt es bislang noch keinen mit Z-Wave Funk. Hier liest du, wie du selbst einen Z-Wave Gurtwickler bauen kannst.

Elektrische Jalousien – das bedeutet Komfort und Sicherheit in einem. Schließlich erspart dies die tägliche Runde am Morgen, um die Jalousien rauf zuziehen – bzw. am Abend, um die Jalousien herunterzulassen. Zum anderen kann man durch das automatische Fahren der Jalousien Anwesenheit suggerieren.
Und im Worstcase, also im Falle des auslösenden Rauchmelders, fahren automatisch alle Jalousien hoch um Fluchtwege zu schaffen.

Wer noch keine elektrischen Jalousien hat und es noch von Hand macht, der kann zwar auf elektrische Gurtwickler aufrüsten – muss dabei aber meist auf die Vernetzung mit seinem Smart Home (was die Sache aber erst komfortabel und intelligent macht) verzichten.

Es sei denn man hat Rademacher als Smart Home System – dann kann man auf diese elektrischen Auf- oder Unterputz-Gurtwickler von Rademacher setzen, die ich hier vorgestellt hatte.

Wie du einen elektrischen Gurtwickler auf Z-Wave umbaust, um diesen dann via Fibaro, homee und Co. zu steuern, das erkläre ich dir in diesem Tutorial.

Z-Wave Gurtwickler – Try and Error

Das schöne an diesem Blog ist ja, das wir kein Hochglanzmagazin sind und ich dir daher auch mal von den Fehlversuchen erzählen kann.
So nämlich geschehen bei dem Umbau des elektrischen Gurtwicklers. Aber wie heisst es so schön? Aus Fehlern lernt man. Und so kannst du daraus lernen und den ersten Teil dieses Tutorials einfach nur schmunzelnd lesen, im praktischen aber überspringen.

Aber von vorn:
Ich habe mir ein Jargolift Gurtwickler bestellt, da er preislich am besten ins Budget gepasst hat und vor allem weil der Motor mit 24 Volt arbeitet. Das war mir wichtig, denn so kommt zum aufrüsten das Qubino Rollershuttermodul in Frage, welches mit 12-24V arbeitet.

Der ursprüngliche Plan war es, das Modul in dem Gurtwickler unterzubringen. Ausserhalb sollte es aus ästhetischen Gründen auf keinen Fall sein und so bewaffnete ich mich mit Schraubenzieher, Lötkolben und Feile.
Das Jargolift Gehäuse lässt sich recht einfach öffnen – schließlich muss es ja für die Montage des Gurtes später auch geöffnet werden.
Die Platine innen habe ich entnommen – mein Plan war es, im ersten Schritt den Motor „nur“ via Z-Wave zu steuern und die lokalen Tasten erstmal aussen vor zu lassen.
An den Platz der Platine sollte das Qubino Rollershutter-Modul gesetzt werden. Also ging ich freudig mit der Feile zu Gange, um die umliegenden Plastikteile zu entfernen. Bis ich mir dann aber eingestehen musste: Egal wie man das Modul dreht und wendet, es passt auf keinen Fall in das Jargolift-Gehäuse.

So hieß es erstmal Pause einlegen, nachdenken und Plan B starten.

Plan B – Z-Wave Modul im Gurtwickler

Irgendwo muss das Z-Wave Modul aber hin, dachte ich mir – und so viele Möglichkeiten gibt es da nicht mehr. Wenn es nicht in den Gurtwickler passt, muss es in das Steckernetzteil.
Klar, in das originale passt es nicht hinein. Daher musste ein alternatives und vor allem größeres Steckernetzteil-Gehäuse her. Fündig bin ich auf Amazon geworden mit einem 12 x 6,5 x 4 cm großen Gehäuse, bei welchem ich der Meinung war, das dieses vieeeeel zu groß sei. Ich wurde aber eines besseren belehrt. Aber dazu gleich mehr.Wenn du den Z-Wave Gurtwickler nachbauen möchtest, dann brauchst du:

Einkaufsliste:

Werkzeugliste:

  • Seitenschneider
  • Spitzzange
  • Kreuzschraubenzieher
  • Schlitzschraubenzieher
  • Lötkolben + Lötzinn
  • Heißklebepistole

Die Ausgangssituation ist wie oben beschrieben: Ich plane erstmal nicht die lokalen Tasten des Jargolift zu nutzen, auch wenn es mit etwas Mehraufwand machbar wäre. Zu den Verbesserungsvorschlägen sage ich am Ende noch etwas, damit es jeder optimal umsetzen kann.

Der Plan ist also das original Netzteil zu öffnen und 1:1 in das alternative Gehäuse zu „verpflanzen“, welches dann hoffentlich soviel Platz bietet, um auch das Qubino Modul aufzunehmen.
Also los!

