4

Rasenmähroboter-Garage mit Rolltor selbst gebaut – so gehts

by crissxcross16. Juli 2017

Der Rasenmähroboter sollte eine schicke Garage mit Rolltor bekommen – warum der Quatsch und wie ich es umgesetzt habe liest du in diesem Tutorial. Viel Spaß!

Meinen Gardena R40-Li habe ich nun etwa ein Jahr. Damals, hatte ich nach dem Kauf hier berichtet und war nicht wirklich überschwenglich zufrieden. Meine Meinung dazu hat sich auch nach einem Jahr immer noch nicht geändert: Ich meine, in den USA schickt google selbstfahrende Autos auf die Straße und ich muss meinen Garten per Draht einzäunen, damit der Rasenmähroboter weiß wo Schluss ist? Von Orientierung ganz zu schweigen, denn der Gardena R40-Li fährt nach dem Chaos Prinzip durch den Garten und dank Zufallstheorie wird jede Stelle irgendwann einmal gemäht.

Aber hergeben möchte ich ihn nicht mehr, denn der Rasenschnitt sieht super aus und er ist extrem leise, so dass er auch spät Abends und an Sonntagen mähen kann. Und meinen 130m2 Garten habe ich inzwischen auch zu 100% auf die Bedürfnisse des Rasenmähroboters ausgelegt. Wenn da nicht das eine Problem wäre ….

Warum eine geschlossene Garage für den Mähroboter?

Bis vor kurzem war in unserem Haus noch ein Bäckerladen. Das heißt, das Grundstück ist nicht vollständig umzäunt und wir haben hier auch Laufkundschaft. Zudem ist mein Garten von allen Seiten einsehbar und vom Haus etwas weiter abgelegen. Da hatte ich stets ein mulmiges Gefühl, wenn der Roboter im Garten auf der Ladestation stand und Energie tankte. Daher habe ich ihn jeden Abend in die Garage gebracht und wenn er mähen sollte, brachte ich den Roboter wieder in den Garten. Das hat mit Automatisierung nichts zu tun! Da könnte ich auch einen Elektro- oder Benzinrasenmäher aus der Garage schieben und meinen Garten fix von Hand mähen.

Daher sollte der Rasenmähroboter eine eigene Garage bekommen, welche sich von Stil und Design in den Garten einschmiedet und zugleich den Roboter vor Langfingern schützt. So kam die Idee der Mähroboter-Garage und die Suche im Internet begann…

Viele Modelle – nix dabei

Nun könnte man denken, eine Rasenmähroboter-Garage ist ein völliges Nieschenprodukt, aber weit gefehlt! Es gibt eine riesige Auswahl an offenen Garagen im Stil eines Carport, über geschlossene Garagen zu Luxuspreisen wie diese hier: Cube Garage – bis hin zu ganz abgefahrenen Varianten, wie diese Mähroboter-Tiefgarage.

Ich suchte allerdings etwas zu einem erschwinglichen Preis und die Garage sollte von einem Rolltor automatisch verschlossen werden können. Da ich handwerklich eher die zwei linken Hände habe, fiel ein komplettes selber bauen definitiv aus.
Einige Fertigteil-Hütten fanden sich im Internet, welche ein leichten Zusammenbau versprachen. Doch war da die Herausforderung mit dem Tor.
Eine elektrische Jalousie selbst auf die Abmessungen anpassen, das traute ich mir nicht zu.

Elektrische Rolltor kaufen oder bauen?

Durch Zufall bin ich dann bei eBay-Kleinanzeigen fündig geworden und wie sich im Nachhinein herausstellte, war der Verkäufer des Garagentor ein echter Fachmann. Nicht nur das er wusste, wie man elektrische Jalousien zu „Rasenmähroboter-Garagen-Rolltoren“ umfunktioniert, auch von Mährobotern selbst hatte er jede Menge Ahnung. Solltest du auch daran zweifeln, ob du selbst eine Jalousie samt Motor passend gekürzt bekommst, schau mal hier bei eBay-Kleinanzeigen nach: eBay-Kleinanzeigen-Rolltor.

Welche Garage wird es?

Dank des detaillierten Artikelbild auf eBay Kleinanzeigen, kannte ich nun die Abmessungen des Rolltor und konnte nach einer Garage suchen, welche breiter als 75cm ist (Gesamtbreite der Jalousie). Die Öffnung der Garage, also die Durchfahrtsbreite könnte man Notfalls mit einer Stichsäge vergrößern – so mein Plan…

Relativ schnell war mir klar, dass ich keine „Carport“ ähnliche Garage im Garten habe möchte und mein Blick fiel auf das Modell „RoboGard Home“, wie man es zum Beispiel hier zu kaufen bekommt: Amazon-RoboGard Home.

