Braava jet m6: iRobots Flaggschiff-Wischroboter im Test

iRobot Braava jet m6 Test
Geschrieben von Marcus
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  • Bedienung
  • Funktionsumfang
  • Installation
  • Nutzen
  • Preis/Leistung
4.6

Zusammenfassung

Der iRobot Braava jet m6 macht im Test viel richtig. Der Wischroboter kann, wenn er richtig eingesetzt wird, für ein deutliches Plus an Sauberkeit sorgen. Er macht zwar selbst auch etwas Arbeit, aber das geht deutlich leichter von der Hand und ist schneller erledigt als das Schwingen des Wischmops. Gerade in Kombination mit einem der gehobenen Saugrobotermodelle von iRobot ist der Braava jet m6 eine clevere Lösung, um nicht nur automatisiert zu saugen, sondern auch zu wischen. Allerdings hat er eben auch seinen Preis.

Pro

  • gute Wischergebnisse
  • intelligente Navigation
  • Arbeitserleichterung
  • gute App mit vielen Funktionen
  • verschiedene Tücher
  • angenehm leise im Betrieb

Kontra

  • recht teuer
  • ganz seltene “Aussetzer” im Test
  • Folgekosten

Während es unzählige Saug- sowie kombinierte Saug- und Wischroboter im Handel gibt, hält sich die Anzahl der reinen Wischroboter sehr in Grenzen. Vor einiger Zeit haben wir Dir mal den Medion MD18379 oder kürzlich den sehr ähnlichen Zaco W450 im Test vorgestellt.

Eine Klasse höher angesiedelt ist der Braava jet m6 von iRobot, quasi das Flaggschiff unter den Wischrobotern des Herstellers und auf dem Markt allgemein. Ihn gibt es bei Amazon für rund 500 bis 600 Euro. Aber wie gut funktioniert das Gerät, das es sowohl in Weiß als auch Schwarz gibt, im Alltag wirklich. Ist es eine große Hilfe im Alltag oder macht es mehr Arbeit, als es Arbeitserleichtung mit sich bringt? Das kläre ich für Dich in unserem Test des iRobot Braava jet m6.

Ein erster Überblick…

Bevor ich zu meinen gesammelten Erfahrungen mit dem Premium-Wischroboter von iRobot komme, zunächst erst einmal ein kleiner Überblick über das Gerät. Wie viele Saug-, aber nur wenige Wischroboter handelt es sich hierbei um ein Modell, dass sich intelligent und orientiert durch Dein Zuhause bewegt. Dank virtueller Map und anlegbaren Zonen und Räumen kannst Du ihn so zielgerichtet in bestimmten Bereichen wischen lassen, statt dass er dumm durch Dein Zuhause irrt. Das ist auf jeden Fall schon mal ein großer Vorteil und rechtfertigt zum Teil den höheren Preis.

Für die Orientierung kommt kein klassischer Laserturm zum Einsatz, wie es bei vielen Saugrobotern der Fall ist, sondern u.a. eine nach oben gerichtete Kamera. iRobot nennt dies iAdapt 3.0 Navigation mit vSLAM Technologie und Imprint Smart Mapping. Die Kamera sitzt im hinteren Bereich. Davor ist der Deckel zu finden, unter dem der dank ausreichend großer Öffnung einfach zu befüllende Wassertank Platz findet.

An der Front ist die Düse montiert, mit der der Roboter zielgerichtet einen breit gefächerten Strahl Wasser samt Reinigungsmittel vor sich auf den Boden sprüht – zumindest solange es kein Hindernis bzw. eine Wand vor sich hat. Danach fährt er ein Stück vor und dann wieder zurück, sodass eine “Art Wischbewegung” entsteht. So wird das unter dem Gerät montierte Wischtuch über den Boden gewischt und entfernt so die dortigen Verschmutzungen.

Ein Blick auf den Lieferumfang

Werfen wir einen Blick auf den Lieferumfang. Neben dem Wischroboter selbst ist natürlich auch eine Ladestation dabei. Sie kommt mit einer Unterplatte, was bei einem Wischroboter sehr wichtig ist. Zudem lässt sich das Stormkabel elegant in der Home Base verstauen.