Um das originale Netzteil zu öffnen, kratzt am besten das Label an der Unterseite weg und schraubt die darunterliegende Schraube heraus, um es im Anschluss zu öffnen. Lasst euch nicht von den Bildern irritieren, ich hatte die Schraube erst nach dem Öffnen entdeckt und habe die Holzhammer-Methode genutzt, indem ich das zwei großen Schraubenziehern als Hebel genutzt – und das Netzteil damit geöffnet habe. Geht übrigens auch ;-)

Im Netzteil finden wir die Platine und darin zwei rote Drähte, die auf zwei Ösen aufgelötet sind, welche wiederum auf den Nasen der Netzteilstecker stecken.
Ab hier an sei gesagt: Anders als im Jargolift Gurtwickler selbst, wo nur die transformierten 24Volt ankommen, arbeiten wir hier im Netzteil mit Bauteilen, die später mit 230Volt in Verbindung kommen. Sei bitte sorgsam und wenn du es dir nicht zutraust – Lass die Finger davon!

Ich weise hiermit ausdrücklich hin, das Arbeiten an 230Volt nur von autorisierten Fachpersonal durchzuführen sind.

Die Platine ist mit etwas Acryl im Gehäuse verklebt, welches sich gut mit dem Schraubendreher wegkratzen lässt. Danach kann die Platine einfach entnommen werden und die beiden Pole können von den Nasen des Steckernetzteils gezogen werden.

Die Ösen habe ich mit der Spitzzange etwas aufgeweitet. Danach kannst du diese mit etwas Druck auf die Gewindestäbe des neuen Steckernetzteil-Gehäuses drücken. Ich habe die Platine nun so positioniert, das die Bauelemente der Platine nach oben zeigen. Eben andersrum als beim Original. Das ist von der Schaltung her betrachtet aber egal, da wir mit Wechselstrom arbeiten. Oder anders gesagt: Es ist völlig Wurst wie herum du das Steckernetzteil in die Steckdose steckst.

Platine in neuem Gehäuse

Das Qubino Modul verdrahten

Versorgt wird das Qubino Rollershuttermodul mit 24Volt, daher benötigen wir die beiden abgehenden Kabel der Platine. Da an dem Kabel eine Zugentlastung verklebt ist, habe ich das Kabel von der Platine abgelötet. Das geht entweder mit einer helfenden Hand ganz gut, oder einer Lötpumpe. Denn diese saugt mit Unterdruck das überschüssige Lötzinn ab. Danach lässt sich das Kabel abziehen.

Wie auch immer, die beiden Adern müssen weg und das Kabel kann hinter der Zugentlastung abgeschnitten werden, um dann erneut auf die Platine gelötet zu werden.

Bei dem Qubino Moduls habe ich mich für eine „liegende Position“ im Steckernetzteil entschieden, direkt über den Steckern und knapp unter dem Gehäusedeckel.
Versuche es gern woanders unterzubringen, aber ich denke es gibt keine andere Möglichkeit, auch wenn das Steckernetzteilgehäuse am Anfang wie eine Turnhalle ausgesehen hat.
Aufrecht „stehend“ passt das Qubino Netzteil zwar hinein, aber dann bleibt leider kein Platz für Kabel, welche gleich auf dessen Anschlussleiste kommen. Und auf andere Bauteile der Platine wollte ich das Qubino Netzteil nicht positionieren, da ich nicht einschätzen kann, wie stark sich diese erhitzen.
Wie auch immer – aufgrund der eben festgelegten Position, wird die Länge der beiden Adern bestimmt, die nun von der Platine auf den Plus (+) und Minus (-) Pol des Qubino Moduls führen.

spätere Position des Qubino Moduls

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an welchem wir auch die entgültige Position der Platine festlegen. Schalte schon mal die Heißklebepistole ein, denn es gibt hier keine Möglichkeit die Platine auf dem Gehäuse zu verschrauben.
Ein paar Punkte Heißklebstoff auf den jeweils vier Punkten, wo man eigentlich Schrauben hineindrehen sollte tun es also auch.

Versuche die Platine möglichst weit noch oben, in Richtung Steckerkontakte zu schieben, damit nachher das Qubino Modul oben gut drauf passt.
Ist die Platine fixiert, kannst du das Kabel von der unteren rechten Ecke, am Gehäuserand entlang, bis zur Position des Qubino Moduls verlegen.
Ein paar Tropfen aus der Heißklebepistole helfen das Kabel zu fixieren. Die Aderenden würde ich verzinnen, bevor ich diese an das Qubino Z-Wave Modul anschließe. Achte auf die Polung! Die Punkte, an denen du die beiden Adern auf die Platine gelötet hast sind mit Plus (+) und Minus (-) beschriftet. In dieser Reihenfolge müssen diese auch auf das Qubino Z-Wave Modul geklemmt werden!