Die Garage besteht aus 7 fertigen Teilen und müsste nur noch zusammengesetzt werden – klang machbar.
Aber es gab auch Bedenken, denn die Garage ist nur Einwanding. Für den Diebstahlschutz und die Möglichkeit von Dämmung wäre Doppelwandig natürlich viel besser. Da ich aber zusätzlich eine Kamera auf den Garten gerichtet habe, welche den gesamten Garten inklusive Robotergarage im Blick behält, war die Garage trotz der Einwandigen Variante, dafür aber mit dem schönen Design ein Kompromiss für mich.

Letztendlich habe ich auch die Garage für einen günstigen Schnapper auf eBay-Kleinanzeigen gefunden.
Neu für 180 Euro inkl. Versand fand ich einen fairen Preis und so beliefen sich die Einkaufskosten mit Rolltor auf bisher auf 340 Euro.

Der Anstrich

Das Holz der Robotergarage war bei der Lieferung unbehandelt, so dass nun erstmal streichen auf dem Plan stand – schließlich ist die Garage allen Witterungen ausgeliefert. So führte der nächste Weg erst einmal in den Baumarkt des Vertrauens um Holzlasur und bunte Farbe für Dach, Font- und Rückseite zu organisieren. Geplant war ein seichtes Gelb für die Front- und Rückseite, sowie ein Anthrazit für die Dachfläche, damit sich die Garage am besten in den Garten einschmiedet.
Letztendlich verließ ich den Baumarkt mit je einer Dose Buntlack „nordisch Gelb“ und „Altgrau“, sowie Holzlasur und einer Farbrolle. Alles zusammen schlug mit 40 Euro zu Buche. Finanzieller Zwischenstand damit: 380 Euro.
Das Streichen nahm dann zwei Abende in Anspruch, zuerst musste die Holzlasur zweimal aufgetragen werden, am zweiten Abend wurden dann Dach und die Front/Rückseite bunt.

Zusammenbau und Toreinbau

Am Freitagabend, also am dritten Tag des Projekts, war die Farbe getrocknet und der Zusammenbau konnte beginnen. In der Tat keine große Sache – schon gar nicht wenn man einen so handwerklich geschickten Nachbarn hat wie ich :-)
Die vier Seitenteile waren schnell verschraubt und es konnte an den Einbau des Rolltor gehen. Den wohl schwierigsten Teil wie ich dachte. Aber hey – das Tor passte „saugend“ hinein! Es musste nichts an der Front ausgesägt oder generell an der Garage verändert werden.
Einzig die Führungsschienen der Jalousie waren 3cm zu lang. Aber diese waren schnell gekürzt.

In Nachhinein betrachtet, würde ich die Führungsschinen erst später kürzen, so könnte man die Garage bei Bedarf auf einen Sockel stellen.

Testweise an einen Fibaro Rollershutter 2 angeschlossen, ließ sich das Rolltor schon per Smartphone auf- und abfahren.
Zwei kleine Schrauben im Jalousiekasten können dazu genutzt werden, den Anschlag oben und unten zu justieren. Das passende Werkzeug dafür gab es vom eBay Kleinanzeigen Verkäufer praktischerweise direkt mit dazu.

Die Bodenplatte gießen

Wie bei einem echten Hausbau, brauchte die Rasenmähroboter-Garage natürlich auch eine Bodenplatte, auf welcher die Garage dann perfekt aufsitzt. So hieß es am Samstag zeitig aufstehen, denn der Baumarkt des Vertrauen schließt (hier auf dem Dorf) schon um 12Uhr.
Auf dem Einkaufszettel standen 5 Säcke „Estrich Beton“, Estrichmatte (Drahtgeflecht), Erdkabel, Leerrohre, und 4 Winkel.
47 Euro ärmer ging es zurück zur Baustelle. Finanzielles Zwischenfazit bis jetzt: 427 Euro.

Bevor Beton angerührt werden konnte, standen einige Vorbereitungsarbeiten auf dem Programm. Die Garage sollte an identisch die gleiche Stelle, wo auch bisher die Gardena Dockingstation stand. Dies ersparte das umverlegen der Begrenzungsdrähte und die Fläche war schon etwas vorbereitet, so dass sich die Erdaushubarbeiten in Grenzen hielten.