Der Lieferumfang im Überblick

Ebenfalls dabei sind verschiedene Wischtücher. Generell gibt es zwei Arten: Trockenwischtücher und Nasswischtücher. Beide werden unter dem Gerät eingespannt, was einfach klappt. Die Trockentücher sind zum Trockenfegen und ziehen Staub und Haare statisch an, wobei ich da eher zu einem Saugroboter greifen würde. Die Nasswischtücher sind aus meiner Sicht also definitiv die wichtigeren und bei mir quasi ausnahmslos im Einsatz befindlichen.

Zudem werden die Trocken- und Nasstücher noch in zwei Varianten unterschieden. Zum einen gibt es Einwegtücher, die regelmäßig getauscht werden sollten und damit natürlich Abfall produzieren. Zum anderen gibt es waschbare Mehrwegtücher, die einfach regelmäßig gewaschen werden und somit deutlich okonischer und ökologischer sind. Zudem würde ich empfehlen, mehrere Mehrwegtücher anzuschaffen, da leider nur eines beiliegt. Dann kann der Robo weiter arbeiten, wenn ein Tuch in der Wäsche ist.

Ebenfalls im Lieferumfang dabei ist ein Probefläschen Reinigungsmittel für Hartböden. Zwar kann der Wischroboter auch nur mit Wasser genutzt werden. Mit dem Reinigungsmittel ist es aber doch deutlich hygienischer und das Reinigungsergebnis auch besser. Allerdings verursacht dies natürlich auch Folgekosten. Eine Flasche mit knapp 500 ml Inhalt kostet bei Amazon rund 15 Euro. Sie reicht laut der Empfehlung von iRobot für rund achtmal Wassertank befüllen.

Der einfach zu füllende Wassertank.

Einfache Einrichtung und bekannte App

Das Einrichten des Braava jet m6 erfolgt wie gewohnt über die iRobot App, die es für Android und iOS gibt. Wer einmal eine Haushaltshilfe von iRobot eingerichtet hat, kennt den Vorgang. Aber auch wer das erste Mal einen Roboter von iRobot nutzt, dürfte dank der gut erklärten Anleitung via App sowie dem astreinen Deutsch (ist ja leider nicht immer und überall selbstverständlich) keinerlei Probleme haben. Hier gibt es nichts zu kritisieren!

Ist der Roboter einmal in der App eingerichtet, bietet der Braava jet m6 die üblichen Features, die man auch von vielen Saugrobotern kennt. Er legt beim ersten Arbeitsvorgang eine virtuelle Karte an. Diese kann dann bearbeitet und z. B. in einzelne Räume unterteilt werden. Auch Schwellen können als Hilfe für die Navigation eingezeichnet werden. So kann der Roboter dann auf die ganze Etage arbeiten oder gezielt in einzelne Räume geschickt werden, wenn nicht die gesamte Karte abgearbeitet werden soll. Das alles klappt alternativ übrigens auch per Sprachbefehl an Alexa oder den Google Assistant.

Praktisch sind die Favoriten, auf die es einen schnellen Zugriff gibt, um häufig genutzte Wischanweisungen zu starten. Dazu gibt es die üblichen Einstellungsmöglichkeiten wie z. B. eine Timerfunktion. Dann geht der Braava jet m6 zu vorgegebenen Zeiten automatisch seiner Arbeit nach. Auch weitere Einstellungen sind über die App möglich, z. B. die dreistufig einstellbare Wischleistung sowie die Stärke des Sprühstahles. Insgesamt gibt es aus meiner Sicht kein Grund für Kritik, die App ist rundum gelungen.

Meine Erfahrungen mit dem iRobot Braava jet m6

Für diesen Testbericht hat der Braava jet m6 über mehrere Wochen in meinem Haushalt seine Arbeit verrichtet. Ich habe ihm den Flur und die Küche in meinem Reihenhaus-Zuhause zugeteilt. Dort entsteht auf unseren dunklen Fliesen erfahrungsgemäß regelmäßig viel Dreck, z. B. wenn es draußen nass ist und man mit Schuhen durch den Flur läuft.