Raus aus dem Steckernetzteil

Nun muss natürlich auch ein Kabel aus dem Steckernetzteil raus, zu dem elektrischen Gurtwickler.
Hier habe ich mich dem vorhandenen Kabel bedient.

Ein Gedankengang zur Verbesserung wäre:
– Kabel 4-adrig – dann könnte man die Tasten vom Jargolift weiterhin nutzen
– Flachbandkabel – ist weniger auffällig beim verlegen

Plus (+) und Minus (-) habe ich direkt an den Motor angelötet.
Die anderen Enden des Drahtes kommen auf Q1 und Q2 des Qubino Moduls.
Würde man die Tasten des Jargolift noch nutzen wollen, so klemmt man diese einfach auf S1 und S2.
Jetzt wo alles verdrahtet ist, kann auch das Qubino Modul am Z-Wave Gateway angelernt werden.

Aber gib Acht wenn du das Netzteil einsteckst, denn die Platine hat Elemente, welche 230Volt führen!

Wenn du diesen Teil etwas ungefährlicher gestalten willst, lerne das Modul doch direkt am Anfang mit einem alternativen 12V oder 24V Modul an, oder eben mit dem original Steckernetzteil des Jargolift.

Das Qubino Modul habe ich letztendlich noch im Steckernetzteil fixiert. Hierzu habe ich seitlich an dem Qubino Modul Heißklebstoff aufgetragen und es bündig mit der oberen Kante der Steckernetzteil-Wand verklebt. So hat es Abstand zu den Bauelementen darunter.
Fertig – nun kann der Deckel drauf und das Steckernetzteil damit verschlossen werden.

Es steht ein Funktionstest an :-)
Also, Steckernetzteil in die Steckdose und in der App des Z-Wave Gateway den Gurwickler fahren lassen.
Geht? Top!
Sollte der Gurtwickler nicht aufhören zu drehen, dann ist das kein Problem, denn schließlich muss das Qubino Modul noch kalibriert werden, um die Anschlagspunkte kennenzulernen. Aber das geht erst nach der Montage unseres Z-Wave Gurtwicklers.

Z-Wave Gurtwickler

Montage des Z-Wave Gurtwicklers

Da ich selbst keine Außenjalousien habe, hat diesen Teil der Alexander übernommen – vielen Dank dafür :-)
Wie sich herausstellte, hat er einen Unterputzgurtwickler und musste daher improvisieren. Also Augen auf beim Gurtwickler-Kauf, denn es gibt auf Amazon zwei verschiedene Versionen des Jargolift:

Nach Montage des Gurtwicklers, muss das Gurtband in das Gehäuse des Gurtwicklers geführt und auf der Welle befestigt werden.
Danach erfolgt die Kalibrierung des Qubino Rollershutters, damit dieser die Endlagen kennenlernt.
Dies kann auf zwei Wegen erfolgen.

1. Automatische Kalibrierung.

Dazu den Parameter Nummer 78 auf den  Wert 1 setzten. Der Rollershutter fährt die Jalousie komplett hoch und wieder herunter. Dabei wird die Leistung (Watt) gemessen. Fällt diese signifikant ab, erkennt der Rollershutter die Endlage.
Diese Art der Kalibrierung ist hierbei zu empfehlen und kann auch nochmal hier im Handbuch nachgelesen werden.

2. Kalibrierung über die Taster

Hat man die Taster des Gurtwicklers angeschlossen, kann auch darüber eine Kalibrierung erfolgen. Hierzu wird die Jalousie via Taster komplett hoch und wieder herunter gefahren. Damit misst der Rollershutter die Zeit, welche für eine komplette Fahrt benötigt wird und errechnet so die Endlagen.

Ist das erledigt, kann die Jalousie ab sofort smart gesteuert werden.
So können die Jalousien bei den ersten Sonnenstrahlen am Morgen heraufgefahren- und bei Sonnenuntergang automatisch heruntergefahren werden.

Viel Spaß beim Nachbauen!
Solltest du Verbesserungsideen haben, so hinterlasse gern einen Kommentar!

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About The Author
crissxcross
crissxcross
Chris, Gründer und Blogger von siio. Gelernter IT-Systemelektroniker, seit vielen Jahren beruflich als Produktmanager im Smart Home unterwegs. Technikverliebter Familienvater, Apple Fan. Nach einigen Jahren Stadtleben wieder froh auf dem Land zu sein.
  • Florian Rahm
    27. Februar 2019 at 23:48

    Hi,

    habe das gesamte Projekt nachgebaut. Aber wie verkabel ich die die original Taster auf das Qubino Modul ? Werf ich die original Platine komplett aus dem Gurtwickler raus ? Verlabel ich nur die Taster auf das Qubino Modul ?

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