Hier muss auf die bereits verlegten Begrenzungsdrähte und den Führungsdraht acht gegeben werden!

Hatte ich schon meinen handwerklich begabten Nachbarn erwähnt, welcher von Beruf Maurer ist? Bloss gut war er auch heute auf meiner Großbaustelle vertreten.

Er baute aus Dachlatten einen Rahmen, welcher im Innenmaß je 5cm breiter und länger war als die Außenmaße der Roboter-Garage.
Mit einer Innenkonstruktion fixierte er die Winkel an den Stellen, wo später die Wände der Robotergarage stehen werden. So konnten die Winkel direkt in der Bodenplatte vergossen werden. Alternativ hätte man sie später auch auf die Betonplatte aufschrauben können, ist aber weniger elegant.

Der Rahmen konnte so perfekt an der gewünschten Stelle ausgelotet – und anschließend eine erste Schicht aus Splitt und Steinen für den Untergrund geschaffen werden.
Danach kam das Drahtgeflecht als Bewährung hinein, sowie die Leerrohre für den Begrenzungsdraht von links und rechts und ein Leerrohr für das Stromkabel. Ein weiteres Leerrohr blieb (wie der Name schon sagt) leer – wer weiß welches Spielzeug ich später noch einbauen will.

Dann war es endlich soweit! Beton anrühren und einfüllen. Mit einem Langen Brett oder alternativ der Wasserwaage konnte die Oberfläche abgezogen werden – der Rahmen bot hierfür eine perfekte Auflage.
Dann hieß es Baustelle aufräumen, denn der Beton benötigt mindestens 24h zum abbinden. Da es aber an diesem Samstag verdammt warm war, trocknete der Beton sehr schnell – zu schnell. Es bestand die Gefahr, dass sich Risse bilden. Daher haben wir, als die Oberfläche etwas gehärtet war, eine Folie über die Grundplatte gelegt und diese mit Wasser begossen.
Am folgenden Sonntag haben wir die Bodenplatte noch einmal direkt mit Wasser begossen, so das diese langsam aushärtet.

Kabel, Wasser und die Einfahrt pflastern

Damit es später auch Strom in der Rasenmähroboter-Garage für die Gardena Dockingstation und das elektrische Rolltor gibt, stand noch das Kabel verlegen auf dem Plan. Hierzu musste ich ein paar Meter meines englischen Rasens aufschippen und nutze den offenen Graben gleich um noch ein Schlauch hinein zu legen, denn die Roboter-Garage verdeckte den Schwenkkreis eines Rasensprengers.

Aus dieser kleinen Arbeit wurde eine echte schei** schweißtreibende Angelegenheit, denn die Außentemperatur war jenseits von 30°C und die Luftfeuchtigkeit annähernd der 100% Marke. Es war wohl die Strafe des Herren, das ich an diesem Sonntag nicht ruhte. Aber es sollte doch voran gehen …

Nachdem Wasser und Erdkabel unter die Erde gebracht waren, sollte noch die Einfahrt der Garage gepflastert werden. Nötig war dies, da der Roboter sonst einen ca. 15cm breiten Grasstreifen vor der Wand der Garage stehen lassen würde. So wollte ich mir das lästige Rasenkanten schneiden ersparen. Gut das ich noch ein paar Pflastersteine vom Bau der Terrasse übrig hatte.
Ausserdem hat mein Garten in zwei Richtungen ein Gefälle, welches ich noch mit Muttererde ausgleichen musste.
Stand des Tages: Meilenstein erreicht! Die Roboter-Garage stand nun an Ihrem endgültigen Fleck, die Einfahrt war gepflastert und das Stromkabel führte vom Verteiler bis zur Garage.
Ziel des Montag (Feier)Abend war also die Stromkabel Installation in der Garage.

Es werde Licht

Ein erneuter Besuch im Baumarkt stand an, diesmal auf dem Einkaufszettel: Installationsrohr, Schellen, 3-Adriges Stromkabel, IP44 Steckdosen und eine Abzweigdose. Endsumme des Kassenbon: knapp 30 Euro. Finanzieller und damit auch endgültiger Zwischenstand: 457 Euro

Eine Steckdose für die Dockingstation hätte sicher ausgereicht, denn das Rolltor wurde an den Fibaro Rollershutter angeklemmt, welcher in der Abzweigdose seinen Platz fand. Ich entschied mich aber für „lieber zuviel als zuwenig“ und habe 4 Steckdosen installiert. Schließlich habe ich noch einiges vor …

Pläne und Ausbaustufen

An die Oberkante der Einfahrt, sowie innerhalb der Garage möchte ich gern noch einen LED Stripe installieren, gesteuert vom Fibaro RGBW Modul. Ich denke aufgrund des Acrylglasfenster im Dachelement ergibt dies einen schönen Effekt.