Während meines Testzeitraumes hat der Wischroboter von iRobot insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen. Seine intelligente Navigation über die Kamera funktioniert weitestgehend gut. Er ist zwar gelegentlich etwas von Areal zu Areal gesprungen, was hinsichtlich der Effizienz nicht bestens ist, mich aber auch nicht groß gestört hat. Einmal hat er zudem – aus welchen Gründen auch immer – die Ladestation nicht wieder gefunden, obwohl diese unverändert an Ort und Stelle stand.

Der Wischroboter sprüht erst, dann wischt er drüber.

Etwas schade finde ich, dass die Ladestation etwas höher ist als andere. So kann z. B. mein Saugroboter von Roborock problemlos im Flur unterhalb eines Schrankes stehen, sodass er optisch kaum auffällt und nicht im Weg steht. Die Ladestation von iRobot ist hingegen knapp 1 cm zu hoch. Aber das ist jetzt kein Beinbruch, sondern nur eines der Dinge, die mir aufgefallen sind.

Positiv ist, dass er nach meiner Beobachtung nie ein Möbelstück oder eine Wand angesprüht hat. Allerdings fuhr er doch das eine oder andere Mal etwas unsanfter gegen Hindernisse. Allzu empfindliche und teure Dinge sollten also besser nicht auf dem Fußboden herumstehen.

Ansonsten hat der iRobot Braava jet m6 seine Arbeit gut gemacht. Die Wischergebnisse sind gefühlt besser als bei vielen anderen Wischrobotern. Die Wischfunktion der üblichen Saugroboter kann er erst recht problemlos in die Tasche stecken. Gerade den alltäglichen Dreck im Flur und der Küche nimmt er gut auf und beseitigt ihn meist rückstandlos. Auch bei einigen hartnäckigeren Flecken wie angetrockneter Schockocreme als Test hat er sich – notfalls mit Spotreinigung – passabel geschlagen, wenn auch nicht alles immer komplett rückstandsfrei beseitigt. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau.

Mein Fazit zum iRobot Braava jet m6 Test

Insgesamt ist mein Testfazit positiv. Ich möchte den iRobot Braava jet m6 in meinem Zuhause nicht mehr missen. Um regelmäßig den Boden durchzuwischen, ist er absolut gut geeignet. Gerade Küche und Flur bleiben so bei mir deutlich sauberer, sodass auch das gelegentliche gründliche Wischen per Hand, was meiner Meinung nach immer noch ab und zu gemacht werden sollte, leichter von der Hand geht.

Um es noch einmal ganz klar auf den Punkt zu bringen: Ganz ohne Arbeit geht das Wischen auch mit dem iRobot Braava jet m6 nicht. Aber das ist bei Saugrobotern ja ebenfalls der Fall, vor allem bei denen ohne Absaugstation. Beim Wischroboter muss eben regelmäßig der Wassertank gefüllt und mit dem Reinigungsmittel ergänzt werden. Zweitgenanntes führt zudem zu Folgekosten neben dem bereits rund 500 Euro teuren Kauf des Gerätes. Dazu sollte das Wischtuch regelmäßig gewaschen oder getauscht werden.

Letztendlich bringt ein so teurer, aber auch gehoben ausgestatteter Wischroboter vor allem etwas bei großen Flächen, die regelmäßig gewischt werden sollen bzw. müssen. Ideal ist der iRobot Braava jet m6 gerade in Kombination mit einem der gehobenen Saugroboter von iRobot. Die können den Wischroboter dann nämlich automatisch an die Arbeit schicken, wenn sie die Räume zuvor gesaugt und damit vorgereinigt haben.

Diesen Blogpost hat geschrieben ...

Marcus

Der Neue im Team. Als begeisterter "Smart-Homer" habe ich große Freude daran, immer neue Technologien kennenzulernen und in mein tägliches Leben zu integrieren - aber nur da, wo es Sinn macht...

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