Das Acrylglasfenster ist jedoch ein großer Schwachpunkt der Konstruktion. Die Kanten sind nicht abgedichtet, so das Zwischen Acrylglas und Dachfläche Wasser hineinlaufen kann. Stand heute habe ich noch keine Idee wie ich das problem lösen werde.

An der Front der Garage habe ich heut noch die Technaxx-TX67 Speed-Domkamera installiert, um die Rasenfläche und den Stand des Rolltors einsehen zu können. Auch hierfür benötigte ich natürlich eine Steckdose für das Netzteil der Kamera.
(Integration der Technaxx-Kameras in das Fibaro System hatte ich jüngst hier beschrieben)

Und natürlich steht noch die Programmierung der Szenen auf dem Plan. So soll das Wetter und die Bewässerungssteuerung berücksichtigt werden und das Tor muss schließlich auch öffnen bevor der Rasemäher auf Tour geschickt wird.
Meinen Gardena R40-Li habe ich übrigens mit dem „Robonect WLAN Modul“ aufgerüstet und kann diesen so über ein Virtuelles Modul in der Fibaro steuern. Das VD dazu hat der User xn8 hier im siio-Forum zur Verfügung gestellt. Sollte Interesse sein, so schreibe ich gern mal zu diesem Thema gesondert ein Artikel.

Fazit

Das gesamte Projekt war sehr Zeitintensiv durch die vielen Trockenphasen für die Farbe und Beton.
Der Kostenrahmen ist gerade noch so tragbar. Vor allem die „Kleinigkeiten“ wie Farbe, Kabel und Co. haben die Kosten schnell noch oben getrieben.
Nichts desto trotz hat sich der Aufwand gelohnt. Seither reicht ein Knopfdruck und der Rasenmähroboter kommt seiner Arbeit nach, ohne das ich diesen zuvor auf die Mähfläche setzen und am Abend wieder wegschließen muss.

About The Author
crissxcross
crissxcross
Hi, ich bin crissxcross, gelernter IT-Systemelektroniker. Beruflich arbeite ich als Produktmarketing-Manager im Bereich Smart Home. Auch privat interessiere ich mich für Smart Home und bin selbst Hausautomatisierer :-) Falls ich nicht vor dem Monitor sitze fotografiere ich gern und bin ein großer Apple Fan.
  • jojothan
    17. Juli 2017 at 8:02

    sehr gut gemacht. leider klappt das nicht so einfach für den bosch indego mäher. dieser fährt nicht komplett nach hinten raus, sondern schwenkt nach rechts raus… somit hat man zwei öffnungen hinten und an der rechten seite…

    dafür hat der bosch aber logiccut.

    aber dein häuschen ist echt klasse

  • 24. Juli 2017 at 12:29

    Kosten hin oder her – das Häuschen ist TOP! Hätte ich nen Garten und hätte ich nen Robomäher, das würde ich mir (ähnlich) nachbasteln!

    Plexiglas – evtl. mit Silikon abdichten? Aber das scheint ja so eine Öffnung zum leichteren erreichen des Robos zu sein, oder?

  • Tim
    28. September 2017 at 11:53

    Sieht super aus. Ich bin auf der suche nach diesem elektrische Rolltor. Leider gibt es dieses Tor nicht mehr….. kann mir da jemand weiter helfen?

  • necia73
    2. November 2017 at 19:03

    HI dolles Ding!
    bin gerade dabei fleißig zu basteln – Autonomer mit dem W-lan-Modul zu pimpen und die Hütte mit einem Rolltor zu versehen.
    Was mich interessieren würde, ist was du alles mit dem Modul und den VD in der FIbaro realisieren konntest und wie das Zusammenspiel funktioniert.
    Kannst du den Mower z.B bei Regen nach Hause schicken? bzw. eine Startzeit „verschieben“ . Wie hast du die Timer über Fibaro geregelt und wie sehen deine Szenen zur Steuerung des Tores aus… und und ;)
    Würde z.B. gern bei „viel“ Bewegung im Garten ( Kinder spielen) den Mower gern in die Garage schicken und dann bei Ruhe wieder starten lassen.. (gibt mehrere Bewegungssensoren im Garten) etc…

    Wäre super an deinen Erfahrungen & Lösungen interessiert

Leave a Response